14-jährige und Prismenkorrektur
Verfasst: Donnerstag 22. Januar 2026, 11:01
Hallo zusammen,
es geht um meine fast 15-jährige Tochter.
Seit einem Jahr leidet sie unter diffuser Erschöpfung, seit Anfang Juli auch unter starker Lichtempfindlichkeit, "anstrengendem" Sehen, Augenschmerzen, Augenbrennen, Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsprobleme.
Vor einigen Wochen kam dann noch flimmerndes Sehen und ein zeitweises Taubheitsgefühl der Arme und Hände hinzu. Seit Monaten ist sie nur eingeschränkt schulfähig - dabei war sie immer eine super Schülerin.
Von der Kardiologie über die Immunologie bis hin zu Neurologie und Orthopädie wurde im letzten Jahr alles fachärztlich abgeklärt. Auch in der Uniklinik waren wir im Sommer zwei Tage.
Dort wurde in der Augenklinik der Uniklinik auch die Augen untersucht (inkl. OCT) - ohne Ergebnis, es hieß eventuell leichte Kurzsichtigkeit, wir sollen uns beim niedergelassenen Augenarzt vorstellen. Dieser verneinte eine Kurzsichtigkeit ("tendenziell ist sie eher weitsichtig") und meinte in seinem Fachbereich sei alles abgeklärt, wir sollen zum Neurologen.
Die Neurologin ordnete eine VEP-Untersuchung der Augen, sowie ein MRT an (war Mitte Oktober), was glücklicherweise unauffällig war.
Auf Rat einer lieben Freundin stellten wir uns bei einem Optometristen vor, parallel dazu bei einer anderen Augenärztin zur Zweitmeinung - Ergebnis (bei beiden Terminen): leichte Weitsichtigkeit, Exophorie und ein Konvergenz- bzw. Akkomodationsproblem im Nahbereich.
Eine Messung nach MKH Ende Oktober ermittelte +0,25/+0,5 Dioptrien und 4 Prismendioptrien (im Nahbereich wurden sogar 10 Prismendioptrien gemessen, diese sollten aber nicht voll auskorrigiert werden), außerdem wurde uns Visualtraining empfohlen.
Zu dem Zeitpunkt war meine Tochter motorisch sehr unruhig (sie sagt, sie hat so versucht den Schwindel auszugleichen).
Die Augenärztin führte eine Gesichtsfeldmessung durch (unauffällig) und ermittelte unter Tropfen +0,75 Dioptrien. Sie empfahl in Rücksprache mit ihrer Sehschule das Ganze mit einer Überkorrektur (+1,0 Dioptrien) auszugleichen und dann zu schauen ob überhaupt Prismen nötig seien.
Mein Bauchgefühl tendierte schon im Oktober zum Ansatz des Optometristen (Messung gründlicher, kam mir schlüssiger vor), nachdem wir es uns mit der Augenärztin nicht verscherzen wollten haben wir aber trotzdem erst einmal eine Brille mit +1,0 Dioptrien machen lassen.
Die ersten Tage damit waren schwierig, meine Tochter hatte Probleme damit zu laufen, es fühlte sich alles abschüssig an, etc. - das gab sich aber dann.
Sie hat die Brille einige Wochen konsequent getragen, die ursprünglichen Beschwerden haben sich jedoch überhaupt nicht verbessert, daher haben wir den Versuch abgebrochen und nochmal einen Termin beim Optometristen gemacht.
Die Messung dort ergab nun Werte von +0,36 / + 0,63 und 1 Prismendioptrien (sie hatte da wirklich einen sehr guten Tag und kaum Beschwerden). Ein paar Tage später war es wieder sehr schlimm, wir waren nochmal zur Kontrolle - schlussendlich wurde die Brille mit +0,75 Dioptrien beidseits (Tropfwert) und 0,75 Prismendioptrien rechts, 1,0 Prismendioptrien links gefertigt.
Sie hatte daraufhin anfangs massive Anpassungsbeschwerden: "verschobenes" Bild, Buchstaben unterschiedlich nah, Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit.etc. Laut Aussage des Optikers sei das aber völlig normal, da ihr System so lange kompensieren musste, es für das Visualsystem Schwerstarbeit ist und die Umstellung dauert.
Nach 1-2 Wochen hat sie sich dann tatsächlich an die Prismenbrille gewöhnt, Lichtempfindlichkeit und Beschwerden waren kurzzeitig besser, kamen dann aber wieder zurück.
Kurz vor Weihnachten waren wir dann zur Anfangsmessung für das Visualtraining, diese ergab 3 Prismendioptrin in der Ferne, 10 in der Nähe.
Parallel dazu wurde nach 4 Wochen die Brille angepasst. Gemessen wurden 2,5 Prismendioptrien, die Exophorie gab aber erst bei 4,5 Prismen "Ruhe" (also ab dem Wert drehte das Auge beim Abdecktest nicht mehr ein). Seit letzten Samstag Abend trägt sie nun die neue Brille mit + 0,25 / + 0,5 Dioptrien, leichter Hornhautverkrümmung (0,25?) und 4,5 Prismendioptrien. Sie reagiert wieder mit starken Anpassungsbeschwerden - Schwindel, Übelkeit, verschobenes Sehen, Kopfschmerzen und starke Müdigkeit.
Visualtraining haben wir nun auch gestartet, stehen hier aber noch am Anfang.
Ich verzweifle langsam.
Ich hab hier ein Kind, das seit mehr als einem Jahr Beschwerden hat und seit 9 Monaten nur reduziert schulfähig ist. Abgesehen von sämtlicher ärztlicher Abklärung bekommt sie nun seit zwei Monaten Osteopathie und Physiotherapie (da sie auch starke Verspannungen im Schulter-/Nackenbereich hat).
Was vielleicht noch wichtig ist: Die Beschwerden begannen ca. sechs Wochen nach Einsetzen der festen Zahnspange. Kann es hier einen Zusammenhang geben? Der Kieferorthopäde meint nein.
Hatte irgendjemand schon einmal solch einen Fall?
Viele Grüße und danke an die, die es tatsächlich bis zum Ende geschafft haben!
es geht um meine fast 15-jährige Tochter.
Seit einem Jahr leidet sie unter diffuser Erschöpfung, seit Anfang Juli auch unter starker Lichtempfindlichkeit, "anstrengendem" Sehen, Augenschmerzen, Augenbrennen, Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsprobleme.
Vor einigen Wochen kam dann noch flimmerndes Sehen und ein zeitweises Taubheitsgefühl der Arme und Hände hinzu. Seit Monaten ist sie nur eingeschränkt schulfähig - dabei war sie immer eine super Schülerin.
Von der Kardiologie über die Immunologie bis hin zu Neurologie und Orthopädie wurde im letzten Jahr alles fachärztlich abgeklärt. Auch in der Uniklinik waren wir im Sommer zwei Tage.
Dort wurde in der Augenklinik der Uniklinik auch die Augen untersucht (inkl. OCT) - ohne Ergebnis, es hieß eventuell leichte Kurzsichtigkeit, wir sollen uns beim niedergelassenen Augenarzt vorstellen. Dieser verneinte eine Kurzsichtigkeit ("tendenziell ist sie eher weitsichtig") und meinte in seinem Fachbereich sei alles abgeklärt, wir sollen zum Neurologen.
Die Neurologin ordnete eine VEP-Untersuchung der Augen, sowie ein MRT an (war Mitte Oktober), was glücklicherweise unauffällig war.
Auf Rat einer lieben Freundin stellten wir uns bei einem Optometristen vor, parallel dazu bei einer anderen Augenärztin zur Zweitmeinung - Ergebnis (bei beiden Terminen): leichte Weitsichtigkeit, Exophorie und ein Konvergenz- bzw. Akkomodationsproblem im Nahbereich.
Eine Messung nach MKH Ende Oktober ermittelte +0,25/+0,5 Dioptrien und 4 Prismendioptrien (im Nahbereich wurden sogar 10 Prismendioptrien gemessen, diese sollten aber nicht voll auskorrigiert werden), außerdem wurde uns Visualtraining empfohlen.
Zu dem Zeitpunkt war meine Tochter motorisch sehr unruhig (sie sagt, sie hat so versucht den Schwindel auszugleichen).
Die Augenärztin führte eine Gesichtsfeldmessung durch (unauffällig) und ermittelte unter Tropfen +0,75 Dioptrien. Sie empfahl in Rücksprache mit ihrer Sehschule das Ganze mit einer Überkorrektur (+1,0 Dioptrien) auszugleichen und dann zu schauen ob überhaupt Prismen nötig seien.
Mein Bauchgefühl tendierte schon im Oktober zum Ansatz des Optometristen (Messung gründlicher, kam mir schlüssiger vor), nachdem wir es uns mit der Augenärztin nicht verscherzen wollten haben wir aber trotzdem erst einmal eine Brille mit +1,0 Dioptrien machen lassen.
Die ersten Tage damit waren schwierig, meine Tochter hatte Probleme damit zu laufen, es fühlte sich alles abschüssig an, etc. - das gab sich aber dann.
Sie hat die Brille einige Wochen konsequent getragen, die ursprünglichen Beschwerden haben sich jedoch überhaupt nicht verbessert, daher haben wir den Versuch abgebrochen und nochmal einen Termin beim Optometristen gemacht.
Die Messung dort ergab nun Werte von +0,36 / + 0,63 und 1 Prismendioptrien (sie hatte da wirklich einen sehr guten Tag und kaum Beschwerden). Ein paar Tage später war es wieder sehr schlimm, wir waren nochmal zur Kontrolle - schlussendlich wurde die Brille mit +0,75 Dioptrien beidseits (Tropfwert) und 0,75 Prismendioptrien rechts, 1,0 Prismendioptrien links gefertigt.
Sie hatte daraufhin anfangs massive Anpassungsbeschwerden: "verschobenes" Bild, Buchstaben unterschiedlich nah, Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit.etc. Laut Aussage des Optikers sei das aber völlig normal, da ihr System so lange kompensieren musste, es für das Visualsystem Schwerstarbeit ist und die Umstellung dauert.
Nach 1-2 Wochen hat sie sich dann tatsächlich an die Prismenbrille gewöhnt, Lichtempfindlichkeit und Beschwerden waren kurzzeitig besser, kamen dann aber wieder zurück.
Kurz vor Weihnachten waren wir dann zur Anfangsmessung für das Visualtraining, diese ergab 3 Prismendioptrin in der Ferne, 10 in der Nähe.
Parallel dazu wurde nach 4 Wochen die Brille angepasst. Gemessen wurden 2,5 Prismendioptrien, die Exophorie gab aber erst bei 4,5 Prismen "Ruhe" (also ab dem Wert drehte das Auge beim Abdecktest nicht mehr ein). Seit letzten Samstag Abend trägt sie nun die neue Brille mit + 0,25 / + 0,5 Dioptrien, leichter Hornhautverkrümmung (0,25?) und 4,5 Prismendioptrien. Sie reagiert wieder mit starken Anpassungsbeschwerden - Schwindel, Übelkeit, verschobenes Sehen, Kopfschmerzen und starke Müdigkeit.
Visualtraining haben wir nun auch gestartet, stehen hier aber noch am Anfang.
Ich verzweifle langsam.
Ich hab hier ein Kind, das seit mehr als einem Jahr Beschwerden hat und seit 9 Monaten nur reduziert schulfähig ist. Abgesehen von sämtlicher ärztlicher Abklärung bekommt sie nun seit zwei Monaten Osteopathie und Physiotherapie (da sie auch starke Verspannungen im Schulter-/Nackenbereich hat).
Was vielleicht noch wichtig ist: Die Beschwerden begannen ca. sechs Wochen nach Einsetzen der festen Zahnspange. Kann es hier einen Zusammenhang geben? Der Kieferorthopäde meint nein.
Hatte irgendjemand schon einmal solch einen Fall?
Viele Grüße und danke an die, die es tatsächlich bis zum Ende geschafft haben!