Nur eine Frage der Eingewöhnung?

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Gerrit
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Nur eine Frage der Eingewöhnung?

Beitragvon Gerrit » Mittwoch 20. November 2019, 08:49

Hallo zusammen,

mit großem Interesse habe ich die Beiträge in diesem Forum verfolgt und schätze es sehr, dass sich hier auch Optiker zu Wort melden.

Seit zwei Wochen bin auch ich (31 Jahre) Brillenträger. Wie kam es dazu? Da mein rechtes Auge immer Mal wieder von Gerstenkörnern und Hagelkörnern betroffen ist und andere Ursachen (u.a. Diabetes) ausgeschlossen sind, merkte mein Augenarzt an, dass dies auch von einer Überanstrengung des Auges durch einen bislang nicht korrigierten Sehfehler kommen könne. Grundsätzlich fühle ich mich bei meinem Augenarztes wirklich gut aufgehoben.
Er führte sowohl eine objektive und subjektive Refraktionsbestimmung durch und nahm sich hierfür auch wirklich Zeit (ich bin Privatpatient; natürlich sollte das auch bei Kassenpatienten so sein).

Ein paar Tage später ging ich mit seinem Brillenrezept zu einem inhabergeführten Optiker vor Ort, der bereits viele Jahre ansässig ist. Ein schickes Brillengestell war Recht schnell gefunden. Als Gläser empfahl man mir, die beste Qualität zu wahlen: Zeiss Einstärken AS Duravision Platinum UV.

Hier meine Werte aus dem Brillenpass, die so auch auf dem Rezept des Arztes ausgewiesen sind (da aber in Minuszylinder-Schreibweise):
Rechts: Sph 0.00 / Cyl +0.50 / Achse 170
Links: Sph 0.00 / Cyl +0.25 / Achse 15

Zudem steht auf dem Brillenpass: asphärisch, UV Schutz, leicht und dünn, kratzbeständig, klare Sicht.

Beim ersten Aufsetzen der Brille war der Eeheindruck ziemlich "ungewohnt". Am ersten Abend löste bereits kurzes Tragen Schwindel und Übelkeit hervor. Das hat sich dann aber gelegt. Bis heute etwas ungewohnt ist es für mich, dass durch die Brille alles vergrößert ist. Da muss sich das Gehirn wohl noch dran gewöhnen?! Ich vergleiche es gern mit einem Blick durch die Lupe. Besonders stört mich aber, dass durch die Brille irgendwie alles etwas dunkler wirkt. Als hätte ich einen "Filter" vor Augen. Farben wirken weniger natürlich. Anfangs dachte ich, ich müsse die Brillengläser besser putzen. Aber daran liegt es nicht. Mitunter wirkt die Umgebung für mich etwas unwirklich. Zudem fühlen sich meine Augen im Laufe des Tages zunehmend angestrengt - mit leichten Kopfschmerzen oberhalb der Augen, sehr lokal begrenzt. Das kannte ich so nicht. Dabei kann ich nicht mal sagen, dass ich unscharf sehe mit der Brille.

Ist das alles nur eine Sache der Eingewöhnung? Oder liegen hier andere Probleme vor? Lässt sich dies aus der Entfernung sagen? In zwei Wochen bin ich ohnehin wieder bei meinem Augenarzt. Kann er bei der Aufklärung behilflich sein?

Vielen Dank für Ihre/Eure Mühe.

Gruß,
Gerrit

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Saibaba
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Re: Nur eine Frage der Eingewöhnung?

Beitragvon Saibaba » Mittwoch 20. November 2019, 15:42

Hallo Gerrit,
deine Gläser korrigieren einen Astigmatismus, (Hornhautverkrümmung). Dabei kommt es oft zu Eingewöhnungsproblemen. Die sollten aber, bei intensivem Tragen, nach ca. 2 Wochen verschwunden sein. Wenn nicht, sollte nochmal eine Sehstärkenmessung durchgeführt werden.
Was hier eventuell erschwerend hinzukommt, ist der Einsatz von asphärischen Gläsern, die nicht von jedem Brillenträger angenommen werden. Warum dein Optiker diese Gläser, bei dieser geringen Stärke, eingearbeitet hat, erschließt sich mir nicht wirklich.
Also zurück zum Optikus, sagen was nicht funktioniert und der Kollege sollte in der Lage sein, eine Lösung zu finden.

Gerrit
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Re: Nur eine Frage der Eingewöhnung?

Beitragvon Gerrit » Donnerstag 21. November 2019, 09:05

Hallo zusammen,

zunächst vielen Dank an dich, Saibaba. Das sind schonmal interessante Hinweise. Über die asphärischen Gläser bin ich auch verwundert bei meinem gering ausgesprägten Sehfehler. Bei der Beratung wurde ich nicht über Unterschiede zwischen spärischen und asphärisxhen Gläsern aufgeklärt.
Können meine Probleme auch an einer fehlerhaften Zentrierung liegen? Es wurde einmal ein Messgerät ähnlich eines Lineas oberhalb der Augen angelegt. Da wurde vermutlich die PD gemessen?! Die Höhe wurde, soweit ich das Einschätzen kann, nicht gemessen.

So kann ich meine Brille nicht dauerhaft tragen. Es ist eher eine Erleichterung, sie nachmittags oder abends Mal abzusetzen.

Ich hoffe nur, dass der Optiker sich hier kulant zeigt. Mitsamt der Gläser habe ich nicht wenig Geld dafür bezahlt. Und es sollte doch im Interesse des Optikers sein, mich als Kunden zu behalten.

Gruß,
Gerrit

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Eberhard Luckas
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Re: Nur eine Frage der Eingewöhnung?

Beitragvon Eberhard Luckas » Donnerstag 21. November 2019, 10:59

Moin,
wenn bei asphärischen Gläsern keine Höhenzentrierung vorgenommen wird, ist das Ergebnis sehr mangelhaft.
Viele Grüße
Eberhard
Augenoptikermeister

deephorst
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Re: Nur eine Frage der Eingewöhnung?

Beitragvon deephorst » Sonntag 24. November 2019, 21:41

Gerrit hat geschrieben: Besonders stört mich aber, dass durch die Brille irgendwie alles etwas dunkler wirkt. Als hätte ich einen "Filter" vor Augen. Farben wirken weniger natürlich. Anfangs dachte ich, ich müsse die Brillengläser besser putzen. Aber daran liegt es nicht.

Weiss nicht was Zeiss da macht mit UV, aber die mir bekannten Gläser mit UV/BlauFilter (im Material) haben dadurch schon so ne leichte Tönung.
Jedenfalls, wenn Dich das stört und Du das eigentlich gar nicht wusstest noch wolltest beim Bestellen, solltest Du das dort ansprechen.
wir australier sind die coolsten (ricola)

Gerrit
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Re: Nur eine Frage der Eingewöhnung?

Beitragvon Gerrit » Sonntag 1. Dezember 2019, 02:32

Hallo zusammen,

zunächst einmal vielen Dank für eure Antworten, die für mich ganz aufschlussreich sind.

Mein Augenarzt wunderte sich übrigens auch darüber, dass bei meiner geringen Sehschwäche asphärische Gläser zum Einsatz kommen. Der Augenoptiker meinte nun aber, dass er in 80 Prozent der Fälle asphärische Gläser einsetzt und diese für gewöhnlich keine Schwierigkeiten machen würden. Diese Gläser seien nicht zuletzt bruchsicherer. Ein Gelb-/Braunstich sei bei Kunststoffgläsern normal und bei meiner Brille nur gering ausgeprägt. Warum sehe ich durch die Brille aber die Umgebung dunkler als ohne Brille? Das wundert mich sehr. Die leichten Verzerrungen beim Umherschauen schob man darauf, dass die Brille "sehr gerade" stehe. Es wurden zwei Mal kurz Anpassungen an den Nasenplättchen vorgenommen, jeweils ohne Verbesserung der Verzerrungen.

Die Brille wird nun zu Zeiss eingeschickt. Zeiss soll die Brillengläser überprüfen. Was aber, wenn Zeiss rückmeldet, dass die Gläser "in Ordnung" sind? Wie soll ich dann darauf pochen, dass dem Gelb-/Braunstich bzw. der dunklen Sicht weiter nachgegangen wird?

Über Tipps, wie ich mich jetzt am besten verhalte, würde ich mich freuen.

Viele Grüße und einen schönen ersten Advent,
Gerrit

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Eberhard Luckas
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Re: Nur eine Frage der Eingewöhnung?

Beitragvon Eberhard Luckas » Montag 2. Dezember 2019, 09:44

Moin,
bestellt wurden Gläser mit UV-Schutz, gemeint war vielleicht Blaulichtschutz, die sind nämlich gelblicher, denn: weiße 1,6er Kunststoff-Gläser habe immer UV-Schutz bis 400nm.
Viele Grüße
Eberhard
Augenoptikermeister

Gerrit
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Re: Nur eine Frage der Eingewöhnung?

Beitragvon Gerrit » Montag 2. Dezember 2019, 16:57

Hallo,

Gläser mit Blaulichtschutz scheinen bei Zeiss unter dem Namen Blue Protect zu laufen. Diese Bezeichnung taucht auf meinem Brillenpass nicht auf. Da steht bloß UV-Schutz - und der scheint bei Zeiss seit 2018 wohl standardmäßig vorhanden zu sein.

Blaulicht wurde in der Beratung nicht erwähnt. Auch war nie davon die Rede, dass die Sicht dunkler ist. Leider hab eoch nicht den Eindruck, dass der Optiker gewillt ist, dem Problem Abhilfe zu schaffen. Wahrscheinlich wird Zeiss ja die Gläser für okay befinden ... Und was dann? Habe ich dann fast 500 Euro für die Gläser in den Sand gesetzt? Kann ich nicht auf einen Austausch der Gläser pochen? Angeblich seien Kunststoff-Gläser aber immer mit Gelbstich?! Und asphärische Gläser würden doch so viele Vorteile bieten. Probleme dadurch waren ungewöhnlich. Glaube, es sind nicht 1,6er Gläser, sondern höherbrechende.

Welche Möglichkeiten bleiben mir?

Viele Grüße
Gerrit

beate_27
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Re: Nur eine Frage der Eingewöhnung?

Beitragvon beate_27 » Montag 2. Dezember 2019, 17:36

Hallo Gerrit ,

auch ich lese hier seit geraumer Zeit mit. Allerdings habe ich mich noch nie so im Detail für die Gläserbeschaffenheit interesiert.
Vorallem nicht als die erste Brille bekam. Ich hatte mich bis dato immer auf den Optiker verlassen.
Auch waren meine ersten Brillenwerte deutlich höher,das heißt ich bin dauerhaft auf die Brille angewiesen,um nicht zusagen, ohne Brille blind.

Ich glaube du hattest nicht so viel Glück mit deiner Optiker Wahl. Ich hoffe Ihr findet eine einvernehmliche Lösung.

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Roland A. Frank
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Re: Nur eine Frage der Eingewöhnung?

Beitragvon Roland A. Frank » Montag 2. Dezember 2019, 17:45

Gerrit hat geschrieben:Hallo,

Gläser mit Blaulichtschutz scheinen bei Zeiss unter dem Namen Blue Protect zu laufen. Diese Bezeichnung taucht auf meinem Brillenpass nicht auf. Da steht bloß UV-Schutz - und der scheint bei Zeiss seit 2018 wohl standardmäßig vorhanden zu sein.

Blaulicht wurde in der Beratung nicht erwähnt. Auch war nie davon die Rede, dass die Sicht dunkler ist. Leider hab eoch nicht den Eindruck, dass der Optiker gewillt ist, dem Problem Abhilfe zu schaffen. Wahrscheinlich wird Zeiss ja die Gläser für okay befinden ... Und was dann? Habe ich dann fast 500 Euro für die Gläser in den Sand gesetzt? Kann ich nicht auf einen Austausch der Gläser pochen? Angeblich seien Kunststoff-Gläser aber immer mit Gelbstich?! Und asphärische Gläser würden doch so viele Vorteile bieten. Probleme dadurch waren ungewöhnlich. Glaube, es sind nicht 1,6er Gläser, sondern höherbrechende.

Welche Möglichkeiten bleiben mir?

Viele Grüße
Gerrit


zum Opticus hingehen und reklamieren...wird wohl die einzige Möglichkeit bleiben, von alleine wird da nix passieren.
Wir waren alle nicht dabei beim "Beratungsgespräch", insofern können wir da auch nix dazu sagen...
Am besten noch eine weitere Person des Vertrauens mitnehmen als evtl. Zeuge/Zeugin...
Augenoptikermeister - Heilpraktiker - ö.b.u.v. Sachverständiger - miosan-Trainer

Robin
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Re: Nur eine Frage der Eingewöhnung?

Beitragvon Robin » Montag 2. Dezember 2019, 19:59

Bei Zeiss-Markengläsern geht der obligatorische Standard-UV-Filter der Kunststoffgläser immer bis 420 nm - also ist scheinbar eine leicht Tönung vorhanden. Bei Standard-Kunststsoff 1,5 (aber auch nur dort!) ist es allerdings möglich, die Gläser auch mit dem klassischen UV-Schutz bis 400 nm zu bekommen. Soweit für die Brillenfassung also keine besonderen Vorgaben zum Glasmaterial bestehen wäre ein Wechsel auf einen UV-Schutz bis 400 nm also möglich. Soweit es um die Glasstärken geht gibt es ohnehin keinen Grund für asphärische oder höherbrechende (1,6 oder 1,67) Gläser. Gesünder ist aber im Zweifelsfall immer der UV-Schutz bis 420 nm!

In jedem Fall ist ein Gespräch mit dem Augenoptiker sinnvoll und notwendig!

Maximilian
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Re: Nur eine Frage der Eingewöhnung?

Beitragvon Maximilian » Dienstag 3. Dezember 2019, 16:38

Hallo Gerrit,

Du schreibst in Deinem Eröffnungsposting, daß "andere Ursachen (u.a. Diabetes)" für die Gersten- und Hagelkörner "ausgeschlossen" wären.

Solche werden ja von Medizinern auch auf ein (aus welchem Grund auch immer) geschwächtes Immunsystem zurückgeführt. Hat Dein Augenarzt dazu irgendwelche (Blut-)Untersuchungen durchgeführt oder die Konsultation eines anderen Arztes empfohlen? Sonst könnte es evtl. helfen, einen Spezialisten dafür (es gibt wohl keinen entsprechenden Facharzt, aber vielleicht findest Du einen Internisten o.ä., der es auf seiner Praxis-Homepage o.ä. erwähnt) zu konsultieren.

Da Gerstenkörner auf bakterielle Infektionen zurückgeführt werden, dürfte es die Entstehung von solchen begünstigen, wenn man sich öfter am Auge "herumpult" (z.B. um eine Wimper "im" Auge oder ein Krümelchen zu entfernen) oder diese (auch mit geschlossenen Lidern, wie es manche bei Müdigkeit tun) reibt, ohne sich vorher gründlich die Hände gewaschen zu haben (sog. Schmierinfektion). Hast Du einmal darauf geachtet, ob Du Dir öfters an die Augen faßt (so etwas scheinen manche Menschen geradezu unbewußt zu tun)?

Deine Brillenwerte sich nämlich sehr gering (0,25 Dioptrien sind bei üblichen Brillengläsern auch im Zylinder der geringstmögliche Wert und 0,5 Dioptrien sind auch nicht viel), so daß ich es erstaunlich fände, falls es da einen Zusammenhang mit den "Körnern" geben sollte.

Gruß, Maximilian
Rechtlicher Hinweis: Ich gebe alle Informationen und Empfehlungen nach bestem Wissen, schließe aber das (auch konkludente) Zustandekommen eines Auskunfts- oder Beratungsvertrages ausdrücklich aus und übernehme gemäß § 675 Abs. 2 BGB keine Haftung.


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