Gleitsichtgläser / Pupillendistanz

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jimmyp
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Gleitsichtgläser / Pupillendistanz

Beitragvon jimmyp » Samstag 2. August 2008, 10:36

Hallo Optiker!

Habe vor Jahren eine Gleitsichtbrille probiert und für schlecht befunden. Der Fernbereich war ok, im Nahbereich hatte ich Probleme. Beim Lesen konnte ich nur mit einem Auge scharf sehen - um mit dem anderen Auge scharf zu sehen musste ich den Kopf geringfügig drehen. Mehrere Besuche bei ....mann ergaben keine Besserung, so dass ich die Brille letztlich gegen eine Lesebrille getauscht habe.

Nach Recherche im Internet komme ich jetzt zu dem Ergebnis: Ein Standard-Gleitsichtglas ist für meine Pupillendistanz von 72mm vermutlich nicht geeignet, da die Standard-Pupillendistanz 65mm beträgt und der Versatz des Nahfeldes damit für mich zu gering ist (ich muss beim Lesen halt stärker schielen).

Da ich gerne noch einen Versuch unternehmen möchte bitte ich um Tipps zur Auswahl der Gleitsichtgläser (Gradal Individual etc.). Leider sind die Gläser von Zeiss nicht gerade ein Schnäppchen. Liefern andere Hersteller ähnliche Gleitsichtgläser für weniger Geld? Ich möchte ungern viel Geld in den Sand setzen wenn das Ergebnis wieder unbefriedigend sein sollte!

Danke im Voraus.
Jimmyp

Oppicker
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Re: Gleitsichtgläser / Pupillendistanz

Beitragvon Oppicker » Samstag 2. August 2008, 12:16

Das sind alles Halbwahrheiten und misslungene Schlussfolgerungen.
Wahr ist, dass ich ein Gleitsichtglas auch noch mit einer Pupillendistanz von 75mm erfolgreich tragen kann. Entscheidend für den Nahversatz der Lesezone im Glas ist nicht der Abstand der Augen bei Blickrichtung in die Ferne, sondern um wieviel sich die Augen nach innen drehen, wenn ich auf nahe Objekte fixiere. Falle ich hier aus dem "gewöhnlichen" Durchschnitt, kann es tatsächlich mit normalen(!) Gleitsichtgläsern Probleme geben. Es bedarf aber keineswegs eines Gradal Individual, um diesen Umstand zu berüclsichtigen.
Ein Standard-Gleitsichtglas ist für meine Pupillendistanz von 72mm vermutlich nicht geeignet, da die Standard-Pupillendistanz 65mm beträgt und der Versatz des Nahfeldes damit für mich zu gering ist (ich muss beim Lesen halt stärker schielen).

Totaler Schmarren! Davon stimmt allenfalls deine eigene Pupillendistanz.
Manchmal gibt es im Leben einfach nicht genug Steine (Forrest Gump)

jimmyp
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Re: Gleitsichtgläser / Pupillendistanz

Beitragvon jimmyp » Samstag 2. August 2008, 21:53

Danke für deine Antwort und entschuldige bitte meine laienhafte Ausdrucksweise.

Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass z. B. beim Lesen beide Augen einen Punkt in ca. 40cm Entfernung fixieren. Diese Augenstellung habe ich mit Schielen assoziiert. Wenn mich meine Geometriekenntnisse nicht ganz verlassen, so muss ich mit 72mm Pupillendistanz die Augen weiter zur Nase drehen als jemand mit 65mm um den gleichen Punkt zu fixieren (stärker schielen). Daraus resultiert m. E. eine andere Position des Nahbereichs.

Bitte schau dir die Abbildungen 1 + 2 im Link an:
http://www.scharfsehen.ch/brillen/brill ... ptiwswiss/

Leider hast du versäumt mir brauchbare, günstige Gläser zu nennen.
Damit könntest du mich wieder versöhnlich stimmen!

Jimmyp

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Re: Gleitsichtgläser / Pupillendistanz

Beitragvon Oppicker » Sonntag 3. August 2008, 10:36

Also, dann rechnen wir das mal unter der Annahme, dass das statisch zu betrachten wäre, mit dem geometrischen Strahlensatz aus.
Bei 65mm PD (Pup.-Distanz) und 400mm Objektentfernung sowie einem Brillenglas, das 14mm vor dem Auge sitzt (HSA= Hornhaut-Scheitelabstand) ergibt sich eine Augenbewegung nach innen von 1,1375 mm pro Auge
Bei 72mm PD und sonst gleicher Konstellation ergibt sich eine Augenbewegung von 1,26 mm pro Auge.
Wir haben es also mit der Waaaahnsinnsdifferenz von ca. 0,1225 mm pro Auge zu tun. Fast jeder andere relevante Aspekt fällt stärker ins Gewicht.

Ich führe nicht alle Glaslieferanten, weshalb ich nur für die sprechen kann, die ich selbst kenne, mit denen ich selbst Abnahme- und Rabattverträge habe.
Bitte vergleiche selbst, da je nach Vertrags-Abschluss mit einzelnen Glaslieferanten das eine Glas bei Optiker A preiswerter sein kann als bei Optiker B. Wirklich preiswerte Gläser wirst du als Einzelfertigung nicht bekommen, aber ich denke, ich habe jetzt klar zum Ausdruck gebracht, dass das Problem m.E. auch nicht an deiner großen PD liegt. Insofern kannst du dir imho die Kosten für eine individuelle Glasausführung sparen.
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Re: Gleitsichtgläser / Pupillendistanz

Beitragvon jimmyp » Sonntag 3. August 2008, 12:13

Danke für die Berechnung, 0,1225mm hören sich wirklich nicht aufregend an.
Dann verstehe ich jedoch nicht warum mein Versuch bei ....mann schief gelaufen ist. Wie im ersten Posting beschrieben war die Addition ok, aber ich konnte nicht mit beiden Augen gleichzeitig scharf lesen. Erst nach Drehung des Kopfes um ein paar Grad konnte ich mit dem anderen Auge scharf sehen, leider war dann das erste unscharf! Die Montage der Gläser und der korrekte Sitz der Brille wurden auch mehrfach geprüft!

Welche Faktoren können deiner Meinung nach noch in Frage kommen?

Jimmyp

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Re: Gleitsichtgläser / Pupillendistanz

Beitragvon Oppicker » Sonntag 3. August 2008, 14:27

Schwer zu sagen. Angefangen vom "worst case", einer Zyklophorie, kann es über mangelhaft eingearbeitete Gleitsichtgläser bis hin zu einer einfachen Lüge gehen, Glasaufbau und Stärken seien in Ordnung.
Eine Zyklophorie liegt dann vor, wenn sich das oder die Auge(n), besser der Augapfel, bei der Bewegung nach innen auf ein nahes Objekt um die Symmetrieachse dreht. Läge dieser Umstand vor, scheitern Gleitsichtgläser fast unweigerlich.
Ein bemühter Optikermeister(!) kann eine Zyklophorie messen.
Wenn du mit deiner Gleitsichbrille den Kopf lediglich seitwärts bewegen und nicht neigen musstest, stimmte garantiert etwas mit der Zentrierung nicht. Da kann evtl. der Optiker noch nicht eimal was dafür, da er sich beim Einarbeiten des Glases an einer Stempelung auf dem Glas orientiert, die der Glashersteller aufbringt und die falsch sein kann.
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