über Vintage-Brillen

Hier werden Berichte aus dem TV, Radio und Zeitungen vorgestellt. Berichte über die Augenoptik soll und muß es geben. Aber sind die Berichte wirklich gut recherchiert? Sind die Berichte einseitig? Fundierte Information oder einfache Effekthascherei? Diskutieren sie mit!
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Smutje
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über Vintage-Brillen

Beitragvon Smutje » Donnerstag 3. November 2016, 19:09

hier ein gut gelungener Artikel mit einem Ausblick auf die opti 2017:

https://www.optikernetz.de/die-faszination-vintage/
- Fassungen und Sonnenbrillen aus den 50ern-/60ern-/70ern-/80ern-/90ern
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deephorst
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Re: über Vintage-Brillen

Beitragvon deephorst » Donnerstag 3. November 2016, 22:23

netter Artikel, und auch interessant den da genannten Namen mal nachzugehen (Battistel, Metzler und so)
wir australier sind die coolsten (Ricola)

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Smutje
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Re: über Vintage-Brillen

Beitragvon Smutje » Freitag 4. November 2016, 14:43

teilweise kenne ich die Sammler, ist ein gewöhnungsbedürftiger Haufen gleichgesinnter Brillenverrückter. Es gibt auch feste Sammlergemeinschaften zu bestimmten Sammelgebieten (z.B. Cazal-Fassungen von vor 1989).
Christian Metzler z.B. ist einer davon, hat mit dem ehemaligen Hersteller "Metzler" nichts zu tun.
Die Brillenmode läuft den "alten Zeiten" hinterher und seit Jahren bestimmen "Retro" , "Vintage" ..... die aktuellen Fassungskollektionen. Aber Vintage ist nicht aktuell, Vintagebrillen sind immer Originale der jeweiligen Zeit.
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Vielleser
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Re: über Vintage-Brillen

Beitragvon Vielleser » Freitag 4. November 2016, 18:44

Noch mehr Nachempfundenes ...

http://www.lunettes-selection.com/

War neulich auch auf den Nachrichtenseiten Thema und ist somit wohl im Mainstream angekommen:
http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance ... 83928.html

Diese Kollektion wäre nicht so mein Fall, aber sie hat sicher was für diejenigen, die etwas "Individuelleres" suchen.

Was manche aus der Branche übrigens beim Run auf die Originale nach meinem Eindruck offenbar übersehen bzw. nicht erfassen, ist, dass das für viele in bestimmten Subkulturen ganz einfach Teil des persönlichen (Retro-)Kleidungs- oder gar Wohnaccessoires ist. Wer seinen gesamten Stil und sogar sein gesamtes Lebensambiente (ob nun konsequent hundertfuffzigprozentig authentisch oder nur im Sinne eines "zeitlosen" Stils einer bestimmten Zeit), für den sind 99,5% des gängigen Ladenangebots an "Sehhilfen" ein völliges "No go" (gewisse Vintage-angehauchte Trends der Nerdbrillen mal ausgenommen - für manche dieser Leute ....). Ich kenne etliche von diesem Kaliber in meinem Bekanntenkreis.

Aber eine Frage an die Leute von Fach:
Eine Ex von mir war einige Zeit schwer Vintage-Brillen-infiziert - in allen Varianten der Cat's Eye-Fassungen. Ist rund 25 Jahre her, als man echte Vintage-Brillen noch durchaus gut sogar als Neuware auf Flohmärkten auftreiben konnte. Bei der Begleitung zum Optiker, als sie sich ihre (geringe) Weitsichtigkeit hat einglasen lassen, habe ich das ein bisschen was mitbekommen.
Daher meine Frage: Wo würde der Fachmann selbst bei äußerlich einwandfrei erhaltenen Secondhandbrillen oder "New Old Stock" zur Vorsicht raten bzw. ab wann würde er sich beim Einschleifen weigern? Was sind kritsche Faktoren beim MATERIAL und der Fassungsbeschaffenheit, speziell bei Acetat, oder sonstige K.O.-Kriterien? (Meine "Damalige" hatte z.B. irgendwann Probleme mit einer - gebraucht erstandenen - Fassung, die sie heiß und innig geliebt hatte, aber das Material war anscheinend irgendeine Zelluloidvariante, die unrettbar alterte).
Machen z.B. Glastypen Probleme, die es damals noch gar nicht gab, z.B. Gleitsichtgläser in echten Vintage-Fassungen, oder kommt das auch auf den Einzelfall an (ausreichende Glashöhe vorausgesetzt, beispielsweise)?

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Re: über Vintage-Brillen

Beitragvon Eberhard Luckas » Freitag 4. November 2016, 19:11

Moin,

alle Acetat-Brille altern, werden härter und spröder. Optylfassungen können Oberflächenveränderungen erhalten, aber meist nur durch Schweiß, aslo beim Tragen.
Eigentlich gibt es keinen Kunststoff, der nicht altert. Das bedeutet, dass ich niemals in eine 20 Jahre alte Kunststoff-Fassung neue Gläser einsetzen würde. Nur auf Gefahr des Kunden.
Viele Grüße
Eberhard
Augenoptikermeister

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Smutje
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Re: über Vintage-Brillen

Beitragvon Smutje » Freitag 4. November 2016, 20:45

Ungetragene (oft noch als "neu" bezeichnete) Fassungen, die gut gelagert wurden (z.B. nicht in Plastiktütchen), können in der Regel problemlos verglast und angepasst werden.
Wir verglasen Fassungen, die mehr als 50 Jahre "auf dem Buckel" haben. Hier einmal ein Beispiel:

k-Metzler 535 001.JPG
k-Metzler 535 001.JPG (144.76 KiB) 2242 mal betrachtet


Damals (60er) war das eine Kassenfassung, hier Hersteller "Metzler"

Auch noch ältere Fassungen (hier 50er) sind gut verglasbar.

007.JPG
007.JPG (59.5 KiB) 2242 mal betrachtet


Natürlich sind solche "Schätzchen" - genauso wie ein Oldtimerautomobil - mit Sorgfalt zu behandeln.
Die "Qualität" von manchen Metallfassungen ist oft sogar besser, als bei heutigen Metallfassungen. Das zeigt sich gerne an der Verarbeitung, z.B. an den Scharnieren.
Vintagebrillen der 50er und 60er Jahre sind im Verhältnis zu heutigen Fassungen eher klein. Damals gab es nur mineralische Gläser und eine große Fassung wäre schlichtweg zu schwer geworden.
Eine bemerkenswerte Neuerung gab es ca. 1950, als die ersten Nylorfassungen (Essel, Frankreich) den Markt langsam eroberten. Sie lösten damals die geklebten (Polymil) - Brillen ab. Bei diesen war das Glas an den Tragerand geklebt. Im Aussehen ähnlich (unten ohne Tragerand), die Verglasung war bei den Nylorfassungen aber einfacher.

Hier eine "AMOR" - Polymilbrille (unverglast)

k-braun 01.JPG
k-braun 01.JPG (93.29 KiB) 2242 mal betrachtet
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Re: über Vintage-Brillen

Beitragvon Vielleser » Freitag 4. November 2016, 21:37

Danke - das deckt sich so ungefähr mit dem, was meiner Ex damals bei einem Optiker hier am Ort gesagt wurde, der "nebenbei" schon damals und auch heute noch immer mal wieder Vintage-Brillen aus alten Lagerbeständen im Sortiment führt(e). Meine Ex hat ihr erste "Cat's eye" (schwarzes Acetat, 50er Jahre) bei ihm gekauft, und mir wurde der gleiche Optiker von meinem Optiker vor 2 Jahren empfohlen, als ich das Thema gewisser Vintage-Stile ansprach, die mir evtl. vorschwebten (dass ich bei der Verglasung letztendlich ein gewisses eigenes Risiko trage, ist mir klar). Wie mein Optiker damals sagte: "Die Vintage-Fassungen sind bei dem nicht billig, sind aber absolut hochwertig und halten dann locker 10 Jahre."
Wenn das schon die "Konkurrenz" sagt ... Und er scheint seine Abnehmer zu haben ...
Nach seinem Schaufenster zu schließen, hat er sogar immer wieder neue Fassungen aus den 30ern/40ern vorrätig, die vermutlich schon damals sehr extravagant waren (nach diversen Details zu schließen).

Stilistisch ungefähr wie die runden Modelle unten (die wohl so richtige "Unisex"-Fassungen der 30er Jahre waren), aber mit ein paar Besonderheiten (u.a. farbige Einlagen und ganz eigenartige Materialien) noch zusätzlich ...

Bild

Bild


Smutje hat geschrieben:Vintagebrillen der 50er und 60er Jahre sind im Verhältnis zu heutigen Fassungen eher klein. Damals gab es nur mineralische Gläser und eine große Fassung wäre schlichtweg zu schwer geworden.

Das ist mir auch bei der Kollektion der oben verlinkten "Vintage"-Boutique aus Berlin negativ aufgefallen. Allein schon die Größe lässt manche der Fassungen etwas zu sehr wie die sprichwörtlichen "Nasenfahrräder" wirken, wenn's jemandem wirklich auf "Vintage" ankommen sollte.

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Re: über Vintage-Brillen

Beitragvon deephorst » Samstag 5. November 2016, 02:14

Zum Thema Brillensammler nochmal, schöner Link auf den C.M. :
http://old.eyewear-magazine.com/2014/06 ... n-metzler/
ja ok, ist alles auf englisch, aber ziemlich gut - und ziemlich cool : )
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Re: über Vintage-Brillen

Beitragvon Smutje » Donnerstag 10. November 2016, 17:02

weil's gerade gut passt:

Das ist Vintage:
2 Röhm Optik Brillenfassungen aus alten Beständen, ungetragen, unverglast und top gelagert.

k-Röhm Leo 001.JPG
k-Röhm Leo 001.JPG (105.77 KiB) 2106 mal betrachtet


k-Röhm Leo 002.JPG
k-Röhm Leo 002.JPG (62.56 KiB) 2106 mal betrachtet


k-Röhm Leo 004.JPG
k-Röhm Leo 004.JPG (72.79 KiB) 2105 mal betrachtet
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Re: über Vintage-Brillen

Beitragvon benkhoff » Donnerstag 10. November 2016, 17:46

na, die sehen mal richtig stabil aus!
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Re: über Vintage-Brillen

Beitragvon GodEmperor » Donnerstag 10. November 2016, 21:25

...und richtig schön noch dazu! Die werden weitervererbt.
Rechtschreibung und Zeichensetzung sind frei erfunden, Ähnlichkeiten mit der Realität sind purer Zufall.

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Re: über Vintage-Brillen

Beitragvon Smutje » Freitag 11. November 2016, 11:14

da werde ich bald schon keine mehr von haben, schade !! Ich habe Kunden aus der gesamten Republik, die genau hinter solche Originalen hersind. Und wenn die Brillen dann fertisch sind und die Kunden die aufhaben ... dann sieht das auch noch richtig gut aus.

Also: wer noch solche Teile hat und sie einem kleinen, einsamen, armen und unterernährten Kollegen zur Verfügung stellen möchte, der schicke sie bitte zu mir,
herzlichen Dank bereits jetzt, ich werde euch dafür in mein Nachtgebet aufnehmen. Danke.
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Re: über Vintage-Brillen

Beitragvon benkhoff » Freitag 11. November 2016, 12:24

Smutje hat geschrieben:und unterernährten Kollegen

ich schick Dir mein Knäckebrot
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Re: über Vintage-Brillen

Beitragvon GodEmperor » Freitag 11. November 2016, 17:33

benkhoff hat geschrieben:ich schick Dir mein Knäckebrot

Ich hätte noch ne halbvolle Tüte falsches Mitleid im Angebot. Zusammen mit dem Knäckebrot wärs schon fast ne Mahlzeit... :P
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Re: über Vintage-Brillen

Beitragvon münchnermädel » Dienstag 20. Dezember 2016, 20:17

Der Trend um diese Vintage-Brillen ist ja wirklich enorm geworden in den letzten Jahren. Ich finde es aber richtig cool wenn alte Brillen wieder verwendet werden :)


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