Optikversorgung nach Katarakt-OP

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Linserich
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Optikversorgung nach Katarakt-OP

Beitragvon Linserich » Mittwoch 18. Januar 2017, 19:13

Eine Frage an die erfahrenen Optiker hier - wahrscheinlich gibt es doch etliche Kunden mit ähnlichem Problem.

Mir selber steht bald eine Katarakt-Operation bevor, nun mache ich mir natürlich schon Gedanken, wie es nachher mit meiner 'Optik' weiter geht.
Bisher bin ich rund 30 Jahre mit formstabilen Linsen glücklich gewesen. Die letzten rund 15 Jahre Multifokal mit alternierenden Linsen.
Meine Werte sind etwa -6 Dioptrien und ca. +2,75 Addition.

Multifokale Implantante schließe ich schon mal aus verschiedenen Gründen aus, sind mir einfach zu zweifelhaft.
Monofokal, auf Fernschärfe getrimmt ?

An eine Lesebrille werde ich mich dann wohl doch gewöhnen müssen. Oder wieder multifokale KL mit kleiner Addition z.B. für Autoarmaturen und um immer bequem lesen zu können. Dafür scheinen mir KL's doch wieder zu übertrieben, weiß nicht.

Danke für Eure Anmerkungen!

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Eberhard Luckas
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Re: Optikversorgung nach Katarakt-OP

Beitragvon Eberhard Luckas » Mittwoch 18. Januar 2017, 20:04

Moin,
zuerstmal erst ca. 5 Wochen nach der OP über beste optische Korrektion reden. Ob danach multifokale KL oder reine Lesebrille richtig ist, ist rein Deine Entscheidung und vom Geldbeutel abhängig.
Viele Grüße
Eberhard
Augenoptikermeister

Linserich
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Re: Optikversorgung nach Katarakt-OP

Beitragvon Linserich » Mittwoch 18. Januar 2017, 22:44

Danke, Eberhard.
Mich würde noch interessieren, was so die häufigste Lösung ist. Ist eigentlich so eine multifokale KL nach Katarak-OP auch eine öfter gebräuchliche Korrektion in diesem Fall?
Möchte nur schon etwas voraus verschiedene Möglichkeiten andenken ...

Lutz
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Re: Optikversorgung nach Katarakt-OP

Beitragvon Lutz » Donnerstag 19. Januar 2017, 09:40

Wenn's vorher funktioniert hat, sollte es - eigentlich und normalerweise - nachher auch funktionieren. Nur halt mit anderen Korrektionswerten in der Linse...

Robin
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Re: Optikversorgung nach Katarakt-OP

Beitragvon Robin » Donnerstag 19. Januar 2017, 10:25

...
Zuletzt geändert von Robin am Donnerstag 16. März 2017, 13:25, insgesamt 1-mal geändert.

Linserich
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Re: Optikversorgung nach Katarakt-OP

Beitragvon Linserich » Donnerstag 19. Januar 2017, 10:44

Danke für die Antworten.
Lutz hat geschrieben:Wenn's vorher funktioniert hat, sollte es - eigentlich und normalerweise - nachher auch funktionieren. Nur halt mit anderen Korrektionswerten in der Linse...

Daran habe ich keinen Zweifel.
Robin hat geschrieben:Wobei es durchaus eine Überlegung wert ist, ob man (bei einem Myopen) die Intraokluarlinsen auf eine Restfehlsichtigkeit von -2,0 bis -3,00 dpt auslegt,
Oder bei -1 wie vielleicht mancher Operateur empfiehlt.

Für mich ist das ganz schwer zu entscheiden - wie ich mich entscheiden soll. Deshalb wollte ich mal die 'stastistischen' Erfahrungen der damit schon konfrontierten Optiker sehen.

Kontaktlinsen, nur mit Addition, erscheinen mir etwas exotisch, oder gibt es das tatsächlich manchmal? Ganz abgeneigt wäre ich da zwar nicht, aber es hat ja noch etwas Zeit!

starry_night
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Re: Optikversorgung nach Katarakt-OP

Beitragvon starry_night » Donnerstag 19. Januar 2017, 11:51

Ich finde es eigentlich ganz praktisch, für die Ferne keine Brille zu benötigen, dafür dann aber Gleitsicht für alles in der Nähe. Bei Sport ist eine Brille einfach oft störend. Bist Du aber eher der "häusliche Typ", kann es Dir mehr entgegenkommen, im Zwischen- oder Nahbereich ohne Sehhilfe auszukommen. Letztlich ist es wohl einerseits eine Frage der Gewohnheit, andererseits eine Frage der persönlichen Bedürfnisse.

Und dann gibt es ja prinzipiell auch noch die Möglichkeit, die beiden Augen unterschiedlich zu korrigieren - z.B. eins auf die Ferne, eins auf Nähe oder Zwischenbereich. Wie weit ein Dioptrienunterschied problemlos ist, bleibt dann aber auch wieder zu klären.
Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung.
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Re: Optikversorgung nach Katarakt-OP

Beitragvon Distel » Donnerstag 19. Januar 2017, 12:28

Robin hat geschrieben:Wobei es durchaus eine Überlegung wert ist, ob man (bei einem Myopen) die Intraokluarlinsen auf eine Restfehlsichtigkeit von -2,0 bis -3,00 dpt auslegt, so das wie bisher irgendwo im Nahbereich auch ohne Brille oder Contactlinsen etwas deutlich gesehen werden kann und wie bisher insbesondere für die Fern eine Korrektion gebraucht wird. Das würde am meisten dem bisher gewohnten entsprechen. Und der Mensch in nun einmal ein ausgesprochenes Gewohnheitstier.

Bei Myopen, die viel Brille tragen, deckt sich meine Erfahrung mit der von Robin.
Bei Linserich sehe ich einen anderen Kontext.

Linserich hat geschrieben:Bisher bin ich rund 30 Jahre mit formstabilen Linsen glücklich gewesen. Die letzten rund 15 Jahre Multifokal mit alternierenden Linsen.
Meine Werte sind etwa -6 Dioptrien und ca. +2,75 Addition.

Vermutlich wurden die Kontaktlinsen die meiste Zeit des Tages genutzt. Erfahrungsgemäß tragen Fehlsichtige mit diesen Werten die Brille (wenn überhaupt) nur eine kurze Zeit des Tages.
Sollte es der Fall sein, dann würde bedingt durch die Kontaktlinsenkorrektur Alternierendes Sehen in Perfektion vorliegen.

Sollte bei beiden Augen eine OP erforderlich sein, würde es für mich logisch sein, direkt mit den IOL diesen Zustand herzustellen. Die angestrebte Korrektur bei der OP könnte sein - das dominante Auge voll auszukorrigieren und beim anderen Auge eine Myopie einzustellen.
Je nachdem wie das Resultat der OP ausfällt, kann mit KL noch an der Optimierung gearbeitet werden.

Linserich hat geschrieben:Multifokale Implantante schließe ich schon mal aus verschiedenen Gründen aus, sind mir einfach zu zweifelhaft.
Monofokal, auf Fernschärfe getrimmt ?

Wenn eine Multifokale IOL bei der OP nur etwas deplatziert oder verkippt, dann erhalten wir ein schwer mit KL oder Brillen zu korrigierendes Systhem.
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Re: Optikversorgung nach Katarakt-OP

Beitragvon DI Michael Ponstein » Donnerstag 19. Januar 2017, 12:49

Meine Empfehlung:

Nach OP Korrektur -3 bis -4, das ist es auch dann kein so großes Problem, wenn das zweite Auge ca, 14 Tage später operiert wird. Darunter ( weniger -3) dürfte es schwierig sein, da Doppelbilder auftreten.
Effekt; Lesen ohne Brille zum Beispiel abendliches Lesen.

Keine multifokale IOL, sofern es wichtig ist Nachts gut zu sehen.

Nach OP dürfte eine entsprechende Hartlinsenkorrektur kein Problem sein.
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Info hier! http://www.optik-freise.de/ipadmeikel.htm

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Re: Optikversorgung nach Katarakt-OP

Beitragvon Kalle » Donnerstag 19. Januar 2017, 14:27

Ich persönlich werde mir meine Kurzsichtigkeit auf 0 Dpt. zurücksetzen lassen, wenn es so weit ist. Viele Meschen müssen Nachts auf die Toilette gehen, da könnte ein guter Ferwert von Nutzen sein. Aber, wie schon geschrieben ist das eine sehr persönliche Angelegenheit. Eine große Rolle spielt das Lebensalter und deren Gewohnheiten. Im Moment finde ich es als Rentner toll, ohne Brille lesen zu können. Der Gedanke an eine Fernsicht ohne Korrektion hat schon was! Auf keinen Fall sollte eine Korrektion erfolgen wobei ein Auge für die Ferne und das zweite Auge auf die Nähe korrigiert wird.
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Re: Optikversorgung nach Katarakt-OP

Beitragvon DI Michael Ponstein » Donnerstag 19. Januar 2017, 15:27

Das, Kalle, macht in diesem Falle aufgrund vorliegender -6 beiderseits sicher wenig Sinn, vielleicht hast du es einfach nur überlesen.
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Re: Optikversorgung nach Katarakt-OP

Beitragvon starry_night » Donnerstag 19. Januar 2017, 16:02

Ernsthaft? Du brauchst einen guten Fernwert für den Gang zur Toilette? Ich mach dafür noch nicht mal das Licht an, und die Brille bleibt natürlich auch im Etui :mrgreen:
Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung.
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Re: Optikversorgung nach Katarakt-OP

Beitragvon Eberhard Luckas » Donnerstag 19. Januar 2017, 16:37

Moin,

naja, je nach Stärken und Problemen. Bevor ich schieloperiert wurde, brauchte ich auch im Dunkeln meine Brille, denn Türgriffe u.ä. saßen woanders als ich es ohne Brille sehen konnte. ;)
Viele Grüße
Eberhard
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Re: Optikversorgung nach Katarakt-OP

Beitragvon Linserich » Donnerstag 19. Januar 2017, 18:36

Danke für die Beiträge und Meinungen.
Kleiner Nachtrag, mein Alter ist 71. Falls es eine Rolle spielt.
Distel hat geschrieben:Vermutlich wurden die Kontaktlinsen die meiste Zeit des Tages genutzt. Erfahrungsgemäß tragen Fehlsichtige mit diesen Werten die Brille (wenn überhaupt) nur eine kurze Zeit des Tages.
Sollte es der Fall sein, dann würde bedingt durch die Kontaktlinsenkorrektur Alternierendes Sehen in Perfektion vorliegen.

Stimmt, ich trage die Linsen sozusagen durchgehend.

Wahrscheinlich wird schon eine zeitnahe OP am zweiten Auge stattfinden.
Distel hat geschrieben:Sollte bei beiden Augen eine OP erforderlich sein, würde es für mich logisch sein, direkt mit den IOL diesen Zustand herzustellen. Die angestrebte Korrektur bei der OP könnte sein - das dominante Auge voll auszukorrigieren und beim anderen Auge eine Myopie einzustellen.
Je nachdem wie das Resultat der OP ausfällt, kann mit KL noch an der Optimierung gearbeitet werden.

Sowas könnte ich mir vorstellen.

Robin hat geschrieben:Wobei es durchaus eine Überlegung wert ist, ob man (bei einem Myopen) die Intraokluarlinsen auf eine Restfehlsichtigkeit von -2,0 bis -3,00 dpt auslegt, so das wie bisher irgendwo im Nahbereich auch ohne Brille oder Contactlinsen etwas deutlich gesehen werden kann und wie bisher insbesondere für die Fern eine Korrektion gebraucht wird. Das würde am meisten dem bisher gewohnten entsprechen.

Also, hier komme ich jetzt nicht so ganz klar, stehe vielleicht auf'm Schlauch. Restfehlsichtigkeit bedeutet dann für die Ferne eben Fehlsichtigkeit, aber im Nahbereich eine elegante Lösung?

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Re: Optikversorgung nach Katarakt-OP

Beitragvon Optikus1 » Donnerstag 19. Januar 2017, 21:54

Aus meiner langjährigen Erfahrungen ist eine verlässliche Korrektur (leider)
erst nach 5-6 Monaten tragbar. Vorher ist alles möglich,-aber leider auch oft
nur für absehbarer Zeit brauchbar. Eine Sicherheit bringt nur die Zeit nach der OP.


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