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ich hatte vor meinen Problemen keine Beschwerden/Unfälle etc. Sie tauchten von einer Sekunde auf die andere auf. Nach Auftreten der Symptome, ca. 2 Wochen danach, hatte ich Corona, denke aber nicht, dass es damit im Zusammenhang steht.
Wie lange hast du die Probleme schon? Hattest du einen eventuellen Auslöser dafür?
Ich hatte leider in den vergangenen 10 Jahren 2 Ereignisse, die ziemlich sicher zu meinen Problemen beigetragen haben. Das erste war ein Fahrradsturz, wo ich über den Lenker flog und mit dem linken Gesicht/Jochbein auf dem Asphalt landete. Unmittelbar danach war eigentlich noch alles ok, aber in den folgenden Wochen/Monaten baute sich langsam ein Benommenheitsgefühl auf. Ein gutes halbes Jahr nach dem Fahrradsturz bekam ich dann einen sehr(!) ausgeprägten Migräneanfall mit Aura und Flimmerskotomen, wovon hinterher ein diffuses Gefühl im linken Auge zurückblieb, als ob dieses Auge ab jetzt nicht mehr so schnell die Bildinformationen verarbeiten könnte.
Ich war dann beim Arzt zum MRT von HWS und Schädel inkl. Blutgefäße - aber der hatte nichts zu beanstanden außer Bandscheibenvorwölbungen und Morbus Scheuermann in den Wirbelkörpern der HWS, die aber keine Ursache für Benommenheit und Sehstörungen wären.
Also ging ich noch zum Neurologen und in die Schwindelambulanz, wo jedoch auch kein Befund herauskam. Ich sagte denen zwar, dass mir bei der VEP-Untersuchung teilweise besonders schwummrig wurde, wenn die Balken von rechts nach links wanderten, aber die Meßergebnisse waren "leider" alle im Normbereich.
Abschließend sagte man mir, man könne höchstens auf Verdacht mal eine Kortisoninfusion versuchen, um zu sehen, ob das was an den Symptomen ändert. Dann wäre der Verdacht auf ein entzündliches Geschehen gelenkt worden. Das habe ich aber, aus heutiger Sicht - leider, abgelehnt. Irgendwo hatte ich gehört, Kortison kann auch irreversible Schäden anrichten oder andere Sachen triggern, die dann zu noch größeren Problemen führen könnten.
So bin ich dann über weitere Inet-Recherche auch bei Winkelfehlsichtigkeit gelandet (evtl. nachträglich ausgelöst durch eine Nervenschädigung durch den Sturz oder den Migräneanfall dachte ich mir) und war bei verschiedenen Optikern.
Heraus kam ähnlich wie bei dir eine Brille mit einem einseitigen, kleinen Prisma mit 1,60er Kunststoffmaterial, was mir anfänglich auch deutliche Verbesserungen beschert hat. Das ist jetzt aber ca. 7 Jahre her und schon länger merkte ich, diese Brille passt nicht mehr richtig. Also habe ich bei F. eine neue Brille nach aktuellen Messungen anfertigen lassen - aus Kostengründen aber mit dem einfacheren Glasmaterial mit 1,50er Brechung. Und damit bin ich trotz mehrerer Nachkorrekturen einfach nicht klar gekommen. Die Überlegung ist nun, die Brille nochmal mit dem 1,60er Material anfertigen zu lassen, aber da bezahle ich pro Glas fast 100 Euro...
Es gibt da noch den Optiker Peschlow in Berlin, der u.a. auf die Korrektur mit minimalen horizontalen Prismen setzt. Unter Optikern und Augenärzten ist das umstritten, weil angeblich Prismen mit 0,25dpt gar nichts bringen würden, denn das könne das Sehsystem ohne Probleme selbst kompensieren.
Ich habe auch mit Frequenzfiltern (Thema "Irlen") experimentiert und rausgefunden, dass sogar ganz billige Blaufilterbrillen bei mir ein etwas entspannteres Sehen ermöglichen. Habe nach langem Probieren sogar eine Sonnenbrille gefunden, mit deren Tönung ich fast beschwerdefrei sein kann. Allerdings kann ich ja nicht den ganzen Tag mit einer dunklen Sonnenbrille rumlaufen...
Mir kommt es so vor, als sei die Ursache für die Beschwerden nur eine winzige(!) Unstimmigkeit zwischen beiden Augen, die das Gehirn aber wahnsinnig anstrengt. Und weil die Abweichung so minimal ist, wird sie von den Ärzten und Optikern nicht erkannt.
Bin gespannt, was du dazu sagst.
Grüße, Christian.