Merkwürdiger Ablauf bei Multifokal-Anpassung in den USA – Eure Einschätzung?

Haben Sie eine Frage an den Augenoptiker zu Ihrer Kontaktlinse. Stellen Sie hier Ihre Frage. (Hinweis: Wir haben hier keine Redaktion. Die Beantwortung Ihrer Fragen werden von Augenoptikern auf freiwilliger Basis durchgeführt. Es besteht kein Anspruch auf eine Beantwortung)
Antworten
W
Werniman
Beiträge: 12
Registriert: Dienstag 23. April 2019, 13:44

Merkwürdiger Ablauf bei Multifokal-Anpassung in den USA – Eure Einschätzung?

Beitrag von Werniman »

Hallo zusammen,

ich lebe derzeit in den USA und hatte vor Kurzem einen Termin bei einer örtlichen Optometristin (O.D.) zur Sehstärkenbestimmung. Mein klares Ziel für diesen Besuch war es, auf Multifokalkontaktlinsen umzusteigen, um im Alltag komplett ohne zusätzliche Sehhilfe auszukommen.

Nach den Messungen wurden mir für die Brille folgende Werte ausgehändigt (Spectacle Prescription Release):

OD (Rechts): SPH -5.75 | CYL -0.50 | AXIS 105 | ADD +2.00

OS (Links): SPH -1.25 | CYL -0.75 | AXIS 110 | Prism 1.0 BO | ADD +2.00

Zusätzlich gab es ein zweites Rezept für eine reine Lesebrille (RX Type: Reading Only mit SPH +2.00 und dem Prisma links), versehen mit dem Vermerk: "RX to wear with contacts for reading". Da ich auf dem linken Auge leicht schiele und das Prisma benötige, fällt eine einfache Lesebrille von der Stange für mich ohnehin flach.

Jetzt zu dem Punkt, der mich extrem irritiert:
Direkt nach der Messung vor einer Woche hatte man mir bereits zwei sphärische Testlinsen in meiner neuen Fernstärke mitgegeben. Als ich dann diesen Dienstag erneut in der Praxis war – im Glauben, jetzt endlich die bestellten Multifokallinsen zu testen –, drückte man mir wieder genau dieselben zwei losen Blister-Testlinsen (Acuvue Vita, reine Fernlinsen ohne jeglichen ADD-Wert) in die Hand.

Gesagt wurde dazu vor Ort gar nicht viel, aber der Vermerk auf dem Lesebrillen-Rezept ("to wear with contacts") lässt in Kombination mit den erneut ausgehändigten Fernlinsen genau darauf schließen: Ich soll wohl reine Fernlinsen tragen und mir für die Nähe die angefertigte Lesebrille drüberziehen.

Da ich für die Untersuchung $135 gezahlt habe und mein Anliegen von Anfang an eine brillefreie Lösung mittels Multifokallinsen war, kommt mir dieser Ablauf gelinde gesagt sehr merkwürdig vor. Es macht für mich überhaupt keinen Sinn, nach einer Woche Wartezeit stumm exakt dieselben sphärischen Probelinsen noch einmal ausgehändigt zu bekommen, anstatt mir echte Multifokal-Testmuster anzupassen.

Wie seht ihr das als Fachleute bzw. erfahrene Linsenträger? Ist diese Vorgehensweise bei einer angestrebten Multifokalanpassung in irgendeiner Weise fachlich begründbar oder ist da in der Praxis organisatorisch schiefgelaufen, was schiefgehen konnte?

Vielen Dank schon mal für eure Einschätzungen!
Antworten