Eine phototrope Gleitsichtbrille oder zwei Brillen = Pest oder Cholera?

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jege
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Eine phototrope Gleitsichtbrille oder zwei Brillen = Pest oder Cholera?

Beitragvon jege » Mittwoch 2. Oktober 2019, 10:49

Hallo,

mein Name ist Jens, bin 58 Jahre alt und wohne in der Uckermark.

Erstmal die relevanten Werte meiner Augen - am 27.09.19 von einer Optometristin bei meinem Augenarzt ermittelt:

Rechts: +0,50, -0,75, 87, 2,50
Links: +0,50, -0,75, 56, 2,50

(Lesebrille mit +1,5 beidseitig nutze ich schon seit ca. 15 Jahren)

und selbige Optometristin hat mir dbzgl. eine Verordnung für eine Gleitsichtbrille mit 50% getönten Gläsern ausgeschrieben.
Nun zum Grund dafür:
Leider ist bei meinem linken Auge, aufgrund einer Gürtelrose im Gesicht (linke Gesichtshälfte inkl. linkem Auge) im Frühjahr diesen Jahres, die Pupille starr (sprich sie ist dauerhaft geöffnet). Lt. Aussage meines AA bleibt das aus so (der leider selben Meinung ist auch der Neurologe). War auch deswegen sechs Wochen zur Reha u.a. weil ich wegen der Gürtelrose danach Doppelbilder hatte (diese aber mit Prismenfolie erfolgreich therapiert wurden).
Sonnenstrahlen sind aber quasi Gift für mein linkes Auge geworden - bin deswegen tagsüber prinzipiell nur noch mit aufgesetzter Sonnenbrille unterwegs.
Irgendwie finde ich das dann dauerhafte Nutzen (also auch in der Wohnung) mit der 50% getönten GLB bestimmt als hinderlich ('Hellikeit' in den Räumen? Licht anschalten wenn die Sonne nicht scheint? Auch abends dann immer 'Flutlicht'?). Oder dann lieber zwei Brillen - eine 50% quasi für unterwegs und eine ohne Tönung für daheim? Der Wechsel nervt mich dann aber bestimmt, wenn ich bereits das erste mal die 50% vergessen habe aufzusetzen für 'draußen' und ich dann bereits schon draußen bin! Und sind dann auch beide Brillen wirklich gleich was die Seheigenschaften betrifft!?
Was mir vorschwebt ist eine GLB mit phototropen Gläsern. Aber leider habe ich bereits schlechte Erfahrungen mit phototropen Gläsern machen müssen. Und zwar hatte ich mir vor Antritt meiner Reha bei Fielmann eine Sonnenbrille mit phototropen Gläsern gekauft. Diese war aber mMn vollkommener Müll - die hat sich zwar im Geschäft (also zur Demonstration unter einer 'künstlichen Sonne' im Hinterstübchen also nicht vor meinen Augen) sehr gut dunkel gefärbt, aber leider in der Realität - sprich in freier Natur bei voll fett Sonne - so gut wie gar nicht dunkel gefärbt! Bin auch absichtlich in der Sonne gelaufen (linke Auge dabei zugekniffen), aber diese Brille wollte einfach nicht richtig (so wie im Geschäft!) dunkel werden! Das Spielchen habe ich mir bei der Reha eine Woche angeguckt, dann flog das Ding in hohem Bogen in meine Reisetasche! Und die normale Sonnenbrille wurde sodann mein täglicher Freund und Begleiter auf meiner Nase.
Die phototrope Sonnenbrille habe ich direkt nach der Rehe zu Fielmann gebracht - und demonstrativ auf dem ganzen Weg dorthin (zu Fuß) bei schönstem Sonnenschein aufgehabt... Aber wie gehabt, auch da wollte die sich nicht komplett (also 80%) dunkel färben (bzw. 50% hätten mir auch genügt), aber sie war nur einen Hauch dunkel bzw. sah ich keinen großen Unterschied zwischen Brille auf, Brille ab, Brille auf, Brille ab... Habe den Kaufpreis erstattet bekommen. Mich würde aber trotzdem noch interessieren mit welchem Trick die da arbeiten, damit die Gläser in deren Kämmerlein und unter ihrer 'künstlichen Sonne' derart dunkel werden...
Lange Rede, kurzer Sinn. Was mache ich jetzt - zwei Brillen oder eine phototrope??? Habe nämlich auch keine Lust hunderte €uronen deswegen in des Sand zu setzen!

Danke für's Lesen und die Feedbacks.

MfG

Kalle
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Re: Eine phototrope Gleitsichtbrille oder zwei Brillen = Pest oder Cholera?

Beitragvon Kalle » Mittwoch 2. Oktober 2019, 11:59

Die unbequeme 2-Brillenlösung scheint mir hier den besseren Nutzen zu haben. Die selbstönenden Gläser haben nicht nur Vorteile. Bei hohen Temperaturen werden sie nicht so dunkel wie erhofft. Dagegen werde sie im Winter besonders dunkel. Hinter der Windschutzscheibe tönen sie sich meist auch nicht ausreichend.
Mein Rat: lieber die Brille je nach Bedarf wechseln!
Viel Erfolg!
Kalle
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Robin
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Re: Eine phototrope Gleitsichtbrille oder zwei Brillen = Pest oder Cholera?

Beitragvon Robin » Mittwoch 2. Oktober 2019, 14:06

Mal unabhängig von der Frage (die wir hier eh nicht klären können) was da bei den Gläsern nicht gestimmt hat, ist natürlich die 2-Brillen-Varianten in diesem Fall wesentlich sinnvoller. Alternativ wäre auch eine Brille mit einem Sortiment unterschiedlicher Magnet-Sonnen-Clips interessant (siehe z.B. Thema Optical, EBM, Solano und andere) - da kannst du dann durch die Auswahl des Clips jeweils selber festlegen, wie dunkel es werden soll

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Re: Eine phototrope Gleitsichtbrille oder zwei Brillen = Pest oder Cholera?

Beitragvon GodEmperor » Mittwoch 2. Oktober 2019, 14:46

Moin!
Diese Aktion mit der
jege hat geschrieben:'künstlichen Sonne'
war wahrscheinlich irgendeine UV-Lampe oder irgendso ein durchdesigntes PointOfSaleInstantSellingArgumentPresenterDingsdabumsda ohne echten Praxiswert.
Die phototrope Beschichtung reagiert auf UV-Licht und verdunkelt sich. Heißt, dass die Gläser bei bedecktem Himmel ohne Sonne dunkel werden und im Auto wegen der Compositfrontscheibe (Plastikfolie mit UV-Filter drin) so gut wie gar nicht.
Zwei Brillen ist für dich wohl besser, unhandlicher sicher und anfangs wirst du öfter mal rennen müssen um die richtige Brille zu haben, aber ist besser.
Rechtschreibung und Zeichensetzung sind frei erfunden, Ähnlichkeiten mit der Realität sind purer Zufall.

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Re: Eine phototrope Gleitsichtbrille oder zwei Brillen = Pest oder Cholera?

Beitragvon Eberhard Luckas » Mittwoch 2. Oktober 2019, 15:30

Moin Jege,
frage Deinen Optiker nach Transitions XTRActive, diese Gläser haben eine Anfangstönung und werden sogar im Auto etwas dunkler. Es sind für Outdoor die zur Zeit dunkelsten selbsttönenden Brillengläser.
Viele Grüße
Eberhard
Augenoptikermeister


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