Erfahrungen und Fragen zu Zeiss ClearView (Gelbstich bei 1,67) und der Alternative Polycarbonat bei Fielmann

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Fischauge09
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Erfahrungen und Fragen zu Zeiss ClearView (Gelbstich bei 1,67) und der Alternative Polycarbonat bei Fielmann

Beitrag von Fischauge09 »

Hallo zusammen,

ich war vor knapp zwei Wochen bei F* und habe mir eine Brille ausgesucht. Zusätzlich wurde ein Sehtest gemacht:

R: -3,25 dpt -0,50 dpt 50°
L: -3,25 dpt -2,50 dpt 5°

Ich habe Zeiss ClearView Gläser ausgewählt, und im Glas ist „CV67“ eingraviert. Vermutlich handelt es sich um 1,67er Gläser.

Nun habe ich einen Gelbstich festgestellt: Im Badezimmer wirkten die Fliesen bei Tageslicht leicht vergilbt und ein weißes Blatt Papier ebenfalls. Das hat mich extrem gestört.

Gestern war ich erneut in der Filiale und habe das Ganze bemängelt, da ich schon beim Erstgespräch ausdrücklich gesagt hatte, dass ich keinerlei Blaulichtfilter möchte. Dieser wurde laut Abholschein auch nicht verbaut, da dort „FBL“ für „Farblos“ steht.

Durch eigene Recherche habe ich nun erfahren, dass der Gelbstich durch den hohen Brechungsindex kommen kann, der bei 1,67er Gläsern wohl bekannt ist.

Die stellvertretende Filialleiterin sagte mir gestern dazu, dass die Industrie dieses Problem seit ungefähr drei Jahren nicht beheben kann. Diese Aussage fand ich schon etwas merkwürdig. Auf meine Frage, welches Glas ich nehmen müsste, um das Problem zu umgehen, empfahl sie mir Polycarbonat-Gläser, bei denen dieser Gelbstich nicht auftreten soll.

Sie fragte mich, von welchem Hersteller die Polycarbonat-Gläser sein sollen, und ich habe mich wieder für Zeiss entschieden. Sie hat mir allerdings kein Glasmodell gezeigt und auch keinen Glaskatalog oder ein Datenblatt vorgelegt.

Da die alte Fassung ohnehin nicht optimal saß, haben wir auch gleich ein neues Gestell ausgesucht. Es handelt sich um dieses Modell:

Link gelöscht

Jetzt habe ich allerdings im Internet gelesen, dass die Randschärfe bei Polycarbonat nicht besonders gut sein soll. Mir ist es jedoch enorm wichtig, dass ich beim Lesen, beim Autofahren (um das Tacho scharf zu sehen, ohne den Kopf senken zu müssen) oder am PC-Bildschirm keine Unschärfen am Rand habe. Das hat mir die Beraterin leider verschwiegen. Eine bestmögliche Randschärfe ist mir extrem wichtig, und bei dem vorherigen Glas war diese auch wirklich gut.

Nun meine Frage: Hätte man das Problem mit dem Gelbstich auch einfach mit den Zeiss ClearView Gläsern in der 1,6er Variante beheben können?
Und ist die Schärfe, Kontrast usw. bei einem 1.6er Glas besser gegenüber 1,67(vor allem um Straßenschilder in größerer Entfernung besser lesen zu können)?
Ich habe irgendwo gelesen, dass das tatsächlich etwas besser sein soll, vor allem in der Dämmerung und Nacht.

Kurz zu mir: Ich schaue nachts gerne in den Sternenhimmel und nutze ein Dobson-Teleskop sowie ein 10x50 Fernglas. Mir ist wichtig, das ich die unterschiedlichen Spektral Klassen der Sterne unterscheiden kann und nicht jeder Stern die gleichen Farben haben.

Ich hoffe, ihr könnt mir diesbezüglich ein paar Tipps geben, die ich mir merken kann, damit ich bei F* bei meinem nächsten Besuch etwas Konkretes in der Hand habe. Oder einfach nur um mein Wissen zu erweitern wenn ich künftig zu einem richtigen Optiker gehen werde.

Ach bevor ich es vergesse: wären auch Mineralgläser geeignet? Denn diese sollen ja absolut perfekt sein bzgl. Randschärfe und Fadenneutralität, oder? Ich habe allerdings nur ein Auge mit dem ich mit der Brille gut sehen kann und das ist das rechte.

Vorab vielen Dank für eure Hilfe!

(Mod.: Firmenname + Link gelöscht, da dies zum Sehproblem irrelevant ist)
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Lutz
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Re: Erfahrungen und Fragen zu Zeiss ClearView (Gelbstich bei 1,67) und der Alternative Polycarbonat bei Fielmann

Beitrag von Lutz »

Gläser mit Index 1.6 oder höher sowie Polycarbonat als auch Trivex (oder, anders ausgedrückt: alle Kunststoff-Materialien außer Index 1.5) haben automatisch einen UV-Filter quasi materialbedingt mit eingebaut.

Wenn Tageslicht auf weiße Flächen fällt (Tapete, Fliesen, Papier, T-Shirt), trägt die Fluoreszenz, die das im Tageslicht vorhandene UV-Licht in dem jeweiligen Material hervorruft, dazu bei, daß das Material besonders "weiß" aussieht. Das ist besonders gut zu sehen bei irgendwelchen "Schwarzlicht-Events": Da ist dann (fast) nur UV-Licht vorhanden, und weiße Materialien strahlen extrem hell.

Das bedeutet: Würde man aus dem Tageslicht den UV-Anteil entfernen, wären die weißen Materialien etwas "weniger weiß". Und genau das tut das Brillenglas: es filtert UV-Licht heraus, und der "Schatten" des Brillenglases auf dem weißen Material erscheint im Vergleich zu der umliegenden Fläche, auf die noch UV-Licht trifft, gelblicher.

Der Gelbstich tritt nicht auf, wenn anstelle von Tageslicht z.B. Glühlampenlicht verwendet wird, oder wenn Du selbst durch das Brillenglas auf eine von Sonne beschienene weiße Fläche schaust.

Mit anderen Worten: Du selber siehst beim Durschauen keine Gelbstich, und ein Umstieg auf andere Brillengläser macht auch keinen Sinn, da der Effekt eigentlich niemanden bei irgendwas stört.

Allerdings hat 1.67-Material die geringste Abbesche Zahl und damit die stärksten Farbsäume, wenn man nicht zentral durch das Brillenglas schaut.

Allerdings: Wenn Du tatsächlich beim Durchschauen eine Gelbstich bemerkst, kenne ich sowas nur von gealterten 1.67er Gläsern. Und ob Zeiss da irgendwas besonderes tut, was sie nicht in den Griff bekommen, weiß ich leider nicht...

Und Polycarbonat gibt es bei Zeiss meines Wissens überhaupt nicht.
Rate dreimal hintereinander richtig, und du wirst den Ruf eines Experten haben.
(Laurence Johnston Peter (1919-90), amerik. Managementberater)
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