unzufrieden mit Gleitsichtbrille

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Ernie22
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unzufrieden mit Gleitsichtbrille

Beitragvon Ernie22 » Sonntag 9. Dezember 2018, 20:41

Hallo zusammen,
ich habe mir beim lokalen Optiker eine Gleitsichtbrille anfertigen lassen.
Das ist meine erste Gleitsichtbrille. Bisher habe ich als kurzsichtiger eine Einstärkenbrille getragen.
Damit konnte ich auch noch ganz gut lesen. Nur bei sehr kleiner Schrift musste ich die Brille abnehmen.
Da ich eine stärkere Fernbrille brauchte kann ich damit nicht mehr lesen. Daher nun die Gleitsichtgläser.
Jetzt habe ich die Brille am Freitag bekommen und bin nicht glücklich damit.
Die Fernsicht ist sehr gut. Im Übergangsbereich wurde mir Versprochen, dass der Sehbereich aufgrund der individuellen Anfertigung besonders breit sei.
Ich sehe zwar in der Mitte den Bildschirm sehr scharf, empfinde aber den Bereich als ziemlich schmal.
Sicherlich muss ich mich noch mehr daran gewöhnen, aber was kann man hier für einen Sehbereich bei einem individuellen Glas erwarten?
Lässt sich hier ungefähr ein Winkelbereich angeben?
Das größere Problem sehe ich im Nahbereich(Addition 1) . Ich kann zwar damit gut Zeitung lesen, sehe aber nicht besser als mit meiner alten Fernbrille.
Das heißt ich muss für sehr kleine Schriften nach wie vor die Brille abnehmen. Genau das wolle ich eigentlich vermeiden.
Ich gehe natürlich nächste Woche zum Optiker um das zu besprechen, würde mich aber hier über Meinungen und sachkundigen Rat freuen.

deephorst
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Re: unzufrieden mit Gleitsichtbrille

Beitragvon deephorst » Sonntag 9. Dezember 2018, 22:14

Welche Fernstärke hatte die vorige Brille, welche hat die neue ?
und wenns ne neue Fernstärke gibt, war die vorige nicht mehr so doll oder ?
Wie alt bist Du ?
wir australier sind die coolsten (ricola)

Ernie22
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Re: unzufrieden mit Gleitsichtbrille

Beitragvon Ernie22 » Sonntag 9. Dezember 2018, 22:42

Ich habe gerade bemerkt, dass der Beitrag im falschen Unterforum gelandet ist. Ich hoffe er kann noch verschoben werden.

Die neue Brille hat eine Fernstärke von links -3,75 / -0,5 und rechts -3,5 / -0,25. Die Werte der alte Brille habe ich nicht mehr parat, waren aber schwächer.

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DI Michael Ponstein
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Re: unzufrieden mit Gleitsichtbrille

Beitragvon DI Michael Ponstein » Montag 10. Dezember 2018, 10:31

Was wir wissen müssten, wäre, welches Gleitsichtglas Hersteller, Typ hast Du Dir ausgesucht?
Zweitens, Deine Kurzsichtigkeit erlaubt Dir mit Abnahme der Brille eine Art Lesebrille von 3.75 dpt zu erzeugen,
Deine GS Brille macht das wohl aktuell mit 1.0.
Ob das korrekt ist oder nicht, keine Ahnung. Gemessen wird der sog. Nahzusatz nach dem Bedarf der Sehentfernung Nähe, im Normalfall auf Buchentfernung ca. 35 cm gemessen.
Näheres würde ich vor Ort klären, auch ob, der Glastyp der Weisheit letzter Schluss ist.
Die Preisspannen von einfachen GS Gläser bewegt sich bis 200 Euro pro Stück
Das Mittelfeld bis 450 Euro pro Stück und die technisch maximierten Versionen bis ca. 700 Euro pro Stück.
Bei einigen Kollegen auch etwas weniger, aber als Richtschnur nutzbar.
Refraktionieren mit Spaß!? moderne, mobile und individuelle Refraktions-Teste für´s Tablet von iPadMeikel - für Nah-, Fern-, LowVision, Arbeitsplatzprüfung.
Info hier! http://www.optik-freise.de/ipadmeikel.htm. OrCam zertifizierter Augenoptiker.

Ernie22
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Re: unzufrieden mit Gleitsichtbrille

Beitragvon Ernie22 » Montag 10. Dezember 2018, 23:11

Verkauft wurde mir ein Glas von Rodenstock. Den genauen Typ müsste ich erst erfragen.

Auf 35 cm Entfernung kann ich lesen, das kann ich mit meiner Einstärenbrille aber genauso gut.
Kleingedrucktes bei dem ich näher ran muß kann ich mit der Gleistichtbrille nicht lesen.
Dazu muss ich sie wie früher abnehmen. Ohne Brille kann ich noch in 15 cm Abstand scharf sehen.

deephorst
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Re: unzufrieden mit Gleitsichtbrille

Beitragvon deephorst » Dienstag 11. Dezember 2018, 02:23

Ganz unabhängig von anderen Aspekten, nur wegen der Nahzusatzstärke:
Einfach mal mehr Plus über die Brille halten lassen ..
wir australier sind die coolsten (ricola)

Ernie22
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Re: unzufrieden mit Gleitsichtbrille

Beitragvon Ernie22 » Dienstag 11. Dezember 2018, 18:44

Wie stark korrigiert man normalerweise im Nachbereich?
Ich habe eigentlich schon die Hoffnung, dass ich z.B. beim Einkaufen das Kleingedruckte auf Verpackungen lesen kann
ohne die Brille abzunehmen.

Robin
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Re: unzufrieden mit Gleitsichtbrille

Beitragvon Robin » Dienstag 11. Dezember 2018, 19:22

Ernie22 hat geschrieben:Wie stark korrigiert man normalerweise im Nachbereich?
Ich habe eigentlich schon die Hoffnung, dass ich z.B. beim Einkaufen das Kleingedruckte auf Verpackungen lesen kann
ohne die Brille abzunehmen.

ganz einfach: so schwach wie möglich, aber so stark wie nötig!
Klingt genauso einfach wie bescheuert, stimmt aber!
Mit dem Kleingedruckten auf Verpackungen ist das so eine Sache, da dies meist auch mit wenig Kontrast gedruckt wird (damit man es schlecht lesen kann). Gerade wenn dann das Licht nicht optimal ist wird das schnell eng. Wenn aber ansonsten keine höhere Nahstärke gebraucht wird weil sonst alles klappt würde ich den Nahbereich nicht unbedingt stärker machen, da dann die Nahblickfelder unnötig an Breite verlieren.
ne sehr helle Taschenlampe tuts auch!

Ernie22
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Re: unzufrieden mit Gleitsichtbrille

Beitragvon Ernie22 » Mittwoch 12. Dezember 2018, 23:15

Ich gehe davon aus dass meine Altersweitsichtigkeit (bin 48) voran schreitet. Ich frage mich, wenn ich jetzt im Nahbereich gerade so klarkomme,
wie lang hab ich dann Nutzen von der Brille? Ich möchte ungern nächste Jahr schon wieder so viel Geld für neue Gläaser ausgeben.

wörterseh
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Re: unzufrieden mit Gleitsichtbrille

Beitragvon wörterseh » Donnerstag 13. Dezember 2018, 06:14

Also bei einem Alter von 48 Jahren würde ich die Addition von 1.0 schon noch einmal überprüfen lassen. Die können stimmt, müssen aber nicht. Im Normalfall (aber was ist schon ein 'Normalfall'?) ist dieser Wert in deinem Alter etwas höher*.
Wenn die Addition letztlich stimmt, hast du auch eine Weile Ruhe. Zumindest fällt die nächste Veränderung dann meist mit dem natürlichen 'Lebensende' deiner Brille (-ngläser) zusammen. ;-)
LG

*...hängt natürlich von verschiedenen Faktoren ab. Lese- bzw. Arbeitsgewohnheiten, Akkomodationsfähigkeit deiner Augen, selbst von deiner Körpergröße ect.
Quallen leben seit 650 Millionen Jahren ohne Hirn - Das macht vielen Menschen Hoffnung!

Messbrille
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Re: unzufrieden mit Gleitsichtbrille

Beitragvon Messbrille » Donnerstag 13. Dezember 2018, 09:26

Ernie22 hat geschrieben:Wie stark korrigiert man normalerweise im Nachbereich?
Ich habe eigentlich schon die Hoffnung, dass ich z.B. beim Einkaufen das Kleingedruckte auf Verpackungen lesen kann
ohne die Brille abzunehmen.



genau da liegt das Problem:

mit Ende vierzig wäre eine Nahaddition von +1,0 bis 1,5dpt. zu erwarten, wenn man im üblichen Leseabstand scharf sehen will ;

wenn man sich als Kurzsichtiger mit Werten von -3,5dpt. schon angewöhnt hat, ohne Brille zu lesen, ist der gewohnte Leseabstand aber schon kürzer und man wird mit einem Nahteil von +1,0dpt. nicht mehr glücklich;

ein Weg ist es, in diesem Fall doch eine (eigentlich zu hohe) Nahaddition von +2,0dpt. oder mehr in der Gleitsichtbrille zu wählen, damit die Sehschärfe für den Kurzsichtigen in der Nähe ähnlich gut wird, wie ohne Brille - er hat die Nahbrille ja sozusagen "eingebaut", ist also gewohnt, ohne Brille sehr gut in der Nähe zu sehen;
dann wird die Gewöhnung an die erste GSB aber schwieriger (unscharfes Sehen auf den Boden beim Laufen etc.) ;

ein ganz anderes Thema ist die Arbeit am PC (Monitor auf dem Tisch):
hier kann man nicht erwarten, dass die normale Gleitsichtbrille funktioniert, weil der Bereich, in dem man den Monitor scharf sehen kann, meist zu tief im Brillenglas liegt und auch zu schmal ist - man schaut durch das Fernteil auf den Monitor....;
dafür gibt es Brillen für Bildschirmarbeitsplatz (Gleitsicht, "Indoor" oder "Office" etc. genannt)
Augenarzt

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Re: unzufrieden mit Gleitsichtbrille

Beitragvon Ernie22 » Donnerstag 13. Dezember 2018, 23:06

wenn man sich als Kurzsichtiger mit Werten von -3,5dpt. schon angewöhnt hat, ohne Brille zu lesen, ist der gewohnte Leseabstand aber schon kürzer und man wird mit einem Nahteil von +1,0dpt. nicht mehr glücklich;


Ich lese aktuell mit meiner Einstärkenbrille, die schwächer ist als die neue Brille. Nur für kleine Schriften oder wenn ich was genau sehen muß, setze ich die Brille ab. Ich kann mit der alten Brille ungefähr genausogut lesen wie mit der Gleitsichtbrille durch den Nahbereich.

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Re: unzufrieden mit Gleitsichtbrille

Beitragvon Eberhard Luckas » Donnerstag 13. Dezember 2018, 23:28

Moin,
eine reine Lesebrille hat eine Vergrößerungswirkung des Gelesenen, die Gleitsichtbrille viel weniger auf Grund der geringeren Dicke und Vorderflächenkrümmung. Auch wenn die Lesebrille noch Minusgläser hat, ist das Bild größer als bei der Gleitsichtbrille.
Viele Grüße
Eberhard
Augenoptikermeister

Messbrille
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Re: unzufrieden mit Gleitsichtbrille

Beitragvon Messbrille » Freitag 14. Dezember 2018, 00:40

Ernie22 hat geschrieben:
Ich lese aktuell mit meiner Einstärkenbrille, die schwächer ist als die neue Brille. Nur für kleine Schriften oder wenn ich was genau sehen muß, setze ich die Brille ab. Ich kann mit der alten Brille ungefähr genausogut lesen wie mit der Gleitsichtbrille durch den Nahbereich.



- Du bleibst mit der älteren Einstärkenbrille leicht kurzsichtig und kannst deshalb damit noch lesen - offensichtlich ist Sie für die Ferne inzwischen aber zu schwach; die Einstärkenbrille geht also noch Kompromiss für die meisten Gelegenheiten, ist aber schlecht zum Autofahren, insbesondere bei Dunkelheit, geeignet;

- die Gleitsichtbrille hat im Fernteil mehr minus, Du siehst die Ferne besser , dafür braucht es nun das Nahteil zum Lesen und für sehr kleine Schriften müsste dieses noch stärker sein, wenn Du die Brille nicht zu Lesen abnehmen willst;

ein stärkeres Nahteil würde evtl. aber die Verträglichkeit der GSB verschlechtern , ohne die Sehschärfe in der Nähe ohne Brille nur annähernd zu erreichen; die verschiedenen Zonen würden kleiner werden, weil auf derselben Höhe des Glases jetzt eine grössere Differenz von Ferne zu Nähe untergebracht werden muss;

ich würde mich erstmal an diese erste Gleitsichtbrille gewöhnen und ggf. in 2 Jahren nochmal mit einem stärkeren Leseteil "nachlegen"; es ist ohnehin damit zu rechnen, dass in den nächsten Jahren ein stärkeres Nahteil erforderlich wird - ist leider so ;
Augenarzt

wörterseh
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Re: unzufrieden mit Gleitsichtbrille

Beitragvon wörterseh » Freitag 14. Dezember 2018, 05:30

@ Ernie22

Hast jetzt die Nahstärke noch einmal überprüfen lassen?
Wenn nicht, ist das der nächste Schritt. Alles Andere bleibt, wie ein Kollege hier immer so treffend sagt, Kaffeesatzleserei!
Zur Not, wenn du den Angaben bei deinem Optiker nicht traust, lass die Werte bei einem zweiten Kollegen prüfen.
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