Weiter Sehstörung trotz Fernkorrektur und passende Nahkorrektur finden

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Dragon-Fly
Beiträge: 3
Registriert: Sonntag 17. Mai 2026, 16:16

Weiter Sehstörung trotz Fernkorrektur und passende Nahkorrektur finden

Beitrag von Dragon-Fly »

Guten Tag,

ich bin neu im Forum und hoffe, hier Rat und Antworten zu meinem Fall zu finden.

Zu mir:
-Mitte vierzig
-Vor 35 Jahren Diagnose eines gutartigen Gehirntumors nahe des rechten Sehnervs. Operative Entfernung nach Embolisation und Bestrahlung.
-Seitdem bitemporale Hemianopsie äußere untere Quadranten. Außerdem: bds. Cornea guttata, farbarme Papille (re. ausgeprägter), Astigmatismus, trockene Augen, starke Lichtempfindlichkeit, Diab. Mell. II (gut eingestellt). Beim rechten Auge mittig so etwas wie „mouches volantes“, aber mit seit Jahren unveränderter Form und Position.
-Etwa zum Zeitpunkt der o. g. Ereignisse begann die Kurzsichtigkeit.
-Die jährlichen klinischen Kontrollen sind stabil.



Ende 2024 ließ ich in der Niederlassung einer bekannten Optikerkette, wo ich schon früher Brillen anfertigen ließ, meine Brillenwerte prüfen.

Es wurden (an verschiedenen Tagen) 2 - 3 Messungen vorgenommen. Während und nach jeder davon, wies ich darauf hin, trotz angeblich erreichter 100% Sehleistung nicht scharf sehen zu können. Die Antwort war, dass ich aber 100% Sehleistung hätte und bei meinen Augen eben nicht mehr möglich sei. Das Gleiche tat ich bei der Brillenbestellung und -abholung.

Ende letzten Jahres, als ich eine Lesebrille anfertigen lassen wollte und wieder eine Messung nötig wurde, führte sie diesmal ein Optikermeister durch und das Thema Prismen kam auf. Mit diesen und korrigierten Werten, erreiche ich in der Ferne laut ihm eine Sehleistung von 130%.

Nun wollte ich natürlich einen kostenlosen Austausch der zuvor verkauften Gläser, doch die Firma lehnte jegliche Verantwortung ab. Die Diskussion ging so weit, dass mir unter dem Vorwand ich könne nicht zufrieden gestellt werden, damit gedroht wurde mich zukünftig nicht mehr zu bedienen. Und ließ den Austausch über die Brillenversicherung machen.

Nach einigen Monaten mit Testbrille und zwischenzeitlich weiteren Messungen, trage ich nun seit drei Wochen die endgültige Fernbrille. Mit der ich viel besser sehe, aber … bei beleuchteten Hintergründen (Fernseher, PC, Handy) kann ich helle/weiße Schrift auf dunklem Hintergrund immer noch nicht scharf sehen. Es ist, als würden die hellen Buchstaben etwas leuchten, als hätten sie eine Aureole und sind nicht scharf umrissen. Bei dunklerer Schrift auf dunklem Hintergrund oder Papier habe ich dieses Problem nicht. Der Optikermeister erklärte mir, dass meine Augen zum einen zu viel Licht hineinlassen und sie sich zum anderen erst an die Prismen gewöhnen müssten und es a) entweder gar nicht zu einer Besserung kommen oder b) mehrere Jahre dauern kann, bis diese eintritt.

Meine erste Frage ist also, ob die Möglichkeiten diese mit Licht verbundene Unschärfe zu korrigieren tatsächlich ausgereizt sind oder nicht.



Die zweite betrifft die benötigte Nahbrille.

Derselbe Kollege empfahl mir eine Raumcomfortbrille bis 1 m Distanz (nicht weiter), weil diese eine größere Reichweite abdeckt als eine Lesebrille. Nachdem ich im Beratungsgespräch mit einer Kollegin verschiedene, teils widersprüchliche Informationen bekam, Gesichtsfeldausfälle habe, die Atmosphäre dort immer noch angespannt ist und ich kein Risiko eingehen möchte, tendiere ich eher zu einer Einstärkenbrille. Diese würde entweder auf 30-40 cm oder mit abgeschwächtem Wert auf 35-40 bis zu 90 cm scharfes Sehen ermöglichen. Ich brauche sie hauptsächlich für Schreibarbeiten am Laptop (Entfernung kann angepasst werden), Handarbeiten, aber auch Injektionen.

Nun habe ich mit einem Bandmaß die jeweiligen Entfernungen gemessen.

Ohne Brille - bis 20 cm scharf.
Mit Brille – ab 30 cm unscharf.

Injektionen – ca 38 cm Abstand.
Laptop – je nach Haltung ca. 90 - 110 cm Abstand.

Die Nahbrille mit 35-40 bis 90 cm Reichweite ist also nicht ideal. Ist es möglich den Bereich der Schärfe anzupassen? Also z. B. 30 – 120 cm Reichweite? Bzw. sind die angegebenen Reichweiten keine Muss- sondern Kann-Werte? Könnte ich auch bei 30 cm scharf sehen oder noch bei 100 cm? Oder der scharfe Bereich kleiner sein, z. B. nur 50 - 80 cm?

Viele Grüße,
Dragon-Fly



Bisherige Werte

1. Brille
Re Sph -2,75 Zyl -0,50 Achse 80
Li Sph -1,75 Zyl -1,50 Achse 80

Testbrille
Re Sph -3,25 Zyl -0,50 Achse 85 Prisma 2,00 Basis 180
Li Sph -2,00 Zyl -1,50 Achse 85 Prisma 1,50 Basis 0

Aktuelle Brille
Re Sph -3,25 Zyl -0,50 Achse 85 Prisma 2,00 Basis 180
Li Sph -2,00 Zyl -1,50 Achse 85 Prisma 2,00 Basis 0

Empfohlene Nahbrille
Re Sph -3,25 Zyl -0,50 Achse 85 Prisma 2,00 Add +1,25
Li Sph -2,00 Zyl -1,50 Achse 85 Prisma 2,00 Add +1,25
M
Maurice1986
Beiträge: 117
Registriert: Sonntag 1. Oktober 2023, 12:44

Re: Weiter Sehstörung trotz Fernkorrektur und passende Nahkorrektur finden

Beitrag von Maurice1986 »

Nur weil bei einer Reihe 100 Prozent (1,0) steht und Du das lesen kannst, muss das "lesen können" ja nicht scharf sein. Danach wurde ich beim letzten Sehtest nach gefragt. Wichtig ist, dass das sehen und lesen, entspannt ist. Ich denke, obwohl nur Laie, dass die trockenen Augen eine Rolle spielen, weil, wahrscheinlich wie bei mir, bei jedem blinzeln, der Tränenfilm anders ist und der eben Teil des optischen Systems und der damit verbundenen Lichtbrechung ist.

Bezgl. Cornea guttata: hat sich ein Arzt mal Deine Hornhaut genauer angeguckt? Gibt es morgens mehr Beschwerden? Bei meinem Dad waren die cornea guttata Teil der Fuchs Dystrophie, dafür bis du aber eigentlich noch zu jung.

Ich persönlich würde nochmals einen Optiker (keine kette) aufsuchen und die Probleme schildern. Ggf. Auch an zwei unterschiedlichen Terminen messen lassen.

Bzgl. Der Bildschirmarbeit würde ich auf eine PC-Brille setzen, anstelle Lese- oder Gleitsichtbrille. Was es da für Möglichkeiten gibt (Raum-Komfortbrille), sollte ein versierter Optiker wissen. Da würde ich mich beraten lassen.
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Lutz
Beiträge: 5629
Registriert: Donnerstag 3. März 2011, 10:28

Re: Weiter Sehstörung trotz Fernkorrektur und passende Nahkorrektur finden

Beitrag von Lutz »

Dragon-Fly hat geschrieben: Sonntag 24. Mai 2026, 12:07 Laptop – je nach Haltung ca. 90 - 110 cm Abstand.
Das würde ich nochmal nachmessen - kommt mir sehr groß vor.

Ansonsten würde ich vermuten - mehr geht aus der Ferne leider nicht - daß Du mit einer Einstärkenbrille ca. folgende Entfernungsbereiche abdecken kannst:

33cm bis 57cm
36cm bis 67cm
40cm bis 80cm
44cm bis 100cm
50cm bis 133cm

Man muß das aber auch gar nicht vermuten, man kann das einfach beim Optiker ausprobieren. Oder, anders ausgedrückt: Ich würde das mit meinem Kunden einfach mal ausprobieren, und dann weiß der Kunde, was geht, und was nicht...


Ansonsten: Die Unschärfen bei starken Hell-Dunkel-Kontrasten könnten auf die Prismen zurückzuführen sein, evtl. in Kombination mit einem suboptimalen Glasmaterial (n=1.6 oder höher) oder ungeeigneten Glastypen (asphärisch).

Was ich nicht verstehe: Du hast massiv Ärger mit dem Anbieter, zweifelst an der Beratungsqualität - und bist da immer noch?
Rate dreimal hintereinander richtig, und du wirst den Ruf eines Experten haben.
(Laurence Johnston Peter (1919-90), amerik. Managementberater)
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Dragon-Fly
Beiträge: 3
Registriert: Sonntag 17. Mai 2026, 16:16

Re: Weiter Sehstörung trotz Fernkorrektur und passende Nahkorrektur finden

Beitrag von Dragon-Fly »

Hallo Lutz,
das kommt schon hin mit der Entfernung zum Laptop. Ich sitze dabei auf dem Sofa, das Gerät steht auf einem Tisch, die Entfernung ist veränderbar. Am Schreibtisch ist die Distanz etwas geringer. Beim Thema Raumcomfortbrille ist der Laptop eigentlich weniger das Problem, weil der mit Fernbrille noch geht, sondern, dass ich sie auch für die Nähe brauche. Etwas früher Schärfe als 35 - 40 cm wäre schon toll, damit ich nicht weiter ins Blaue hinein spritzen muss. Zumal ich auch nicht weiß, ob ich wirklich schon ab 35 - 40 cm scharf sehe oder erst ab 50 cm. Das kann ja vorher keiner so genau sagen.

Verstehe ich das richtig? Je früher der Bereich des Scharfsehens beginnt, desto früher endet er auch? Er kann nicht durch Anpassungen der Sehstärke in die Nähe und Ferne ausgeweitet werden? Der Kollege meinte, dass ich vermutlich noch fünf Jahre die Distanz zum Laptop mit der Fernbrille abdecken kann. Also wäre eine Nahbrille die die benötigte Nähe bedient wohl sinnvoller, so lange die mittlere Distanz per Fernbrille geht.

Zu den Unschärfen bzw. Strahlen:
Das hatte ich schon bei der alten Brille ohne Prismen (siehe Werte 1. Brille) mit 1.6. Die jetzige hat mit Prismen 1.67, beide sind asphärisch. Es sind immer hochbrechende Gläser, weil ich rahmenlose Gestelle verwende. (Da hier wohl keine Firmennamen genannt werden dürfen: Die umsatzstärkste Optikerkette Deutschlands, die Gläser sind in deren Qualität. Ich hoffe, der Hinweis ist hilfreich.) Was macht asphärische Gläser ungeeignet?

Es ist schwer zu beschreiben, wie es aussieht auf den Laptopbildschirm zu schauen. Dort habe ich zwar dunkle Schrift auf hellem Hintergrund, muss aber immer mit reduzierter Helligkeit arbeiten, weil sie in den Augen schmerzt. Selbst beim Schreiben dieses Beitrags wirkt das was ich sehe nicht wie eine eindimensionale glatte Fläche, sondern unruhig und schwer zu fokussieren. Nur wenn ich die Brille auf der Nase nach vorne schiebe, lässt der Druck in den Augen nach, auch wenn das Sehen selbst nicht besser wird. Wenn ich auf ein Buch sehe, hab ich dieses Problem nicht. Allerdings geht meine Lichtempfindlichkeit so weit, dass schon an bewölkten Tagen ein Blick zu den aufgedrehten Jalousien genügt um ein Nachbild zu verursachen.

@Anbieter
Hätte ich die Gläser der ersten Brille nicht über die Versicherung austauschen lassen, hätte ich sie woanders noch einmal komplett selbst zahlen müssen. Abgesehen davon: Der Kollege/Optikermeister, der die Messungen macht ist sehr sorgfältig, nimmt sich die nötige Zeit und hat im Gegensatz zu manch anderen dort das Herz am rechten Fleck. Die Widersprüchlichkeiten sind bei der Beratung durch Kollegen zu Glasarten und Kosten aufgekommen. Ich fänds halt schade, wenn er sich so viel Arbeit gemacht hätte und ich dann zur Konkurrenz gehe. Die Nahbrille wollte ich noch dort machen lassen. Was den Rest angeht ... mal sehen.

Mit den Prismen läuft es zukünftig ohnehin über eine augenärztliche Verordnung, aber ich hätte schon gerne Gewissheit gehabt was für mich das Richtige ist, weil auch mit Kassenanteil sind Brillengläser nichts so Günstiges, dass man sich nach dem trial and error Prinzip durchtesten kann, bis die richtigen gefunden sind. Wobei das ohnehin so gut wie unmöglich sein düfte, sobald es über die Krankenkasse läuft.

Viele Grüße und Danke,
Dragon-Fly
D
Dragon-Fly
Beiträge: 3
Registriert: Sonntag 17. Mai 2026, 16:16

Re: Weiter Sehstörung trotz Fernkorrektur und passende Nahkorrektur finden

Beitrag von Dragon-Fly »

Hallo Maurice1986,
wegen der Cornea guttata: ich werde jährlich kontrolliert, bis jetzt sind die Ärzte zufrieden.

Viele Grüße,
Dragon-Fly
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