"Generation kurzsichtig" auf ARTE

Hier werden Berichte aus dem TV, Radio und Zeitungen vorgestellt. Berichte über die Augenoptik soll und muß es geben. Aber sind die Berichte wirklich gut recherchiert? Sind die Berichte einseitig? Fundierte Information oder einfache Effekthascherei? Diskutieren sie mit!
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Qwerty
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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon Qwerty » Freitag 19. Januar 2018, 15:36

Grundsätzlich spielt hier die Vererbung auch eine Rolle.
Ich denke es ist das Risiko nachher höher Kurzsichtig zu werden, wenn die Eltern auch myop sind. Der Lifestyle entscheidet aber dann über den weiteren Verlauf. Man ist sich in dieser Sache noch nicht so ganz einig wie stark man die Erbanlage Gewichte soll. Die nächsten Jahre Forschung werden es zeigen :wink:
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Traumtänzerin
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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon Traumtänzerin » Dienstag 23. Januar 2018, 14:23

Um noch mal auf die Frage zurückzukommen, die mich ganz besonders interessiert: Was macht Ihr Fachleute, wenn Eltern z.B. auf der Myopiacare-Seite einen Test gemacht haben und dann mit so etwas zu euch kommen:

Myopiacare3.jpg
Myopiacare3.jpg (22.12 KiB) 681 mal betrachtet



Sagt ihr ihnen, das sei Humbug und es reiche aus, das Kind häufig im Freien spielen zu lassen? Erhebt ihr weitere Daten, um zu einer genaueren Risikoeinschätzung zu kommen? Registriert ihr euch dort, um den Eltern mit weiteren Informationen helfen zu können?

(Die Angaben, die zu diesem Ergebnis geführt haben, waren: Kind 5 Jahre, nicht myop, Geschwisterkind ebenfalls nicht myop, keine myopen Großeltern, beide Elternteile myop, Mutter > -5 dpt., Vater über -2, aber unter -5. )
Zuletzt geändert von Traumtänzerin am Dienstag 23. Januar 2018, 15:25, insgesamt 1-mal geändert.
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DI Michael Ponstein
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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon DI Michael Ponstein » Dienstag 23. Januar 2018, 15:02

Alles kein Humbug. Wenn jemand zu uns käme nehmen wir das ernst. Tatsächlich bleibt es die Frage, welche Methode zu einem Erfolg führt. Wir können das nicht stoppen, das muss klar sein.
Der erfolgreichste Methodenansatz dürfte sein:
a) regelmässige Kontrollen - mit Nachführung der Stärke
b) Massnahmen im persönlichen Umfeld, Beleuchtung, Leseabstand, digitale Medien
hierbei wird sich noch der Ansatz der verstärken Nutzung der digitalen Medien erheblich bemerkbar machen. Das steckt in den bisherigen Ergebnissen nur zum Teil.
c) Freizeitverhalten, raus an Tageslicht für mind. 2-3 Stunden am Tag.
...
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Qwerty
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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon Qwerty » Freitag 26. Januar 2018, 07:53

Karoshi hat geschrieben:
Qwerty hat geschrieben:
Karoshi hat geschrieben:
@ Qwerty: Die Hypothese mit der "Rotverschiebung" und dem UV/HEBL*-Blocker ist sehr interessant und klingt erstmal plausibel.
Würde irgendwie bedingen, dass wir uns mit der ganzen Blue-Light-Hazard-Problematik Probleme züchten


Die HEBL Geschichte ist tatsächlich eine interessante Geshichte zumal ja mit störenden Reflexen sehr zu kämpfen ist. Allerdings denke ich, wen die These mit dem Blaulicht stimmen sollte, die Blue Block Geschichte alleine zu wenig ist. Ich denke, dass UV Licht eine große Rolle spielt. Nur was dagegen Tun? 1.5? Wobei da ja der Absorb auch noch hoch ist. Wenn man an die Amis denkt die ohnehin nur Poly oder Trivex nutzen? Naja interessante Sache jedenfalls :D


Meinst du die 2% UVA die auf der Netzhaut ankommen haben so eine große Auswirkung? der Rest wird ja schon vorher weggefiltert von den brechenden Medien.
Wobei die S-Zapfen ja schon bis mindestens 360nm runter zu reagieren scheinen...
Bild



Kleiner Nachtrag nach einer Diskussion mit anderen Myopie-Experten
Die Lichtwellen die verantwortlich für die Dopaminproduktion sind bewegen sich zwischen 460-480nm. Folglich kann man sagen die 2% UVA spielen vermutlich keine Rolle und du hast mit deiner These recht. 1:1 :D Die Blue-Light-Hazard-Problematik-Theorie kann man wahrscheinlich somit auch wiederlegen, da die meisten ja nur bis 440nm abschwächen.


Lg
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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon Robin » Freitag 26. Januar 2018, 10:20

Bei den ganzen Ergebnissen sollte man etwas vorsichtig sein:

1. In Fernost gibt es bereits seit vielen Jahren eine wesentlich größere Problematik mit progressiven Myopie und der Zunahme von Myopien insgesamt. In wie weit dies z.B. auf Europa übertragen werden kann ist vollkommen unklar. Definitiv nehmen aber auch in Europa die Myopie zu - aber längst nicht in dem Ausmaß wie in Fern-Ost!

2. Alle Strategien, dieses Problem in den Griff zu bekommen, beruhen ausschließlich auf Statistik und statistischen Auswertungen von Experimenten. Warum bestimmte Vorgehensweisen scheinbar funktionieren, wie diese funktionieren und was die wirklichen Ursachen sind, ist derzeit noch alles vollkommen offen.

3. Klar ist definitv, das öfter im freien aufhalten und spielen, weniger die elektronischen Geräte zu (mißbrauchen) benutzen, bessere Beleuchtung etc. offensichtlich nicht schadet sondern unter Umständen helfen könnte. Ob das (im konkreketen Einzelfall) und warum das hilft weis eigentlich keiner so ganz genau - es gibt nur viele Theorien.

4. In wie weit die Ergebnisse aus Fern-Ost wirklich auf Europa übertragbar sind ist auch vollkommen offen.

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DI Michael Ponstein
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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon DI Michael Ponstein » Freitag 26. Januar 2018, 10:29

tja, alles nicht so einfach. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Kids auch aus Reihe 5 noch die Tafeln lesen sollen.
Ich habe bisher noch keine Schulklasse gesehen, wo Schüler zur Tafel alle gleich weit weg sitzen.
Schon dies alleine, lassen Unterkorrekturmethoden eher hinten an stehen.
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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon chris00078 » Freitag 26. Januar 2018, 11:26

Aus dem Beitrag geht relativ eindeutig hervor, dass es die Kombination aus fehlendem Tageslicht und verstärkter Naharbeit ist, die die Moypie bei Kindern ansteigen lässt. Man kann das auch relativ gut erkennen, dass in weniger entwickelten Ländern oder in Ländern wie Australien, die eine starke "Draußenkultur" haben, die Zahlen relativ niedrig sind.
Wir haben sehr viele chinesische Kunden und hier ist zu beobachten, dass die Myopie bei deren Kindern extrem stark ansteigt. Gerade letzte Woche eine 12jährge gehabt. Alte Brille -2,00 dpt, neu -5,75 dpt. Das Kind befindet sich laut Vater so gut wie nie draußen. Wird morgens mit dem Auto zur Schule gefahren, mittags abgeholt und verbringt den ganzen Tag drinnen. Lernen, lesen, Handy, Tablet.
In Südkorea sind mittlerweile 96%!!! aller unter 20jährigen Kurzsichtig. In Hongkong ca. 87%.

Weiß jemand welcher Bereich des blauen Lichts dafür zuständig ist, das Längenwachstum des Auges zu bremsen? Ich würde ungern Kindern Gläser mit Blueblockern verkaufen, um damit deren Myopie noch zu verstärken. Bin ja kein Drogendealer :wink:

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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon DI Michael Ponstein » Freitag 26. Januar 2018, 13:08

chris00078 hat geschrieben:
Weiß jemand welcher Bereich des blauen Lichts dafür zuständig ist, das Längenwachstum des Auges zu bremsen? Ich würde ungern Kindern Gläser mit Blueblockern verkaufen, um damit deren Myopie noch zu verstärken. Bin ja kein Drogendealer :wink:


"Dopamin ist ein Botenstoff, der das Augenlängenwachstum
hemmen soll. Es ist bekannt, dass Dopamin von blauem
Licht der Wellenlänge 460-500 nm angeregt wird. Bei höherer
Lichtintensität im Freien wird mehr Dopamin freigesetzt, was
das Längenwachstum des Augapfels hemmen soll."
Quelle myopie - Points de Vue | International Review of Ophthalmic Optics
Deswegen ist klar, warum bei Kantenfiter >500 Probleme mit dem Gemüt auftreten können und für uns jetzt, dass UV reduzierende Wirkungen bis 420 nm, demnach nur Schutz wäre, nichts weiter.
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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon chris00078 » Freitag 26. Januar 2018, 13:28

Es ist bekannt, dass Dopamin von blauem Licht der Wellenlänge 460-500 nm angeregt wird.


Hallo Michael, besten Dank für die rasche Info :D

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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon chris00078 » Freitag 26. Januar 2018, 13:32

Eyeprotect vom großen E filtert im Bereich von 425-455nm.

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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon DI Michael Ponstein » Freitag 26. Januar 2018, 14:01

Na dann liegen die ja noch gerade entsprechend.
E... gehört ja mit zu den Unternehmen, die am Prozess der Myopieforschung rege Anteil nehmen. Zumindest, wenn man die Publikationen so sieht.
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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon DI Michael Ponstein » Freitag 26. Januar 2018, 14:02

chris00078 hat geschrieben:Eyeprotect vom großen E filtert im Bereich von 425-455nm.

Die entscheidende Frage bleibt, wird gedämpft oder geblockt?
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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon Karoshi » Freitag 26. Januar 2018, 19:29

das beantwortet die Glasfarbe: Trage selber eyeprotect in 1,67. Sind leicht "sonnig". Etwa wie Braun 10%. Dämpfen also nur.

Essilor dämpft, dafür "flächig" 400-455 nm.
Optovision Orgalit Care oder Visall BlueCut haben wohl die UV400-Kante bis 420nm/410nm raufgeschoben, sollen wohl blocken, kann ich aber nicht ganz glauben, die müssten knallgelb sein. Die Literatur dazu ist irgendwie dürftig.
Die kenne ich jetzt aus erster Hand.
Wär mal was für die Fachpresse. Transmissionkurven der "Gesundheitsmaterialien" zu vergleichen.
Des Menschen Leben gleicht der Brille. Man macht viel durch. -- Heinz Erhardt
staatl. gepr. Augenoptiker und Augenoptikermeister FFA München 2011


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