Formstabile Linsen: Ausgleich des Astigmatismus

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Eberhard Luckas
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Re: Formstabile Linsen: Ausgleich des Astigmatismus

Beitragvon Eberhard Luckas » Freitag 24. März 2017, 19:04

CordA hat geschrieben:
Eberhard Luckas hat geschrieben:Moin,
ansaugen dürfen sich die KL nicht. Ob Dein Gefühl nur davon kommt, dass sie fester sitzen, muss Dein Anpasser sehen. Beim Ansaugen bildet sich unter der KL ein Schmierfilm aus "verbrauchter" Tränenflüssigkeit. Zudem verformt sich die Hornhaut recht stark. Das darf also nicht so bleiben.


"Ansaugen" war vielleicht zu stark ausgedrückt. Ich kenne das auch von den alten: Wenn ich sie länger drin hatte - z.B. ausnahmsweise mal 24 h - dann waren sie nur recht schwer herauszunehmen. Dann habe ich aber auch gemerkt, dass die Augen einige Stunden brauchten, um wieder in die natürliche Form zurück zu finden. Bei den neuen scheint mir dieser Effekt schneller aufzutreten. Kann man das "Ansaugen" selbst feststellen oder wie kann der Optiker das messen?


Der Anpasser kann das sehen mit der Spaltlampe.
Viele Grüße
Eberhard
Augenoptikermeister

CordA
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Re: Formstabile Linsen: Ausgleich des Astigmatismus

Beitragvon CordA » Dienstag 18. April 2017, 16:20

Mein bisheriger Kenntisstand war der, dass ein Astigmatismus bei formstabilen Kontaktlinsen dadurch quasi automatisch ausgeglichen wird, dass der Tränenfilm zwischen Hornhaut und Linse das Licht genauso bricht wie die Linse. D.h. die formstabilen Kontaktlinsen sind rotationssymmetrisch.

Für meine neuen Kontaktlinsen sagte mir mein Optiker jetzt aber, dass der Astigmatismus von 2,5 auf dem linken Auge zu stark sei, um hierdurch gänzlich ausgeglichen zu werden, so dass eine Speziallinse nötig sei. Ich habe das so verstanden, dass diese nicht rotationssymmetrisch ist und sich auf der Hornhaut automatisch in die richtige Orientierung zurechtdreht. Habe ich das so wohl richtig verstanden?

Hat das evtl. auch Nachteile bzw. worauf muss man ggf. aufpassen? Was geschieht z.B., wenn man die Linsen mal versehentlich vertauschen sollte?

Ich kann nicht ausschließen, dass auch meine alte Linse, die ich noch habe, schon eine solche Speziallinse war. Damals hatte der Optiker jedoch nichts derartiges gesagt. Meine Augen haben sich seitdem nicht nennenswert verändert und mit der alten Linse kann ich noch gut sehen.

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Eberhard Luckas
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Re: Formstabile Linsen: Ausgleich des Astigmatismus

Beitragvon Eberhard Luckas » Dienstag 18. April 2017, 17:01

Moin,

es ist so, dass bei einem reinen Hornhautastigmatismus ca. 10% der Zylinderwirkung übrigbleibt. Das hat mit der Brechkraft des KL-Materials zu tun. Dabei ist dann aber der Sitz einer Standardlinse in der Regel nicht mehr gut, obwohl es in manchen Fällen klappen kann. Die 0,25dpt , die in Deinem Fall links dann fehlen, sind kaum zu spüren.
Verwechseln wirst Du die Spezial-KL mit der normalen sicher nicht. Der Visus wäre dann grottenschlecht.
Viele Grüße
Eberhard
Augenoptikermeister

CordA
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Re: Formstabile Linsen: Ausgleich des Astigmatismus

Beitragvon CordA » Dienstag 18. April 2017, 17:12

Dann waren meine alten defintiv ganz normale KL, denn die habe ich ab und an verwechselt und es oft gar nicht bemerkt. Dann bin ich jetzt mal gespannt, wie sich die neue Spezial-KL so machen wird. Laut Optiker wird auch diese auf dem linken Auge nicht zu 100% reichen. Das rechte ist mit der normalen KL bestens versorgt. (Rechts ist mein führendes Auge.)

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Eberhard Luckas
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Re: Formstabile Linsen: Ausgleich des Astigmatismus

Beitragvon Eberhard Luckas » Dienstag 18. April 2017, 17:24

Tja, es gibt innentorische KL, außentorische KL und Bitorische KL. Eigentlich kann man alle Fehlsichtigkeiten ausgleichen bis auf krankhafte Veränderungen. Aber vielleicht kann Dein "Anpasser" das nicht.
Viele Grüße
Eberhard
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Re: Formstabile Linsen: Ausgleich des Astigmatismus

Beitragvon CordA » Mittwoch 19. April 2017, 00:47

Ist denn bei einem Zylinder von 2,5 eine torische Linse angeraten? Meine alte Linse ist sphärisch und ich sehe nach wie vor gut mit ihr. Mit der zunächst vom neuen Optiker gewählten sphärischen Messlinse hatte ich immer noch eine Unschärfe von (gefühlt) -2.0 Dioptrien, daher der Umstieg auf torische.

Ich beginne aber, an der Kompetenz meines KL-Anpassers zu zweifeln, nicht erst seit seiner seltsamen Erklärung, dass die alte, sphärische Kontaktlinse deshalb so gut sei, weil sie "sich im Läufe der Zeit optimal an mein Auge angepasst" habe. Dass er mich mit der deutlich falschen Messlinse zum mehrtägigen Testen entlassen hat, stärkt auch nicht gerade das Vertrauen. Mein Eindruck ist leider, dass der Optiker sich nicht wirklich mit KL-Anpassung auskennt.

Gibt es sonst etwas, woran man erkennen kann, ob der KL-Anpasser weiß, was er tut? Z.B. erinnere ich mich, dass der alte KL-Anpasser den Abstand von Linse und Hornhaut mit einer farbigen Lösung (Fluorescein?) untersucht hatte. Ist das üblich/sinnvoll/nötig?

Oder etwas, das ich fragen kann, um den Kenntnisstand zu überprüfen? Ich möchte auch nicht aufgrund einer vagen Gefühlslage mein Vertrauen entziehen und zu einem anderen Optiker wechseln.

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Re: Formstabile Linsen: Ausgleich des Astigmatismus

Beitragvon nixblicker » Mittwoch 19. April 2017, 07:48

Eine linsenanpassung ohne fluorescin ist wie freihändig autofahren. Allein um zu erkennen, wie die kl sitzt und wie die hornhaut vor und nach dem tragen aussieht.
Schau doch mal rein: www.glashaus-bremerhaven.de

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Eberhard Luckas
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Re: Formstabile Linsen: Ausgleich des Astigmatismus

Beitragvon Eberhard Luckas » Mittwoch 19. April 2017, 09:25

Moin,

wenn Dein Anpasser kein Fluorescein verwendet, gehe nicht mehr zu ihm.
Viele Grüße
Eberhard
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Re: Formstabile Linsen: Ausgleich des Astigmatismus

Beitragvon CordA » Mittwoch 19. April 2017, 12:04

Das sind klare Worte. Aber die Situation ist für den Kunden (=mich) sozial schwierig, weil der Optiker freundlich und durchaus bemüht ist. Ich bin jetzt in der dritten Iteration der Messlinsen. Rechts ist gefühlt und optisch gut, links trage ich jetzt eine torische Messlinse, allerdings gibt es wohl keine Messlinse mit genau meinen Werten, so dass ich gefühlt noch ca. -1,0 Dioptrien habe. Der nächste Schritt wäre dann de Bestellung der endgültigen Linsen. Für die linke Linse würde ich also quasi die "Katze im Sack" bestellen.

Außerdem verstehe ich euch so richtig, dass eine Linse auch wenn sie sich für mich "gut anfühlt", trotzdem falsch angepasst - und somit potentiell auf längere Sicht schädlich - sein kann?

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Re: Formstabile Linsen: Ausgleich des Astigmatismus

Beitragvon DI Michael Ponstein » Mittwoch 19. April 2017, 12:20

Das kann so sein.
Aber nochmals zum Angebot des Kollegen.
Es gibt Labors /Hersteller, die eine sog. Anpass CL herstellen, in der Stärke und Kombination wie gebraucht!!!
Das Material ist ein "einfaches", daher wird diese dann viel günstiger sein. Aber Du kaufst nicht die Katze im Sack.
In sofern sprich doch mal mit Deinem Anpasser über so eine Option. Es kann natürlich sein, dass sein gewählter Hersteller dies nicht macht.
Refraktionieren mit Spaß!? moderne, mobile und individuelle Refraktions-Teste für´s Tablet von iPadMeikel - für Nah-, Fern-, LowVision, Arbeitsplatzprüfung.
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Re: Formstabile Linsen: Ausgleich des Astigmatismus

Beitragvon CordA » Mittwoch 19. April 2017, 12:40

Ene solche Anpass-KL ist dann aber ausdrücklich nur zum Testen vorgesehen? Laut Auskunft meines KL-Anpassers kann man auch die fertige (=vollwertige) KL zurückgeben, muss dann aber eine kleinen Obolus (30 EUR?) zahlen. Von welchem Hersteller die LInsen sind, kann ich leider nicht sagen.

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Re: Formstabile Linsen: Ausgleich des Astigmatismus

Beitragvon CordA » Mittwoch 19. April 2017, 12:41

Aus Neugier gefragt: Sind die Mess-KL auch aus diesem einfacheren Material?

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Eberhard Luckas
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Re: Formstabile Linsen: Ausgleich des Astigmatismus

Beitragvon Eberhard Luckas » Mittwoch 19. April 2017, 13:11

je nach Hersteller, oft sogar besseres Material, weil eben spezielle KL nach kurzer Tragezeit nicht vernichtet werden, sondern für Anpasszwecke aufbewahrt werden, nachdem der Anpasser sie zur Gutschrift geschickt hat.
Viele Grüße
Eberhard
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Re: Formstabile Linsen: Ausgleich des Astigmatismus

Beitragvon CordA » Donnerstag 20. April 2017, 07:54

Was mir außerdem noch auffiel: Wäre es bei der Anpassung formstabiler KL nicht sinnvoll, dass man die Messlinsen wenigestens einige Stunden vorher getragen hat, damit der Optiker den korrekten Sitz und Verträglichkeit feststellen kann? Ich habe die KL immer erst direkt im Laden, d.h. unmittelbar vor der Messung eingesetzt. Die Untersuchung erfolgte dann mittels Spalt(?)lampe, aber ohne Fluorescein ("Nach vorne schauen, blinzeln, nochnal blinzeln, fertig.")

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Re: Formstabile Linsen: Ausgleich des Astigmatismus

Beitragvon nixblicker » Donnerstag 20. April 2017, 08:11

In den meisterorüfungen läuft es so: kl aufsetzen, sp8ntansitz ohne fluo prüfen, ca 30 min warten untersuchung mit fluo. In der praxis auch gern länger als 30 minuten warten.
Schau doch mal rein: www.glashaus-bremerhaven.de


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