Dinge, die einem der Billigbrillenverkäufer nicht sagt...

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berlyn
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Re: Dinge, die einem der Billigbrillenverkäufer nicht sagt..

Beitragvon berlyn » Montag 4. Juli 2016, 16:59

Aber wo kein Kläger, da kein Richter. Und davon leben solche Firmen....
Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.

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optikgutachter
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Re: Dinge, die einem der Billigbrillenverkäufer nicht sagt..

Beitragvon optikgutachter » Montag 4. Juli 2016, 17:33

Klar erkannt.
Der Kunde ist der Dumme.
Das kann man ihm aber nicht zum Vorwurf machen:
Er weiss ja nicht was zu seiner Sicherheit vorgeschrieben ist. Genau das wird ausgenutzt.
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Re: Dinge, die einem der Billigbrillenverkäufer nicht sagt..

Beitragvon benkhoff » Dienstag 5. Juli 2016, 09:22

berlyn hat geschrieben:Verdienen gelernte Augenoptiker so viel mehr Geld als Fachverkäufer?

Ich hatte vor etwa 2 Jahren einen Kunden, der als Student selbst bei dieser Kette gejobt hat. Ihm wurde in einen dreimonatigen Kurs in einer Filiale in Berlin das Verglasen von Brillen in der Werkstatt und Refraktion beigebracht. Er hat dann in Nürnberg einige Monate gearbeitet und hat dort zahlreiche Kunden refraktioniert...


illegaler gehts nicht... die armen Kunden, voll verarscht! :evil:
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Re: Dinge, die einem der Billigbrillenverkäufer nicht sagt..

Beitragvon Traumtänzerin » Dienstag 5. Juli 2016, 11:55

berlyn hat geschrieben:... Ihm wurde in einen dreimonatigen Kurs in einer Filiale in Berlin das Verglasen von Brillen in der Werkstatt und Refraktion beigebracht. Er hat dann in Nürnberg einige Monate gearbeitet und hat dort zahlreiche Kunden refraktioniert...

Haben diese "Stores" denn tatsächlich eine eigene Werkstatt? Ich habe es mir so vorgestellt, dass, wenn schon der Computer bestimmt, welche Gläser verbaut werden, dann auch die fertige Brille aus einer Zentralwerkstatt kommt. :?
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berlyn
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Re: Dinge, die einem der Billigbrillenverkäufer nicht sagt..

Beitragvon berlyn » Dienstag 5. Juli 2016, 12:03

Da habe ich natürlich auch nach gefragt. Für Einstärkenbrillen gibt es ein Glaslager. Es gibt nur 1.6er-Kunststoffgläser und die Brille kann nach einer Stunde abgeholt werden. Bei Gleitsichtgläsern gibt es auch keine wirklich Auswahl, welches Glas verwendet wird. Ist auch immer ein 1.6er-Material und ein Standard-Freiform-Glas, also nix besonderes und wie man sieht zu diesem Preis noch nicht mal besonders günstig...
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Re: Dinge, die einem der Billigbrillenverkäufer nicht sagt..

Beitragvon optikgutachter » Dienstag 5. Juli 2016, 14:05

berlyn hat geschrieben:. Ist auch immer ein 1.6er-Material und ein Standard-Freiform-Glas, also nix besonderes und wie man sieht zu diesem Preis noch nicht mal besonders günstig...


Zu unterscheiden ist noch "Freiform-Technologie" und Individualtechnologie.
Freiform besagt die Art und Weise wie die Flächen produziert werden,
Individual-Technologie das kundenspezifische Parameter ermittelt und umgesetzt werden.

Auch Standard-Gleitsichtgläser können (mit angenommenen Parametern) mit Freiform-Technologie produziert werden.
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Re: Dinge, die einem der Billigbrillenverkäufer nicht sagt..

Beitragvon berlyn » Dienstag 5. Juli 2016, 14:14

optikgutachter hat geschrieben:
berlyn hat geschrieben:. Ist auch immer ein 1.6er-Material und ein Standard-Freiform-Glas, also nix besonderes und wie man sieht zu diesem Preis noch nicht mal besonders günstig...


Zu unterscheiden ist noch "Freiform-Technologie" und Individualtechnologie.
Freiform besagt die Art und Weise wie die Flächen produziert werden,
Individual-Technologie das kundenspezifische Parameter ermittelt und umgesetzt werden.

Auch Standard-Gleitsichtgläser können (mit angenommenen Parametern) mit Freiform-Technologie produziert werden.

Danke für die Erklärung, Herr Kollege :D
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Re: Dinge, die einem der Billigbrillenverkäufer nicht sagt..

Beitragvon Oppicker » Dienstag 5. Juli 2016, 20:07

optikgutachter hat geschrieben:
berlyn hat geschrieben:. Ist auch immer ein 1.6er-Material und ein Standard-Freiform-Glas, also nix besonderes und wie man sieht zu diesem Preis noch nicht mal besonders günstig...


Zu unterscheiden ist noch "Freiform-Technologie" und Individualtechnologie.
Freiform besagt die Art und Weise wie die Flächen produziert werden,
Individual-Technologie das kundenspezifische Parameter ermittelt und umgesetzt werden.

Auch Standard-Gleitsichtgläser können (mit angenommenen Parametern) mit Freiform-Technologie produziert werden.


[Korinthenkack on]

Die "angenommenen Parameter" sind die Parameter eines statistischen Durchschnittsmenschen. Auch mit diesen Werten lassen sich sehr gut brauchbare, ja hochwertige Gläser herstellen.
Ein standardisiertes Freiformglas unterscheidet sich rein technisch nicht im Geringsten von einem personalisierten Freiformglas. Beim ersteren legt man eben Parameter des statistischen Durchschnittsmenschen zugrunde (wie man es jahrzehntelang auch bei jedem Bi-/Trifokalglas getan hat), beim zweiten die des tatsächlichen Brillenträgers.
Ob überhaupt ein Unterschied gemessen/bemerkt werden kann, hängt nicht zuletzt davon ab, wie genau die "personalisierten" Daten gemessen und bei der Verarbeitung eingehalten worden sind.
Die Preisunterschiede zwischen beiden Varianten können extrem sein, denn ein individualisiertes Glas ist stets eine Einzelfertigung.
Ob sich die Investition lohnt, lasse ich mal dahingestellt sein....., siehe auch "Technik die begeister..." :mrgreen:
[Korinthenkack off]
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Re: Dinge, die einem der Billigbrillenverkäufer nicht sagt..

Beitragvon wörterseh » Dienstag 5. Juli 2016, 21:01

...hmmm, Oppicker...
Ich hab verschiedene Gleiter. Stink nochmale Standardgleiter und personalisierte.
Ich empfinde die personalisierten um Welten besser! Und ich habe wirklich 'unempfindliche' Stärken. Auch da lohnt sich jeder Euro....
Bei komplizierteren Versorgungen geht bei mir kein Weg am personalisierten Glas vorbei! Aber auch da ist das Ergebnis nicht immer XXXL, wie es manchmal dargestellt wird - aber mit den personalisierten funktioniert es wenigstens.
Alle Menschen sind klug -
die einen vorher, die anderen hinterher.

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Re: Dinge, die einem der Billigbrillenverkäufer nicht sagt..

Beitragvon Traumtänzerin » Dienstag 5. Juli 2016, 22:38

Übrigens...

isn't it ironic ?

Die beiden heute neu eingestellten Stellenangebote bei "Optikerjob" (Startseite von optiker.de)... - gesucht wird ein Geselle und ein AOM - vielleicht ist ja jemand auf den Geschmack gekommen :|
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Re: Dinge, die einem der Billigbrillenverkäufer nicht sagt..

Beitragvon Oppicker » Mittwoch 6. Juli 2016, 10:23

wörterseh hat geschrieben:...hmmm, Oppicker...
Ich hab verschiedene Gleiter. Stink nochmale Standardgleiter und personalisierte.
Ich empfinde die personalisierten um Welten besser! Und ich habe wirklich 'unempfindliche' Stärken. Auch da lohnt sich jeder Euro....
Bei komplizierteren Versorgungen geht bei mir kein Weg am personalisierten Glas vorbei! Aber auch da ist das Ergebnis nicht immer XXXL, wie es manchmal dargestellt wird - aber mit den personalisierten funktioniert es wenigstens.


Keine Frage..! Es gibt etliche Konstellationen, bei denen ein solches Glas einen Vorteil bringen kann, wenn es denn auch richtig ausgemessen, angefertigt und platziert wurde.
Aber die Einlassung des optikgutachters kam eben bei mir mit dem Unterton an, dass alles unter einem personalisierten Gleiter geringwertig sei, weil man die Parameter mehr oder minder "würfelt". Wir sind hier im öffentlichen Teil und es sollte nicht der Eindruck entstehen, dass man 800 und mehr Euro investieren muss, um ein gutes Gleitsichtglas zu erwerben.
Die 800 und mehr Euro könnten sich lohnen, aber ein Garant für bessere Verträglichkeit sind sie keinesfalls.
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Re: Dinge, die einem der Billigbrillenverkäufer nicht sagt..

Beitragvon wörterseh » Mittwoch 6. Juli 2016, 13:27

Da hast ja vollkommen recht!
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Re: Dinge, die einem der Billigbrillenverkäufer nicht sagt..

Beitragvon berlyn » Mittwoch 6. Juli 2016, 17:00

Wie schön, dass es den Hoya Vision Simulator gibt, mit denen sich die Vorteile verschiedener Gleitsichtgläser für jede Stärke und Parameterkonstellation darstellen lassen....
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Re: Dinge, die einem der Billigbrillenverkäufer nicht sagt..

Beitragvon optikgutachter » Mittwoch 6. Juli 2016, 18:08

Oppicker hat geschrieben:Aber die Einlassung des optikgutachters kam eben bei mir mit dem Unterton an,
dass alles unter einem personalisierten Gleiter geringwertig sei, weil man die Parameter mehr oder minder "würfelt".

Wenn Standardparameter angenommen werden und diese nicht passen sind Individualgläser mit den passenden Werten selbstredend besser.
Dazu muss aber der Optiker des Vertrauens (und das sollte er bei jeder Gleitsichtausführung) alle Vorgaben zunächst messen und dann prüfen,
ob die unveränderbaren Standardvorgaben zutreffen oder nicht.....
Oppicker hat geschrieben:Wir sind hier im öffentlichen Teil und es sollte nicht der Eindruck entstehen, dass man 800 und mehr Euro investieren muss, um ein gutes Gleitsichtglas zu erwerben.

Treffen die Standardvorgaben innerhalb geringer Toleranzen nicht zu.....ist leider etwas mehr für besseres Sehen zu investieren.

Oppicker hat geschrieben:Die 800 und mehr Euro könnten sich lohnen, aber ein Garant für bessere Verträglichkeit sind sie keinesfalls.

Bei deutlichen Abweichnungen (der Standard-Annahmen) lohnt sich das aber in jedem Fall.
Alternativ gibt`s eben verminderten Sehkomfort. Sorry, ist aber so.

Nochmal zur Verdeutlichung

Es ist bei angepasster Fassung bei jeder Gleitsicht-Kategorie immer zu prüfen/messen:

Stimmen die vorgegebenen Standardwerte

:arrow: Augenabstand Rechts/Links zur Fassungsmitte (einzeln zu messen)
:arrow: Distanz Brillenglas zum Auge
:arrow: benötigte Progressionslänge (Übergangsbereich)
:arrow: Vorneigung der Fassung/Gläser zum Auge
:arrow: Scheibenwinkel der Gleiter zueinander
:arrow: "Inset" =Nahbezugspunkt-Versatz Rechts/Links (einzeln zu messen)
:arrow: und vieles mehr...

so benötigt man nicht unbedingt Individualgläser.

(Den Hinweis auf die erreichbare Maximalbreite der Sehfelder im Glas erspare ich mir,
und das die Internetanbieter das schon gar nicht können dürfte sowieso klar sein.)

Gruss vom OG
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Re: Dinge, die einem der Billigbrillenverkäufer nicht sagt..

Beitragvon Oppicker » Mittwoch 6. Juli 2016, 22:46

optikgutachter hat geschrieben: :arrow: Augenabstand Rechts/Links zur Fassungsmitte (einzeln zu messen)
:arrow: Distanz Brillenglas zum Auge
:arrow: benötigte Progressionslänge (Übergangsbereich)
:arrow: Vorneigung der Fassung/Gläser zum Auge
:arrow: Scheibenwinkel der Gleiter zueinander
:arrow: "Inset" =Nahbezugspunkt-Versatz Rechts/Links (einzeln zu messen)
:arrow: und vieles mehr...

so benötigt man nicht unbedingt Individualgläser.


Absolut einverstanden. Wenn im anderen Fall alle individuellen Parameter tatsächlich auch persistent eingehalten werden können, so kann man sich mit Individualgläsern ein echtes Plus an Sehkomfort erkaufen. Die Brille darf nicht verbiegen und muss gerade und in korrektem Abstand vor dem Auge sitzen.
Welche Progressionslänge "erforderlich" ist, ist zumindest bei mir je nach anfallender Arbeit verschieden. Und letztendlich sehe ich nicht jeden Tag gleich gut....! Eine Stärkenmessung auf ein Zehntel oder gar Hundertstel genau, die nicht nur montags, sondern auch noch dienstags, mittwochs bis sonntags stimmt, wäre bei mir überhaupt nicht möglich.
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