Braucht es Optiker für Brillenkauf in DE?

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WerderFan123
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Braucht es Optiker für Brillenkauf in DE?

Beitragvon WerderFan123 » Montag 4. Juni 2018, 15:19

Ich war letzte Woche bei einem kleinen Brillenladen in Berlin, um eine Brille mit Sehstärke zu kaufen. Leider beschäftigt der Laden keinen Optiker, somit konnte kein Sehtest durchgeführt werden. Es wurde lediglich meine "alte" Brille von der Verkäuferin ausgelesen. Ich war überrascht! :?

MEINE FRAGE: Braucht es in DE rechtlich einen ausgebildeten Optiker für den Brillenverkauf (ich dachte dem wäre so; laut Verkäuferin ist dies falsch)? Und gibt es weitere Unternehmen, die Brillen ohne ausgebildetes Fachpersonal verkaufen und wenn ja, welche fallen euch ein?

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DI Michael Ponstein
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Re: Braucht es Optiker für Brillenkauf in DE?

Beitragvon DI Michael Ponstein » Montag 4. Juni 2018, 15:41

Die Frage ist, was genau ist das Angebot des Geschäftes?
Heisst es Optik.er... xyz oder Shop.
Werden Brillenfassungen oder inklusive Gläser verkauft?
Machen wir es kurz, wie heisst der Laden?

BtW. Ein Meister muss da sein, das Restpersonal kann durch Wochenendschulung als Brillenberater auf die Menschheit losgelassen werden.
Letztendlich entscheidet der Endverbraucher was ihm wichtig ist.
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Michel B.
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Re: Braucht es Optiker für Brillenkauf in DE?

Beitragvon Michel B. » Montag 4. Juni 2018, 15:50

WerderFan123 hat geschrieben:Leider beschäftigt der Laden keinen Optiker, somit konnte kein Sehtest durchgeführt werden. Es wurde lediglich meine "alte" Brille von der Verkäuferin ausgelesen.

Ist für mich sehr, sehr grenzwertig :shock:
Naja, wenn ich es mir recht überlege ist die Grenze eigentlich überschritten....
Wie sah es mit dem einmessen der Zentrierpunkte aus?

WerderFan123
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Re: Braucht es Optiker für Brillenkauf in DE?

Beitragvon WerderFan123 » Montag 4. Juni 2018, 15:54

Danke für die schnelle Antwort! Sehr interessant, dass es NUR EINEN Meister braucht - das war mir so nicht bewusst! :o

Nur, damit ich das richtig verstehe: Verkauft ein Geschäft in DE Brillen inklusive Gläser, MUSS ein Meister anwesend sein? Und könnten Sie mir sagen, wo dies gesetzlich festgeschrieben steht (bin wirklich interessiert ;))?

Kurze Erklärung: Das Angebot des Geschäfts entspricht dem eines "normalen Optikers" - der Name Optiker ist allerdings nicht Teil des Firmennamens. Es werden Fassungen inklusive Gläser verkauft (bisherige Gläser werden vorher ausgemessen, einen Sehtest gibt es nicht).

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Eberhard Luckas
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Re: Braucht es Optiker für Brillenkauf in DE?

Beitragvon Eberhard Luckas » Montag 4. Juni 2018, 16:11

WerderFan123 hat geschrieben:Danke für die schnelle Antwort! Sehr interessant, dass es NUR EINEN Meister braucht - das war mir so nicht bewusst! :o

Nur, damit ich das richtig verstehe: Verkauft ein Geschäft in DE Brillen inklusive Gläser, MUSS ein Meister anwesend sein? Und könnten Sie mir sagen, wo dies gesetzlich festgeschrieben steht (bin wirklich interessiert ;))?



In der Handwerksordnung.
Viele Grüße
Eberhard
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Re: Braucht es Optiker für Brillenkauf in DE?

Beitragvon Smutje » Montag 4. Juni 2018, 17:05

Ganz so ungewöhnlich ist ein "F a s s u n g s v e r k a u f" (oder Sonnenbrillenverkauf fertiger Sonnenbrillen mit "plan-Verglasung") nicht. Da gibt es auch Geschäfte in Berlin. Vlt. erkundigen Sie sich zusätzlich bei der zuständigen Innung,
Daten finden Sie hier: https://www.aoi-berlin.com/
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Michel B.
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Re: Braucht es Optiker für Brillenkauf in DE?

Beitragvon Michel B. » Montag 4. Juni 2018, 17:07

Smutje hat geschrieben:Ganz so ungewöhnlich ist ein "F a s s u n g s v e r k a u f" (oder Sonnenbrillenverkauf fertiger Sonnenbrillen mit "plan-Verglasung") nicht. Da gibt es auch Geschäfte in Berlin. Vlt. erkundigen Sie sich zusätzlich bei der zuständigen Innung,
Daten finden Sie hier: https://www.aoi-berlin.com/

Da stand aber dass die Verkäuferin die alte Brille ausgelesen hat und die selben Stärken in die neue eingearbeitet hat....
Dann ist es eine BRILLE und keine FASSUNG :wink:

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Smutje
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Re: Braucht es Optiker für Brillenkauf in DE?

Beitragvon Smutje » Montag 4. Juni 2018, 17:19

ja, hab ich gelesen und ja, dann passt es schon nicht mehr. (Frage: wurde tatsächlich eine neue Brille gefertigt ?)


Aber es gab/gibt ? in Berlin z.B. eine(n) Fassungsverkäufer(in), da wurde lediglich die Fassung verkauft und der Kunde mit der gekauften Fassung zur Verglasung zu einem "Kollegen" geschickt. Beratung hinsichtlich der Eignung der gekauften Fassung zur Anatomie und/oder die Fehlsichtigkeit des Kunden gab es nicht. Das wiederum ist nichts anderes als der Internetverkauf / Brillenparty / Drogerieverkauf.
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Michel B.
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Re: Braucht es Optiker für Brillenkauf in DE?

Beitragvon Michel B. » Montag 4. Juni 2018, 17:30

Hört sich für mich nicht so an...

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Karoshi
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Re: Braucht es Optiker für Brillenkauf in DE?

Beitragvon Karoshi » Montag 4. Juni 2018, 22:28

https://de.wikipedia.org/wiki/Gesundheitshandwerk

Ist kein Fachpersonal da, rückwärts wieder rausgehen. Ein Meister haftet für sein Tun, entsprechend ist die Motivation groß, gut zu sein (zumindest bei denen die den Titel ernst nehmen).
Des Menschen Leben gleicht der Brille. Man macht viel durch. -- Heinz Erhardt
staatl. gepr. Augenoptiker und Augenoptikermeister FFA München 2011

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Re: Braucht es Optiker für Brillenkauf in DE?

Beitragvon optikgutachter » Mittwoch 6. Juni 2018, 08:38

Die Zulassung zur Anfertigung/dem Verkauf und der Abgabe einer Korrektionsbrille ist klar geregelt.
Die Augenoptik ist ein sogenanntes gefahrengeneigtes Handwerk und unterliegt der ständigen Meisterpräsenzpflicht.
D.h., daß Fachpersonal (zumindest eine Person mit Meistertitel in diesem Handwerk) stets zugegen sein muss.

VIU bspw. hatte vor geraumer Zeit einfach Läden ohne jedweden Augenoptiker - nur mit Verkaufspersonal- eröffnet.
Höchstrichterlich verurteilt muss nun in jedem Geschäft ein Meister anwesend sein.

Möglicherweise wird sich in diesem berliner Geschäft das angestellte Personal der Unrechtmäßigkeit ihres Handels nicht bewusst sein.
Ich würde (insbesondere den Inhaber) mal darauf ansprechen. Ohne Meister gilt für den Kunden: Finger weg von diesen Brillen-Anfertigungen!

Ferner sollte man die Handwerkskammer in Berlin von der unerlaubten Ausübung des Augenoptiker-Handwerks informieren.
Die Kammern reagieren in solchen Fällen eigentlich immer sehr, sehr schnell.

Weiteres gerne auch als PN.

Gruss aus Köln
"OG"
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Re: Braucht es Optiker für Brillenkauf in DE?

Beitragvon Ozimsky » Mittwoch 6. Juni 2018, 17:30

Ich wäre froh wenn das ganze "Geschi..e" um den tollen Meister ein Ende fände.
Wenn ich mir den Wandel im unserem "Gesundheitshandwerk" ansehe, wo immer mehr "Fachkräfte" nach dem Schema " good, better, best" verkaufen sollen/müssen und sich ein ganzer Berufsstand durch "immer billiger" selbst disqualifiziert, wäre es nur logisch, die Meisterpräsenz zu kippen.
Früher machte der Meister Sinn! Man brauchte Berufserfahrung um Gläser von Hand einzuschleifen, Bügel zu reparieren und Kittungen vorzunehmen.
Und heute? "Hamma nich mehr, müssen mer neu bestellen..."
Wer sich gut qualifizieren will, soll den Meister machen. Die anderen eben nicht.
Die Landschaft würde auf jeden Fall bunter und besser werden. Und der Markt sich später selber bereinigen .

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Re: Braucht es Optiker für Brillenkauf in DE?

Beitragvon Metzgermeister » Mittwoch 6. Juni 2018, 18:06

Kein Problem, dann schaff mer den Meister ab, refraktionieren, Kl-anpassen, etc. darf dann nur noch der optometrist :mrgreen:

wohl gemerkt, da is dann aber auch nix mer mit kasse, denn die wollen ja das nachgemessen wird. also nix gut für prielmann, atoll und konserven


so ich hoff ich war jetzt nicht zu ironisch
Gottes schönste Gabe ist und bleibt der SCHWABE, denn Gullstrand ist kein BADeort :D

„Ash nazg durbatulûk, ash nazg gimbatul, ash nazg thrakatulûk agh burzum-ishi krimpatul“

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Re: Braucht es Optiker für Brillenkauf in DE?

Beitragvon GodEmperor » Mittwoch 6. Juni 2018, 19:23

Metzgermeister hat geschrieben:so ich hoff ich war jetzt nicht zu ironisch

Ach so, das war Ironie...

edit: :mrgreen:
Rechtschreibung und Zeichensetzung sind frei erfunden, Ähnlichkeiten mit der Realität sind purer Zufall.

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Re: Braucht es Optiker für Brillenkauf in DE?

Beitragvon optikgutachter » Donnerstag 7. Juni 2018, 09:38

Finde ich jetzt gar nicht komisch.
Wenn ihr wie ich mit den verunfallten Kunden zu tun hättet, dann würde euch das Lachen auch ziemlich schnell vergehen.

Da haben einige die Vorstellung, daß der Kunde schon merken wird wenn was nicht stimmt (infolge Unwissenheit, schlampiger Arbeit, oder Billigstware).
"Den Zahn kann ich ganz schnell ziehen": Mangelndes räumliches Sehen führt ganz schnell zu Fehleinschätzungen bei der Distanzschätzung.
Modell Treppenstufen....danach: "Siehe unten" mit doppeltem Beckenbruch.....die gut 80jährige Dame wird nie wieder richtig laufen können. :evil:
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