rentieren sich teurere Gläser

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deephorst
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Re: rentieren sich teurere Gläser

Beitragvon deephorst » Dienstag 6. November 2018, 22:38

Karoshi hat geschrieben:Die gute Brille wird scheinbar über den Glashersteller definiert.
Zu diesem Bild haben alle Kollegen beigetragen die nicht mit "Hey, wir bauen geile Brillen weil wir unser Handwerk verstehen!" Werbung machen sondern mit "Hey, in unsere Brillen kommen Gläser von Hersteller X! (und im Kundenhirn wird daraus: nur deswegen sind die Brillen gut)".
Und genau das befeuern die Onliner und wie man im Forum immer öfter sieht, sind die schon drin in den Köpfen.

Der Glashersteller allein ist nichts wert. Das Fassungslabel allein ist nichts wert.
Die Rohteile bekommen ihren Wert erst durch die Fachkraft, die daraus eine Brille zusammenfügt. Von Angesicht zu Angesicht, denn sonst ist alles nur geraten und die Funktion purer Zufall.


Vollste Zustimmung. Aufn Punkt. Gut gesagt.
wir australier sind die coolsten (ricola)

Elena
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Re: rentieren sich teurere Gläser

Beitragvon Elena » Sonntag 11. November 2018, 10:24

Hallo zusammen,

herzlichen Dank für eure Antworten. Logischerweise spielt die Anpassung der Brille ( auch für mich Laien verständlich) eine Riesenrolle. Besonders bei dem sensiblem Produkt Gleistsichtglas. Alle anderen Gläser sind da sicherlich wesentlich leichter zu händeln, hier habe ich auch früher mal bei Fielmann eine Brille fertigen lassen. Meine Lesebrillen lagen überall im Haus und am Arbeitsplatz verstreut herum, also immer zur Hand, die durften auch mal günstiger sein. Gesehnt habe ich durch alle recht gut.
Aber nochmals zum Kern meiner Frage. Beim Kauf meiner neuen Gleitsichtbrille bekam ich beim Optiker ( ja es war ein Fachmann und ich hoffe ein Guter ) zwei verschieden Möglichkeiten vorgeschlagen. Einmal die Zeiss Gläser, deren Sichtbereich gerade im mittleren Sehbereich ein wesentlich breiteres Sehfeld hatten. Die Profis wissen sicherlich was ich meine. Diese netten Linien die auf dem Prospekt der Brillengläser aufgezeichnet sind. Günstig ist kleines Feld in der Mitte des Glases und bei der teureren Form ist dieser Bereich etwas breiter.
Also muss sich doch meiner Meinung nach, so ein Brillenglas schon von einem anderen Glas unterscheiden. Wo liegt denn sonst der Unterschied für die mehreren hundert Euro Aufpreis.
Bei einigen Antworten von Euch hatte ich das Gefühl das die Glasqualität eher zweitrangig ist, die große Rolle beim Brillenkauf spielt der Fachmann, der das Teil anpasst.
Klar alle Faktoren zusammen machen das Produkt Brille für den Träger rund. Wobei ich der Meinung bin, eine Gleitsichtbrille ist schon ein himmelweiter Unterschied zu einer Einstärkenbrille.
Aber wie kann ich denn als Laie Unterschiede der Gläser herausfinden ? Mal kurz Probesehen ist ja leider nicht möglich. Ich bekomme meine neue Brille und muss mit dem Produkt klarkommen. Bei Mister Spex kann ich die Brille zurückgeben und bekomme mein Geld zurück, dürfte beim niedergelassenen Optiker sehr schwierig werden.
Ich habe ja nicht mal die Möglichkeit im Glas zu erkennen von welchem Hersteller die Gläser sind. Also eine absolute Vertrauenssache beim Kauf. Es gibt, glaube ich wenig Artikel bei denen ich so im Dunkeln tappe, wie bei einem Brillenglas, das bereits in der Brille verbaut ist. Macht mich als Kunde schon ein bisschen kritisch.

ronja
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Re: rentieren sich teurere Gläser

Beitragvon ronja » Sonntag 11. November 2018, 11:42

Hi Elena,

Ja du kannst bei Mister Spex die Brille zurückgeben.
Du kannst dir aber auch einen Optiker suchen, zu dem du Vertrauen hast.
Wenn du dem Optiker von vornherein nicht vertraust, hat das keinen Sinn. Was weißt du denn bei Mister Spex? Da weißt du noch weniger.umd bestellst auf gut Glück? Die kennen nicht, wissen nicht wie die Gläser speziell für dich eingearbeitet werden müssen.

Und doch, du kannst es schon nachvollziehen, welche Gläser es sind. Du gibt's ja eine Bestellung auf und die Gläser werden geliefert. Es sei denn du gehst zu F die zentrale Werkstätten haben. Die Gläser sind in Tüten verpackt, wo drauf steht um welches Glas es sich handelt. Beim letzten Kauf wurde mir das sogar alles gezeigt. Er dachte ich kenne einen Glasrohling nicht.
Dennoch fand ich es sehr cool dass er das von sich aus gemacht haben.
Ein kleiner Tipp von mir - meine Brillen kosten auch schon immer sehr viel Geld, und ich habe noch keine Gleitsichtbrille - lass es auf dich zukommen. Ggf. sprichst du vorher mit dem Optiker über das was ist wenn.
Vor ein paar Jahren hat man sich über so etwas überhaupt keine Gedanken gemacht. Da gab es mr Spex noch nicht. Da ging man einfach zum Optiker und hat ihn arbeiten lassen.

Warum hast du so viel Misstrauen?

LG, Ronja

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Karoshi
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Re: rentieren sich teurere Gläser

Beitragvon Karoshi » Sonntag 11. November 2018, 12:17

Mr.Spex nimmt die Brillen nicht zurück weil sie so kundenfreundlich sind. Die sind gesetzlich dazu gezwungen.
Die verbrennen seit bestehen nur Geld. Unter anderem Millionen an Subventionen vom Staat.

Nochmal: Die Gläser sind kein fertiges Produkt. Das ist ein sog. Halbzeug. Der Optiker macht die Brille, nicht der Glashersteller. Drum ist der Optiker auch viel wichtiger als der Glashersteller.

Das feinste Rinderfilet ist im Eintopf halt echt wenig wert, obwohl sehr teuer.
Des Menschen Leben gleicht der Brille. Man macht viel durch. -- Heinz Erhardt
staatl. gepr. Augenoptiker und Augenoptikermeister FFA München 2011

Elena
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Re: rentieren sich teurere Gläser

Beitragvon Elena » Montag 12. November 2018, 13:01

Aber nochmals zum Kern meiner Frage. Beim Kauf meiner neuen Gleitsichtbrille bekam ich beim Optiker ( ja es war ein Fachmann und ich hoffe ein Guter ) zwei verschieden Möglichkeiten vorgeschlagen. Einmal die Zeiss Gläser, deren Sichtbereich gerade im mittleren Sehbereich ein wesentlich breiteres Sehfeld hatten. Die Profis wissen sicherlich was ich meine. Diese netten Linien die auf dem Prospekt der Brillengläser aufgezeichnet sind. Günstig ist kleines Feld in der Mitte des Glases und bei der teureren Form ist dieser Bereich etwas breiter.
Also muss sich doch meiner Meinung nach, so ein Brillenglas schon von einem anderen Glas unterscheiden. Wo liegt denn sonst der Unterschied für die mehreren hundert Euro Aufpreis


Ok Ok ,also keine Gläser von Fielmann oder Mister Spex....wobei es mich als direkter Vergleich schon mal reizen würde.
Kurioserweise war meine erste "Optiker Anlaufstelle" zum schauen, genau der Optiker der auch für Mister Spex arbeitet, was ich zum damaligen Zeitpunkt nicht wusste.Der erste Rundgang war erst einmal die Auswahl des Gestells, der Rest noch Nebensache.

Warum machen das Optiker ? Schlechte Zahlen, wenig Verdienst, Kundenaquise ?

Aber vielleicht antwortet mal einer von Euch auf die oberen Frage. Habe ich bei einem teureren Glas tatsächlich ein breiteren Sehbereich als bei günstigem Glas.
Diese Fragen brennen nun mal unter meinen Nägeln. Hat vielleicht einer von euch schon mal die Erfahrungen mit günstig und teuer gemacht und kann berichten.Welche Offenbarung hattet ihr nach dem Aufsetzen der Brille, bzw. wie weit war das Sichtfeld ?

Elena
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Re: rentieren sich teurere Gläser

Beitragvon Elena » Montag 12. November 2018, 23:08

Aber nochmals zum Kern meiner Frage. Beim Kauf meiner neuen Gleitsichtbrille bekam ich beim Optiker ( ja es war ein Fachmann und ich hoffe ein Guter ) zwei verschieden Möglichkeiten vorgeschlagen. Einmal die Zeiss Gläser, deren Sichtbereich gerade im mittleren Sehbereich ein wesentlich breiteres Sehfeld hatten. Die Profis wissen sicherlich was ich meine. Diese netten Linien die auf dem Prospekt der Brillengläser aufgezeichnet sind. Günstig ist kleines Feld in der Mitte des Glases und bei der teureren Form ist dieser Bereich etwas breiter.
Also muss sich doch meiner Meinung nach, so ein Brillenglas schon von einem anderen Glas unterscheiden. Wo liegt denn sonst der Unterschied für die mehreren hundert Euro Aufpreis


Ok Ok ,also keine Gläser von Fielmann oder Mister Spex....wobei es mich als direkter Vergleich schon mal reizen würde.
Kurioserweise war meine erste "Optiker Anlaufstelle" zum schauen, genau der Optiker der auch für Mister Spex arbeitet, was ich zum damaligen Zeitpunkt nicht wusste.Der erste Rundgang war erst einmal die Auswahl des Gestells, der Rest noch Nebensache.

Warum machen das Optiker ? Schlechte Zahlen, wenig Verdienst, Kundenaquise ?

Aber vielleicht antwortet mal einer von Euch auf die oberen Frage. Habe ich bei einem teureren Glas tatsächlich ein breiteren Sehbereich als bei günstigem Glas.
Diese Fragen brennen nun mal unter meinen Nägeln. Hat vielleicht einer von euch schon mal die Erfahrungen mit günstig und teuer gemacht und kann berichten.Welche Offenbarung hattet ihr nach dem Aufsetzen der Brille, bzw. wie weit war das Sichtfeld ?

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Roland A. Frank
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Re: rentieren sich teurere Gläser

Beitragvon Roland A. Frank » Dienstag 13. November 2018, 12:55

Elena hat geschrieben:

Warum machen das Optiker ? Schlechte Zahlen, wenig Verdienst, Kundenaquise ? mußt genau diese fragen - eine ganze Branche wundert sich...

Aber vielleicht antwortet mal einer von Euch auf die oberen Frage. Habe ich bei einem teureren Glas tatsächlich ein breiteren Sehbereich als bei günstigem Glas. Ja, hast du objektiv sicherlich
Diese Fragen brennen nun mal unter meinen Nägeln. Hat vielleicht einer von euch schon mal die Erfahrungen mit günstig und teuer gemacht und kann berichten.Welche Offenbarung hattet ihr nach dem Aufsetzen der Brille, bzw. wie weit war das Sichtfeld ?


nur ob DU das merkst / benötigst ist DEIN persönliches Empfinden - das kann dir kein Mensch dieser Welt sagen !

Die Katz mag Mäus, i mag sie nicht ! Verstehsde was ich meine ?
Augenoptikermeister - Heilpraktiker - ö.b.u.v. Sachverständiger - miosan-Trainer

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Re: rentieren sich teurere Gläser

Beitragvon noby1973 » Dienstag 13. November 2018, 16:28

Karoshi hat geschrieben:Mr.Spex nimmt die Brillen nicht zurück weil sie so kundenfreundlich sind. Die sind gesetzlich dazu gezwungen.
Die verbrennen seit bestehen nur Geld. Unter anderem Millionen an Subventionen vom Staat.

Nochmal: Die Gläser sind kein fertiges Produkt. Das ist ein sog. Halbzeug. Der Optiker macht die Brille, nicht der Glashersteller. Drum ist der Optiker auch viel wichtiger als der Glashersteller.

Das feinste Rinderfilet ist im Eintopf halt echt wenig wert, obwohl sehr teuer.


Gesetzlich gezwungen sind sie nicht, wie kommst du auf die Idee?

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Re: rentieren sich teurere Gläser

Beitragvon noby1973 » Dienstag 13. November 2018, 16:31

Karoshi hat geschrieben:Mr.Spex nimmt die Brillen nicht zurück weil sie so kundenfreundlich sind. Die sind gesetzlich dazu gezwungen.
Die verbrennen seit bestehen nur Geld. Unter anderem Millionen an Subventionen vom Staat.

Nochmal: Die Gläser sind kein fertiges Produkt. Das ist ein sog. Halbzeug. Der Optiker macht die Brille, nicht der Glashersteller. Drum ist der Optiker auch viel wichtiger als der Glashersteller.

Das feinste Rinderfilet ist im Eintopf halt echt wenig wert, obwohl sehr teuer.


Gesetzlich gezwungen sind sie nicht, wie kommst du auf die Idee?

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Re: rentieren sich teurere Gläser

Beitragvon Lutz » Dienstag 13. November 2018, 16:50

Elena hat geschrieben:Habe ich bei einem teureren Glas tatsächlich ein breiteren Sehbereich als bei günstigem Glas.

Nicht, wenn sich der Preis nicht aus den Sehbereichen ableitet sondern z.B. aus den Einkaufspreisen (z.B. Billiglohnland <-> Made in Germany) in Kombination z.B. mit Beschichtungsqualität und/oder Beratungsqualität und/oder Werkstattarbeitsqualität und/oder sonstwas (z.B. Miete, Personalkosten, Energiekosten und/oder Kosten des Herstellers für Außendienst, Fortbildungsveranstaltungen, Marketing, Fernsehwerbung usw.)
Zuletzt geändert von Lutz am Dienstag 13. November 2018, 17:29, insgesamt 1-mal geändert.

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GodEmperor
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Re: rentieren sich teurere Gläser

Beitragvon GodEmperor » Dienstag 13. November 2018, 16:56

noby1973 hat geschrieben:Gesetzlich gezwungen sind sie nicht, wie kommst du auf die Idee?

Woohoool! :mrgreen: Hieß früher mal Fernabsatzgesetz, heute ist im Schuldrecht ein Passus enthalten.
Rechtschreibung und Zeichensetzung sind frei erfunden, Ähnlichkeiten mit der Realität sind purer Zufall.

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Re: rentieren sich teurere Gläser

Beitragvon noby1973 » Mittwoch 14. November 2018, 03:38

Fernabsatzgesetzt hat aber schon immer Kundenspezifisch gefertigte Artikel ausgeschlossen. Somit gilt das hier nicht. Die Rücknahme ist freiwillig.

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Re: rentieren sich teurere Gläser

Beitragvon wörterseh » Mittwoch 14. November 2018, 05:33

Nein, die ist nicht so freiwillig wie du denkst! ;-)
Aber schön, dass du ans Gute im Menschen glaubst.
Quallen leben seit 650 Millionen Jahren ohne Hirn - Das macht vielen Menschen Hoffnung!

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Qwerty
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Re: rentieren sich teurere Gläser

Beitragvon Qwerty » Mittwoch 14. November 2018, 08:49

Bei Online Produkten ist das nicht freiwillig. Wenn dir das ein stationärer Optiker anbietet ist das ein Kulanzverhalten.
Der Satz von Minkwitz, ob man‘s glaubt oder nicht, ist kein Witz :mrgreen:

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Lutz
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Re: rentieren sich teurere Gläser

Beitragvon Lutz » Mittwoch 14. November 2018, 10:21

Bevor sich das jetzt unnötig in die Länge zieht... :wink:

§312g BGB Widerrufsrecht, Absatz 2 Satz 1:
https://dejure.org/gesetze/BGB/312g.html

"(2) Das Widerrufsrecht besteht, soweit die Parteien nichts anderes vereinbart haben, nicht bei folgenden Verträgen:

1. Verträge zur Lieferung von Waren, die nicht vorgefertigt sind und für deren Herstellung eine individuelle Auswahl oder Bestimmung durch den Verbraucher maßgeblich ist oder die eindeutig auf die persönlichen Bedürfnisse des Verbrauchers zugeschnitten sind,[...]"


=> Die Rücknahme einer online verkauften, individuell angefertigten Brille, bei der der Käufer Wahlmöglichkeiten bezüglich Ausführung und Fertigungsparameter hatte, ist eine freiwillige Leistung des Online-Händlers.


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