Minimale Abweichung, maximale Einschränkung?

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Whity
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Minimale Abweichung, maximale Einschränkung?

Beitragvon Whity » Dienstag 22. November 2022, 13:46

Liebe Optiker, bitte entschuldigt meinen sehr langen Text, doch leider musste ich das wohl loswerden.
Meine Frage jedoch lautet, können die fehlenden -0,25 Unterschied in der Sphäre überhaupt das Problem sein, dass man bereits bei einem Abstand von 40-50cm etwas links und rechts von Zentrum des Blickpunktes nichts mehr erkennen kann? Das Arbeiten am PC war mir so absolut nicht möglich.
Das mir die -0,25 in der Ferne fehlen, das konnte ich selber durchaus feststellen.

Meine alte Brille bekam gar keine Zentrierung vorab. Sie wurde erst nachdem die Brille fertig war an mein Gesicht angepasst. Die Gläser meiner alten Brille sind, lt. der AB von dem Hersteller Seiko, ebenfalls 1,74.

Weiterhin würde ich gerne wissen:

- Kann eine Brillenglasmarke gänzlich nicht vertragen werden? (schmerzende stechende Augen)
- sind leicht zu einem geneigte Monitore ein Indiz für eine falsche Zentrierung?
- ist der Index von 1,74 ggf. am geringeren Sichtfeld schuld?

Ich habe das Ende mal an den Anfang gepackt, da der lange Text doch eine abschreckende Wirkung erzielt.
Falls jemand aber sich die Zeit nehmen mag, darf sich den Text gerne durchlesen.

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Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für die Freischaltung in diesem Forum, welche mir die Möglichkeit bietet mir Rat bei Ihnen einzuholen.

Meine bisherige Brille wurde bei einem Onlinehändler in Zusammenarbeit mit einem Partneroptiker erworben. Leider hat sie nun nach 7 Jahren die Beschichtung verloren, da ich sie gegen Ende hin der Einfachheit halber mit falschen Brillenputztüchern gereinigt habe. (Geeignet für Plastik, Brillengläser; nicht Plastik-Brillengläser… Schande auf mein Haupt!)

Der Sehtest lief damals über einen Partneroptiker, welcher mittlerweile kein Partner mehr ist, und meine Werte sahen wie folgt aus:

Rechts: Sphäre -6,25, Zylinder -0,50, Achse 9,00, PD 30,00
Links: Sphäre -5,75, Zylinder -0,75, Achse 140,00, PD 30,00


Ich bin vor einem Monat zu einem anderen Partneroptiker gegangen, um einen neuen Sehtest zu machen. Dieser Sehtest fiel exakt so aus und man teilte mir mit, dass ich eine geringfügige Verbesserung hätte. Diese fiel aber nicht so sehr ins Gewicht. Da ich dies nicht glauben konnte (stetige Verschlechterung meiner Augen), ging ich zu Ap***o und dort wurde dies nochmalig bestätigt. Durch meine bisherige Brille kann ich nach wie vor perfekt sehen, nur eben nicht an den Stellen wo die Beschichtung bröckelig ist.

Da ich mir nun Gläser von Zeiss gönnen wollte, ging ich zu F***Mann, womit mein Leid begann… Ein Sehtest wurde vollzogen mit folgendem Ergebnis:

Rechts: Sphäre -6,00, Zylinder -0,50, Achse 3,00, PD 30,50
Links: Sphäre -5,50, Zylinder -0,75, Achse 137,00, PD 30,50


Ich suchte mir im Anschluss ein Gestell aus, welches mir zur Anprobe geordert wurde. Im Laden gab es fast nur Brillen von der Kette selber. Als das Gestell ankam und ich sie grandios fand, wurde das Glas herausgesucht. Die Wahl fiel auf die Zeiss Gläser AX mit der DuraVision DriveSafe Beschichtung in 1,74.
Auf die Frage hin, ob die neuen Werte einen Mehrwert für mich haben, wurde dies deutlich bestärkt. Gut, ich bekam ja auch ab und zu Kopfschmerzen bei meiner bisherigen Brille, aber könnte ja durchaus auch einfach an der Beschichtung liegen.

Das Gestell wurde dann an mein Gesicht angespannt mit einer spektakulären Zentrierungsmethode. Ich stand am Fuße einer Treppe und die Dame drei Stufen über mir. Aufgrund der fehlenden Meter musste sie dies so tun. Ok, ich bin ja nicht vom Fach, was weiß ich schon. Die Dame stand leider, aufgrund der Treppen, nicht auf einer Höhe mit mir, sondern leicht über mir. Auf meine Frage hin, ob das die Zentrierung nicht verfälschen würde, lächelte sie dies charmant ab.

Die Brille kam zwei Wochen später an und siehe da, ich sehe nichts. :-) Ok, ich konnte schon sehen, aber nur, wenn ich den Kopf in den Nacken legte und unten durch-schaute. Sprich, die Zentrierung passte kein bisschen. Wurde im Anschluss so auch durch einen anderen Mitarbeiter bestätigt, welche über dieselben Werte wie ich verfügt. Da ich unten ebenfalls ein stark eingeschränktes Sichtfeld hatte, wurde vom Filialleiter noch ein Upgrade auf DX-Gläser bestärkt. Dies tat ich dann auch. Ein neuer Sehtest wurde ebenfalls wieder vollzogen mit folgendem Ergebnis:

Rechts: Sphäre -5,75, Zylinder -0,50, Achse 3,00, PD 30,50
Links: Sphäre -5,25, Zylinder -0,75, Achse 137,00, PD 30,50


Mit einer gebastelten Brille erschienen mir die Werte jedoch als nicht angenehm und die Werte zuvor wurden erneut genutzt.

Zwei Wochen später kam meine fertige Brille erneut an und ich saß freudig am letzten Tisch, umringt von lauter Kundschaft. Als ich die Brille aufzog sah alles größer aus, grandios! Doch leider kommt mir das Sehfeld erneut recht klein vor und die kleine Schrift der Verpackungen am Tresen (~ 5 Meter Entfernung) konnte ich nicht lesen. Mit meiner alten Brille kann ich dies jedoch! Ich müsse mich daran erstmal gewöhnen hieß es.

Zu Hause begann bereits ein erstes Gefühl von Gereiztheit meiner Augen welches jeden Tag etwas mehr wurde. Ab dem dritten Tag stachen meine Augen, mein Rechtes sogar sehr stark. Die Brille musste ich oftmals absetzen, kämpfte mich aber durch eine Woche durch, da ich mich ja eingewöhnen muss! Weiterhin fiel mir auf, dass wenn ich am PC arbeite, ich links + rechts Zahlen und Buchstaben nicht erkennen kann ohne meinen Kopf zu drehen. Mit der alten Brille ging das ohne Probleme. Ich rede hier auch nicht von dem Rand des Brillenglases, sondern es liegt eher in der Mitte des Glases. Ebenfalls fiel mir auf, als seien Monitore etwas zu mir geneigt. Es wirkt völlig falsch.

Ich ging also wieder zu der Kette um mein Problem zu schildern und ich wurde erneut vermessen. Der Sehtest erbrachte folgendes Ergebnis:

Rechts: Sphäre -6,25, Zylinder -0,50, Achse 3,00, PD 30,50
Links: Sphäre -5,75, Zylinder -0,75, Achse 137,00, PD 30,50


Die Mitarbeiterin hielt Rücksprache mit dem Filialleiter und teilte mir sein Ergebnis mit: Rücknahme der Brille.
Als ich dann fragte was wir danach machen, damit ich eine vernünftige Brille bekomme, zuckte sie lächelnd mit den Achseln. Der Filialleiter wollte ebenfalls nicht mit mir sprechen, da er zu viel zu tun habe. Ich solle mir speziell mit ihm einen Termin telefonisch geben lassen. Der Leiter stand wohlgemerkt hinter mir und zischte in dem Moment sehr flott ab. Ein Traum.

Vielen Dank.
Zuletzt geändert von Whity am Dienstag 22. November 2022, 17:05, insgesamt 4-mal geändert.

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Lutz
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Re: Minimale Abweichung, maximale Einschränkung?

Beitragvon Lutz » Dienstag 22. November 2022, 13:52

Whity hat geschrieben:können die fehlenden -0,25 Unterschied in der Sphäre überhaupt das Problem sein

Nein.

Whity
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Re: Minimale Abweichung, maximale Einschränkung?

Beitragvon Whity » Dienstag 22. November 2022, 14:25

Hallo Lutz,

vielen Dank für deine Antwort.

Dann liegt es demnach wohl nur an dem Glas selber? Ich verstehe noch immer nicht, wie bei einer ausgiebigen Zentrierung das Sichtfeld so derart eingeschränkt sein kann. Weiterhin erschließen sich mir die stechenden Schmerzen in den Augen auch nicht. Rein auf dem Papier müssten die Zeiss-Gläser ja perfekt sein...

Whity
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Re: Minimale Abweichung, maximale Einschränkung?

Beitragvon Whity » Mittwoch 23. November 2022, 10:46

Ich möchte jetzt nicht einen extra Thread aufmachen, deswegen stelle ich hier noch ein paar Fragen in der Hoffnung auf Beantwortung. :)
Durch das Durchlesen diverse Themen hier habe ich herauslesen können, dass DriveSafe von Zeiss nicht nur eine Beschichtung, sondern auch eine Optimierung des Glases sei. Kann dies dazu führen, dass man hier mehr verschwommen außerhalb des Zentrums der Zentrierung sieht?

Würde ein "normaler" Blaulichtfilter ebenfalls nachts beim Autofahren unterstützen? Hier wird ja ebenfalls das blaue Licht reduziert.
Ist bei Zeiss das BlueGuard Glas ebenfalls "optimiert" oder nur beschichtet?

Robin
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Re: Minimale Abweichung, maximale Einschränkung?

Beitragvon Robin » Mittwoch 23. November 2022, 12:51

Das DriveSafe ist zum einen nicht auf LED-Beleuchtung optimiert sondern auf Xenon und andere Scheinwerferarten. Außerdem wurde die nachts größere Pupillenöffnung berücksichtigt und die Armaturenentfernung ("armlänge") ist auch stärker berücksichtigt.

Ein normaler Blaufilter ist für LED ausgelegt, die Gleisichttechnik ist ansonsten "normal" ausgelegt.

Bei Zeiss ist der Blaufilter immer eine Kombination aus dem ohnehin erweiterem UV-Filter bis 420 nm (normal bei anderen Herstellern 400) bei allen Gläsern und eben zusätzlich die blaue Entspiegelung.

Whity
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Re: Minimale Abweichung, maximale Einschränkung?

Beitragvon Whity » Mittwoch 23. November 2022, 13:09

Robin hat geschrieben:Das DriveSafe ist zum einen nicht auf LED-Beleuchtung optimiert sondern auf Xenon und andere Scheinwerferarten. Außerdem wurde die nachts größere Pupillenöffnung berücksichtigt und die Armaturenentfernung ("armlänge") ist auch stärker berücksichtigt.

Ein normaler Blaufilter ist für LED ausgelegt, die Gleisichttechnik ist ansonsten "normal" ausgelegt.

Bei Zeiss ist der Blaufilter immer eine Kombination aus dem ohnehin erweiterem UV-Filter bis 420 nm (normal bei anderen Herstellern 400) bei allen Gläsern und eben zusätzlich die blaue Entspiegelung.


Hallo Robin, vielen Dank für deine Antworten.

Könnte eine größere Pupille am Tag dann ggf. zu Problemen beim Sehen führen durch DriveSafe führen?
Gleitsicht ist bei mir nicht nötig. :)

Super, dann ist BlueGuard von Zeiss nicht weiter optimiert wie DriveSafe.


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