Neue Brille, große Probleme

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notorious
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Neue Brille, große Probleme

Beitragvon notorious » Montag 12. August 2019, 17:42

Hallo zusammen,

ich habe mich hier angemeldet, weil ich mal eine dritte, unabhängige Meinung hören will.

2015 habe ich mir eine neue Brille bei Mister Spex geholt. Dazu habe ich die Werte bei einem Optiker hier bestimmen lassen. Dabei kamen folgende Werte heraus:

Auge rechts: SPH 1,25 ; CYL -0,25 ; ACH 154,00 ; PD 31,50
Auge links: SPH 3,50 ; CYL -0,50 ; ACH 112,00 ; PD 31,00

Brechungsindex 1,67.

Mit dieser Brille hatte ich keine Probleme gehabt, alles war gut.

Im Dezember 2018 wollte ich eine neue Brille haben (von einer rechteckigen Form zu einer quadratischen) und bin daher zum gleichen Optiker wie damals. Diesemal aber wollte ich das nicht über Mister Spex machen sondern direkt über den Optiker. Also wieder gemessen. Diesmal gab es folgendes Werte:

Auge rechts: SPH 0,75
Auge links: SPH 3,00 ; CYL -0,75 ; ACH 77,00

Brechungsindex 1,60.

Damit begannen dann die Probleme. Das Bild ist sehr unruhig, beinah ganz leich verschwommen, ich muss mich stärker auf Sache konzentrieren um sie fokussieren zu können und Schrift am PC zu lesen ist sehr anstrengend, da es irgendwie so aussieht, als hätten die Buchstaben eine "Aura" und sind leicht verschwommen. Ich hatte anfangs das Gefühl, dass das Glas dreckig wäre, weil es fast so aussah, als hätte ich einen leichten Fettfilm auf dem Glas. Aber das war leider nicht so.

Da ich aber wusste, dass man sich evtl. erst an die neue Brille gewöhnen muss, habe ich erstmal gewartet. Nachdem sich nach 6 Wochen nichts gebessert hat, bin ich nochmal zu meinem Optiker. Er hat nochmal alles nachgemessen und die Brille untersucht. Er meinte, dass es exakt die selben Ergebnisse wie bei der ersten Messung seien und dass die Gewöhnung wohl einfach länger dauert.

Nachdem sich im Juli immer noch nichts verbessert hat (ich habe die Brille immer getragen, nie gewechselt), bin ich mal zur Augenärztin um da irgendwelche Probleme auszuschließen. Aber laut ihr sei alles ok, die Werte der Brille passen zu den von ihr gemessenen.

Also wieder zum Optiker. Diesmal sagte er, dass es evtl. am Zylinder liegen könnte, dass ich mich daran nicht gewöhne. Also Zylinder auf dem linken Glas weg und erneut probieren. Das ist jetzt ein paar Tage her, aber es hat sich jetzt noch nichts gebessert, eher sogar im Gegenteil.

Die Sache ist: Wenn ich meine alte Brille aufsetze, sehe ich sofort super. Schrift ist knackscharf und kontrastreich, das ganze Bild ist ruhig. Wenn ich die alte und neue Brille abwechselnd aufsetze, sieht es fast so aus, als würde die Dicke der Schrift sich quasi halbieren. Auch wenn ich das linke Auge schließe sieht es direkt besser aus, aber trotzdem nicht so gut wie mit der alten Brille. Mit der alten Brille gibt es keinen Unterschied ob ich beide Augen offen habe oder nur mit dem Rechten schaue.

Der Optiker hat jetzt allerdings bei meinem letzten Besuch schon mehr oder weniger angedeutet: Wenn das mit dem Zylinder nicht hilft, dann weiß er auch nicht weiter, weil die Brille ja die Werte hat, die gemessen wurden. Aber ich kann das nicht akzeptieren. Ich weiß jetzt aber auch nicht, was ich machen soll. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass ich jetzt noch ein paar Wochen warten muss und plötzlich ist alles gut.

Was denkt ihr?

lars56
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Re: Neue Brille, große Probleme

Beitragvon lars56 » Montag 12. August 2019, 18:33

Hallo notorius,

wenn mit der alten Brille alles wirklich scharf gesehen wird (auch bei Entferungen über 5m), dann KANN die neue Glasstärke nicht stimmen. Einzige Ausnahme wäre ggf ein völlig anderer Brillensitz, speziell der Abstand der Gläser von deinen Augen.

notorious
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Re: Neue Brille, große Probleme

Beitragvon notorious » Montag 12. August 2019, 18:51

Das mit der Entfernung merke ich vor allem beim Autofahren. Da sind mit der alten Brille der Horizont und die Verkehrsschilder nicht so verschwommen wie mit der neuen Brille. Es ist nicht so, als könnte ich die Sachen nicht erkennen, aber es ist halt sehr anstrengend.

Ich weiß halt nicht, wie ich jetzt weiter vorgehen soll. Es kann ja auch nicht sein, dass der Optiker mir zig mal neue Gläser macht (und ich glaube fast, dass ich ihm ein bisschen auf die Nerven gehe). Muss der Optiker die Gläser, die neu gemacht werden, eigentlich aus der eigenen Tasche bezahlen? Oder übernimmt die Kosten eine Versicherung? Weil sonst bin ich ja ein absolutes Verlustgeschäft, wenn ich ständig neue Gläser bräuchte.

Aber wenn ich jetzt zu einem anderen Optiker gehe, muss ich ja erneut Gläser bezahlen und hab dann evtl. erneut Probleme. Das hilft mir ja auch nichts.

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Re: Neue Brille, große Probleme

Beitragvon optikgutachter » Montag 12. August 2019, 21:12

Was spricht dagegen die neue Brille mit den bisherigen
Werten versehen zu lassen? Anscheinend nichts.

Andere Frage: Wurde beim ersten und beim zweiten Male
unterschiedliche Messmethoden (Geräte) verwendet?
War es die gleiche Person die gemessen hat?

Beschreibe bitte mal genau den Ablauf.
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notorious
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Re: Neue Brille, große Probleme

Beitragvon notorious » Montag 12. August 2019, 22:03

Es war bei beiden Malen der selbe Optiker und auch das selbe Gerät. Seit Dezember haben wir jetzt 3 Mal gemessen und laut ihm kamen immer die gleichen Werte raus. Ich war auch bei einer Augenärztin und bei ihr kamen auch sehr ähnliche Werte raus.

Der Ablauf war relativ simpel: Erst die Messung mit so einem Gerät, wo ich einen Heißluftballon anschauen musste und anschließend Buchstaben lesen.

Ich bin leider zu sehr Laie und haben von Augenoptik keine Ahnung, aber mich hat etwas stutzig gemacht, dass die Werte bei Achse und Zylinder bei der alten Brille so viel unterschiedlicher waren als bei der neuen Brille. Oder kann sowas sein?

Was dagegen spricht, die alten Werte zu nehmen? Keine Ahnung, dafür gehe ich ja zum Optiker :D Aber sollte man nicht die aktuell gemessenen Werte nehmen? Sind evtl. nicht die Sphären-Werte das Problem sondern Zylinder?

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Re: Neue Brille, große Probleme

Beitragvon Norge » Montag 12. August 2019, 22:41

Hat dich der Kollege mal mit einer Messbrille (etwas seltsam anmutende Fassung, wo der Optiker die Gläser auswechseln kann) mit der alten Stärke und der neuen Stärke sowohl in die Ferne als auch in die Nähe schauen lassen? Wenn ja- war es mit der neuen Stärke in beiden Bereichen zumindest gleich gut oder war es damit auch schlechter? Wenn kein subjektiv wahrnehmbarer Vorteil bei der neuen Stärke erkennbar war oder sein wird ( für den Optiker eine kurze Sache) spricht nichts gegen die Übernahme der alten Stärken- Never change a running system.

Gruß

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Re: Neue Brille, große Probleme

Beitragvon notorious » Dienstag 13. August 2019, 08:27

Ich weiß es leider nicht mehr, ob wir alte und neue Stärken verglichen haben, aber ich hatte auf jeden Fall so eine Messbrille auf.

Konkret habe ich aber noch folgende Fragen:

- Muss der Optiker jedes Mal für neue Gläser bezahlen, wenn er da etwas ändern lässt? Oder übernimmt das eine Versicherung? Weil wenn ich mir da jetzt zig mal die Gläser ändern lasse, würde er ja ein riesen Verlustgeschäft machen.

- Dass auf dem linken Auge die Achse rausgenommen wurde ist jetzt 4 Tage her. Man kann nicht davon ausgehen, dass verschwommene Sachen plötzlich scharf werden wenn ich länger warte, oder? Ich habe mittlerweile schon ein leichtes Schwindelgefühl :|

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Re: Neue Brille, große Probleme

Beitragvon notorious » Dienstag 13. August 2019, 12:49

Und vielelicht noch ein Hinweis, weil ich nicht weiß, ob das wichtig ist: Die alten Gläser waren asphärisch geschliffen. Bei den neuen weiß ich es gar nicht.

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Re: Neue Brille, große Probleme

Beitragvon optikgutachter » Dienstag 13. August 2019, 14:24

notorious hat geschrieben:Der Ablauf war relativ simpel: Erst die Messung mit so einem Gerät, wo ich einen Heißluftballon anschauen musste und anschließend Buchstaben lesen.

Buchstaben und Zahlen lesen im selben Gerät, oder "Hinten an der Wand" ?
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Re: Neue Brille, große Probleme

Beitragvon notorious » Dienstag 13. August 2019, 15:44

"Hinten an der Wand"

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Re: Neue Brille, große Probleme

Beitragvon notorious » Dienstag 13. August 2019, 20:22

Ich habe noch meine vorletzte Brille gefunden, mit der - wenn ich sie jetzt aufsetze- auch nicht so ein unruhiges Bild habe. Die hatte folgende Werte:

Auge rechts: SPH 1,50 ; CYL -0,50 ; ACH 162, 00
Auge links: SPH 2,50

Auffällig ist, dass also bei den Brillen, wo ich keine Probleme hatte, auf dem rechten Auge ein Zylinder war.

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Re: Neue Brille, große Probleme

Beitragvon brillentieger » Mittwoch 14. August 2019, 07:08

notorious hat geschrieben:Ich weiß es leider nicht mehr, ob wir alte und neue Stärken verglichen haben, aber ich hatte auf jeden Fall so eine Messbrille auf.

Konkret habe ich aber noch folgende Fragen:

- Muss der Optiker jedes Mal für neue Gläser bezahlen, wenn er da etwas ändern lässt? Oder übernimmt das eine Versicherung? Weil wenn ich mir da jetzt zig mal die Gläser ändern lasse, würde er ja ein riesen Verlustgeschäft machen.

- Dass auf dem linken Auge die Achse rausgenommen wurde ist jetzt 4 Tage her. Man kann nicht davon ausgehen, dass verschwommene Sachen plötzlich scharf werden wenn ich länger warte, oder? Ich habe mittlerweile schon ein leichtes Schwindelgefühl :|


Es gibt keine Versicherung für das Austauschen der Gläser. Das zählt der Optiker immer aus der eigenen Tasche.

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Re: Neue Brille, große Probleme

Beitragvon optikgutachter » Mittwoch 14. August 2019, 07:59

notorious hat geschrieben:"Hinten an der Wand"

Gut. Dann war es wohl eine richtige Messung.

Trotzdem sind die bisherigen Stärken besser/verträglicher
als die neuen Stärken.
Warum also wechseln?
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Re: Neue Brille, große Probleme

Beitragvon notorious » Mittwoch 14. August 2019, 08:29

brillentieger hat geschrieben:Es gibt keine Versicherung für das Austauschen der Gläser. Das zählt der Optiker immer aus der eigenen Tasche.


Ok, das heißt, dass ein Austausch der Gläser so gut es geht vermieden wird? Wenn ich jetzt nochmal hingehe und erneut irgendwas getauscht werden muss, bin ich also für ihn ein Verlustgeschäft.

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Re: Neue Brille, große Probleme

Beitragvon GodEmperor » Mittwoch 14. August 2019, 08:52

notorious hat geschrieben:vorletzte Brille
Auge rechts: SPH 1,50 ; CYL -0,50 ; ACH 162, 00
Auge links: SPH 2,50
notorious hat geschrieben:2015
Auge rechts: SPH 1,25 ; CYL -0,25 ; ACH 154,00 ; PD 31,50
Auge links: SPH 3,50 ; CYL -0,50 ; ACH 112,00 ; PD 31,00

Dezember 2018
Auge rechts: SPH 0,75
Auge links: SPH 3,00 ; CYL -0,75 ; ACH 77,00

Die neueste Brille ist allerdings auch die schwächste von all denen (Links wegen des Zylinders). Es kann natürlich eine Gewöhnung an die "richtigen" Stärken sein, weil die Augen nun schon länger mit eventuell zu starken Gläsern versorgt waren, kann aber auch sein, dass die neue Stärke zwar richtig, aber von dir nicht vertragen wird. Oder sie sind schlichtweg nicht richtig. Hmmm... Vielleicht mal ne neue Augenprüfung und dann vergleichen der Werte mittels der von Norge erwähnten "etwas seltsam anmutenden Fassung" wäre meine Idee.
notorious hat geschrieben:Wenn ich jetzt nochmal hingehe und erneut irgendwas getauscht werden muss, bin ich also für ihn ein Verlustgeschäft.
Bist du auf jeden Fall, wenn du nicht zufrieden bist, sogar noch viel viel mehr, als wenn er die Gläser austauscht... :lol:
Rechtschreibung und Zeichensetzung sind frei erfunden, Ähnlichkeiten mit der Realität sind purer Zufall.


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