Gleitischtbrille mit Prismen
Verfasst: Samstag 5. September 2026, 11:04
Erfahrungen mit Prismen und Gleitsichtbrille – Arbeitsplatzbrille oder PC-Brille?
Hallo zusammen,
ich (männlich, 55) würde mich über eure Erfahrungen und Einschätzungen zu meiner aktuellen Brillensituation freuen. Insbesondere geht es um die Frage, ob die prismatische Korrektur für mich sinnvoll ist und welche Brillenart für meine tägliche PC-Arbeit am besten geeignet wäre.
Ausgangssituation
Vor ca. 3 Jahren wurde bei mir eher zufällig ein Strabismus bzw. eine Augenstellungsabweichung festgestellt.
Bis dahin hatte ich im Alltag eigentlich keine relevanten Beschwerden:
Augenärztlicher Befund
Bis vor ca. 2 Wochen hatte ich:
Neue Gleitsichtbrille mit Prismen
Seit ca. 2 Wochen trage ich nun eine Gleitsichtbrille:
Rechts:
Sph. 0,00 / Cyl. −1,50 / Achse 168° / Add. +2,00 / Prisma 1,00 Δ @ 90°
Links:
Sph. −0,25 / Cyl. −1,75 / Achse 18° / Add. +2,00 / Prisma 1,25 Δ @ 270°
Gesamtprisma: 2,25 Δ
Visus beim anderen Optiker: 1,5 beidseits
Die prismatische Korrektur wurde mir unabhängig voneinander von zwei Optikern empfohlen. Als Ziel wurde vor allem eine Entlastung der Augen sowie eine Verbesserung des beidäugigen bzw. dreidimensionalen Sehens genannt.
Was mit der neuen Brille gut funktioniert
Die Fernsicht empfinde ich mit dem Prisma als sehr gut und angenehm.
Auch das 3D-Sehen empfinde ich subjektiv als deutlich besser als vorher.
Im normalen Alltag habe ich mit der Brille derzeit keine spontanen Doppelbilder.
Wo ich Probleme mit der Gleitsichtbrille habe
1. Blick nach unten
Das ist momentan mein grösstes Problem.
Wenn ich zu Hause im Stehen nach unten schaue, wird alles, was sich unmittelbar vor bzw. unter mir befindet, unscharf.
Beispiele:
2. Wandern / Bergaufgehen
Beim Wandern in den Bergen fällt das ebenfalls auf. Besonders beim Bergaufgehen ist der Bereich unmittelbar vor meinen Füssen unscharf.
Auch hier hilft eigentlich nur, den Kopf stark nach unten zu neigen.
Das empfinde ich beim Wandern als störend, da ich gerade dort den Bereich vor den Füssen eigentlich sehr gut sehen möchte.
3. Nahbereich / Esstisch
Am Tisch funktioniert die Brille grundsätzlich gut.
Bei Kopfbewegungen entsteht allerdings ein leichtes Gefühl von Wölbung bzw. Verzeichnung. Damit kann ich leben.
Das Essen am Tisch empfinde ich mit der Brille insgesamt als angenehm.
4. Lesen
Beim Lesen muss ich den Kopf relativ stark horizontal bewegen, um im scharfen Bereich der Gleitsichtzone zu bleiben.
5. Bildschirmarbeit
Hier sehe ich momentan das grösste Problem.
Ich bin Softwareentwickler und sitze normalerweise einen grossen Teil des Tages vor dem PC.
Mein Monitor ist ca. 80 cm breit und steht momentan etwa 67 cm entfernt.
Der horizontal nutzbare scharfe Bereich der Gleitsichtbrille ist für mich dabei sehr klein. Dadurch muss ich beim Arbeiten sehr häufig den Kopf bewegen.
Für längere PC-Arbeit empfinde ich das als nicht wirklich ergonomisch.
Auffälligkeit beim Absetzen der Brille
Julian
Eine weitere Sache ist mir aufgefallen:
Julian
Wenn ich die Prismengleitsichtbrille absetze, ist das Sehen zunächst deutlich unschärfer. Gleichzeitig treten unmittelbar Doppelbilder auf.
Diese halten einige Minuten an und verschwinden dann wieder.
Mit der Brille habe ich im normalen Alltag aktuell keine spontanen Doppelbilder.
Doppelbilder kann ich aber weiterhin bewusst provozieren.
Interessant ist auch die Art der Doppelbilder:
Ursprünglich wurde mir für PC-Arbeit und Lesen eine Arbeitsplatzbrille bis ca. 2 m empfohlen.
Da ich aber als Softwareentwickler den grössten Teil des Tages am PC verbringe, wurde diese Lösung später wieder verworfen.
Stattdessen soll ich nun eine Einstärkenbrille speziell für die PC-Arbeit bekommen – ebenfalls mit Prisma.
Der Bildschirm soll dafür näher gestellt werden, auf ca. 57 cm Abstand.
Das wurde beim Optiker ausprobiert und funktioniert dort grundsätzlich. Gleichzeitig soll damit auch das Lesen in ca. 47 cm Abstand möglich sein.
Falls Bücherlesen damit trotzdem nicht gut funktioniert, würde zusätzlich noch eine reine Lesebrille angefertigt werden – ebenfalls mit Prisma.
Meine Fragen
1. Sollte ich die Prismen überhaupt beibehalten?
Die Vorteile sind für mich durchaus spürbar:
Ist das eine normale Eingewöhnungserscheinung bei Prismen/Gleitsicht oder sollte man die Stärke bzw. Anordnung der Prismen nochmals überprüfen?
2. Einstärken-PC-Brille oder Arbeitsplatzbrille?
Ist für jemanden, der praktisch den ganzen Tag am PC arbeitet, tatsächlich eine reine Einstärken-PC-Brille sinnvoller als eine Arbeitsplatzbrille bis ca. 2 m?
Ich habe etwas Bedenken, dass ich mit der Einstärken-PC-Brille zwar am Monitor optimal sehe, dafür aber beim Aufstehen, beim Blick in den Raum oder bei Tätigkeiten am Tisch ständig zwischen den Bereichen wechseln muss.
3. Wäre eine Aufteilung auf zwei Brillen sinnvoller?
Ich frage mich deshalb, ob folgende Kombination nicht besser wäre:
Brille 1 – Alltag / Autofahren / zu Hause
Einstärkenbrille für die Ferne, ggf. ohne Prisma bzw. mit entsprechend angepasster prismatischer Korrektur.
Vorteil:
Keine Gleitsichtbereiche, keine Wölbung bei Kopfbewegungen und insbesondere auch ein scharfer Bereich beim Blick nach unten.
Brille 2 – PC / Lesen / Nah- und Zwischenbereich
Arbeitsplatzbrille bis ca. 2 m, ggf. mit Prisma.
Diese könnte ich dann für folgende Tätigkeiten verwenden:
Und vor allem: Wie würdet ihr mit der prismatischen Korrektur umgehen?
Vielen Dank schon einmal für eure Einschätzungen und Erfahrungen!
Grüsse
Peter
Hallo zusammen,
ich (männlich, 55) würde mich über eure Erfahrungen und Einschätzungen zu meiner aktuellen Brillensituation freuen. Insbesondere geht es um die Frage, ob die prismatische Korrektur für mich sinnvoll ist und welche Brillenart für meine tägliche PC-Arbeit am besten geeignet wäre.
Ausgangssituation
Vor ca. 3 Jahren wurde bei mir eher zufällig ein Strabismus bzw. eine Augenstellungsabweichung festgestellt.
Bis dahin hatte ich im Alltag eigentlich keine relevanten Beschwerden:
- keine regelmässigen Doppelbilder
- keine ausgeprägten Kopfschmerzen
- keine besondere Augenmüdigkeit
Augenärztlicher Befund
- Exo- und Hyperphorie links
- DD Strabismus sursoaddiktorius links
- DD kongenitale Trochlearisparese links
- DD prismassoziierte Exo- und Hyperphorie links
- Astigmatismus beidseits
- Presbyopie
Bis vor ca. 2 Wochen hatte ich:
- eine Einstärkebrille zum Autofahren
- eine Einstärkebrille für die Computerarbeit
Neue Gleitsichtbrille mit Prismen
Seit ca. 2 Wochen trage ich nun eine Gleitsichtbrille:
Rechts:
Sph. 0,00 / Cyl. −1,50 / Achse 168° / Add. +2,00 / Prisma 1,00 Δ @ 90°
Links:
Sph. −0,25 / Cyl. −1,75 / Achse 18° / Add. +2,00 / Prisma 1,25 Δ @ 270°
Gesamtprisma: 2,25 Δ
Visus beim anderen Optiker: 1,5 beidseits
Die prismatische Korrektur wurde mir unabhängig voneinander von zwei Optikern empfohlen. Als Ziel wurde vor allem eine Entlastung der Augen sowie eine Verbesserung des beidäugigen bzw. dreidimensionalen Sehens genannt.
Was mit der neuen Brille gut funktioniert
Die Fernsicht empfinde ich mit dem Prisma als sehr gut und angenehm.
Auch das 3D-Sehen empfinde ich subjektiv als deutlich besser als vorher.
Im normalen Alltag habe ich mit der Brille derzeit keine spontanen Doppelbilder.
Wo ich Probleme mit der Gleitsichtbrille habe
1. Blick nach unten
Das ist momentan mein grösstes Problem.
Wenn ich zu Hause im Stehen nach unten schaue, wird alles, was sich unmittelbar vor bzw. unter mir befindet, unscharf.
Beispiele:
- Geschirrspüler beladen
- Abwaschen
- Gegenstände aus Schubladen nehmen
- Dinge vom Boden aufheben
- allgemein Tätigkeiten, bei denen ich nach unten schauen muss
2. Wandern / Bergaufgehen
Beim Wandern in den Bergen fällt das ebenfalls auf. Besonders beim Bergaufgehen ist der Bereich unmittelbar vor meinen Füssen unscharf.
Auch hier hilft eigentlich nur, den Kopf stark nach unten zu neigen.
Das empfinde ich beim Wandern als störend, da ich gerade dort den Bereich vor den Füssen eigentlich sehr gut sehen möchte.
3. Nahbereich / Esstisch
Am Tisch funktioniert die Brille grundsätzlich gut.
Bei Kopfbewegungen entsteht allerdings ein leichtes Gefühl von Wölbung bzw. Verzeichnung. Damit kann ich leben.
Das Essen am Tisch empfinde ich mit der Brille insgesamt als angenehm.
4. Lesen
Beim Lesen muss ich den Kopf relativ stark horizontal bewegen, um im scharfen Bereich der Gleitsichtzone zu bleiben.
5. Bildschirmarbeit
Hier sehe ich momentan das grösste Problem.
Ich bin Softwareentwickler und sitze normalerweise einen grossen Teil des Tages vor dem PC.
Mein Monitor ist ca. 80 cm breit und steht momentan etwa 67 cm entfernt.
Der horizontal nutzbare scharfe Bereich der Gleitsichtbrille ist für mich dabei sehr klein. Dadurch muss ich beim Arbeiten sehr häufig den Kopf bewegen.
Für längere PC-Arbeit empfinde ich das als nicht wirklich ergonomisch.
Auffälligkeit beim Absetzen der Brille
Julian
Eine weitere Sache ist mir aufgefallen:
Julian
Wenn ich die Prismengleitsichtbrille absetze, ist das Sehen zunächst deutlich unschärfer. Gleichzeitig treten unmittelbar Doppelbilder auf.
Diese halten einige Minuten an und verschwinden dann wieder.
Mit der Brille habe ich im normalen Alltag aktuell keine spontanen Doppelbilder.
Doppelbilder kann ich aber weiterhin bewusst provozieren.
Interessant ist auch die Art der Doppelbilder:
- Früher waren die Bilder bei provozierten Doppelbildern sowohl horizontal als auch vertikal verschoben.
- Mit der Prismenkorrektur nehme ich momentan überwiegend eine horizontale Verschiebung wahr.
Ursprünglich wurde mir für PC-Arbeit und Lesen eine Arbeitsplatzbrille bis ca. 2 m empfohlen.
Da ich aber als Softwareentwickler den grössten Teil des Tages am PC verbringe, wurde diese Lösung später wieder verworfen.
Stattdessen soll ich nun eine Einstärkenbrille speziell für die PC-Arbeit bekommen – ebenfalls mit Prisma.
Der Bildschirm soll dafür näher gestellt werden, auf ca. 57 cm Abstand.
Das wurde beim Optiker ausprobiert und funktioniert dort grundsätzlich. Gleichzeitig soll damit auch das Lesen in ca. 47 cm Abstand möglich sein.
Falls Bücherlesen damit trotzdem nicht gut funktioniert, würde zusätzlich noch eine reine Lesebrille angefertigt werden – ebenfalls mit Prisma.
Meine Fragen
1. Sollte ich die Prismen überhaupt beibehalten?
Die Vorteile sind für mich durchaus spürbar:
- deutlich besseres subjektives 3D-Sehen
- angenehme Fernsicht
- aktuell keine spontanen Doppelbilder
Ist das eine normale Eingewöhnungserscheinung bei Prismen/Gleitsicht oder sollte man die Stärke bzw. Anordnung der Prismen nochmals überprüfen?
2. Einstärken-PC-Brille oder Arbeitsplatzbrille?
Ist für jemanden, der praktisch den ganzen Tag am PC arbeitet, tatsächlich eine reine Einstärken-PC-Brille sinnvoller als eine Arbeitsplatzbrille bis ca. 2 m?
Ich habe etwas Bedenken, dass ich mit der Einstärken-PC-Brille zwar am Monitor optimal sehe, dafür aber beim Aufstehen, beim Blick in den Raum oder bei Tätigkeiten am Tisch ständig zwischen den Bereichen wechseln muss.
3. Wäre eine Aufteilung auf zwei Brillen sinnvoller?
Ich frage mich deshalb, ob folgende Kombination nicht besser wäre:
Brille 1 – Alltag / Autofahren / zu Hause
Einstärkenbrille für die Ferne, ggf. ohne Prisma bzw. mit entsprechend angepasster prismatischer Korrektur.
Vorteil:
Keine Gleitsichtbereiche, keine Wölbung bei Kopfbewegungen und insbesondere auch ein scharfer Bereich beim Blick nach unten.
Brille 2 – PC / Lesen / Nah- und Zwischenbereich
Arbeitsplatzbrille bis ca. 2 m, ggf. mit Prisma.
Diese könnte ich dann für folgende Tätigkeiten verwenden:
- PC-Arbeit
- Lesen
- Arbeiten am Esstisch
- Kochen
- Basteln
- sonstige Tätigkeiten im Nah- und Zwischenbereich
Und vor allem: Wie würdet ihr mit der prismatischen Korrektur umgehen?
Vielen Dank schon einmal für eure Einschätzungen und Erfahrungen!
Grüsse
Peter