Fertigbrillen – Zweckmäßigkeit und Gebrauchsfähigkeit

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optikgutachter
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Fertigbrillen – Zweckmäßigkeit und Gebrauchsfähigkeit

Beitragvon optikgutachter » Mittwoch 29. Juni 2011, 15:37

Fertigbrillen – Zweckmäßigkeit und Gebrauchsfähigkeit 

Vorbemerkung:
• Ich lege Wert auf die Tatsache, daß hiermit ein Überblick für den Laien als Endverbaucher gegeben werden soll
• Sie sollen erkennen, welche Argumente für und gegen eine Fertigbrille sprechen.
• Alle Aussagen werden gemäß meiner Vereidigung neutral und unabhängig getätigt.
• Sie stellen keinerlei Aussagen jedweder juristischer Art dar.
• Auch wenn es manchem Augenoptiker nicht gefallen sollte: Diese Erläuterungen sind branchenneutral abgefasst.
 
Fertiglesebrillen – Sinn und Zweck

Fertigbrillen sind grundsätzlich für die kurzfristige Nutzung (bis max. 20 Minuten infolge Gewöhnungseffekt)
als Ersatz für eine individuell angepasste Brille vorgesehen.
Die Stärkenbereiche sind bei Fertigbrillen beiderseits immer gleich und liegen i.d.R. im Bereiche
von +0,75 dpt. bis +3,50 dpt. (=Sammelnde Wirkung des einfallenden Lichtes).
 
Sinngemäße Nutzungen wie z.B.
 
• „mal die Speisekarte lesen“ oder
• „das Programm der Waschmaschine mal einzustellen“
 
sind i.d.R. nicht problembehaftet, sofern Sie
 
:!: auch tatsächlich bds. die gleiche Wirkung benötigen
:!: diese lieferbaren Stärken auch tatsächlich nutzen können
:!: zufälligerweise auch den Augenabstand haben, auf den die optischen Mittelpunkte gefertigt wurden
 
 
Komplikationen beim Gebrauch von Fertiglese-Brillen
 
Was der Laie jedoch nicht ahnt -oder direkt feststellen kann- sind mögliche Komplikationen vielfältiger Art bei längerer Nutzung.
 
Sofern der Endverbraucher nicht relativ früh schon bemerkt, daß sich bei der Nutzung zwar ein besseres Sehen in der Nähe einstellt,
aber irgendwann ist es doch nicht so ideal, - von den Erscheinungen: Kopfschmerzen, Doppelbild-Sehen etc. ganz zu schweigen- ,
so kommen sehr häufig unbemerkt weitere Problematiken hinzu.
 
Es fragt/sagt sich der Nutzer zunächst immer gerne:
 
• "Ich kann ja (jetzt) wieder gut sehen, was soll den da nicht stimmen ?"
• "Der Optiker will mir bestimmt nur eine teurere Brille verkaufen.....“
 
Hiermit sei klargestellt:
Dieses hat zunächst auch so den Anschein, denn die eigentlichen Probleme treten zumeist erst später auf.
 
 
Das Fertiglese-Brillen-Problem: Ein reeller Fall
 
Eine Dame bekam von ihrem Augenarzt gesagt, Sie benötige nunmehr eine leichte Korrektur für die Nähe,
und die Stärke von bds. +1,00 dpt. wäre ausreichend.

• Sie solle es zunächst (!) mit eine Fertiglesebrille probieren.
• So kaufte sie sich eine und alles war wieder bestens.
• Und auch danach - wenn die bisherige Fertigbrille zu schwach geworden war-
  kaufte sie sich eben eine in der nächsthöheren Wirkung.
 
Irgenwann war das Sehen aber egal mit welcher Fertigbrille nicht mehr zufriedenstellend, und sie lies sich von dem "Optiker ihres Vertrauens" untersuchen.
 
Die nachfolgend beschriebenen Änderungen erfolgten so langsam, daß dieses über Jahre hinweg nicht auffiel
(Sie gehen ja nicht gut sehend abends ins Bett und am nächsten morgen sehen Sie alles extrem schlechter...).
 
Anmerkung des Sachverständigen hierzu:
Dieser klassische Fall beeinhaltet gleich mehrere Komplikationen und eignet sich somit hervorragend zu Verdeutlichung.
(Wohlgemerkt: Dieses ist für den Laien geschrieben.)

Es gibt jedoch noch eine Vielzahl von weiteren Komplikationen, die an dieser Stelle nicht aufgeführt sind.
 
Hier festgestellter Folgezustand infolge dauerhafter Nutzung von Fertiglesebrillen:
 
:arrow: Ihre Augen hatten sich in den Jahren derart geändert, daß eine bds. gleiche Korrektur
schon lange nicht mehr hätte getragen werden dürfen.
 
:arrow: Die zwischenzeitliche Herausbildung und damit notwendige Korrektur einer sogenannten
  Hornhautverkümmung unterblieb vollständig (und ist mit einer Fertigbrille auch nicht zu korrigieren).
 
:arrow: Unbemerkt für die Dame reagierte das Sehzentrum und unterdrückte den Seheindruck des
  schlechter sehenden Auges.
 
:arrow: Auch in der Ferne wurde nunmehr der Seheindruck des einen Auges langsam und unbemerkt
  unterdrückt, sodaß das räumliche Sehen (Entfernungsabschätzung) allmählich verloren ging.
 
:arrow: Da die optischen Mittelpunkt der Fertigbrillen nicht -wie in der Augenoptiker-Branche gefordert-
  auf ihren Augenabstand abgestimmt war, musste Sie hiermit ferner (auch unbemerkt)
  künstlich schielen um ein einheitliches Bild zu erhalten.
 
:arrow: Dieses erzwungene Schielen manifestierte sich derart, daß für den Übergang extrem teure
  Brillengläser erforderlich wurden, um u.a. das schlechtere Auge erst einmal wieder an das
  Sehen heranzuführen.
 
:arrow: Und diese mussten im Zeitraum von 1 Jahr mehrfach (zwecks Heranführung) nachgeliefert werden....... 
 
 
Feststellungen:
 
Bei einer kurzfristigen Nutzungsdauer -von bis zu max. 20 Minuten täglich- können
Fertiglesebrillen als Ersatz für eine reguläre Lesebrille sinnvoll sein.

 
Vorteil:
• Fertiglesebrillen kosten nur "ein paar" Euro
 
Nachteil:
• In den meisten Fällen haben sich Ihre Augen jedoch an die Gegebenheiten der Fertigbrille anzupassen und nicht -wie gewollt- umgekehrt
• Dieses birgt vorab nicht abzuschätzende Risiken
 
Reguläre Korrektionsbrillen hingegen richten sich nach ihren Augen, da sie auf ihren persönlichen, individuellen Bedarf hin gefertigt werden.
 
Vorteil:
• Es entfallen die dauerhaften Anstregungen für Ihre Augen
• Ihre Leistungsfähigkeit steigt
 
Nachteil:
• Dieser Aufwand von Prüfung, Messung, Abstimmung und Anfertigung kostet selbstverständlich mehr
 
 
 
Fazit:
 
Selbstverständlich kommt eine gewisse Anzahl von Personen ohne weitere Auffälligkeiten mit Fertigbrillen problemlos zurecht.
Und "natürlich" gehört jeder passionierte Fertigbrillenträger "immer" zu dieser Gruppe... :twisted:
 
Falls er aber doch nicht dazu gehören sollte, erfährt er -wenn überhaupt, erst oftmals nach Jahren-
nach einer entsprechenden Überprüfung seiner Sehfähigkeiten, daß sein Sehen schon lange
erheblich verbessert sein könnte und ferner seine Müdigkeitserscheinungen nicht auf
eine Arbeitsüberlastung zurückzuführen sind, sondern auf eine von ihm unbemerkte
Überanstrengung seiner Augen.
 
:idea: Wenn ich Ihnen hiermit vermitteln konnte, daß zumindest eine (!) Kontrolle Ihrer derzeitigen Fertigbrille
durch den "Augenoptiker ihres Vertrauens" zu Ihrer eigenen Sicherheit und Ihrem Wohlbefinden
in Erwägung gezogen werden sollte, so werde ich als vereidigter Sachverständiger demnächst deutlich weniger zu tun haben.


Dieses stellt keine Werbung für den Berufsstand der Augenoptiker dar,
jedoch ist diese Berufsgruppe ihr einzig hierfür möglicher und zuständiger Ansprechpartner.


Weiteres unter: http://www.optikgutachter.de/index.php/ ... tigbrillen
Zuletzt geändert von optikgutachter am Freitag 8. Januar 2016, 16:51, insgesamt 2-mal geändert.
http://www.optikgutachter.de Die Wahrheit zu sagen ist nicht nur die Pflicht, sondern immer auch die schärfste Waffe des vereidigten Sachverständigen.

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Ulrich Mößlang
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Re: Fertigbrillen – Zweckmäßigkeit und Gebrauchsfähigkeit

Beitragvon Ulrich Mößlang » Mittwoch 29. Juni 2011, 16:11

gut und verständlich geschrieben, vielen Dank aus München
Häuptling grauer Star
Bild Wer laut und deutlich redet, riskiert verstanden zu werden. http://www.optikheydenreich.de/

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nixblicker
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Re: Fertigbrillen – Zweckmäßigkeit und Gebrauchsfähigkeit

Beitragvon nixblicker » Mittwoch 29. Juni 2011, 16:55

sachma...

wo zauberst du die ganzen Wissenschätze her?

Schläfst du auch mal? Oder gibt´s hier fleisspunkte, die man dann in prämien tauschen kann...

Nur Spaß, immer weiter so, davon lebt das forum... :D
Schau doch mal rein: www.glashaus-bremerhaven.de

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Re: Fertigbrillen – Zweckmäßigkeit und Gebrauchsfähigkeit

Beitragvon vidi » Mittwoch 29. Juni 2011, 17:43

Die hat er von seiner Homepage, alles fertige Texte.
Gruß
Vidi

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optikgutachter
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Re: Fertigbrillen – Zweckmäßigkeit und Gebrauchsfähigkeit

Beitragvon optikgutachter » Mittwoch 29. Juni 2011, 17:58

nixblicker hat geschrieben:sachma...

wo zauberst du die ganzen Wissenschätze her?

Schläfst du auch mal? Oder gibt´s hier fleisspunkte, die man dann in prämien tauschen kann...

Nur Spaß, immer weiter so, davon lebt das forum... :D


Eigentlich habe ich nur -das muss man eingestehen- einige Teilauszüge aus meiner Homepage kopiert und in kürzer Form eingestellt.
Soviel zu den "Wundern" meiner plötzlich auftretender Rudel-Beiträge. (Strg+C und Strg+V machts möglich. :mrgreen: )

Jedesmal wenn ich entsprechende Fälle als Augenoptiker oder Gutachter bekomme, lernt man ja wieder etwas hinzu.
Mit ein Grund vereidigter Sachverständiger zu bleiben. Denken hilft allerdings "manchmal" auch sehr.

Ferner kriege ich von den Kollegen Gerichtsgutachtern auch einige Problemfälle zum gemeinsamen lösen präsentiert.
Und auch wenn man in einem Ausschuß ist, weist man längst noch nicht alles, wer glaubt er weis alles, möge sich melden.
Punkt und Ende.

Gruß aus Köln
http://www.optikgutachter.de Die Wahrheit zu sagen ist nicht nur die Pflicht, sondern immer auch die schärfste Waffe des vereidigten Sachverständigen.


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