PD-Wert Toleranz

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Brille50
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PD-Wert Toleranz

Beitragvon Brille50 » Freitag 7. Juni 2019, 14:47

Guten Tag,

mein Augenoptiker hat heute die Werte in meiner aktuellen Brille überprüft (nicht von ihm erworben). Er hat festgestellt, dass der PD-Wert, der in der Brille beidseitig etwa 36 mm beträgt. Betragen sollte dieser nach Brillenpass beidseitig 32,5 mm. Ich kann persönlich keinen Unterschied feststellen und finde die aktuelle Brille ganz ok. Wie liegen denn die Toleranzen bei dem PD-Wert? Dies würde mich interessieren. Eventuell wurde mir eine Brille mit suboptimalem PD verkauft und ich merke es kaum und kann es auch nicht selbst überprüfen.

Meine Werte:

R +4,25 -1,50 160 Grad
L +4,00 -2,75 180 Grad

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Roland A. Frank
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Re: PD-Wert Toleranz

Beitragvon Roland A. Frank » Freitag 7. Juni 2019, 16:41

Brille50 hat geschrieben:Guten Tag,

mein Augenoptiker hat heute die Werte in meiner aktuellen Brille überprüft (nicht von ihm erworben). Er hat festgestellt, dass der PD-Wert, der in der Brille beidseitig etwa 36 mm beträgt. Betragen sollte dieser nach Brillenpass beidseitig 32,5 mm. Ich kann persönlich keinen Unterschied feststellen und finde die aktuelle Brille ganz ok. Wie liegen denn die Toleranzen bei dem PD-Wert? Dies würde mich interessieren. Eventuell wurde mir eine Brille mit suboptimalem PD verkauft und ich merke es kaum und kann es auch nicht selbst überprüfen.

Meine Werte:

R +4,25 -1,50 160 Grad
L +4,00 -2,75 180 Grad


Die Grenzabweichung für die horizontale prismatische Differenz liegt bei 0,67 Prismen, sprich das P 1 darf nicht überschritten werden...

Das wird dir jetzt nichts nützen, weil dazu müßte man die Wirkungen der beiden Gläser in 180° zusammen nehmen...
Berücksichtigt werden müssen aber auch die geforderten Zentrierwerte - und die weiß nur der ausführende Optiker der Brille. Was damals der Grund für "PD 36" war, wissen wir alle nicht. Ob Opticus "2" sowohl die Brille als auch den Augenabstand R/L unter Berücksichtigung aller Parameter gemessen hat, wissen wir auch nicht.
Also wirklich schlauer wirst du jetzt auch nicht sein, das Wohl und Wehe kann nur vor Ort geklärt werden.
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Re: PD-Wert Toleranz

Beitragvon Brille50 » Freitag 7. Juni 2019, 17:29

D. h. der PD-Wert ist kein „fixer“ Wert sondern kann auch in Abhängigkeit von anderen Faktoren vom Sollwert abweichen?

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Roland A. Frank
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Re: PD-Wert Toleranz

Beitragvon Roland A. Frank » Freitag 7. Juni 2019, 17:36

Brille50 hat geschrieben:D. h. der PD-Wert ist kein „fixer“ Wert sondern kann auch in Abhängigkeit von anderen Faktoren vom Sollwert abweichen?


ja, so ungefähr könnte amn es nennen. Zuallerst wäre der Sollwert zu bestimmen, der hängt aber ned nur vom Augenabstand ab....
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Re: PD-Wert Toleranz

Beitragvon Brille50 » Freitag 7. Juni 2019, 18:23

Welche Abhängigkeiten bestehen zusätzlich? Über eine kurze Erläuterung wäre ich sehr dankbar.

Wenn es so viele Abhängigkeiten gibt, war es vom Optiker 2 eventuell nicht korrekt den PD anzuzweifeln.

Schönen Abend noch.

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Re: PD-Wert Toleranz

Beitragvon optikgutachter » Freitag 7. Juni 2019, 20:38

Die zulässigen Toleranzen ergeben sich aus der DIN/EN/ISO 21987.
Da ich gerade nicht in der Firma bin kann ich nicht genau nachschauen.
Eine zulässige Toleranz scheint aber überschritten.
WENN DER KOLLEGE RECHT HAT!
Kann sein. Muss es aber nicht.

Ist dessen Messung richtig, so ergibt sich "hausnummernmässig" eine Fehlabweichung von 1.4 cm/m
und wenn Starkollege "Augsburg" schon nachgeschaut hat:
0.67 sind erlaubt, 1.4 wurden eingearbeitet= außerhalb der Toleranz.

Muss dem Kunden nicht sofort auffallen,
führt aber mindestens zu unnötigen Beschwerden.
Welcher Art auch immer.

Guss OG
http://www.optikgutachter.de Der Wahrheit verpflichtet.

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Re: PD-Wert Toleranz

Beitragvon Brille50 » Freitag 7. Juni 2019, 22:23

Danke für Eure Antworten. Es ist anscheinend ein sehr komplexes Thema. Wahrscheinlich hat auch jeder Optiker, jede Werkstatt etc. unterschiedlich genaue Apparaturen. Zudem misst auch jeder etwas anders. Man kann nur hoffen, dass sich kein merkbarer Nachteil ergibt.

@optikergutachter: Sie haben eine sehr informative Homepage :)

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Re: PD-Wert Toleranz

Beitragvon Brille50 » Samstag 8. Juni 2019, 18:29

Noch eine kleine Frage: Ich bin Schielpatient. Wie verhält es sich da mit dem PD?

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Re: PD-Wert Toleranz

Beitragvon GodEmperor » Samstag 8. Juni 2019, 18:33

Wusste Optiker 2 davon?
Messtechnisch kann ein (geringeres) Prisma auch als "woanders liegender optischer Mittelpunkt" erscheinen. Nur wenn man auch die Stärke des Prismas kennt, kann man das in die Ermittelung des Mittelpunktes einfließen lassen.
Rechtschreibung und Zeichensetzung sind frei erfunden, Ähnlichkeiten mit der Realität sind purer Zufall.

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Re: PD-Wert Toleranz

Beitragvon Brille50 » Samstag 8. Juni 2019, 20:38

Also ich habe keine Prismenbrille (soweit ich weiß wird bei mir nur die Fehlsichtigkeit korrigiert) und weiß nicht, was eine prismatische Wirkung ist. Ob der Optiker 2 dies beim nachmessen am Glas berücksichtigt hat, weiß ich nicht. Bei der Bestimmung des PD-Wertes bei Optiker 2 habe ich einfach in ein Gerät geguckt. Beide PD-Werte wurden einmal ausgemessen. Während eine Seite ausgemessen wurde, wurde die andere Seite geschlossen, soweit ich mich erinnern kann. Die Werte waren nahezu identisch mit den alten Werten. Um den PD-Wert der alten Gläser zu überprüfen, hat er die Brille mitgenommen. Als er wiederkam meinte er, dass es mit den 32,5 nicht hinhaut in der aktuellen Fassung.


Fließt denn das Schielen bei der Glasbestimmung mit rein?

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Re: PD-Wert Toleranz

Beitragvon GodEmperor » Samstag 8. Juni 2019, 22:51

Wenn in deiner Brille kein Prisma eingebaut wurde, dann ist es auch nicht zu messen.
Ganz einfach gesagt werden bei einer Prismenkorrektur die Mitten der Gläser so eingearbeitet, dass deine Augen entspannt sein können und trotzdem geradeaus sehen können. Das hätte als größere oder kleinere (je nach Richtung der Schielstellung) PD beim Nachmessen so erscheinen können.
Wer hat denn die Schielstellung diagnostiziert?
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Re: PD-Wert Toleranz

Beitragvon Brille50 » Samstag 8. Juni 2019, 23:14

Die Schielstellung wurde bei mir in meiner Kindheit vom Hausarzt diagnostiziert. Danach fing die Behandlung beim Augenarzt an. Wie misst der Optiker eigentlich den „wahren“ PD in der Fassung? Soweit ich verstehe sehe ich dann in diesem Bereich am schärfsten.

Bei meinem Brillenkauf hat er lediglich den PD vermessen und meine Brille angepasst. Woher weiß er denn nun auf welcher Höhe die Korrektur eingearbeitet werden muss? Die Höhe hat er denke ich einfach vom letzten Brillenpass übernommen. Geht das so einfach? Zudem geht mir folgendes durch den Kopf: Im Laufe des Tages sitzt die Brille ohnehin nicht immer gleich, so dass man nicht immer durch den „optimalen Punkt“ guckt. Sind Abweichungen deshalb nicht tolerabler?


Sorry für meine vielen Fragen. Einerseits sind mir meine Augen extrem wichtig und anderseits interessiert mich das Thema auch so langsam :lol:

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Re: PD-Wert Toleranz

Beitragvon Brille50 » Sonntag 9. Juni 2019, 19:16

Mit einer kurzen Erläuterung wäre mir echt geholfen.

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Roland A. Frank
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Re: PD-Wert Toleranz

Beitragvon Roland A. Frank » Montag 10. Juni 2019, 18:16

Brille50 hat geschrieben:Mit einer kurzen Erläuterung wäre mir echt geholfen.


glaube ich dir, geht aber nicht..

weder kurz noch sonstwie...

ohne Kenntnisse der exakten Schielstellungswerte ist ein Vergleich von Zentrierdaten (für dich stark vereinfacht "PD und Höhe") nicht möglich..

das geht nur vor Ort und insofern, ob Optiker 2 oder Optiker 1 , beide oder keiner Recht hat, läßt sich sooo nicht sagen...
...mußt du vor Ort klären und dann geht es auch leichter zu erklären !
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