Erste Gleitsichtbrille --> Lesebereich sehr schmal

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optikgutachter
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Re: Erste Gleitsichtbrille --> Lesebereich sehr schmal

Beitragvon optikgutachter » Montag 12. März 2018, 17:20

americo hat geschrieben:2. F..hat laut Aussage eine niedergelassenen Optikers perfekt gearbeitet was Sitz und Lage der Gläser betrifft


Das wage ich zu bezweifeln. Hatte dieser Optiker ALLE notwendigen Daten vorliegen ? Denn diese sind entscheidend!
(Die stehen nicht auf dem Brillenpass und müssen vom Hersteller oder vom Verkäufer zumeist erst angefordert werden.)

Als da u.a. wären:
Fassungsvorneigung im aufgesetzten Zustand, zu messen bei habitueller Kopf- und Körperhaltung.
Inset des sogenannten Nahbezugspunktes.
Fasssungsscheibenwinkel - Stellung der Gläser horizontal zueinander
Progressionslänge (Abgestimmt auf den Bedarf des Trägers.)
HSA = Vorgegebene Position der Gleiter vor dem Auge zur Vorberechnung/Vermeidung unnötiger Abbildungsfehler

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Oppicker
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Re: Erste Gleitsichtbrille --> Lesebereich sehr schmal

Beitragvon Oppicker » Montag 12. März 2018, 17:27

optikgutachter hat geschrieben:Als da u.a. wären:
Fassungsvorneigung im aufgesetzten Zustand, zu messen bei habitueller Kopf- und Körperhaltung.
Inset des sogenannten Nahbezugspunktes.
Fasssungsscheibenwinkel - Stellung der Gläser horizontal zueinander
Progressionslänge (Abgestimmt auf den Bedarf des Trägers.)
HSA = Vorgegebene Position der Gleiter vor dem Auge zur Vorberechnung/Vermeidung unnötiger Abbildungsfehler

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Pauli0806
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Re: Erste Gleitsichtbrille --> Lesebereich sehr schmal

Beitragvon Pauli0806 » Montag 12. März 2018, 18:03

Auch von mir eine Erfahrung als Erst-Gleitsichtträger.

Erste Brille war von Fielmann - ebenfalls das beste Glas, was es dort gab. Kam damit überhaupt nicht zurecht. Alle Bereich sehr schmal, gleichzeitig aber auch das Gefühl einen Schwipps zu haben. 48 Jahre, ADD 1.5. Zweimal dort vorstellig gewesen, Zentrierung von zwei Mitarbeitern überprüft, nichts gefunden.

Nach ca. 3 Wochen einen neuen Optiker ( keine Kette) aufgesucht, dieser stellte fest, beide Gläser waren schief eingesetzt. Fielmann Brille zurückgegeben und hoffnungsvoll neue Brille dort bestellt mit dem neuesten Glas von Essilor. Abgeholt, mitgenommen, aber leider auch gar nicht zufrieden. Lesebereich sehr klein, Zwischenbereich quasi nicht da. Beim Lesen immer verschwommen gesehen. Dreimal mit Problem vorstellig geworden. Antwort - da ist alles in Ordnung ! Lediglich 1x die Zentrierung überprüft.

Weitere 6 Wochen versucht, damit zurecht zu kommen.

Neuen, nun 3.Optiker aufgesucht. Dachte, komme mit dem Glastyp nicht zurecht. Mein Problem.
3. Optiker arbeitet mit Rodenstock. Also neue Brille machen lassen, nun Rodenstock, mit dem individual Glas. ( wollte bloß kein Risiko eingehen )
Dritte Brille abgeholt, alles besser, aber gut - für die teueren Gläser, nein, nicht wirklich, besonders nicht am Nachmittag und gegen Abend.
Weitere 6 Wochen später, hätte ich die Überlegung mit eine Arbeitsplatzbrille oder eine Fernbrille mit Nahzusatz machen zu lassen, um dem schmalen Lesebreich und dem fast nicht vorhandenen Zwischenbereich aus dem Weg zu gehen. Während des Gespräches und der Schilderung meiner Probleme kam der Optikerin ein Gedanke, sie wollte einen neuen Sehtest machen. Dieser Test wurde all die Male zuvor nicht gemacht.
Warum nicht - das frage ich mich auch .... ???

Es kam heraus, dass ich eine Winkelfehlsichtigkeit habe. Ich benötige 3.5 Prismen mit Basis außen.
Ein paar Tage später entschied ich mich, das auszuprobieren, die Gläser wurden neu bestellt.

Seit 1 Woche trage ich nun diese Gläser. Und siehe da, ich komme hervorragend mit den Gleitsichtgläsern klar. Alle Bereiche sind sehr, sehr groß. Ich konnte auf Anhieb mehr als eine DIN A4 Seite in der Breite lesen oder eine komplette DIN A5 Seite von oben bis unten, ohne den Kopf bewegen zu müssen. Auch habe ich nun einen super Zwischenbereich, ich muss nicht mehr ewig suchen, um den Punkt der Schärfe überhaupt erstmal zu finden. Endlich glücklich und zufrieden !

Somit kann ich nur feststellen, dass mein zweiter Optiker und zuerst auch der dritte Optiker, nicht gründlicher oder besser gearbeitet haben, als Fielmann. Nur durch meine Hartnäckigkeit bin ich beim dritten Optiker zum Erfolg gekommen, endlich vernünftig sehen zu können.

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Re: Erste Gleitsichtbrille --> Lesebereich sehr schmal

Beitragvon DI Michael Ponstein » Montag 12. März 2018, 18:26

unterhalb vom Z sind Buchstaben und Ziffern Richtung Nase und Richtung Ohr eingraviert, um die geht's. Einfach mal Abschreiben und hier einstellen.
Refraktionieren mit Spaß!? moderne, mobile und individuelle Refraktions-Teste für´s Tablet von iPadMeikel - für Nah-, Fern-, LowVision, Arbeitsplatzprüfung.
Info hier! http://www.optik-freise.de/ipadmeikel.htm. OrCam zertifizierter Augenoptiker.

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Re: Erste Gleitsichtbrille --> Lesebereich sehr schmal

Beitragvon Rainman67 » Montag 12. März 2018, 18:40

Sorry, aber ich kann da beim besten Willen keine weitere Gravur erkennen. Auch nicht mit der Lupe :( Selbst meine Frau, die noch wie ein Adler sieht, konnte nichts finden.

Ich habe aber eben noch einmal mit meinem niedergelassenen Optiker telefoniert und er konnte sich daran erinnern, dass es sich um ein "Zeiss Individual 2" handelt.

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Re: Erste Gleitsichtbrille --> Lesebereich sehr schmal

Beitragvon optikgutachter » Montag 12. März 2018, 19:11

Dann braucht man o.a. Daten und weitere zwingend.
U.a. auch auf welchen Einzel-Augenabstand die Gläser
bestellt und berechnet wurden.
Ohne diese Daten könnte auch ich nichts genaues feststellen.

Zu paulis0806 Weg bis zur richtigen Brille:

Jetzt weisst du, warum sorgfältiges ermitteln zwingend notwendig ist. Ebenso wie die Verarbeitung.

Und ja: Das machen lange nicht alle.
Die gehen nach dem Preis. Genau wie viele Kunden.

Die anderen sind die Gewinner von heute und in der Zukunft. Sowohl als Kunde als auch als Optiker.
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Re: Erste Gleitsichtbrille --> Lesebereich sehr schmal

Beitragvon americo » Dienstag 13. März 2018, 10:51

Die Geldzurück Garantie ist kein Vorteil für den Endverbraucher, sie ist ein Vorteil für den Anbieter.!!!
Warum?

Die Erklärung halte ich für ziemlich abenteuerlich, macht aber sicher keinen Sinn drüber zu diskutieren, bringt den Themenersteller keinen Schritt weiter.
ICH würde jedenfalls erstmal den Weg über F... gehn.
Der Rest würde die Grundidee von Garantien allgemein ad absurdum führen.

Die anwesenden Optiker geben meiner Ansicht nach aber schon eine Reihe von durchaus wichtigen Tipps.

-Traue nicht Jedem Optiker, auch nicht niedergelassenen Optikern!
Der TE hat ja geschrieben, dass der Optiker die Brille "begutachtet" hat und die Qualität der Gläser, sowie deren "perfekte Verarbeitung" bestätigt hat.
Evtl. hatte Derauch einfach keine Ahnung, kann also auch niedergelassenen (finde den Ausdruck eigentlich unpassend, Optiker sind Handwerker, keine Ärzte), Inhaber geführten Optikern passieren, für Kunden immer schwer zu sehn.
Scheint also irgendwie Glückssache zu sein.
Evtl. ein guter Anhaltspunkt die Kundenzufriedenheit vor Ort checken (Freundes/Bekanntenkreis/Arbeitskollegen,...)???
-Der Inhaber geführte Optiker sagt, dass Er auch keine bessere Lösung anbieten kann, dass Er offenbar auch nicht sorgfältiger und besser ermitteln und verarbeiten kann.
-Evtl. am Besten den teuersten Optiker vor Ort aufsuchen, denn am Ende ist der Preis entscheidend, je teurer, desto besser.
Zumindest solange Filialisten die Preise Inhaber geführter Optiker so deutlich unterbieten.

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Re: Erste Gleitsichtbrille --> Lesebereich sehr schmal

Beitragvon Luigi Vercotti » Dienstag 13. März 2018, 11:18

americo,
1.Brillenkauf ist keine Glücksache. Der Käufer muß struktuiert vorgehen. Dein Ansatz im Freundes- und Familienkreis vorzugehen ist der Richtige.
2.Richtig ist auch, dass auch unter den inhabergeführten Optikern gute und weniger gute gibt. Siehe dazu Vorgehensempfehlung unter 1.
3. Richtig ist auch, dass es bei Filialisten gutes und weniger gutes Personal mit besserer oder schlechter Qualifkation gibt. Nachteil bei den Konzernoptikern (Filalisten klingt irgendwie verniedlichend, dass sind knallharte, aktiennotierte Konzerne die Niemanden etwas schenken) ist der Zeitdruck unter dem die Mitarbeiter stehen, damit die Kosten möglichst gering für den Konzern bleiben. Die Brillen werden nicht nur schnell verkauft, sondern auch schnell und vor allem billig produziert. Ich lege Ihnen den Bericht von WDR Markt letzte Woche nahe.https://www1.wdr.de/mediathek/video/sen ... k-100.html
4. Nicht unbedingt der teuerste niedergelassene Optiker in besten Lage der Fußgängerzone ist auch der beste Optiker. Ähnlich wie bei den Konzernoptikern ist der feste Kostenfaktor Miete dort so hoch, dass es sich auf die Preise auswirken kann. Natürlich ist es auch möglich das so ein optiker gut ist. Vorgehensweise unter 1.
5. Mein erster Beitrag erklärte bereits warum Konzernoptiker oft billiger aber nicht preiswerter sind als inhabergeführte Optiker.

Gruß
Luigi

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Re: Erste Gleitsichtbrille --> Lesebereich sehr schmal

Beitragvon Rainman67 » Dienstag 13. März 2018, 12:20

Zuerst einmal möchte ich mich für die vielen fast ausschließlich hilfreichen Beiträge bedanken!

Ich wollte mit meinem Beitrag eigentlich keine Diskussion "Kette versus niedergelassener Optiker" lostreten. Wogegen ich mich aber wehre: ich will mir ehrlich gesagt nicht (auch nicht durch die Blume) unterstellen lassen, dass ich eine "Geiz ist geil Mentalität" habe. Ich bin an und für sich ein Verfechter des Mottos "Wer billig kauft, kauft zweilmal". Aber wie die Diskussion eigentlich ganz schön herausgestellt hat, ist auch bei den niedergelassenen Optikern nicht alles Gold was glänzt. Im Gegenzug gibt es mit Sicherheit auch bei den Ketten gut wie schlechte. In meiner Fielmann-Filiale hat man sich meiner Meinung nach wirklich viel Mühe beim messen und anpassen gegeben. Die in diesem Thread aufgezählten Messungen wurden (soweit ich das als Laie beurteilen kann) durchaus recht gründlich durchgeführt.

Eigentlich wollte ich es nicht schreiben, aber aufgrund der Diskussionen hier, will ich es nun doch nicht unter den Tisch kehren. Bevor ich zum Optiker bei mir im Ort ging, war ich auch mal bei einem anderen niedergelassenen Optiker in der Nähe. Ich schilderte dort meine Probleme und wurde dem Anschein nach sehr gut beraten. Damals wusste ich noch nicht, ob das laut Aussage Fielmann "beste Zeiss-Glas" wirklich verarbeitet wurde. Die freundliche Verkäuferin meinte dann, dass sie das auslesen kann. Nach ein paar Minuten kam sie dann wieder und meinte, es wäre "ein Mittelklasse-Glas". So in etwa wie beim Auto die "Golf-Klasse". Wie ich nun (durch den Optiker bei mir im Ort) weiß, war das glatt gelogen und diente vermutlich nur der Sicherung des Umsatzes.

Wie gesagt - ich bin wirklich gerne bereit auch das doppelte auszugeben, wenn das Ergebnis hinterher so ist, wie ich es erwarte. Nur wer gibt mir die Garantie, dass es dann bei einer Investition von 1.000 Euro oder mehr auch so ist? Vor allem dann, wenn es kein Umtauschrecht gibt? Vor allem im Hinblich darauf, dass es auch unter den niedergelassenen Optikern ganz offensichtlich schwarze Schafe gibt? Hier kann man sich im Enddefekt nur auf Empfehlungen von Freunden oder Bekannten verlassen. Aber auch hier kann es durchaus sein, dass andere (mit vielleicht geringerer Erwartungshaltung) zufrieden sind, ich aber nicht. :wink:

Wie bereits erwähnt möchte ich durchaus auch nicht ausschließen, dass es nicht am Glas oder an der Anpassung liegt, sondern tatsächlich an mir bzw. an meinen vielleicht zu hohen Erwartungen.

@Pauli0806: danke für Deine Erfahrungen! Ich werde das bei mir auch mal testen lassen. Vielleicht liegt ja auch bei mir eine derartige Winkelfehlsichtigkeit vor. Dir auf jeden Fall herzlichen Glückwunsch zur endlich passenden Brille!

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Re: Erste Gleitsichtbrille --> Lesebereich sehr schmal

Beitragvon Distel » Dienstag 13. März 2018, 13:11

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Re: Erste Gleitsichtbrille --> Lesebereich sehr schmal

Beitragvon Distel » Dienstag 13. März 2018, 20:58

Pauli0806 hat geschrieben:Während des Gespräches und der Schilderung meiner Probleme kam der Optikerin ein Gedanke, sie wollte einen neuen Sehtest machen. Dieser Test wurde all die Male zuvor nicht gemacht.
Warum nicht - das frage ich mich auch .... ???

Es kam heraus, dass ich eine Winkelfehlsichtigkeit habe. Ich benötige 3.5 Prismen mit Basis außen.
Ein paar Tage später entschied ich mich, das auszuprobieren, die Gläser wurden neu bestellt.

Seit 1 Woche trage ich nun diese Gläser. Und siehe da, ich komme hervorragend mit den Gleitsichtgläsern klar. Alle Bereiche sind sehr, sehr groß.


....so ist es!
:D


Gleitsichtgläser verzeihen keine Fehler! Lieblingsspruch meines alten Chef :wink:

Beim Gleitsichtglas muss ALLES stimmen.
Eine ausführliche Analyse der Sehanforderungen, exakte Brillenglasbestimmung, die Fassungsauswahl, die Voranpassung der Fassung, die Montagedaten, die Glasproduktion, die Glasmontage, die Endanpassung.....
Die Gleitsichtbrille ist die Summe der einzelnen Arbeitsschritte. Wenn nur in ein Punkt unpräzise ausgefertigt wird, verschlechtert es das gesamte Ergebnis. Zuweilen so gravierend, dass die Brillengläser unverträglich werden.

Bei Paulo0806 war die Korrektur nicht komplett.
Wenn ein Prisma erforderlich ist und nicht in GS eingearbeitet wird, dann sind die Auswirkungen erheblich.



Es gibt viele Augenoptiker und es gibt Unterschiede! auch von meinem alten Chef :wink:

Es macht Sinn einen Augenoptiker aufzusuchen, der für sehr gute Brillenglasbestimmungen bekannt ist.
In der Regel legen solche Kollegen auch bei den weiteren Arbeitsschritten Wert auf Präzision.
.
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Re: Erste Gleitsichtbrille --> Lesebereich sehr schmal

Beitragvon Humphreys » Mittwoch 14. März 2018, 14:52

Rainman67 hat geschrieben:Nachdem ich mit der Brille auch nach einiger Zeit der Eingewöhnung nicht wirklich gut klar kam (dazu gleich mehr), bin ich zu einem niedergelassenen Optiker bei mir im Ort gegangen. Bevor er sich die Gravur meiner Gläser angesehen hat, war er noch guter Dinge und meinte, dass sein Premium-Glas (ca. 1.100 Euro) bestimmt noch eine Verbesserung bringen würde. Als er dann die Gravur ausgelesen und in einem Katalog nachgeschlagen hatte, sagte er mir, dass das in der Tat das Beste oder eins der besten Zeiss Gläser wären. Er sagte mir auch, dass diese Gläser bei ihm in etwa das doppelte kosten würden, weil er eben nicht die Stückzahlen wie eine größere Kette abnehmen kann und somit natürlich nicht die Preise bekommt. Er hat dann auch noch den Sitz und auch die Lage der Gläser zu den Augen nachgemessen und meinte, dass eigentlich alles perekt auf meine Augen abgestimmt wäre. Unter diesen Umständen würden vermutlich auch seine Gläser keine Verbesserung bringen. :(


Aber der niedergelassene Optiker hat das doch nicht umsonst gemacht noch dazu wenn Du nur zum überprüfen hingehst?!

Luigi Vercotti hat geschrieben:Mein Tipp: Brille zurückgeben und einen Optiker suchen, der weiß was sein Wissen und seine Arbeit wert sind. Das kostet sicher etwas mehr, aber wenn man mit der Brille gut und komfortabel sehen kann ist doch auch etwas wert. Alternativ weiterhin für weniger Geld schlechter sehen.


Das ist ja gerade das Problem, man weiß es eben nicht vorher und wenn Bekannte und Verwandte nicht den gleichen Anspruch haben wird es um so schwerer einen Opticus zu finden der auch wirklich alles so macht wie hier immer so blümchenhaft ausgemalt wird.

LöweNRW hat geschrieben:Aber der Hinweis, dass Fielmann diese Superb-Gläser deutlich günstiger anbietet... lässt einen nachdenken...


Warum? Du glaubst nicht ernsthaft das ein niedergelassener Optiker annähernd diesselben Preise machen kann wie die Ketten oder? Irgendwo muss eine "richtige" individuelle Beratung ja auch einen Preis haben...

Pauli0806 hat geschrieben:Neuen, nun 3.Optiker aufgesucht. Dachte, komme mit dem Glastyp nicht zurecht. Mein Problem.
3. Optiker arbeitet mit Rodenstock. Also neue Brille machen lassen, nun Rodenstock, mit dem individual Glas. ( wollte bloß kein Risiko eingehen )
Dritte Brille abgeholt, alles besser, aber gut - für die teueren Gläser, nein, nicht wirklich, besonders nicht am Nachmittag und gegen Abend.
Weitere 6 Wochen später, hätte ich die Überlegung mit eine Arbeitsplatzbrille oder eine Fernbrille mit Nahzusatz machen zu lassen, um dem schmalen Lesebreich und dem fast nicht vorhandenen Zwischenbereich aus dem Weg zu gehen. Während des Gespräches und der Schilderung meiner Probleme kam der Optikerin ein Gedanke, sie wollte einen neuen Sehtest machen. Dieser Test wurde all die Male zuvor nicht gemacht.
Warum nicht - das frage ich mich auch .... ???

Es kam heraus, dass ich eine Winkelfehlsichtigkeit habe. Ich benötige 3.5 Prismen mit Basis außen.
Ein paar Tage später entschied ich mich, das auszuprobieren, die Gläser wurden neu bestellt.

Seit 1 Woche trage ich nun diese Gläser. Und siehe da, ich komme hervorragend mit den Gleitsichtgläsern klar. Alle Bereiche sind sehr, sehr groß. Ich konnte auf Anhieb mehr als eine DIN A4 Seite in der Breite lesen oder eine komplette DIN A5 Seite von oben bis unten, ohne den Kopf bewegen zu müssen. Auch habe ich nun einen super Zwischenbereich, ich muss nicht mehr ewig suchen, um den Punkt der Schärfe überhaupt erstmal zu finden. Endlich glücklich und zufrieden !

Somit kann ich nur feststellen, dass mein zweiter Optiker und zuerst auch der dritte Optiker, nicht gründlicher oder besser gearbeitet haben, als Fielmann. Nur durch meine Hartnäckigkeit bin ich beim dritten Optiker zum Erfolg gekommen, endlich vernünftig sehen zu können.


Welche Untersuchung wurde denn genau gemacht um die Winkelfehlsichtigkeit zu testen/ festzustellen?

Rainman67 hat geschrieben:Wie gesagt - ich bin wirklich gerne bereit auch das doppelte auszugeben, wenn das Ergebnis hinterher so ist, wie ich es erwarte. Nur wer gibt mir die Garantie, dass es dann bei einer Investition von 1.000 Euro oder mehr auch so ist? Vor allem dann, wenn es kein Umtauschrecht gibt? Vor allem im Hinblich darauf, dass es auch unter den niedergelassenen Optikern ganz offensichtlich schwarze Schafe gibt? Hier kann man sich im Enddefekt nur auf Empfehlungen von Freunden oder Bekannten verlassen. Aber auch hier kann es durchaus sein, dass andere (mit vielleicht geringerer Erwartungshaltung) zufrieden sind, ich aber nicht. :wink:

Wie bereits erwähnt möchte ich durchaus auch nicht ausschließen, dass es nicht am Glas oder an der Anpassung liegt, sondern tatsächlich an mir bzw. an meinen vielleicht zu hohen Erwartungen.


Genau vor demselben Problem stehe ich bei meiner nächsten Brille auch...

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Re: Erste Gleitsichtbrille --> Lesebereich sehr schmal

Beitragvon Pauli0806 » Mittwoch 14. März 2018, 16:31

@ Humphreys
Angefangen hat der Test mit dem Kreuztest. Es folgte der Zeigertest, der Hakentest und ein paar weitere, bei denen ich nicht weiß, wie sie heißen.
Leider scheint es nicht üblich zu sein, dass der Kreuztest obligatorisch mitgemacht wird. Bei mir ist er jedenfalls leider weder bei Fielmann, noch bei 3 weiteren Optiker-Geschäften, die alle eigentlich einen guten Ruf genießen, gemacht worden. Und dass, obwohl ich jedes Mal meine Probleme mit der Gleitsichtbrille beschrieben habe - einmal sogar aus lauter Verzweiflung gefragt habe: Kann es vielleicht sein, dass ich schiele .... ???

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Re: Erste Gleitsichtbrille --> Lesebereich sehr schmal

Beitragvon Onkel Bob » Mittwoch 14. März 2018, 17:26

Pauli0806 hat geschrieben:... einmal sogar aus lauter Verzweiflung gefragt habe: Kann es vielleicht sein, dass ich schiele .... ???


hmm...also das kann ich mir beim besten willen nicht vorstellen... :| ...zumindest (oder spätestens) beim binokularen 'abgleich' fällt doch eine phorie auf - zumindest dem profi... :?

ich für meinen teil mache (auch) keine grundsätzlichen phorie-teste oder quäle meine kunden durch alle mkh-untergruppierungen ohne einen verdacht zu haben...

aber wie auch immer - das waren nur meine '2 cents'

ich wünsche aber dem te trotzdem ein glückliches händchen und gutes gelingen

sagt
onkel bob
...es ist nicht so wie du denkst...

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Re: Erste Gleitsichtbrille --> Lesebereich sehr schmal

Beitragvon Pauli0806 » Mittwoch 14. März 2018, 18:19

Hallo Onkel Bob,
auch ein binokularer Abgleich wurde nur bei meinem jetzigen, also dem 3.Optiker gemacht :(
Du meinst doch den rot-grün Abgleich, um den Feinabgleich der Stärken zu machen, oder ?
Was genau kannst Du nicht glauben, lieber Onkel Bob ?

Bei Optiker Nummer 2 bin ich wirklich einige Male aufgeschlagen, immer wieder habe ich berichtet, ab dem späten Nachmittag und Abends das Gefühl zu haben, mit dem linken Auge durch einen verschwommenen Bereich zu schauen, auch habe ich berichtet, dass es mit der reinen Lesebrille nicht so wäre. Es hieß, ohne auch nur irgendetwas zu tun, das ist alles in Ordnung.
Und tatsächlich habe ich beim 2. oder 3. Mal gefragt, ob ich vielleicht schiele und das mein Vater früher immer gesagt hätte, wenn ich müde wäre, hätte ich einen leichten Silberblick ..... nee, nee, kopfschüttelnd war die Antwort, da ist nix. Überprüft wurde nichts.
Und ich bin wieder gegangen :cry:


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