Neue Gleitsichtbrille und alles in die Höhe verzogen

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Anubis
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Neue Gleitsichtbrille und alles in die Höhe verzogen

Beitragvon Anubis » Sonntag 6. Oktober 2019, 18:12

Ich habe nun eine Gleitsichtbrille erhalten. Alles passt! Schärfe und das ganze Gewöhnungsgedöns mit Weit und Nahsehen. Alles toll.
Aber... alles ist in die Höhe verzogen. Drinnen gehts ja, aber Autofahren: ich sehe wie ausm LKW. Sportwagen: tief unten und die Strasse geht steil nach oben statt gerade voraus. Die Verkehrsschilder sind vom Auge aus ca. 20 cm. höher als sie effektiv montiert sind. Ich habe Mühe mit Einschätzen, fahre 42 und meine es sind 55 Km/h. Abstand zum Randstein: Schätzaufgabe. Das vor mir fahrende Auto sieht aus wei ein SUV, ist aber ein Golf. :cry: Wohlbemerkt, ich habe bisher mehr als 2 Mio Kilometer gefahren und lege pro Jahr ca. 80'000 zurück= so ne Nulpe bin ich nicht. Habe auch ne FIA Lizenz gehabt, also ich weiss schon was Physik ist.
Motorradfahren: unmöglich, absolut kein Gefühl mehr vorhanden, keine Kurve sauber gefahren; der Boden ist so weit weg, ich bin auf luftigen Höhen.
Abbruch!!! Sinnlos.
Wenn ich durch die Strasse gehe, komme ich mir vor wie wenn ich 1.90 gross wäre, bin aber nur 1.78. Die Breiten stimmen, nur die Höhen der Gegenstände nicht.
Weiss jemand Rat! Ich habe die Brille nun eine Woche auf der Nase...
Nächste Woche werde ich erneut beim Optiker vorstellig. Aber hat mir ein Augure einen Tip?

Robin
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Re: Neue Gleitsichtbrille und alles in die Höhe verzogen

Beitragvon Robin » Montag 7. Oktober 2019, 09:00

anstelle der langatmigen Beschreibungen Ihrer Seheindrücke und Ihrer Fahrkünste wäre ein Paar Informationen zu der Brillle wirklich hilfreich:
Glaststärken sph / cyl / A / ADD
verbauter Glastyp
etc.

Anubis
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Re: Neue Gleitsichtbrille und alles in die Höhe verzogen

Beitragvon Anubis » Montag 7. Oktober 2019, 10:31

Das liebe ich am Netz. Schreibt man zuwenig, heissts: werd mal präziser. Beschreibt man das Empfinden in der Praxis, wird an selbigem rumgemäkelt.
Nun, ich werde mich den genannten Abkürzungen widmen.

Robin
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Re: Neue Gleitsichtbrille und alles in die Höhe verzogen

Beitragvon Robin » Montag 7. Oktober 2019, 11:15

Anubis hat geschrieben:Das liebe ich am Netz. Schreibt man zuwenig, heissts: werd mal präziser. Beschreibt man das Empfinden in der Praxis, wird an selbigem rumgemäkelt.
Nun, ich werde mich den genannten Abkürzungen widmen.

Lieber Anubis,
wenn Sie sich die Mühe gemacht und ein wenig in diesem Forum gestöbert hätten, wüssten Sie, das die physikalischen Daten zwingend notwendig sind um irgend ein Problem überhaupt hier einigermaßen einschätzen zu können. Die Optik gehört nun einmal zur Physik!

Das Problem ist halt, das in der Überschrift eigentlich bereits alle Fakten enthalten sind die Sie dann noch einmal in der gesamtbreite ihrer Auswirkung ausführlichst wiederholt haben - das bringt leider keine wirklich brauchbaren zusätzlichen Informationen!

Also einfach alle Daten, über die Sie verfügen, einstellen. Danke

Zwergpfeffer
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Re: Neue Gleitsichtbrille und alles in die Höhe verzogen

Beitragvon Zwergpfeffer » Montag 7. Oktober 2019, 20:40

Also ich bin ja nun wirklich Laie.

Aber mal ehrlich: Wie wollt Ihr denn (allein) aufgrund der Werte vom Brillenpass erkennen, warum sich das Sichtfeld in die Länge zieht? Die Werte geben doch nur den Messwert irgendwelcher Probleme an, die ja dann MIT der Brille behoben sein sollten.

Das Problem scheint doch irgendwo anders zu liegen. Z.B. darin, dass die Messwerte nicht korrekt in der Brille umgesetzt wurden bzw. die Bereiche nicht stimmen o.ä. Die reinen Werte verraten das aber nicht.

Die Schilderung der Sehprobleme finde ich hingegen ansich aufschlussreich (deuten kann ich sie halt nicht).

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GodEmperor
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Re: Neue Gleitsichtbrille und alles in die Höhe verzogen

Beitragvon GodEmperor » Montag 7. Oktober 2019, 23:14

Wenn wir die bisherigen und die neuen Werte kennen, könn(t)en wir mehr dazu sagen. Die Beschreibung an sich war sehr anschaulich, fühlte mich als wäre ich tatsächlich dabei gewesen, aber ohne zu wissen was war und was nun ist, kann man nur seitenweise Vermutungen anstellen. Das hilft aber nicht wirklich.
Rechtschreibung und Zeichensetzung sind frei erfunden, Ähnlichkeiten mit der Realität sind purer Zufall.

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Re: Neue Gleitsichtbrille und alles in die Höhe verzogen

Beitragvon Distel » Montag 7. Oktober 2019, 23:24

Zwergpfeffer hat geschrieben:Also ich bin ja nun wirklich Laie. Stimmt! :wink:

Aber mal ehrlich: Wie wollt Ihr denn (allein) aufgrund der Werte vom Brillenpass erkennen, warum sich das Sichtfeld in die Länge zieht? Die Werte geben doch nur den Messwert irgendwelcher Probleme an, die ja dann MIT der Brille behoben sein sollten. ...zuweilen muss dazu das Gerhirn umlernen, das es unlogische Seheindrücke in der Vergangenheit „korrigiert“ hat.

Das Problem scheint doch irgendwo anders zu liegen. Z.B. darin, dass die Messwerte nicht korrekt in der Brille umgesetzt wurden bzw. die Bereiche nicht stimmen o.ä. Die reinen Werte verraten das aber nicht. Die Augenoptik ist in der Tat viel komplexer wie sich viele Laien es sich vorstellen.

Die Schilderung der Sehprobleme finde ich hingegen ansich aufschlussreich (deuten kann ich sie halt nicht).
Mit dieser Schilderung sehen Sie nur die Auswirkungen...und ein Augenoptiker interessiert bei der Fehlersuche erheblich mehr die augenoptische Vorgeschichte:
Welche Brillen wurden bislang getragen? Wurden diese situativ oder ganztägig getragen? Ganz wichtig Art, Ausführung, Messdaten der Brillen... uvm


Könnte alles ganz normal sein, wenn erstmalig ein Astigmatismus korrigiert, gravierend verstärkt oder wenn der Brillenträger außergewöhnlich sensibel reagiert.
Hier in Netz können wir nur spekulieren, die Datengrundlage und die erhalten Informationen sind viel zu dürftig, um präzise Antworten zu der angesprochenen Thematik zu geben. Möglicherweise steht es in Zusammenhang mit einer anamorphotische Verzeichnung :wink:

Ehe ich einen Link einstelle, übertrage ich meine Antwort aus einem anderen Thread

Distel hat geschrieben:Das Phänomen ist nicht unbekannt. :wink:

Zur Erinnerung - für alle die Joshi ( Prof. Dr. Josef Reiner ) auf der HFAK kennengelernt haben
sein Lieblingsthema anamorphotische Verzeichnung

Bei der Korrektion eines astigmatischen (HH-Verkrümmung, Zyl.-Korrektur) Auges mit einem Brillenglas bildet diese mit dem Refraktionsdefizit ein sogeanntes anamorphotisches Galilei-Fernrohr. Ein Anamorphot ist ein optisches System, welches ein Breitbandbild erzeugt. Ursache: die in den zwei senkrecht zueinander stehenden Hauptschnitte auftretenden unterschiedlichen Abbildungsmaßstäbe. ...........

Je nach Sensibilität und Veränderung der Korrektionsdaten sieht der Kunde dann anfangs schief, wenn es sich um schiefe Achsen bei den Korrekturwerten handelt und muss Geduld aufbringen.
Vorausgesetzt die Vollkorrektion stimmt und es wird klar gesehen.
Die Eingewöhnungsphase muss sein, schließlich muss sich das Gehirn des Kunden "neuprogrammieren".
Wichtig ist den Kunden darauf vorzubereiten, dann ist es für ihn nicht ungewöhnlich und es verunsichert nicht.

Bei Achslagen um die 90 und 180 Grad verändern sich primär die Propotionen.
Ein Quadrat wird als stehendes oder liegendes Rechteck wiedergegeben.
Zur Verdeutlichung hatte Dr. Reiner in seinem Fachbuch einen PKW abgebildet, je nach Brillenstärken hatte man den Eindruck einen "Straßenkreuzer" oder ein "Gogomobil" zu sehen.
Beim Brillenträger entsteht der Eindruck einer Veränderung seiner Körpergröße, fühlt sich kleiner oder größer :wink:

Alles nur eine Frage der Gewöhnung.....in ein paar Wochen wird dieser Effekt verschwunden sein.
Wichtig ist darau zu achten, ob der Effekt sich von Wochenende zu Woche minimiert. :wink:
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Eberhard Luckas
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Re: Neue Gleitsichtbrille und alles in die Höhe verzogen

Beitragvon Eberhard Luckas » Dienstag 8. Oktober 2019, 09:07

Zwergpfeffer hat geschrieben:Also ich bin ja nun wirklich Laie.

Aber mal ehrlich: Wie wollt Ihr denn (allein) aufgrund der Werte vom Brillenpass erkennen, warum sich das Sichtfeld in die Länge zieht? Die Werte geben doch nur den Messwert irgendwelcher Probleme an, die ja dann MIT der Brille behoben sein sollten.



Klar kann man mit den Stärken etwas anfangen, astigmatische Verzeichnungen je nach Achsenlage ist nur ein Beispiel für die Möglichkeiten.
Viele Grüße
Eberhard
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Anubis
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Re: Neue Gleitsichtbrille und alles in die Höhe verzogen

Beitragvon Anubis » Donnerstag 10. Oktober 2019, 07:03

Hallo Auguren und Mitleser,

Ich war eine Stunde bei Kollege Optiker. Er hat sich sehr Mühe gegeben und nochmals alles ausgemessen (das dritte Mal). Die Werte stimmen. (ja, hab vergessen den Zahlenkram zu notieren...shame on me) Aber Interessantes hat sich ergeben.
Ich (58) hatte nie eine Brille und fing vor 4 Jahren an, mit Lesebrillen (+1, dann +1,5 etc, aktuell 2.5) das Bildschirmguggen und das Lesen zu verbessern. Die Weite war ja soweit ok.
Nun, nach der Messerei und dem ganzen Gedöns, meinte mein Opti, dass ich Schlaumeier viel zu lange gewartet habe, um eine Korrektur auch in die Weite vorzunehmen. Somit hat das Hirn (oder was von selbigem noch da ist) ziemich gearbeitet und die ganzen "Fehlinbutts" so modifiziert, dass ich einigermassen clever durch kam. Da nun aber eine Doppelkorrektur im Brillengestell ist (weit und nah), tut Kollege Hirn sich schwer, das ganze Angepasse der letzten Jahre auf Null zu fahren. Die Höhenverzerrung, die ich im ersten Post monierte, hat sich verbessert... minim, aber stetig.
Das heisst, ich sitze nun im Auto und fahre nen Lieferwagen statt nen LKW von vorher. Draussen umhergehen fühle ich mich nicht mehr 1.90 gross, nur noch 1.85. Also ist eine Verbesserung da, wenn auch noch kein endgültiges "grounden." Wenn das so weitergeht, dann wäre ich mathematisch Ende Oktober auf de richtigen Höhe.
Interessant ist, dass ich ja auch ne Sonnenbrille geordert habe, und selbige hat der Opti nun "ausgeglichener" gemacht, d.h. der Nahbereich ist etwas weniger punktuell scharf, dafür mehr "fliessend"... nenne sich Sportbrille. Und, der Höhenverzug ist deutlich schwächer als auf der Normalbrille. Was ebenfalls auffällt: meine Höhenverzerrung muss etwas mit der Bewegung zu tun haben, denn in Räumen, am Arbeitsplatz, dahem fühle ich mich gut und seh, was zu sehen ist. Sobald ich mich aber draussen bewege/fahre, fällt der Höhenverzerrungseffekt auf. Ich teste nun bei Regen und bei Sonne (die kommt ja noch). Irgendwie dünkt es mich auch, dass das Umfeld einen Einfluss hat. Fahre ich durch Städte oder Gassen, ists schlimmer als über flaches, weites Land.
Mal sehen was sich tut. Aber biologisch faszinierend.
Mein Optiker meinte, wir haben Zeit und er mache mir soviele neue Gläser wie nötig bis alles perfekt ist...er wolle aber schrittweise vorgehen und erst mal gucken, was den mein Hirn so tut (oder täte).

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Re: Neue Gleitsichtbrille und alles in die Höhe verzogen

Beitragvon Karoshi » Donnerstag 10. Oktober 2019, 08:04

klingt doch alles plausibel. Sowas kommt schonmal vor.
Deine "Lesebrillen" 1,5 2,0 2,5 waren Fertiglesehilfen oder? Damit hat sich schon so mancher sein Sehen zerballert...
Des Menschen Leben gleicht der Brille. Man macht viel durch. -- Heinz Erhardt
staatl. gepr. Augenoptiker und Augenoptikermeister FFA München 2011

Anubis
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Re: Neue Gleitsichtbrille und alles in die Höhe verzogen

Beitragvon Anubis » Donnerstag 10. Oktober 2019, 09:28

Lesebrillen: korrekt. Standardware. Aber es half... ne zeitlang...

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Re: Neue Gleitsichtbrille und alles in die Höhe verzogen

Beitragvon Roland A. Frank » Donnerstag 10. Oktober 2019, 09:37

Moin,

Beitrag lieber gelöscht....

sorry...
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Re: Neue Gleitsichtbrille und alles in die Höhe verzogen

Beitragvon starry_night » Donnerstag 10. Oktober 2019, 10:49

Anubis hat geschrieben:also ich weiss schon was Physik ist

Danke für den Lacher des Tages :lol:
Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung.
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Re: Neue Gleitsichtbrille und alles in die Höhe verzogen

Beitragvon Distel » Donnerstag 10. Oktober 2019, 13:34

Anubis hat geschrieben:Hallo Auguren und Mitleser,

Ich war eine Stunde bei Kollege Optiker. Er hat sich sehr Mühe gegeben und nochmals alles ausgemessen (das dritte Mal). Die Werte stimmen. (ja, hab vergessen den Zahlenkram zu notieren...shame on me) Aber Interessantes hat sich ergeben.
Ich (58) hatte nie eine Brille und fing vor 4 Jahren an, mit Lesebrillen (+1, dann +1,5 etc, aktuell 2.5) das Bildschirmguggen und das Lesen zu verbessern.
Die Weite war ja soweit ok.
Nun, nach der Messerei und dem ganzen Gedöns, meinte mein Opti, dass ich Schlaumeier viel zu lange gewartet habe, um eine Korrektur auch in die Weite vorzunehmen. Somit hat das Hirn (oder was von selbigem noch da ist) ziemich gearbeitet und die ganzen "Fehlinbutts" so modifiziert, dass ich einigermassen clever durch kam. Da nun aber eine Doppelkorrektur im Brillengestell ist (weit und nah), tut Kollege Hirn sich schwer, das ganze Angepasse der letzten Jahre auf Null zu fahren. Die Höhenverzerrung, die ich im ersten Post monierte, hat sich verbessert... minim, aber stetig.
Das heisst, ich sitze nun im Auto und fahre nen Lieferwagen statt nen LKW von vorher. Draussen umhergehen fühle ich mich nicht mehr 1.90 gross, nur noch 1.85. Also ist eine Verbesserung da, wenn auch noch kein endgültiges "grounden." Wenn das so weitergeht, dann wäre ich mathematisch Ende Oktober auf de richtigen Höhe.

Interessant ist, dass ich ja auch ne Sonnenbrille geordert habe, und selbige hat der Opti nun "ausgeglichener" gemacht, d.h. der Nahbereich ist etwas weniger punktuell scharf, dafür mehr "fliessend"... nenne sich Sportbrille. Und, der Höhenverzug ist deutlich schwächer als auf der Normalbrille. Was ebenfalls auffällt: meine Höhenverzerrung muss etwas mit der Bewegung zu tun haben, denn in Räumen, am Arbeitsplatz, dahem fühle ich mich gut und seh, was zu sehen ist. Sobald ich mich aber draussen bewege/fahre, fällt der Höhenverzerrungseffekt auf. Ich teste nun bei Regen und bei Sonne (die kommt ja noch). Irgendwie dünkt es mich auch, dass das Umfeld einen Einfluss hat. Fahre ich durch Städte oder Gassen, ists schlimmer als über flaches, weites Land.
Mal sehen was sich tut. Aber biologisch faszinierend.
Mein Optiker meinte, wir haben Zeit und er mache mir soviele neue Gläser wie nötig bis alles perfekt ist...er wolle aber schrittweise vorgehen und erst mal gucken, was den mein Hirn so tut (oder täte).[/.


Boooh, drei Refraktionen (!) waren nötig, bis von Anubis diese Aussage kam „Aber Interessantes hat sich ergeben. .........u.s.w. .“

Wieder einmal ist der gesamte Ablauf ein Klassiker....
Der AO hatte versäumt Anubis über die Veränderung des Sehens mit Korrektur hinzuweisen
oder es wurde nicht verständlich rüber gebracht. :?
Die Folge... ein verunsicherter Kunde und viel, viel Zeit, die beiderseitiges investiert werden muss.
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Re: Neue Gleitsichtbrille und alles in die Höhe verzogen

Beitragvon Distel » Donnerstag 10. Oktober 2019, 13:47

So wäre ein idealer Ablauf... aus meiner Sicht. :wink:

Ein guter ( und vorausschauender ) Augenoptiker interessiert bereits vor der Refraktion für die augenoptische Vorgeschichte:
Welche Brillen wurden bislang getragen? Wurden diese situativ oder ganztägig getragen? Ganz wichtig Art, Ausführung, Messdaten der Brillen... uvm

Je nach Sensibilität und Veränderung der Korrektionsdaten sieht der Kunde anfangs die Welt völlig verändert.
Er muss Geduld aufbringen - vorausgesetzt die Vollkorrektion stimmt und es wird zentral klar gesehen.
Die Eingewöhnungsphase muss sein, schließlich muss sich das Gehirn des Kunden "neuprogrammieren".
Der Kunde wird beobachten, dass der Effekt sich von Woche zu Woche minimiert.

Wichtig ist den Kunden darauf vorzubereiten, dann ist es für ihn nicht ungewöhnlich und es verunsichert nicht.

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Bei Achslagen um die 90 und 180 Grad verändern sich primär die Propotionen.
Ein Quadrat wird als stehendes oder liegendes Rechteck wiedergegeben.
Bei schiefen Achslagen wird es noch krasser.
u.v.m.

Zur Verdeutlichung hatte Dr. Reiner in seinem Fachbuch einen PKW abgebildet, je nach Brillenstärken hatte man den Eindruck einen "Straßenkreuzer" oder ein "Gogomobil" zu sehen. :arrow:
Beim Brillenträger entsteht der Eindruck einer Veränderung seiner Körpergröße, fühlt sich kleiner oder größer. Bei schiefen Achslagen wird u. U. der Schreibtisch so gesehen, dass Stifte von der Oberfläche rollen, wenn sie nicht festgehalten werden. :wink:

Zufällig gesehen, dass das alte Fachbuch Auge und Brille ( für mich das wichtigste Fachbuch :D ) äußerst günstig zu erstehen wäre.
Möglicherweise interessiert es einen Mitleser. Die Abbildungen können gut bei der „Kundenaufklärung“ eingesetzt werden.
https://www.zvab.com/buch-suchen/titel/ ... ef-reiner/
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