Lasern der Augen. Warum so gespaltene Meinungen

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MrBurns
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Lasern der Augen. Warum so gespaltene Meinungen

Beitragvon MrBurns » Donnerstag 4. Januar 2018, 00:58

Guten Tag meine Damen und Herren.
Ich bin kürzlich auf ein Thema gestoßen welches das Lasern der Augen kurz anschnitt. (Wortspiel)
Die Meinungen gingen hierzu 90% in den negativen Bereich.
Meine Frage ist nun warum das Lasern im Internet so verteufelt ist.
Man sagt ja immer "Wenn du schlechte Erfahrungen finden möchtest sollest du das Internet zu Rate ziehen"
Im Sinne von: Symptome Googlen - Resultat : Schwer Krank
Trotzdem würde mich einmal interessieren warum es zu solchen Meinungsverschiedenheiten kommt ?

Kurz zu mir:
Ich selber hatte vor einigen Jahren eine Laserbehandlung und bis heute kann ich aus eigener Erfahrung sprechen, dass ich es jederzeit wieder tun würde.
Ich kenne andere Personen die sich meiner Meinung anschließen würden.

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GodEmperor
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Re: Lasern der Augen. Warum so gespaltene Meinungen

Beitragvon GodEmperor » Donnerstag 4. Januar 2018, 09:31

MrBurns hat geschrieben:Ich bin kürzlich auf ein Thema gestoßen welches das Lasern der Augen kurz anschnitt. (Wortspiel)

:mrgreen: Einschneidendes Erlebnis, wie...? :lol:
Jaah, interessanter Threadverlauf. War eigentlich alles gesagt zum Thema und wendete sich fürchterbar... Hmm, tja.

Eventuell liegts daran, dass die misslungenen zum Optiker gehen und inständig Hilfe haben wollen bei ihren nun zermanschten Glotzkorken und damit den Optikern im Gedächtnis bleiben?
Und eventuell im "ferneren" Bekannten- und Kollegenkreis nichts von einer Operation erzählen, damit keiner lästert, bzw direkt sagt "Duuu bist ja doof, lässt dir anne Augen rumschnippeln!".
Vielleicht trauen sich solche Leute nur im "anonymen" Internet was zu sagen?
Ist doch so: Wer zufrieden ist, sagt nichts, wer unzufrieden ist, schreit rum.

Allerdings hab ich persönlich jetzt nicht so unglaublich viele Kunden, von denen ich weiß, dass sie sich haben operationieren lassen. Nur einige Leute mit relativ üblen Sehleistungen, die einfach nicht erzählen wollen, warum das so ist... :mrgreen:

Persönlich (nicht weil ich Optiker bin!) möchte ich keine nicht wirklich notwendige Operation durchführen lassen. Selbst wenn die Erfolgsquote bei 99% läge, wüsste ich, dass dieses eine Prozent meines wäre und ich nachher schlechter und schlechter korrigierbar gucken wurde. Aber das ist jedermanns/fraus eigene Entscheidung und wenn jemand sich dafür interessiert und sich beraten lässt (und das nicht nur bei nem Arzt, der mit genau dieser Operation Geld verdient), ist es für mein Dafürhalten okay. Nur wenn man das eine Prozent ist, ja, dann muss man natürlich genügend Selbstreflektion besitzen und sich ans eigene Riechkölbchen fassen.
Rechtschreibung und Zeichensetzung sind frei erfunden, Ähnlichkeiten mit der Realität sind purer Zufall.

Oppicker
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Re: Lasern der Augen. Warum so gespaltene Meinungen

Beitragvon Oppicker » Donnerstag 4. Januar 2018, 11:54

MrBurns hat geschrieben:Meine Frage ist nun warum das Lasern im Internet so verteufelt ist.
...
Trotzdem würde mich einmal interessieren warum es zu solchen Meinungsverschiedenheiten kommt ?


Versuch mal, einen gelaserten Augenarzt zu finden!!
Davon abgesehen schreibe ich regelmäßig im Ärzteforum und tausche mich dort vorzugsweise mit einem Augenarzt und einem Gynäkologen aus. Ich bin erschüttert, wie wenig im Studium physikalische Optik eine Rolle zu spielen scheint, denn der Umstand, dass man beim LASIK-Verfahren die Gitterstruktur von Eiweißfasern der Hornhaut (Fibrillen) irreparabel zerstört, die im gesunden Zustand für brillantes Sehen und Kontrast sorgen, ist dort überhaupt nicht bekannt. Folglich spielen sie auch keine Rolle bei einer Patientenaufklärung!!!
Dasselbe gilt übrigens auch für "Crosslinking", einem Therapieverfahren, das man bei Keratokonusfälle anwendet.

Da meine Tochter selbst Medizin studiert und ich eifrig bei ihr mitlerne, weiß ich erst, was Ärzte wissen und vor allem, was sie nicht wissen!
Ich kann Dir nur empfehlen, seeeeehr kritisch jede Empfehlung von Leuten zu prüfen, die von ihrer Empfehlung leben. Das gilt selbstverständlich auch für Optiker, aber während es vermutlich genug Optiker gibt, die Brillen tragen, dürftest Du ziemliche Schwierigkeiten haben, mir einen gelaserten Augenarzt zu präsentieren!

LASIK und LASEK und PRK haben ihre Existenzberechtigung, wo es nicht um den Anspruch geht, lebenslang auf ein Nasenfahrrad verzichten zu können. Jede Behauptung in diese Richtung ist eine unverschämte Lüge und ganz besonders verachtenswert bei jemandem, der womöglich weiblich ist und Kinder gebären möchte. Meine Nachbarin und deren Sohn, beide bei weit über -10dpt, haben sich lasern lassen und ich habe das goutiert, denn beide haben gewusst, dass sie weiterhin eine Sehhilfe brauchen werden, allerdings nur halb so dick und halb so schwer wie zuvor.

Wer ohnehin kein hohes Auflösungsvermögen besitzt (Visus), wird die Folgen einer LASIK-OP viel eher ertragen als jemand, der gewohnt ist, mit Brille oder KL noch feinste Strukturen zu erkennen. Hier wird aber bei Sprüchen wie "Ein Leben ohne Brille" oder "Nie wieder Brille" nicht differenziert, weil man die Kohle verdienen möchte, die eine OP bringt und die der Augenarzt bei 20 Euro/Quartal für einen Kassenpatienten auch dringend braucht.
Aber eine (zunächst) positive Erfahrung nach einer LASIK oder LASEK-OP ist KEINESFALLS auf Dritte übertragbar. Zu viele individuellen Parameter spielen eine Rolle. Deshalb hat mich auch Deine Einmischung geärgert.
MrBurns hat geschrieben:Kurz zu mir:
Ich selber hatte vor einigen Jahren eine Laserbehandlung und bis heute kann ich aus eigener Erfahrung sprechen, dass ich es jederzeit wieder tun würde.
Ich kenne andere Personen die sich meiner Meinung anschließen würden.


Kurz zu mir: Ich habe selbst nahezu -6 dpt und das schon 30 Jahre lang. Niemals würde ich mich unter einen Laser legen. Ich kenne eine junge Griechin, die sich in Antalya hat zurechtschnitzen lassen wollen ("ist ja da viel billiger") und hat sich dort eine Herpes-Virus am Auge zugezogen, den sie nie wieder los wird.
Manchmal gibt es im Leben einfach nicht genug Steine (Forrest Gump)

starry_night
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Re: Lasern der Augen. Warum so gespaltene Meinungen

Beitragvon starry_night » Donnerstag 4. Januar 2018, 20:45

Ich denke, das Problem ist - wie bei allen medizinisch nicht notwendigen Eingriffen -, dass man den Nutzen nicht objektiv gegen die Risiken abwägen kann. Denn wie groß nun der Nutzen ist, zumindest bis zum Eintreten der Alterssichtigkeit Aussicht auf ein brillenfreies Leben zu haben, ist eine sehr subjektive Angelegenheit. Während es dem einen überhaupt nichts ausmacht, morgens die Brille aufzusetzen, stört es den anderen ungemein. Genauso wie die eine ihre handlichen A-Körbchen praktisch finden mag, weil sie auch gut ohne BH rumlaufen kann, und die andere unter der fehlenden Oberweite leidet und sich vielleicht Silikonimplantate einsetzen lässt.

Ich selbst habe gerade bei den Augen sehr großen Respekt vor den OP-Risiken und habe v.a. deshalb auch 35 Jahre nach der Katarakt-OP im Babyalter immer noch keine implantierten Kunstlinsen. Für mich wäre der Vortel nur marginal, da ich mit meinen Kontaktlinsen bestens zurechtkomme und deren Verwendung für mich einfach selbstverständlich ist. Das wird aber oft von anderen nicht verstanden, und ich habe sowohl von Laien als auch von Augenärzten und Optikern (auch hier im Forum :wink: ) schon die Frage gestellt bekommen, wieso ich denn nicht implantieren lasse. Für viele andere scheint es also schwer vorstellbar, dass ich finde, es würde mir kaum was bringen. Ändern würde sich das wohl erst, wenn entweder die Multifokal-IOL so gut werden, dass ich damit wirklich mal ohne Brille sein könnte oder ich meine Kontaktlinsen nicht mehr gut vertrage und regelmäßig Brille tragen müsste. Denn mit der hab ich tatsächlich ein Problem.

Und zu guter Letzt: Danke, dass Du einen eigenen Faden aufgemacht hast. Ich finde die Thematik nämlich durchaus interessant, aber in der anderen Diskussion war das irgendwie fehl am Platz :)
Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung.
Antoine de Saint-Exupery

wörterseh
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Re: Lasern der Augen. Warum so gespaltene Meinungen

Beitragvon wörterseh » Donnerstag 4. Januar 2018, 21:29

Das Thema 'Lasern' gehört jetzt nicht wirklich zur Augenoptik - also können wir Diskussionen zu diesem Thema ruhig lassen. Wir haben diesbezüglich schon oft aufgeklärt, in diesem Forum findet sich ausreichend Lesestoff. Wer über 'nicht absehbare' Risiken aufgeklärt werden möchte, kann sich gern an verschiedene Blinden- und Sehbehindertenverbände wenden. Dort suchen ja schließlich auch jene Patienten Hilfe, bei denen 'etwas schief gelaufen' ist.
Quallen leben seit 650 Millionen Jahren ohne Hirn - Das macht vielen Menschen Hoffnung!

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Distel
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Re: Lasern der Augen. Warum so gespaltene Meinungen

Beitragvon Distel » Donnerstag 4. Januar 2018, 22:07

.
Wer über ein komplexes Wissen zu dieser Thema verfügt, wird in der Regel nicht die Risiken einer Lasik-OP zur Korrektur der Refraktionwerte eingehen.

Nach der OP wird der Flap wieder zurückgeklappt. Er wächst von selbst wieder fest. :? Allerdings verliert die Hornhaut dabei ihre mechanische Widerstandskraft. Das lässt sich auch durch moderne Verfahren nicht ändern.
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagno ... 86351.html

Ergänzung und ganz wesentlich.... Der Flap wächst nur in Randbreich wieder an und liegt zentral locker auf. :!:

Dadurch ergeben sich gravierende Nachteile, denen sich viele junge Lasik-Patienten gar nicht bewusst sind.
Ein erhöhtes Risiko eines problematisches Heilungsverlaufes bei eventuellen Sport- und Arbeitsverletzungen im
Vergleich zum ungelaserten Auge.
Durch den nicht festgewachsen zentralen Bereich lässt sich der Augeninnendruck nicht mehr präzise bestimmen
erschwerte Diagnostik eines Glaukoms. :!:
Im Fall einer späteren erforderlichen Star-OP können die Werte der einzusetzenden Intraokularlinse derzeit nur
abgeschätzt, aber nicht exakt ausgemessen werden. :!:

interessante Links
http://www.3sat.de/page/?source=/nano/m ... index.html
http://www.1xo.de/news/allgemein/„augenlasern-ist-ein-nicht-zu-unterschätzender-medizinischer-eingriff“
https://www.rae-gellner.de/downloads/14 ... s_Auge.pdf
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 89822.html
Nemo me impune lacessit - Niemand reizt mich ungestraft

starry_night
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Re: Lasern der Augen. Warum so gespaltene Meinungen

Beitragvon starry_night » Freitag 5. Januar 2018, 01:36

Danke fuer die Links, Distel. Die sind wirklich sehr interessant.
Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung.
Antoine de Saint-Exupery

optikmichel
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Re: Lasern der Augen. Warum so gespaltene Meinungen

Beitragvon optikmichel » Freitag 5. Januar 2018, 01:51

Mal kurz wieder zur anfähnglichen fragestellung: Als optiker höre ich natürlich nichts mehr von Kunden, welche sich mit 20-25 lasern lassen haben und bei denen alles gut ging, die seh ich erst wieder mit 45, wenn die lesebrille nötig ist ( so viel zum Thema " nie wieder Brille ", "ein Leben ohne Brille ", etc.,diese " Werbe" Aussagen sind schlichtweg falsch und gehören m.M. glatt verboten). Und wenn diese dann wegen der Lesebrille kommen, prahlt auch keiner von denen, dass er/sie sich mal lasern hat lassen. Ich bekomme im Alltag nur die Leute mit , wo die Sache suboptimal gelaufen ist, das gleiche gilt m.M. nach für Star-OPs, da läuft es eben nicht immer so wie geplant. Meiner "persönlicher erfahrung " nach gibt es eine " Fehlerqoute " von ca. 10%.
Muss jeder selber wissen, ob er/sie sich unters Messer legt.
Ansonsten hat das ein kollege hier schon geschrieben: Finde einen Operateur, der sich schon selber lasern lassen hat !!!

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Metzgermeister
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Re: Lasern der Augen. Warum so gespaltene Meinungen

Beitragvon Metzgermeister » Freitag 5. Januar 2018, 13:23

Naja ich hatte mal eine Kundin, der sagte man auch: "Nie wieder Brille und erst recht keine Gleitsicht- oder Lesebrille!" Das Ende vom Lied war, zwar beide Augen "gut" gelasert (wenn man mal von dem Flap-Problem absieht) aber: das eine nun Kurzsichtig (-2), das andere nun leicht Weitsichtig (+1).

Kein räumliches Sehen mehr, Doppelbilder, ..... halt all das wenn man Monovision betreibt und es nicht verträgt.

Zu dem kommen die klassischen Laserprobleme: Blend- und Lichtempfindlichkeit, trockene Augen, kein hoher Visus (Einzelauge), ...

Klinik war in einer Stadt wo die Autos mit dem Stern gebaut werden.


Allein im Jahr 2017 hatte ich 6 Kunden, mit "verpfuschten" Augen, davon nur 1 Kunde im Ausland behandelt. 'Meine Ladenkasse freut sich über so etwas, denn diese Speziallinsen, welche dann auf Grund der vermurksten Hornhaut angepasst werden müssen, sind nicht billig. Leider übernimmt die Krankenkasse ja in so einem Fall den Großteil.
Gottes schönste Gabe ist und bleibt der SCHWABE, denn Gullstrand ist kein BADeort :D

„Ash nazg durbatulûk, ash nazg gimbatul, ash nazg thrakatulûk agh burzum-ishi krimpatul“

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Distel
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Re: Lasern der Augen. Warum so gespaltene Meinungen

Beitragvon Distel » Freitag 5. Januar 2018, 13:42

starry_night hat geschrieben:Danke fuer die Links, Distel. Die sind wirklich sehr interessant.

Gern geschehen. Vielen Dank für die Rückmeldung. :wink:

Kompetente Informationen unter der Flut von Werbelinks von Instituten, oberflächlichen Recherchen,
einseitigen Berichten herauszufinden, erscheint mir für Menschen ohne Fachwissen schwierig.
Daher habe ich diese Links mal her eingestellt.

Noch ein Tipp
Fundierte Informationen zu fehlgeschlagen OP sind auf deutsch kaum zu finden, da wissenschaftliche Arbeiten
meist in englischer Sprache ausgeführt werden.
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OptikMayer
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Re: Lasern der Augen. Warum so gespaltene Meinungen

Beitragvon OptikMayer » Donnerstag 11. Januar 2018, 10:45

erlebe auch immer häufiger Fälle, bei denen sehr junge Patienten sich aufgrund eines Refraktionsdefizites einer klassischen grauen Star-Op mit Erneuerung der Intraokularlinse unterziehen. So gerade erst geschehen bei einer 23 jähigen hyperopen Kundin, die nun trotz eingesetzter multifokaler Intraokularlinse, eine Lesebrille und eine PC Arbeitsplatzbrille benötigt.
Is mir egal , wer dein Vater ist !
Solange ich hier angel, geht hier keiner übers Wasser


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