Gleitsichtbrille nun problematisch, muss "schief" aufgesetzt werden

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MarcelS
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Registriert: Dienstag 16. Juni 2026, 12:08

Gleitsichtbrille nun problematisch, muss "schief" aufgesetzt werden

Beitrag von MarcelS »

Hallo zusammen.

Zuallererst: Danke für das Lesen und die Beantwortung meines Beitrages.

Zu mir: Ich bin jetzt 47 Jahre alt, arbeite an einem Bildschirmarbeitsplatz, und habe ein Problem mit meiner Brille, zu dem mir vielleicht jemand von den Fachleuten hier etwas sagen kann.

Meine Brillenwerte:

R: SPH -2.25, CYL -0,50, Achse 89°, ADD 1.25 PD 33.0
L: SPH -4.00 CYL -0.50, Achse 64°, ADD 1,25 PD 31.5

Meine Geschichte bis zum Problem:

- Brillenträger seit dem ich 12 bin „Kurzsichtigkeit“
- Immer mal wieder neue Brillen, meistens wegen Verschleiß, Brillenwerte immer stabil, s.o.
- Seit 4 Jahren nun Gleitsichtgläser, die ich hervorragend vertragen habe (zwei Tage Eingewöhnung)
- Fernsicht klappt gut, Lesen auch (halt durch die entsprechenden Bereiche des Brillenglases)
So, das war die Situation bis vor einem Jahr.

Nun mein Problem:

Ich hatte die erste Gleitsichtbrille vor vier Jahren mit einer Addition von 0.50. Ich habe festgestellt, dass ich damit nicht mehr gut lesen kann und auch das Arbeiten am PC schwierig wird.

Daraufhin habe ich eine neue Gleitsichtbrille bekommen. Die gemessenen Werte beim Sehtest (siehe oben) sind wie immer gleich geblieben, nur die ADD wurde angepasst. Lesen klappt wieder, und für das Arbeiten am PC habe ich mittlerweile eine Office-Gleitsichtbrille, das ist ein himmelweiter Unterschied.

Seit ca. einem Jahr stelle ich aber fest, dass das Lesen trotz der angepassten Werte immer schwieriger und anstrengender wird, und zwar weil mein linkes Auge die kleine Schrift gestochen scharf erkennen kann, mein rechtes Auge aber nicht mehr. Und hier ist das Komische: Mit dem linken Auge schaue ich durch die untere Mitte des Brillenglases - alles scharf. Beim rechten Auge nicht, es sei denn, ich halte die Brille „schief“, sodass ich durch den ganz untersten Glasrand mit dem rechten Auge schaue.

Wenn ich also beim linken Glas durch die untere Mitte und beim rechten Glas durch den alleruntersten Glasrand schaue, dann passt alles.

Ich habe auch mittlerweile festgestellt, dass sich meine Nahsicht ziemlich verändert hat. Ein kleiner Test OHNE Brille mit einem Beipackzettel für Medikamente: Ich habe gemessen, wie nah ich diesen Zettel an mein Gesicht führen kann, damit ich die kleine Schrift OHNE Brille gestochen scharf lesen kann. Bei dem linken Auge kann ich den Zettel bis auf 15 Zentimeter ans Auge halten, es ist brillant scharf und angenehm. Beim rechten Auge muss ich den Zettel fast 40 Zentimeter weghalten, damit ich scharf sehe, allerdings ist die Schrift dann insgesamt zu klein. Bei 4o Zentimeter Entfernung sehe ich aber wiederum mit dem linken Auge total unscharf....

Dass ich in der Ferne unterschiedlich starke Augen habe, ist mir schon von Kind an bekannt. Allerdings war es bis vor ca. einem Jahr immer so, dass ich ohne Brille lesen konnte (auch wenn ich es nie gemacht habe), weil beide Augen in der Nahsicht bei der gleichen Entfernung scharf gestellt haben.

Ich war damit zur Kontrolle beim Augenarzt, der hat etliche Untersuchungen und auch einen Sehtest gemacht: Alles unauffällig. Bei einem zweiten Optiker war ich auch, der hat als erstes einen Sehtest gemacht, und bis auf eine Abweichung von 0.25 dpt dieselben Ergebnisse festgestellt wie oben genannt. Er meinte, so eine geringe Abweichung kann auch Tagesformabhängig sein.

Ich möchte zumindest erst einmal nicht „auf Verdacht“ mal eben neue Gleitsichtgläser anfertigen lassen, das ist eine ziemlich kostspielige Sache... zumal mir mittlerweile BEIDE Optiker, bei denen ich war, gesagt haben, sie würden die Brille wieder den gemessenen Werten entsprechend anfertigen.... Mit der Aussage, dass ich gut sehen kann, wenn ich das rechte Glas einen Zentimeter höher schiebe als das linke („schräg aufgesetzte Brille“) kann irgendwie keiner was anfangen.....

Nun meine Frage: Die Situation belastet mich sehr, was kann ich hier tun, woran liegt das?

P.S.: Da ich eine fehlerhafte Verarbeitung der Brille durch meinen Optiker ausschließen wollte und sowieso eine billige Ersatzbrille für das Handschuhfach benötige, habe ich bei einer Kette eine günstige Gleitsichtbrille fertigen lassen, auch hier tritt das Phänomen wie oben beschrieben auf....

Vielen Dank und viele Grüße,
Marcel
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optidi
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Re: Gleitsichtbrille nun problematisch, muss "schief" aufgesetzt werden

Beitrag von optidi »

Hallo,
Erst einmal zu deinem Test ohne Brille: ja, das ist so. Ohne Brille nutzt du den Fernpunkt deiner Kurzsichtigen Augen.
Vereinfacht
R: -2,5 = ca 40cm
L: -4,25 = ca 24 cm Abweichung von deiner Beobachtung von 15 cm

Zur Beobachtung mit der schiefen Brille:
Du hast geschrieben dass du rechts erst deutlich siehst, wenn du ganz tief durch das GL Gals schaust und links schon viel früher also in der Mitte.

Zusammen sieht es so aus, daß das linke Glas in der Ferne zu schwach ist.
Natürlich ist das nur eine erste Einschätzung. Ohne Messung besteht meine Aussage aus theoretischen Zusammenhänge.
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MarcelS
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Registriert: Dienstag 16. Juni 2026, 12:08

Re: Gleitsichtbrille nun problematisch, muss "schief" aufgesetzt werden

Beitrag von MarcelS »

Hallo,

danke für deine Antwort. Ich habe zwischenzeitlich mal die Zeit genutzt, und bei einem weiteren niedergelassenen Optiker mal "ganz frisch" meine Augenwerte messen zu lassen.

Es kam eine geringe Abweichung dabei raus:

R SPH -2,25, CYL -0,50, Achse 90° ADD 1,75
L SPH -3,75, CYL -0,25, Achse 45° ADD 1,75

Vielleicht ist mein Problem aufgrund meiner Beschreibung nicht deutlich geworden. Mit dem LINKEN Auge funktioniert die Gleitsicht toll, in der Ferne beim Autofahren, am PC, beim Lesen.

So war es mit meiner ersten Gleitsichtbrille vor vier Jahren auch. Kurze Eingewöhnung, die "neue Logik", dass man den Kopf auch bewegen muss und nicht mehr nur die Augen, und dann hab ich irgendwann gar nicht mehr festgestellt, dass es eine Gleitsichtbrille war.

Das RECHTE Auge macht allerdings die Probleme. Ich habe das Gefühl, dass ich das rechte Auge immer extrem anstrengen muss. Testen kann ich das wie folgt: Ich fixiere ein Ziel, meinetwegen das Fernsehbild. Halte ich die Augen abwechselnd zu: Links gestochen scharf, rechts ganz leicht verschwommen. In der Ferne macht sich das fast gar nicht bemerkbar (Straßenschilder etc). Je näher ich etwas betrachte, umso schlimmer wird das. Lese ich ein Buch mit einem normalen Betrachtungsabstand: Links scharf (vorausgesetzt ich schaue durch die Lesezone, also Kopf ETWAS in den Nacken), mit dem rechten Auge so unscharf, dass ich fast nichts lesen kann.

Mache ich die Brille schief, dass also das linke Brillenglas so bleibt, und das RECHTE ein ganzes Stück höher rutscht, ist alles OK.

Ich habe also mit meinem RECHTEN AUGE das Problem....

Ich habe mit dem Optiker, bei dem ich gestern den Sehtest gemacht habe, darüber gesprochen. Er meinte, möglicherweise brauche ich rechts einen anderen ADD-Wert als links, das wäre aber sehr ungewöhnlich, meint er.

Alternativ könnte ich versuchen, auf ein Premium-Glas eines bekannten Herstellers zu wechseln, mit einer maximal großen Sehzohne, er meinte, das wäre ein Versuch wert, kann aber nicht garantieren, dass das das Problem löst.

Allerdings hat sich im Gespräch auch ergeben, was so Premium-Gläser eines bestimmten Herstellers kosten, und das wäre mir zum bloßen "Testen obs daran liegt" einfach zu teuer.... Zumindest, bevor ich alles andere ausgeschlossen habe.

Immerhin habe ich mit den Werten ja schon (zwar bei einer Kette) eine alternative Brille machen lassen, wo der Hersteller des Glases mit Sicherheit ein anderer ist als bei meiner jetzigen Optiker-Brille. Ich kann durch beide sehen, aber mit dem oben beschriebenen Problem....

Zu dem Optiker, der mir meine jetzige Brille gemacht hat, möchte ich nicht mehr gehen. Ich bin mit ihm durchaus zufrieden, aber ich war jetzt ein paar Mal da, zweimal zum Sehtest, die Zentrierung der Gläser wurde geprüft etc etc, und die Aussage ist: Ihre Augen sind ärztlich nachgewiesen gesund, die Sehtestwerte stimmen und entsprechen den Gläsern, dementsprechen könne man nichts machen....

Hilfe....


Viele Grüße und danke fürs Lesen,


Marcel
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berlyn
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Re: Gleitsichtbrille nun problematisch, muss "schief" aufgesetzt werden

Beitrag von berlyn »

Bei einem Stärkenunterschied zwischen beiden Augen wie bei dir, ist es alles andere als selten, dass die Additionen Rechts und Links unterschiedlich sind - es wird leider nur sehr selten darauf getestet... :roll: siehe der Kollege, der dich nun noch einmal vermessen hat. Er hat die Vermutung, aber er testet dich nicht darauf???
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