20 Jahre nach der grauer Star-OP kommen die Probleme... Habt ihr Tipps?

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Johnny83
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20 Jahre nach der grauer Star-OP kommen die Probleme... Habt ihr Tipps?

Beitragvon Johnny83 » Dienstag 6. April 2021, 16:34

Hallo zusammen,

ich bekomme leider zusehends Probleme mit meinen Brillen und dem Sehen generell und wäre da über jegliche Tipps dankbar. Zugegebenermaßen vermische ich hier gleich mehrere Themen/Probleme/Fragen miteinander, wollte jetzt aber auch nicht x-Threads hier neu eröffnen und alle hier mit meiner Geschichte nerven.

Also, in aller Kürze zu mir selbst: ich bin 38 Jahre alt und bin mit einem angeborenen grauen Star auf die Welt gekommen. Das war - gelinde gesagt - sehr, sehr unschön, aber ich hatte das große Glück, dass in meinem linken Auge eine klare Stelle war, die ich bei sehr dunklen Lichtverhältnissen gut zum Lesen etc. nutzen konnte. Bei Sonnenschein wars echt ne Katastrophe, bin auch mal mit dem Fahrrad im hellichten Tag gegen nen Pfeiler gefahren etc., also großartig. Jedenfalls wurde ich dann mit 14 Jahren, 1998, beidseitig operiert (damals noch mit 2xVollnarkose) und ta-da, die Welt war von heute auf morgen großartig und seitdem lief knapp 20 Jahre alles sehr, sehr gut für mich und meine Augen. Seit damals trage ich Gleitsichtgläser und hatte da bis vor wenigen Jahren auch nie Probleme mit, weder in der Schulzeit, noch in der dann sehr PC/Laptop-lastigen Studien und Arbeitszeit.

Wahrscheinlich war die Verschlechterung von der ich hier jetzt berichte, ein schleichender Prozess, aber ich würde mal denken bis ca. 2017/18 war alles gut. Ich verbringe beruflich bestimmt 80% meiner Arbeitszeit vor dem PC und hatte bis dahin immer nur meine normale Gleitsichtbrille, und damit nie ein großes Thema. Egal ob vor dem Laptop oder auch ein paar Jahre lang vor großen 27" Bildschirmen, alles schön, alles gut.

Jetzt tue ich mich aber so langsam immer schwerer. Die Probleme sind:

1. Bei längerer Bildschirmarbeit Augenbelastungsschmerzen rechtsseitig, gerne auch mal Kopfschmerzen. Um dem entgegenzuwirken mache ich viele Pausen, gehe tagsüber auch raus, arbeite mit Blaufilter (sowohl in Brille als auch Softwareseitig) und niedriger Helligkeit am Bildschirm. Höhere Helligkeit blendet mich. Mittlerweile habe ich meine 27" Bildschirme abgeschafft und arbeite derzeit nur noch am Laptop.

2. Mit normaler Gleitsichtbrille leichte Schwindelgefühle bei schnelleren Bewegungen, insbesondere beim Autofahren (habe deshalb die Addition von 1,75 auf 1,25 jetzt runtergefahren bei letzter Brille, was mir auch gefühlt gut tat, finde die Einschränkung beim normalen Lesen überschaubar, für Beipackzettel etc. habe ich meine alte Brille noch hier rumfliegen).

3. Schon bei leichter Entspannung hat das rechte (früher wenig genutzte) Auge keine Lust in die richtige Richtung mitzugucken und leichtes Doppeltsehen ist die Folge. Habe deswegen Termin in Sehschule gemacht und hoffe das mit Augenmuskelübungen wieder in den Griff zu bekommen.

4. Lässt sich sehr schwer beschreiben: Ich habe das Gefühl, dass alles um mich herum ständig in Bewegung ist. D.h. selbst wenn ich im Bett liege und gucke auf die Steckdose vor meinem Bett, habe ich das Gefühl, dass sich alles irgendwie... unstet verhält? Es ist leider ganz schwer zu greifen für mich. Der gleiche Effekt macht mir auch den Sehtest beim Optiker sehr schwer die Sehstärke genau zu bestimmen, weil die Buchstaben einfach nicht so 100% richtig auf der Stelle stehen bleiben wollen. Das Ganze ist aber wirklich ein leichter Effekt, der mir nur auffällt, wenn ich in Ruhe bin. Nicht, dass ihr denkt ich sehe hier nichts mehr. Ich frage mich allerdings schon, ob das nicht irgendein Warnsignal für irgendwas ist. Leider kann ich es nicht besser beschreiben, hat irgendjemand von euch irgendeine Idee was das sein könnte?

Meine Fragen an euch wären:

Zu 1.: Da ich 2015 mal eine Bildschirmarbeitsplatzbrille ausprobiert habe, die eine gefühlte (Schwindel-)Vollkatastrophe war, überlege ich mir für die PC Arbeit eine Einstärkenbrille anzuschaffen und dann wieder von 14" Laptop auf 27" Bildschirm umzuschenken. Ist das sinnvoll? Alternativ könnte ich auch nochmal eine Bildschirmarbeitsplatzbrille ausprobieren mit anderen Werten... Die Notwendigkeit von der Bildschirmarbeit "mal eben" den Kollegen anschauen zu müssen, habe ich nicht. Es handelt sich dann eher um Bildschirmarbeit "am Stück".

Zu 3.: Termin Sehschule ist Anfang Mai. Habt ihr bis dahin eine Buchempfehlung oder sonstiges, was ich da mal antesten könnte/sollte?

Zu 4.: Irgendeine Idee, was das sein könnte?

Bonusfrage 1: habt ihr sonst irgendwelche Tipps, was ich in meiner Situation machen könnte oder mal recherchieren sollte, um mein Sehen langfristig zu bewahren? Laut Augenarzt ist rein vom Auge selbst her wohl alles in Ordnung. Das Doppeltsehen hatte ich noch nie mit ihm addressiert, hole ich jetzt im Mai nach.

Bonusfrage 2: Habe meine Brillenwerte unten eben mal abgetippt, sind die aktuellen Werte irgendwie komisch? Achse vertauscht? Oder verstehe ich einfach nur viel zu wenig um das korrekt einordnen zu können?

Meine aktuellen Brillenwerte (Ende 2019) sind laut Fielmann:

R G -2,75 +2,00 55° Add 1,25
L G -1,50 +2,00 155° Add 1,25

Zum Vergleich Werte 2016:

R G -0,75 -2,00 145° Add 1,75
R G +0,50 -2,00 65° Add 1,75

Und nochmal zum Vergleich Werte aus 2011:

R G +0,00 -2,25 160° Add 2,0
R G +0,50 -1,50 50° Add 2,0

Vielen Dank schonmal an alle! Jeder noch so kleine Hinweis hilft.

PS: ich habe meine Brille aus 2016 auch noch hier und habe die jetzt spaßeshalber mal 3 Tage getragen. Das ging grundsätzlich gut, Autofahren wieder mit Schwindel (vermute die höhere Addition, ob das wirklich so sein kann, wisst ihr vielleicht besser). Lesen natürlich klarer. Aber dafür nach 2 Tagen wieder stechender Augenschmerz rechts.

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Re: 20 Jahre nach der grauer Star-OP kommen die Probleme... Habt ihr Tipps?

Beitragvon Karoshi » Dienstag 6. April 2021, 18:27

Hallo

1: Einstärkenbrille am Bildschirm ist bestimmt gut. Du kommst mit Addition 1,25 im Alltag gut zurecht (wie du bei 2. schreibst), dann wird das auch am Bildschirm klappen

3: fällt mir nix ein

4. manche Meschen können in Ruhe ihren "Puls sehen". Gelingt mir auch ab und zu. Ist so ein bisschen wie
Bild

B1: Amslertest regelmäßig ist immer eine gute Vorsorge

B2: Werte `16 und `19 sind gleich, ist nur eine andere Schreibweise.
Des Menschen Leben gleicht der Brille. Man macht viel durch. -- Heinz Erhardt
staatl. gepr. Augenoptiker und Augenoptikermeister FFA München 2011


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