"Generation kurzsichtig" auf ARTE

Hier werden Berichte aus dem TV, Radio und Zeitungen vorgestellt. Berichte über die Augenoptik soll und muß es geben. Aber sind die Berichte wirklich gut recherchiert? Sind die Berichte einseitig? Fundierte Information oder einfache Effekthascherei? Diskutieren sie mit!
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"Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon Traumtänzerin » Mittwoch 17. Januar 2018, 21:34

"Nicht jeder der träumen und tanzen kann ist ein TRAUMTÄNZER :mrgreen:"... (c) by Klaus Nerlich

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Qwerty
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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon Qwerty » Mittwoch 17. Januar 2018, 23:36

Guten Abend Traumtänzerin, :D
Zu aller erst vielen Dank für die Publikation, dieses ausführlichen Berichts.

Da ich mit diesem Thema schon länger beschäftige und in anderen Gruppen der Myopieprävention/Forschung auch aktiv bin, kenne ich mich also ein wenig aus.
Der Faktor Licht war mir bisher schon bekannt und wurde in mehrerer Studien so publiziert. Interessant ist hierbei die Wellenlänge auf die bisher kaum eingegangen wurde. Wie berichtet hilft dies überwiegend bei Kindern, die noch nicht Kurzsichtig sind. Bei Kurzsichtigen soll dies also weniger Erfolg versprechen.
Deshalb möchte ich an dieser Stelle zur Diskussion anregen und eine Hypothese aufstelle.

[*] Eine mögliche Ursache hierfür könnte der vorhandene UV-Schutz und ein eventueller Blau-Dämpfer sein, da Kurzsichtige Kids ja meist eine Brille tragen. Deshalb verlagert sich das Spektrum, das ans Auge gelangt eher Richtung ROTund es wird weniger Dopamin freigesetzt, dass ja wie mehrere Studien aufzeigen, das Wachstum hemmt.
---------------------------------------------------------------------------------------------------
[*]Die Gabe von Atropin halte ich für eine sehr gute Möglichkeit, die Myopieprogression einzudämmen. Allerdings befassen sich in unseren Regionen nur sehr wenige Augenärzte damit.

[*]Eine weitere Möglichkeit, von der allerdings im Bericht keine Rede war sind Korrektionsmittel, wie die ORTHO-K Linse oder eine weiche Multifokallinse mit Center Distance oder auch eigens dafür geschaffene CL die peripher myopen Defokus erzeugen. Diese schneiden in vielen Studien relativ gut ab und können mit Atropin mithalten. Diese können dann auch Augenoptiker und Optometristen nutzen.

[*]Die Unterkorrektion ist nur theoretischer Natur (kommt in Studien sowieso fast nie vor) da sie zu groß sein müsste um peripher keinen hyperopen Defokus zu erzeugen. Der Patient/Kunde hat also einen massiv herabgesetzten Visus und kann sein Leben nicht mehr wirklich bewältigen.

Ich möchte eine weitere Hypothese aufstellen, die darauf beruht, dass die Netzhaut sehr wohl checkt ob Defokus myop oder hyperop gegeben ist.
Und sich dementsprechend verhält.


[*]Im Normalfall kommt ein Kind hyperop zur Welt. Diese Hyperopie sollte sich im Laufe des Erwachsen werden, in eine Emmetropie wandeln.
Wenn aber das Kind genetisch und industriell bedingt vorbelastet ist, mündet es meist in einer Myopie.
Folglich könnte man Kinder mit höherem Myopierisiko schon sehr früh mit Plusgläsern versorgen. Da diese die Hyperopie eher aufrecht erhalten können. Ein Grund könnte hier wieder der myope Defokus sein, der unter anderem durch die sphärische Aberration des Plusglases entsteht. Wenn man das Risiko also gründlich abschätzt und das Timing der Korrektion gut wählt, könnte man hier mit einfachen Mitteln extrem gute Ergebnisse erzielen. Und das bei keinen wirklichen Nachteilen oder Risiken.

LG
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DI Michael Ponstein
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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon DI Michael Ponstein » Donnerstag 18. Januar 2018, 10:26

Ergebnisse bei früheren von mir durchgeführten Messungen bei Schülern der Klasse 1-4 zeigt, über 70% der Kinder haben einen Sehfehler >0,5 dpt, über 50% > 1 dpt.
Und?
Eltern sind nicht interessiert und bei denen, die dann zum Arzt sind, kamen mit dem Ergebnis, alles sei in Ordnung.
Da kommt mir schon die Galle hoch. :shock:
Aber bitte, sollen doch alle in 5-10Jahren mit einer Korrektur durch die Lande ziehen. Das gesellschaftliche Problem wird einfach nicht erkannt, wie so vieles.
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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon Traumtänzerin » Donnerstag 18. Januar 2018, 11:05

@Qwerty
Ich finde es schön, dass sich hier mal jemand findet, der bereit ist, dieses spannende Thema zu diskutieren! Ich habe es ja vor ca. 1 Woche schon mal mit einem Thread zum Thema Myopie-Management versucht viewtopic.php?f=21&t=17742, der dann aber schnell versandet ist. Im Grunde gehörten solche Diskussionen auch eher in den geschlossenen Bereich, aber ich wollte damals zunächst abchecken, wie groß überhaupt das Interesse ist.

Ich habe das Gefühl, dass die Optikerschaft zu diesem Thema sehr gespalten ist - einmal diejenigen, die keinen Handlungsbedarf sehen, von Fällen extremer Myopieprogression abgesehen, und dann diejenigen, die die "Epidemie" Kurzsichtigkeit am liebsten an den Wurzeln ausrotten wollen, also flächendeckende Prävention sowie Behandlung auch von Myopien, die bislang ohne besorgniserregende Progression verlaufen. (sorry, wenn ich das etwas überspitzt ausgedrückt haben sollte).

Da aber immer mehr Sendungen und Zeitungsartikel die Problematik zunehmender Myopie thematisieren und somit auch die Endverbraucher mehr und mehr damit in Kontakt kommen und entsprechende Fragen an ihren Optiker haben, tut meiner Meinung nach jeder Fachmann gut daran, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und vielleicht zu überlegen, inwieweit er bereit ist, nach sorgfältiger Abwägung eines jeden Einzelfalles bezüglich der Frage, ob ohne Behandlung mit einer hohen Myopie im Erwachsenenalter zu rechnen ist, die Versorgung mit Ortho-K, Multifokallinsen oder - falls in seinem Land erhältlich - speziellen Brillengläsern zu übernehmen. Es wäre nämlich schade, wenn sich auf diesen Kuchen überwiegend diejenigen stürzen würden, bei denen monetäre Aspekte im Vordergrund stehen (mit der Besorgnis zahlungskräftiger Eltern lässt sich nun mal relativ leicht Geld verdienen), wobei ich nicht unterstellen will, dass es solche gibt, um das zu beurteilen, fehlt mir die Branchenkenntnis. Ich denke, Offenheit gegenüber der Thematik verschafft einem die Möglichkeit, Kunden, die Wert auf eine solche Behandlung legen, zu behalten und vor allen Dingen, es ist ein Bereich, den weder ein Onliner noch ein Filialist mit Massenabfertigung so einfach übernehmen kann.

Meine fachlichen Kenntnisse sind leider noch sehr begrenzt, aber ich würde sehr gern erfahren, wie Myopie-Management, das sich auf die neuesten Erkenntnisse stützt, in der Praxis läuft bzw. laufen könnte, aber auch, wie man verhindert, dass Kinder mit einer"normalen "Schulmyopie" ohne großes Progressionsrisiko in die Myopiemanagement-Maschinerie hineingeraten mit dem Effekt, dass sie hinterher anstatt -3,25 nur -2,75 haben, aber dafür die Belastung einer jahrelangen "Behandlung" verbunden mit einer erheblichen Belastung des elterlichen Geldbeutels durchgemacht haben.

DI Michael Ponstein hat geschrieben:Ergebnisse bei früheren von mir durchgeführten Messungen bei Schülern der Klasse 1-4 zeigt, über 70% der Kinder haben einen Sehfehler >0,5 dpt, über 50% > 1 dpt.
Und?
Eltern sind nicht interessiert und bei denen, die dann zum Arzt sind, kamen mit dem Ergebnis, alles sei in Ordnung.
Da kommt mir schon die Galle hoch. :shock:
Aber bitte, sollen doch alle in 5-10Jahren mit einer Korrektur durch die Lande ziehen. Das gesellschaftliche Problem wird einfach nicht erkannt, wie so vieles.

Ich rechne damit, dass sich da irgendwann ändern wird, weil das Thema mehr und mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit bekommt. Und deshalb finde ich auch, jeder Fachmann sollte darauf vorbereitet sein, dass irgendwann besorgte Eltern, die im Internet einen Myopie-Risiko-Fragebogen bearbeitet haben, zu ihm kommen und um Rat bitten, und er sollte vorab wissen, was er dann tut: Weiterschicken zu einem Kollegen, der damit arbeitet, oder sich selbst darum kümmern.
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Karoshi
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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon Karoshi » Donnerstag 18. Januar 2018, 12:31

@ TT: Man muss als Augenoptiker schon unter einem Stein leben um die ganze "Myopie-Management"-Geschichte nicht mitzukriegen. Ich glaube nicht das ernsthaft jemand da keinen Handlungsbedarf sieht. Oft ist allerdings das Wissen alt und der Fortbildungsstand fragwürdig, da bin ich mir recht sicher. Ich denke, viele Kollegen haben sowas daher nicht "im Kreuz" und wissen das auch. Es sollte da zu einer Spezialisierung kommen, ähnlich der Funktionaloptometrie/Visualtrainer. Beim klassischen Vollsortimenter ist wenig Zeit unterstelle ich mal.

@ Qwerty: Die Hypothese mit der "Rotverschiebung" und dem UV/HEBL*-Blocker ist sehr interessant und klingt erstmal plausibel.
Würde irgendwie bedingen, dass wir uns mit der ganzen Blue-Light-Hazard-Problematik Probleme züchten.

Ich glaube Auge und Sehen sollte viel ganzheitlicher wargenommen und bearbeitet werden. Ernährung und Bewegung spielen viel in's Sehen hinein. Ich denke die positiven Folgen für die eigene körperliche und mentale Gesundheit wären viel höher, wenn man sich in diese Richtung bewegen würde, als sich auf eine isolierte Indikation einzuschießen.

*HEBL=high energy blue light
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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon Distel » Donnerstag 18. Januar 2018, 13:11

Traumtänzerin hat geschrieben:@Qwerty
Ich finde es schön, dass sich hier mal jemand findet, der bereit ist, dieses spannende Thema zu diskutieren! Ich habe es ja vor ca. 1 Woche schon mal mit einem Thread zum Thema Myopie-Management versucht viewtopic.php?f=21&t=17742, der dann aber schnell versandet ist. Im Grunde gehörten solche Diskussionen auch eher in den geschlossenen Bereich, aber ich wollte damals zunächst abchecken, wie groß überhaupt das Interesse ist.

@ TT ....sehr nett formuliert :? da freut sich vermutlich jeder, der in dem erwähnten Tread aktiv war. :(
Wen meine Meinung zu ORTHO-K Linse interessiert, der kann den angegebenen Link nutzen.
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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon Traumtänzerin » Donnerstag 18. Januar 2018, 16:14

Distel hat geschrieben:@ TT ....sehr nett formuliert :? da freut sich vermutlich jeder, der in dem erwähnten Tread aktiv war. :(
Wen meine Meinung zu ORTHO-K Linse interessiert, der kann den angegebenen Link nutzen.


Uuups, Distel, da habe ich wohl ein wenig zu frei von der Leber weg formuliert, :oops: selbstverständlich weiß ich die Antworten, die ich bekommen habe, und auch die Einladung des og nach Klettenberg sehr zu schätzen und habe mich darüber gefreut, so wie ich mich überhaupt freue, dass du fast immer eine Antwort für mich hast. Ich hatte nur den Eindruck, dass eine weitere Vertiefung des Themas nicht erwünscht war, genauso wenig wie eine Beleuchtung der unterschiedlichen Facetten. Zumindest wurde auf den Großteil meiner Fragen nicht weiter eingegangen, daher meine Freude darüber, hier auf jemanden zu treffen, den das Thema offenbar interessiert.

Mit dem Thema Ortho-K habe ich euch übrigens schon vor zwei Jahren genervt :wink: - viewtopic.php?f=3&t=14993&p=128136&hilit=ortho+k#p128136
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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon Qwerty » Donnerstag 18. Januar 2018, 16:38

Karoshi hat geschrieben:
@ Qwerty: Die Hypothese mit der "Rotverschiebung" und dem UV/HEBL*-Blocker ist sehr interessant und klingt erstmal plausibel.
Würde irgendwie bedingen, dass wir uns mit der ganzen Blue-Light-Hazard-Problematik Probleme züchten


Die HEBL Geschichte ist tatsächlich eine interessante Geshichte zumal ja mit störenden Reflexen sehr zu kämpfen ist. Allerdings denke ich, wen die These mit dem Blaulicht stimmen sollte, die Blue Block Geschichte alleine zu wenig ist. Ich denke, dass UV Licht eine große Rolle spielt. Nur was dagegen Tun? 1.5? Wobei da ja der Absorb auch noch hoch ist. Wenn man an die Amis denkt die ohnehin nur Poly oder Trivex nutzen? Naja interessante Sache jedenfalls :D
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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon Karoshi » Donnerstag 18. Januar 2018, 18:06

Qwerty hat geschrieben:
Karoshi hat geschrieben:
@ Qwerty: Die Hypothese mit der "Rotverschiebung" und dem UV/HEBL*-Blocker ist sehr interessant und klingt erstmal plausibel.
Würde irgendwie bedingen, dass wir uns mit der ganzen Blue-Light-Hazard-Problematik Probleme züchten


Die HEBL Geschichte ist tatsächlich eine interessante Geshichte zumal ja mit störenden Reflexen sehr zu kämpfen ist. Allerdings denke ich, wen die These mit dem Blaulicht stimmen sollte, die Blue Block Geschichte alleine zu wenig ist. Ich denke, dass UV Licht eine große Rolle spielt. Nur was dagegen Tun? 1.5? Wobei da ja der Absorb auch noch hoch ist. Wenn man an die Amis denkt die ohnehin nur Poly oder Trivex nutzen? Naja interessante Sache jedenfalls :D


Meinst du die 2% UVA die auf der Netzhaut ankommen haben so eine große Auswirkung? der Rest wird ja schon vorher weggefiltert von den brechenden Medien.
Wobei die S-Zapfen ja schon bis mindestens 360nm runter zu reagieren scheinen...
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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon Qwerty » Donnerstag 18. Januar 2018, 20:28

Ich denke schon, dass der kleine Anteil, eine doch größere Rolle spielen könnte als wir annehmen. Wenn man bedenkt, dass Blaufilter noch nicht so lange am Markt sind (zumindest nicht mittels ET). Und davor vermutlich selbe Problematiken bestanden, könnte UV durchaus einen Anteil dazu beitragen. Ich denke, dass die Kombination aus beidem eine Rolle spielen könnte. „Je mehr blau, desto mehr Dopamin und weniger Myopieprogression.
Eine andere Sichtweise könnte aber auch die Tatsache sein, dass ein „vorprogrammiertes“ also quasi schon myopes Auge diese Funktionen nicht mehr nutzt. Es bleibt spannend 8)
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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon Distel » Freitag 19. Januar 2018, 09:26

@TT
Passt schon! Das Phänomen ist uralt. :D
Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. ....steht schon in der Bibel

Zurück zum Thema
Ich denke, ein möglicher Grund der zunehmenden Kurzsichtigkeit könnte auch die Vererbung sein.
Möglicherweise wird die Myopie dominant und die Emmetropie rezessiv vererbt.
Wer weiß, was die Forschung in den kommenden Jahren entschlüsselt?
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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon Traumtänzerin » Freitag 19. Januar 2018, 14:37

Distel hat geschrieben:@TT
Passt schon! Das Phänomen ist uralt. :D
Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. ....steht schon in der Bibel

Zurück zum Thema
Ich denke, ein möglicher Grund der zunehmenden Kurzsichtigkeit könnte auch die Vererbung sein.
Möglicherweise wird die Myopie dominant und die Emmetropie rezessiv vererbt.
Wer weiß, was die Forschung in den kommenden Jahren entschlüsselt?

Vererbung scheint in der Tat eine wichtige Rolle zu spielen, nur das offensichtliche Zunehmen der Myopie von Generation zu Generation ließe sich dadurch nicht erklären, da müsste es ja zu Mutationen in großem Umfang gekommen sein. Oder aber die Veranlagung war immer schon da, kam aber durch die früher übliche Lebensweise (viel draußen, viel körperliche Betätigung in Form von Arbeit, wenig Lesen und Naharbeit) nicht zum Tragen. Ich meine, die Zunahme betrifft ja auch schon meine Generation, also die in den 60er/70er Jahren Aufgewachsenen, und auch lange davor gab es ja schon das vermutlich berechtigte Vorurteil, dass es die "Studierten" waren, die Minusgläser brauchten. Und aus neuerer Zeit gibt es da doch irgendeine Studie, bei der es um Kinder ging, die - ich glaube - aus Singapur stammten und wo eine Gruppe untersucht wurde, die in Australien aufwuchs, und eine Gruppe aus Kindern, die in Singapur geblieben waren, und bei der die in Australien (einem Land mit vielen Outdoor-Aktivitäten) aufgewachsenen Kinder signifikant weniger Myopien entwickelten als die in Singapur gebliebenen. Es muss also eine Mischung aus Veranlagung und Umweltfaktoren bzw. Lebensweise sein, und wer weiß, was noch alles hineinspielt.

Ich bin wirklich gespannt, was die Forschung noch alles zu Tage befördert. Interessant finde ich übrigens die Hypothesen hier bezüglich der Tatsache, dass der Aufenthalt im Freien wohl Myopien verhindern bzw. ihr Auftreten verzögern kann, aber bei bereits bestehenden Myopien die Progression anscheinend nicht positiv beeinflusst.
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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon vidi » Freitag 19. Januar 2018, 15:11

Traumtänzerin hat geschrieben:Vererbung scheint in der Tat eine wichtige Rolle zu spielen, nur das offensichtliche Zunehmen der Myopie von Generation zu Generation ließe sich dadurch nicht erklären, da müsste es ja zu Mutationen in großem Umfang gekommen sein.

Das ist eigentlich nichts neues, nennt sich E v o l u t i o n. :mrgreen: :mrgreen:
Gruß
Vidi

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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon Traumtänzerin » Freitag 19. Januar 2018, 15:30

vidi hat geschrieben:
Traumtänzerin hat geschrieben:Vererbung scheint in der Tat eine wichtige Rolle zu spielen, nur das offensichtliche Zunehmen der Myopie von Generation zu Generation ließe sich dadurch nicht erklären, da müsste es ja zu Mutationen in großem Umfang gekommen sein.

Das ist eigentlich nichts neues, nennt sich E v o l u t i o n. :mrgreen: :mrgreen:

Nö, neu ist das nicht. Nur dass es sich in einem immer atemberaubenderen Tempo abspielt.
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Re: "Generation kurzsichtig" auf ARTE

Beitragvon vidi » Freitag 19. Januar 2018, 15:31

Industrialisierung und Digitalisierung haben ja auch ein atemberaubendes Tempo.
Gruß
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