Astigmatismus: Extreme Achsenverschiebung

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zim
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Astigmatismus: Extreme Achsenverschiebung

Beitragvon zim » Sonntag 7. Januar 2018, 10:20

Guten Tag,

ich war vor einigen Tagen bei meinem Optiker, da ich mit meiner derzeitigen Brille nicht mehr gut zurecht kam. Ich hätte eigentlich auf Altersweitsichtigkeit getippt...

Bei der Messung kam allerdings heraus, dass sich die Achse auf einem Auge um ca. 50° verschoben hatte.
Wobei die Werte, die ich dann mit Korrektur erreicht habe, für sich sprechen:
Alte Stärke: auf dem betroffenen Auge 60%
Neue Stärke: auf dem betroffenen Auge 100%

Was die automatische Messung ergeben hatte, weiß ich aktuell nicht.

Momentan heißt die Devise: Abwarten und in einigen Tagen nochmal nachmessen. Und dann weiterschauen.

12/2011
re: sph -10.25 cyl -1.75 A 15°
li: sph -9.75 cyl -1.75 A 165°

10/2015
re: sph -10.50 cyl -1.75 A 20°
li: sph -10.00 cyl -1.75 A 165°

01/2018
Achse rechts bei 70°
andere Werte nur geringfügig verändert.

Auf allen Unterlagen, die mir vorliegen (seit 1996), ist die Achse rechts bei 10°, irgendwann bei 15° und dann ab 2015 bei 20°.

Hintergrundinfos: w, 48 Jahre, NR, leichtes Übergewicht.
Medikamente: Venlafaxin (seit 2014), L-Thyroxin (seit 2007) wegen SD-Autoimmunerkrankung, Antihistaminika (Pollenallergie)
Letzte Vorsorgeuntersuchung beim Hausarzt (07/2016) war ohne auffällige Befunde.

Meine Frage: Ich hatte zuerst das Ergebnis angezweifelt. Aber die Tatsache, dass ich mit dem neuen Wert viel besser sehen konnte, spricht für sich. Mir ist klar, dass bestimmte Dinge (Tagesform, Stress, Schlafmangel usw.) die Ergebnisse beeinflussen können, aber in so extremer Form? Oder kann es sein, dass die Achse schon immer falsch lag, und dass man sich immer an den vorliegenden Werten orientiert hat? Und dass ich das, als ich jünger war, einfach besser ausgleichen konnte? (Halte ich bei meinen Werten aber eher für unwahrscheinlich...)

Dass zunächst mal diese Abweichung mit einer neuen Messung (ggf. mehrmals) nochmal bestätigt werden sollte, ist mir klar.
Dass auf mich evtl. eine ausgiebige Ursachenforschung zukommt, sollte sich der Wert bestätigen, ebenfalls.
Mich würde interessieren, ob solche Abweichungen evtl doch öfters vorkommen? ob es möglicherweise doch noch irgendwelche "banalen" Erklärungen dafür gibt?

Und last, but not least: Falls sich die neue Achse bestätigt, ist es sinnvoll, eine neue Brille anfertigen zu lassen, bevor die Ursache gefunden ist? Wenn es zB an Medikamenten liegt, dann würde sich ja evtl. dieser Wert wieder ändern, wenn ich die Medikation ändere. Es ist bei meinen Glasstärken aber ganz einfach auch eine Kostenfrage, dass ich in sechs Monaten nicht gleich nochmal neue Gläser anfertigen lassen möchte, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt.

Vielen Dank und viele Grüße, zim

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optikgutachter
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Re: Astigmatismus: Extreme Achsenverschiebung

Beitragvon optikgutachter » Sonntag 7. Januar 2018, 10:52

Hallo zim,
ob die Werte stimm(t)en oder nicht können wir hier nicht beanworten.
Sehstärkenschwankungen sind immer möglich, sodass auch keine
Zukunftsprognosen abgegeben werden können.
(Das hat jetzt nicht wirklich weitergeholfen, ok.)
Nach Ausschluss med. Gegebenheiten durch den Augenarzt:
Ich empfehle da immer Reihenmessungen und bei konstanten Ergebnissen die Anfertigung.

Alles andere wäre raten.
Schönes Wochenende.
http://www.optikgutachter.de Die Wahrheit zu sagen ist nicht nur die Pflicht, sondern immer auch die schärfste Waffe des vereidigten Sachverständigen.

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Eberhard Luckas
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Re: Astigmatismus: Extreme Achsenverschiebung

Beitragvon Eberhard Luckas » Montag 8. Januar 2018, 11:41

Moin,
vor allem L-Thyroxin kann die Sehstärken stark beeinträchtigen. Da wäre ich mit einer Änderung der Werte sehr vorsichtig. Mindestens 3 Kontrollen innerhalb 2-3 Wochen, ohne Änderung der gemessenen Werte, würde ich machen. Wenn jedesmal die Werte oder Achsen schwanken, bitte erstmal die Schilddrüsenwerte kontrollieren lassen und eventl. die Menge an Wirkstoff verändern.
Viele Grüße
Eberhard
Augenoptikermeister


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