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Hallo liebe Community,
Ich bin 48 Jahre alt und nach 8 Jahren wurde es mal wieder Zeit für eine neue Brille.
Leider habe ich wieder das Problem, dass ich nur wirklich scharf sehe, wenn ich zentriert schaue. Die kleinste Abweichung zu den Rändern hin, wird das Sehen unscharf. Das ist extrem störend und beim Autofahren m.E. auch gefährlich.
Ich trage seit 30 Jahren eine Brille, immer Mineralgläser und da hatte ich das Problem nie. Vor 8 Jahren das erste Mal Kunstoffgläser ausprobiert und da ist dieses Problem das erstem Mal aufgetreten. Ich wolle wieder Mineralgläser, waren aber mit der integrierten Gleitsicht nicht verfügbar. Nun wieder das Problem mit dem unscharfen sehen zu den Rändern hin.
Ist das ein „typisches“ Problem bei Kunstoffgläsern?
Die Optikerin hatte das verneint. Da es bei mir aber immer nur bei Kunstoffgläsern auftritt, gehe ich davon aus.
In der alten Brille hatte ich folgende Gläser: ESN Einstärken Smile AS org 1,67 HS Mehrfach ET
Da hatte ich diesbezüglich nie Probleme.
In der neuen Brille mit Kunstoffgläsern folgende: ESN Einstärken Eyezen 1,1 Style Crizal Sapphire HR
Ich werde das reklamieren und wieder auf Mineralgläser bestehen, ich hatte meine Probleme von damals auch geschildert.
Wie ist eure Einschätzung dazu?
Mögliche Ursachen:
- der Brechnungsindex von 1.67 (was ist das denn bei den zweiten Gläsern? "1.1" gibt es nicht als Brechungsindex...)
- falsch zentrierte asphärische Gläser
Da müßte man jetzt mal die Brillen konkret bzgl. Glastyp, Brechungsindex, Zentrierung vergleichen (können)....
Wie lauten denn die Korrektionswerte (sph/cyl/Achse)?
Rate dreimal hintereinander richtig, und du wirst den Ruf eines Experten haben. (Laurence Johnston Peter (1919-90), amerik. Managementberater)
Bei den Werten macht ein Glas mit einer Brechzahl von 1.67 (Kunststoff) bzw. 1.7 (mineralisch) mit hoher Wahrscheinlichkeit Sinn (wegen der zu erwartenden Randdicken). Die Dicken wären bei beiden Materialien vergleichbar; die Abbildungsqualität bei dem mineralischen Glas ist aber besser (weniger Unschärfen durch Farbsäume im peripheren Bereich, da die sog. "Abbesche Zahl" höher ist).
Kunststoff mit n=1.6 wäre diesbezüglich dann wiederum noch besser als mineralisch mit n=1.7, allerdings etwas dicker.
Daher kann man auch mit Kunststoffgläsern eine bessere Abbildung hinbekommen, aber nicht, wenn man Material mit einer vergleichbaren Brechzahl verwenden möchte.
Rate dreimal hintereinander richtig, und du wirst den Ruf eines Experten haben. (Laurence Johnston Peter (1919-90), amerik. Managementberater)
Das bedeutet, wenn man eine hohe Brechzahl möchte, da sonst die Gläser zu dick werden, sind Mineralgläser besser, da dieser Unschärfeeffekt weniger stark vorhanden ist?
Ich habe das mit meiner alten Brille mit Mineralgläser getestet, bevor ich die neue Brille getragen habe. Dieser Unschärfe Effekt ist auch dort vorhanden, allerdings tritt dieser später auf. Im normalen Gebrauch ist davon nichts zu merken.
Was mir auch aufgefallen ist, dass ich in die Ferne mit dem rechten Auge schärfer sehe, in naher Distanz sehe ich schlechter und das linke Auge ist schärfer.
Ergo ist das alles nicht befriedigend. Ich habe Morgen nochmal einen Termin. Das es an der Gleitsicht liegt habe ich verneint, das funktioniert gut. Sie meinte es könnte an der Achse liegen!?
Ich hätte mich sofort für Mineralgläser entschieden, nur gab es diese in dieser Konstellation ( mit integrierter Gleitsicht ) leider nicht.
Machen asphärische Gläser Sinn?
Da soll ja dieser Unschärfeeffekt weniger bist gar nicht vorhanden sein?
In der neuen Brille mit Kunstoffgläsern folgende:
ESN Einstärken Eyezen 1,1 Style Crizal Sapphire HR
Das sind doch Einstärkengläser.?
Die Altersichtigkeit ist noch nicht so ausgeprägt, das ich ne " klassiche" Gleitsicht benötige
Oder bin ich da jetzt verkehrt?
Da ich die gleichen Probleme mit dem unscharfen sehen im Randbereich habe, wie damals mit den ersten Kunstoffgläser ohne Gleitsicht, gehe ich nicht davon aus, dass hier das Problem liegt....
Die Gläser die du hast sind Gläser mit einem Nahzusatz von 1.1 Dpt. Die Gläser sind von Essilor Eyezen Boost 1.1 glaub ich und werden als Einstärkengläser deklariert. Deshalb gibt es die Gläser auch nicht als Mineral.
Durch den Nahzusatz von 1.1 dpt entstehen Randunschärfen. Die bekommt man nicht weg. Das Glas ist strenggenommen ein Gleitsichtglas! Dein Problem hat nichts mit dem BrechungsIndex zu tun, so wie ich es vom weiten beurteilen kann.
Lösung wäre evtl. die Gläser tiefer zu zentrieren. Viele Optiker zentrieren leider zu hoch. Dadurch können probleme entstehen die du schilderst.
Lass die Korrektur zusätzlich nochmal checken.
Wenn du gar keine Randunschärfen haben willst musst du Gläser nehmen ohne einen Nahzusatz.
Viel Glück bei allem
Orhan hat geschrieben: ↑Dienstag 12. August 2025, 19:30
Durch den Nahzusatz von 1.1 dpt entstehen Randunschärfen. Die bekommt man nicht weg. Das Glas ist strenggenommen ein Gleitsichtglas! Dein Problem hat nichts mit dem BrechungsIndex zu tun, so wie ich es vom weiten beurteilen kann.
Wenn du gar keine Randunschärfen haben willst musst du Gläser nehmen ohne einen Nahzusatz.
Viel Glück bei allem
Vielen lieben Dank für dein Input!
Ich war jetzt nochmal bei meinem Optiker und habe auf die Gleitsicht verzichtet und bin wieder zurück zu dem Mineralglas.
Die Presbyopie ist noch nicht so stark ausgeprägt, dass ich diese enormen Einbußen beim sehen in Kauf nehme.
Hoffe das mit den neuen Gläsern alles passt. Die Frage war nur noch, ob man die Hornhautverkrümmung rausnimmt, dass war damals der Fall als ich diesen Problem hatte mit Kunstoffgläsern ohne Gleitsicht. Die haben wir beihalten, hoffe nicht das dies auch ein Faktor gewesen sein könnte....