Fragen zum Selbstbau einer Brillenfassung

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bun
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Fragen zum Selbstbau einer Brillenfassung

Beitragvon bun » Freitag 8. Dezember 2017, 15:52

Hallo,

ich bin seit über 15 Jahren Brillenträger, und habe die Eigenart derartige persönliche Gegenstände stark abzunutzen. Ob abendliches Einschlafen auf dem Sofa oder kleine Unfälle, Brillen halten bei mir selten lange.

Das hat bereits dazu geführt, das ich den einen oder anderen Gebrauchsgegenstand selbst gebaut habe, womit ich immer sehr gut gefahren bin.

Da Brillen bei mir auch immer gleich einige hundert Euro kosten, und ich meine Brötchen sowieso lange mit filigraner Metallbearbeitung verdient habe, habe ich vor Jahren bereits angefangen meine Fassungen selbst zu reparieren, so hat meine aktuelle Fassung selbst angefertigte und angelötete Ersatzschaniere.

Da der Gesamtzustand der Fassung und Gläser nun altersbedingt keine weiteren Investitionen mehr rechtfertigt, und sich meine Sehstärke auch leicht verändert hat, benötige ich eine neue Brille.

Ich kann mich allerdings absolut nicht mit den auf dem Markt befindlichen Gestellen anfreunden. Mir schwebt ein selbst gebautes Gestell vor, dank passender Hobbys und beruflicher Erfahrung sehe ich da auch was die mechanische Seite angeht keinerlei Probleme.

Auf Schaniere zum Falten der Brille kann ich zum Beispiel völlig verzichten, was der mechanischen Stabilität und Einfachheit der Konstruktion sehr zu Gute kommt. Stellt dies einen Optiker vor Probleme beim Einschleifen der Gläser ?

Auch treibt es mich zum Wahnsinn wenn sich die filigranen Halterungen für die Nasenpads verbiegen und ich dann Stunden damit verbringe, den korrekten Sitz der Brille wieder herzustellen.

Allerdings bin ich kein Optiker, und würde gerne erst einmal etwas darüber Lernen, wie Optiker Gläser in eine Fassung Einschleifen, welche Möglichkeiten bestehen, welche Fassungsarten für Optiker problematischer sind als Andere, usw.

Ich möchte den Optiker der die Gläser später mal in meine Fassung Einschleift nicht vor besondere Probleme stellen.

Natürlich könnte ich einfach zu einem lokalen Optiker gehen und anfangen Fragen zu stellen, mir wäre es aber lieber wenn sich hier Jemand findet der Lust dazu hat, da ich 120km weit umgezogen bin und wohl einen neuen Optiker brauche, und ungerne als Erstes mit so Etwas ins Haus falle.

Folgende Fragen beschäftigen mich im Moment:

1. Ich habe bisher einige Youtube Videos zum Einschleifen von Gläsern angeschaut, hier scheint es Maschinen zu geben die entweder eine Fassung abtasten, ein vorhandenes Glas abtasten, oder mit einer Schablone die vermutlich der Fassungshersteller liefert abtasten, um dann das Glas passend zurechtzuschleifen?

2. Mir scheint die meisten Maschinen können am Umfang des Glases entweder eine glatte Kante schleifen, eine V Form anschleifen die sich in eine passende Nut in der Fassung setzt, oder eine Rille für Nylon Fäden die bei halben Fassungen verwendet werden? Wie bestimmt der Optiker die Glasform bei einer halben Fassung die auf der Unterseite einen flexiblen Faden aufweißt?

3. Bestehen beim Einschleifen der Gläser generelle Unterschiede zwischen mineralischem Glas und Kunststoff?

Ich habe nach 2-3 Kunststoff Brillen zu mineralischem Glas gewechselt, welches sich für mich als deutlich kratzfester herausgestellt hat, weswegen für mich nur mineralisches Glas in Frage kommt.

4. Welche Maße an Fassungen variiert man, und warum? Insbesondere die Neigung der Gläser und die Krümmung der Fassung scheint mir Etwas zu sein, für das es akzeptierten Standardwerte gibt, die vermutlich nicht ideal für jedes Glas sind das man einsetzt? Wenn ich die Fassung schon selbst baue, kann ich das auch gleich optimieren.

Ich habe google mit dem Thema schon etwas gequält, aber die Suchergebnisse beantworten meine Fragen nicht - scheint kein allzu alltägliches Thema zu sein.

Vermutlich gibt es sowieso gute Quellen (im Internet?) für angehende Optiker die ich mir anschauen könnte? Auch eine Buchempfehlung wäre mir sehr willkommen.

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Onkel Bob
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Re: Fragen zum Selbstbau einer Brillenfassung

Beitragvon Onkel Bob » Freitag 8. Dezember 2017, 16:06

hmm...eine schwierige frage... :| ...so ähnlich wie:

liebes forum - ich möchte eine frau glücklich machen. und eh ich eine persönlich danach frage so will ich erstmal googlen um nich direkt mir der tür ins haus zu fallen. auch eine buchempfehlung oder ein youtube-vid wäre mir sehr willkommen... :roll:

ich denke wenn du wirklich vorhast dir einen brillo selber zu bauen - wo natürlich nix dagegenspricht - dann wäre ein praktikum bei einem geduldigen opticus in deiner nähe mit sicherheit die zielführendere lösung.

man(n) kann meines erachtens grundlagen eines handwerkberufes zwar theoretisch erörtern aber es wird einen grund geben warum ein handwerk handwerk heißt...verstehste was ich meine :?:

trotzdem gutes gelingen wünscht
onkel bob
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Re: Fragen zum Selbstbau einer Brillenfassung

Beitragvon ronja » Freitag 8. Dezember 2017, 16:45

Ich glaube dass solltest dich mal mit unserer Traumtänzerin unterhalten :wink:

bun
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Re: Fragen zum Selbstbau einer Brillenfassung

Beitragvon bun » Freitag 8. Dezember 2017, 16:49

Wenn ich einen Optiker vor Ort anspreche, spreche ich einen (singular) Optiker an, der primär erstmal mit mir redet, weil ich ein potentieller Kunde bin, der in seinen Laden spaziert ist. Vielleicht ist das schlicht der falsche Ansprechpartner.

Hier im Forum wird mein Beitrag von Vielen gelesen, also rechne ich mir deutlich bessere Chancen aus, das sich die richtige Person findet, die aus irgend einem Grund die persönliche Motivation hat, mir ein paar Tipps zu geben. Genauso wie ich manchmal wildfremden Leuten in anderen Foren aus irgendeinem Grund heraus Tipps in Bereichen gebe, in denen ich mich auskenne.

Das finde ich schlicht sinnvoller und ich fühle mich dabei wesentlich wohler.

Ich bin sehr zuversichtlich das ich eine Fassung von der Stange nachbauen kann, die ihren Zweck genauso gut erfüllt wie die paar Fassungen von der Stange, die ich bisher gekauft habe - und das auch noch etwas besser, da ich erwarte das sie länger halten.

Das Ergebnis wäre sicher zufriedenstellend, genauso wie eine weitere neu gekaufte Fassung von der Stange, aber optimal ist das sicher nicht. Um das zu tun, benötige ich kein Praktium, ich kann "Metallteile" nach Zeichnung herstellen und ich kann Teile exakt vermessen und Zeichnungen herstellen.

Mein Ziel ist, die Hintergründe warum eine Fassung von der Stange so beschaffen ist, wie sie ist, besser zu verstehen.
Ich möchte kein Optikermeister werden, lediglich ein paar Grundlagen erlernen.

Als gelernter Handwerker ist mir natürlich klar das Handwerk keine durchweg theoretische Sache ist, aber auch in meiner Ausbildung lernte man theoretische Grundlagen aus passenden Lehrbüchern - Ich bin sicher dem Optikerhandwerk mangelt es daran nicht?

ronja hat geschrieben:Ich glaube dass solltest dich mal mit unserer Traumtänzerin unterhalten :wink:


memberlist.php?mode=viewprofile&u=31406 :?:

ronja
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Re: Fragen zum Selbstbau einer Brillenfassung

Beitragvon ronja » Freitag 8. Dezember 2017, 16:51

Genau die :wink:

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Re: Fragen zum Selbstbau einer Brillenfassung

Beitragvon GodEmperor » Freitag 8. Dezember 2017, 18:27

Onkel Bob hat geschrieben:liebes forum - ich möchte eine frau glücklich machen. und eh ich eine persönlich danach frage so will ich erstmal googlen um nich direkt mir der tür ins haus zu fallen. auch eine buchempfehlung oder ein youtube-vid wäre mir sehr willkommen...

Solche Filme gibts nicht bei YouTube. Hat mir mal einer erzählt. Ähm. Ja.
Rechtschreibung und Zeichensetzung sind frei erfunden, Ähnlichkeiten mit der Realität sind purer Zufall.

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Re: Fragen zum Selbstbau einer Brillenfassung

Beitragvon nixblicker » Freitag 8. Dezember 2017, 19:39

Wo wohnst du denn?
Schau doch mal rein: www.glashaus-bremerhaven.de

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Re: Fragen zum Selbstbau einer Brillenfassung

Beitragvon Distel » Freitag 8. Dezember 2017, 20:07

ronja hat geschrieben:Ich glaube dass solltest dich mal mit unserer Traumtänzerin unterhalten :wink:

Bei allem Verständnis für Hilfestellungen finde ich ungünstig, einen Fragesteller direkt an ein Mitglied zu verweisen.
Mich würde es sehr stören, wenn jemand ungefragt über meine Zeit verfügt und mir eine Anfage ‚aufs Auge drückt‘.

Sympathischer wäre für mich folgendes Vorgehen:
Eine PN an das Mitglied mit Hinweis auf das Problem eines Users senden und nachfragen, ob Interesse und Zeit für
eine Beteiligung an der Lösung gegeben wäre. :wink:
Nemo me impune lacessit - Niemand reizt mich ungestraft

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Re: Fragen zum Selbstbau einer Brillenfassung

Beitragvon Traumtänzerin » Freitag 8. Dezember 2017, 21:55

Ist schon okay mit dem Hinweis auf mich - nur glaube ich nicht, dass ich mit meinem Halbwissen in diesem Fall die richtige Ansprechpartnerin bin. Ich bin zwar überaus ambitioniert, verfüge aber im Gegensatz zum Fragesteller über keine handwerkliche Ausbildung und habe außerdem bisher noch keine brauchbare Brille hinbekommen (bin an der Vorneigung gescheitert :oops:) und konzentriere mich momentan auch eher auf andere Aspekte der Augenoptik.

Interessant wäre aber zunächst, zu erfahren, welche Art von Fassung du dir vorstellst, bun! Da du versiert bist in Metallbearbeitung, nehme ich an, du willst eine Metallfassung bauen? Das ist eine Sache, mit der ich mich noch gar nicht beschäftigt habe, da wäre ich also definitiv keine Hilfe für dich.

Weitere Frage: Wenn du für deine vorhandene Brille schon Scharniere hinbekommen hast, warum willst du dann eine Fassung ohne Scharniere bauen?

bun hat geschrieben:
Allerdings bin ich kein Optiker, und würde gerne erst einmal etwas darüber Lernen, wie Optiker Gläser in eine Fassung Einschleifen, welche Möglichkeiten bestehen, welche Fassungsarten für Optiker problematischer sind als Andere, usw.

Leider steht auch bei manchen professionellen Fassungsherstellern das modische Erscheinungsbild im Vordergrund und Anpassbarkeit/Bearbeitbarkeit/Verglasbarkeit lassen zu wünschen übrig. Aber das nur nebenbei...

...

Folgende Fragen beschäftigen mich im Moment:

1. Ich habe bisher einige Youtube Videos zum Einschleifen von Gläsern angeschaut, hier scheint es Maschinen zu geben die entweder eine Fassung abtasten, ein vorhandenes Glas abtasten, oder mit einer Schablone die vermutlich der Fassungshersteller liefert abtasten, um dann das Glas passend zurechtzuschleifen?
Ja, so ungefähr ist es. Die Schablone, sprich Formscheibe, kann man selbst herstellen, was bei einer selbstgebauten Fassung, die keine Vollrandfassung ist, auf jeden Fall Sinn machen würde.

2. Mir scheint die meisten Maschinen können am Umfang des Glases entweder eine glatte Kante schleifen, eine V Form anschleifen die sich in eine passende Nut in der Fassung setzt, oder eine Rille für Nylon Fäden die bei halben Fassungen verwendet werden? Wie bestimmt der Optiker die Glasform bei einer halben Fassung die auf der Unterseite einen flexiblen Faden aufweißt?
Die Rille kann nicht jeder Schleifautomat, aber dann hat der Optiker ein Extragerät dafür.
Wenn du dir eine Halbrandfassung baust, dann müsstest du selbst festlegen, welche Glasform du haben möchtest, bzw. mit deinem Optiker besprechen, wie "hoch" das Glas sein muss für die Gläser, die du brauchst.


3. Bestehen beim Einschleifen der Gläser generelle Unterschiede zwischen mineralischem Glas und Kunststoff?
Wenn du dir eine Vollrandfassung baust, dürfte es nach meiner Einschätzung kein Problem sein, Mineralglas einzuschleifen. Bei Halbrand- und erst recht bei Randlosfassungen werden heute von der Mehrzahl der Optiker ausschließlich Kunststoffgläser eingeschliffen.


4. Welche Maße an Fassungen variiert man, und warum? Insbesondere die Neigung der Gläser und die Krümmung der Fassung scheint mir Etwas zu sein, für das es akzeptierten Standardwerte gibt, die vermutlich nicht ideal für jedes Glas sind das man einsetzt? Wenn ich die Fassung schon selbst baue, kann ich das auch gleich optimieren.
Das solltest du dir von einem RICHTIGEN Fachmann erklären lassen

Vermutlich gibt es sowieso gute Quellen (im Internet?) für angehende Optiker die ich mir anschauen könnte? Auch eine Buchempfehlung wäre mir sehr willkommen.


Wenn ich genau weiß, um was es dir geht, schaue ich gern mal in meinen Büchern nach, ob ich was Passendes finde, und gebe dir die entsprechende Empfehlung.

Vor einiger Zeit hat hier auch mal ein User Fragen zum Fassungsbau gestellt und dann tatsächlich eine hinbekommen und mit Plangläsern als Sonnenbrille verglast. Du kannst ja mal nach dem Thread suchen. Und dann würde ich dir noch gern den in diesem Thread viewtopic.php?f=38&t=17544 genannten Film ans Herz legen, ich hoffe, dass er noch verfügbar ist. Es geht dort zwar um Hornbrillen, aber viele der dort sehr ausführlich gezeigten Arbeitsschritte sind auch bei Acetatfassungen erforderlich.

Ach ja, wenn es nicht unbedingt Metall sein soll, sondern auch Acetat in Frage kommt, würde ich dir empfehlen, dir von einem Optiker vor Ort zunächst einmal einen Bausatz bestellen zu lassen. Der enthält alles, was du zum Bau einer Acetatfassung brauchst, allerdings einfaches, nicht besonders hübsches Acetat, aber er kostet auch nicht viel. Wenn du damit erst einmal eine Fassung zur Probe gebaut hast, könntest du sie einem Optiker zeigen und er könnte dich gezielt auf Dinge hinweisen, die du bei der endgültigen Version besser machen könntest/solltest. Ich glaube, es gibt auch Bausätze für Metallfassungen, weiß aber nicht, was die kosten. Aber das wäre ja dann auch eine Option für dich.
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optikmichel
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Re: Fragen zum Selbstbau einer Brillenfassung

Beitragvon optikmichel » Samstag 9. Dezember 2017, 00:19

Ich empfehle hier ganz klar das Abklappern vieler kleiner Optiker, da findet man mit Sicherheit einige betriebstreue Fassungen, welche nicht grad dem modischen Mainstream entsprechen, muss man nur danach fragen.Die Selbstbaumethode wird sicherlich jede Menge Zeit, Nerven und etliche Fehlversuche kosten.Ob es das wert ist, danach ein absolutes Unikat zu haben, kann selbstverständlich jeder selbst entscheiden, wollte nur mal darauf aufmerksam machen: so einfach baut man sich keine Brille selber !! Hinzu kommt noch die Frage : Welcher Optiker wird da Gläser, womöglich auch noch Silikat, einschleifen, ohne vorher schriftlich vom Bruchrisiko zurückzutreten ?? Ehrlich gesagt: Ich nicht.

Trotzdem : gutes Gelingen

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Re: Fragen zum Selbstbau einer Brillenfassung

Beitragvon bun » Samstag 9. Dezember 2017, 08:11

nixblicker hat geschrieben:Wo wohnst du denn?


Hessisches Kuhkaff weit weg von jeder größeren Stadt

Distel hat geschrieben:
ronja hat geschrieben:Ich glaube dass solltest dich mal mit unserer Traumtänzerin unterhalten :wink:

Bei allem Verständnis für Hilfestellungen finde ich ungünstig, einen Fragesteller direkt an ein Mitglied zu verweisen.


Keine Angst, habe nur einige ihrer Beiträge studiert.

Traumtänzerin hat geschrieben:Interessant wäre aber zunächst, zu erfahren, welche Art von Fassung du dir vorstellst, bun!


Ich habe viel Erfahrung mit Bauteilen aus Federstahl. Übliche Halbzeuge die man leicht bekommt sind runder Draht und Bänder, und Bänder bekommt man auch problemlos in 1x50x500mm Formaten online für schmales Geld, sogar in rostfrei. Wobei ich denke Kaltbrünierung wäre farblich auch attraktiv und mehr als genug Rostschutz - Zudem einfach Zuhause zu machen. Lackieren käme für mich nicht in Frage, das ist nicht haltbar genug, jedenfalls wenn ich es selbst mache.

Der Charme im Federstahlband von ca. 1mm Stärke läge für mich darin, das ich statt Schaniere einfach einen mittelgroßen Radius biege, und meine Bügel habe. Quasi die ganze Fassung elegant ausgeschnitten und gebogen aus 1mm Federstahlband.

Zur Aufnahme der Gläser müsste man dann allerdings ein weiteres Teil aufsetzen, oder eine Rille in die Gläser einschleifen in die der Federstahl gut dosiert einschnappt - eventuell etwas zu ambitioniert.

Federstahl in der Stärke braucht erhebliche Kräfte um plastisch Verbogen zu werden, und Federt natürlich elastisch zurück. Ich erhoffe mir davon mehr Formstabilität der Fassung.

Falls die dünne Materialstärke Probleme bereitet, würde ich das Material wechseln. Mehr als ~1mm Federstahl erfordert zu große Biegeradien, und das Gewicht wäre auch viel zu hoch. Ich kann mir durchaus Titan vorstellen, allerdings bekommt man nur die falschen Sorten. Grade 1 und 2 sind leicht zu bekommen, mechanisch aber nicht fest genug. Grade 5 ist mit viel Suchen und für dreistellige Preise sicher zu machen. Schön wäre eine Legierung mit Federeigenschaften, aber da habe ich keine Erfahrung wie es mit der Biegbarkeit aussieht - wäre erstmal ein Experiment angebracht. Weiterer Vorteil von Titan wäre die stabile Oxidschicht und attraktive Farbe, Lackieren würde ich mir da auch ganz sparen und das Material "Natur" lassen.

Traumtänzerin hat geschrieben:Da du versiert bist in Metallbearbeitung, nehme ich an, du willst eine Metallfassung bauen? Das ist eine Sache, mit der ich mich noch gar nicht beschäftigt habe, da wäre ich also definitiv keine Hilfe für dich.


Ich neige dazu, weil mir keine bessere Alternative einfällt, ja.

Traumtänzerin hat geschrieben:Weitere Frage: Wenn du für deine vorhandene Brille schon Scharniere hinbekommen hast, warum willst du dann eine Fassung ohne Scharniere bauen?


Ich halte Schaniere einfach nicht für sehr nützlich. Ich setze meine Brille Morgens auf, und Abends wieder ab, und das war's. Schaniere sind einfach eine Schwachstelle und zusätzliche Arbeit die ich mir schlicht sparen würde. Eine Brille aus "einem Stück" ist einfacher und stabiler. Natürlich könnte ich auch extrem stabile Schaniere bauen, die dann aber sehr schwer werden.

Ich habe bei einer alten Fassung bereits die Schaniere (nach 2-3 Reparaturen) einfach komplett entfernt, und 2 kleine Stahlplättchen angelötet. Die Fassung kann man nun nicht mehr Falten, aber natürlich hat sich seitdem da auch nichts mehr Verbogen . :mrgreen:

Traumtänzerin hat geschrieben:
bun hat geschrieben:Allerdings bin ich kein Optiker, und würde gerne erst einmal etwas darüber Lernen, wie Optiker Gläser in eine Fassung Einschleifen, welche Möglichkeiten bestehen, welche Fassungsarten für Optiker problematischer sind als Andere, usw.

Leider steht auch bei manchen professionellen Fassungsherstellern das modische Erscheinungsbild im Vordergrund und Anpassbarkeit/Bearbeitbarkeit/Verglasbarkeit lassen zu wünschen übrig. Aber das nur nebenbei...

...

Folgende Fragen beschäftigen mich im Moment:

1. Ich habe bisher einige Youtube Videos zum Einschleifen von Gläsern angeschaut, hier scheint es Maschinen zu geben die entweder eine Fassung abtasten, ein vorhandenes Glas abtasten, oder mit einer Schablone die vermutlich der Fassungshersteller liefert abtasten, um dann das Glas passend zurechtzuschleifen?
Ja, so ungefähr ist es. Die Schablone, sprich Formscheibe, kann man selbst herstellen, was bei einer selbstgebauten Fassung, die keine Vollrandfassung ist, auf jeden Fall Sinn machen würde.

2. Mir scheint die meisten Maschinen können am Umfang des Glases entweder eine glatte Kante schleifen, eine V Form anschleifen die sich in eine passende Nut in der Fassung setzt, oder eine Rille für Nylon Fäden die bei halben Fassungen verwendet werden? Wie bestimmt der Optiker die Glasform bei einer halben Fassung die auf der Unterseite einen flexiblen Faden aufweißt?
Die Rille kann nicht jeder Schleifautomat, aber dann hat der Optiker ein Extragerät dafür.
Wenn du dir eine Halbrandfassung baust, dann müsstest du selbst festlegen, welche Glasform du haben möchtest, bzw. mit deinem Optiker besprechen, wie "hoch" das Glas sein muss für die Gläser, die du brauchst.


3. Bestehen beim Einschleifen der Gläser generelle Unterschiede zwischen mineralischem Glas und Kunststoff?
Wenn du dir eine Vollrandfassung baust, dürfte es nach meiner Einschätzung kein Problem sein, Mineralglas einzuschleifen. Bei Halbrand- und erst recht bei Randlosfassungen werden heute von der Mehrzahl der Optiker ausschließlich Kunststoffgläser eingeschliffen.

4. Welche Maße an Fassungen variiert man, und warum? Insbesondere die Neigung der Gläser und die Krümmung der Fassung scheint mir Etwas zu sein, für das es akzeptierten Standardwerte gibt, die vermutlich nicht ideal für jedes Glas sind das man einsetzt? Wenn ich die Fassung schon selbst baue, kann ich das auch gleich optimieren.
Das solltest du dir von einem RICHTIGEN Fachmann erklären lassen

Vermutlich gibt es sowieso gute Quellen (im Internet?) für angehende Optiker die ich mir anschauen könnte? Auch eine Buchempfehlung wäre mir sehr willkommen.


Wenn ich genau weiß, um was es dir geht, schaue ich gern mal in meinen Büchern nach, ob ich was Passendes finde, und gebe dir die entsprechende Empfehlung.

Vor einiger Zeit hat hier auch mal ein User Fragen zum Fassungsbau gestellt und dann tatsächlich eine hinbekommen und mit Plangläsern als Sonnenbrille verglast. Du kannst ja mal nach dem Thread suchen. Und dann würde ich dir noch gern den in diesem Thread viewtopic.php?f=38&t=17544 genannten Film ans Herz legen, ich hoffe, dass er noch verfügbar ist. Es geht dort zwar um Hornbrillen, aber viele der dort sehr ausführlich gezeigten Arbeitsschritte sind auch bei Acetatfassungen erforderlich.

Ach ja, wenn es nicht unbedingt Metall sein soll, sondern auch Acetat in Frage kommt, würde ich dir empfehlen, dir von einem Optiker vor Ort zunächst einmal einen Bausatz bestellen zu lassen. Der enthält alles, was du zum Bau einer Acetatfassung brauchst, allerdings einfaches, nicht besonders hübsches Acetat, aber er kostet auch nicht viel. Wenn du damit erst einmal eine Fassung zur Probe gebaut hast, könntest du sie einem Optiker zeigen und er könnte dich gezielt auf Dinge hinweisen, die du bei der endgültigen Version besser machen könntest/solltest. Ich glaube, es gibt auch Bausätze für Metallfassungen, weiß aber nicht, was die kosten. Aber das wäre ja dann auch eine Option für dich.


Danke für diese Infos! Da werde ich mich erstmal durchwühlen!

optikmichel hat geschrieben:Ich empfehle hier ganz klar das Abklappern vieler kleiner Optiker, da findet man mit Sicherheit einige betriebstreue Fassungen, welche nicht grad dem modischen Mainstream entsprechen, muss man nur danach fragen.


Ich bin eigentlich eher so ein nicht-modebewusster Mensch. Wären diese Fassungen denn dann "stabil" ?

optikmichel hat geschrieben:Die Selbstbaumethode wird sicherlich jede Menge Zeit, Nerven und etliche Fehlversuche kosten.


Das ist immer so mit selbst bauen, ich sehe das als Hobby.

optikmichel hat geschrieben:Hinzu kommt noch die Frage : Welcher Optiker wird da Gläser, womöglich auch noch Silikat, einschleifen, ohne vorher schriftlich vom Bruchrisiko zurückzutreten ?? Ehrlich gesagt: Ich nicht.


Ich war der Auffassung das Optiker generell in fremde Fassungen Gläser einschleifen? Wo ist jetzt für den Kollegen der Unterschied, ob die Fassung von mir hergestellt wurde oder von einer Firma mit der er sonst nichts zu tun hat, oder die womöglich schon lange pleite ist?

Da meine Silikat Gläser nun seit Jahren wunderbar halten (in einer Stahl Fassung) hätte ich kein Problem den Optiker vom Bruchrisiko zu befreien.

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Re: Fragen zum Selbstbau einer Brillenfassung

Beitragvon Traumtänzerin » Samstag 9. Dezember 2017, 13:39

Hallo bun,

Mineralgläser per Rille in eine Federstahldrahtfassung zu packen, halte ich für ziemlich gewagt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Gläser die Spannung auhalten (das ist aber nur meine laienhafte Meinung).

Du solltest dir von einem Optiker mal Randprofildraht bestellen lassen, so wie er für Lehrlinge zum Löten üben verwendet wird. In eine Fassung aus solchem Draht können dann auch Gläser eingesetzt werden, die ganz normal mit einer Spitzfacette geschliffen sind. Du darfst natürlich den Schließblock nicht vergessen. Das Drumherum könntest du dann aus deinem Federstahldraht fertigen, sofern er für Hautkontakt geeignet ist und keine Allergien auslöst.

Als Anregung empfehle ich dir, hier im Forum mal den Thread herauszusuchen, in dem es um "Ticoline" geht - eine sehr interessante Metallfassungs-Variante, von der du dort auch Bilder findest.

Als Erstes fiel mir bei "Federstahldraht" übrigens die Eindollarbrille ein, auch die solltest du dir unbedingt mal ansehen. Sie wird sinnvollerweise mit Polycarbonat verglast. Vielleicht gibt es ja in deiner Gegend mal eine Infoveranstaltung, wo du diese Brille in natura erleben, vielleicht auch selbst ein Exemplar biegen kannst.

Viel Spaß und Erfolg bei deinem Vorhaben!
"Nicht jeder der träumen und tanzen kann ist ein TRAUMTÄNZER :mrgreen:"... (c) by Klaus Nerlich

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Re: Fragen zum Selbstbau einer Brillenfassung

Beitragvon bun » Samstag 9. Dezember 2017, 19:43

Traumtänzerin hat geschrieben:Hallo bun,

Mineralgläser per Rille in eine Federstahldrahtfassung zu packen, halte ich für ziemlich gewagt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Gläser die Spannung auhalten (das ist aber nur meine laienhafte Meinung).


Da sehe ich keine Probleme, durch geschickte Formgebung kann man die Spannung anpassen sodass die Gläser nicht stark belastet werden.

Traumtänzerin hat geschrieben:Du solltest dir von einem Optiker mal Randprofildraht bestellen lassen, so wie er für Lehrlinge zum Löten üben verwendet wird. In eine Fassung aus solchem Draht können dann auch Gläser eingesetzt werden, die ganz normal mit einer Spitzfacette geschliffen sind. Du darfst natürlich den Schließblock nicht vergessen.


Das ist dann aber weicher Stahldraht, nehme ich an? Die Schließblöcke haben die üblichen kleinen Gewinde und Schräubchen zum halten der Gläser? Das ist mir alles schon wieder zu empfindlich. Auch müsste ich den Draht dann wohl anlöten, und beim Anlöten verliert der Federstahl seine Festigkeit.

Traumtänzerin hat geschrieben: Das Drumherum könntest du dann aus deinem Federstahldraht fertigen


Ich dachte nicht an Draht, sondern an ein Flachband. Etwa 1x50x500mm roh, aus dem würde ich die gesamte Brillenform mit einem Hartmetallfräser per ausfräsen (damit habe ich gute Erfahrungen gemacht) und dann dort wo die Schaniere sitzen einfach eine Biegung mit +/-90 Grad anbringen.

Für diese Biegungen bräuchte man eindeutig bereits eine kleine Biegevorrichtung, da die Materialstärke die mir vorschwebt versehentliches Verbiegen definitiv verhindern soll.

Für die Nasenpads würde ich entweder kleine Laschen stehen lassen, diese selektiv weichglühen und dort dann kleine Aufnahmeblöckchen anlöten, oder gleich relativ großzügig einen Kunststoffblock drum herum gießen und passend zurechtarbeiten.

Traumtänzerin hat geschrieben:sofern er für Hautkontakt geeignet ist und keine Allergien auslöst.


Gibt es nickelfrei als Edelstahlausführung, aber Hautkontakt mit Stahl war nicht geplant - Kunststoffüberzug war da schon angedacht. Eventuell sogar eine Aufnahme für handelsübliche silikonüberzogene Nasenpads.

Traumtänzerin hat geschrieben:Als Anregung empfehle ich dir, hier im Forum mal den Thread herauszusuchen, in dem es um "Ticoline" geht - eine sehr interessante Metallfassungs-Variante, von der du dort auch Bilder findest.


Schaue ich mir an, danke!

Traumtänzerin hat geschrieben:Als Erstes fiel mir bei "Federstahldraht" übrigens die Eindollarbrille ein, auch die solltest du dir unbedingt mal ansehen. Sie wird sinnvollerweise mit Polycarbonat verglast.

Warum diese Ängste mit mineralischem Glas und Federstahl?
Was mir aufgefallen ist, die Gläser erscheinen mir "unüblich" bearbeitet:

https://www.eindollarbrille.de/assets/c ... 09da15.jpg
da sind seitlich einfach 2 kleine Schlitze eingefräst, in die sich der Draht setzt.

Kann das "jeder" Optiker oder wäre da eine spezielle Maschine mit extra feinem Konturfräser nötig? Auch stelle ich mir vor das ein Optiker nicht in Begeisterung ausbricht wenn man die gleiche Kontur plötzlich in Mineralglas möchte?

Traumtänzerin hat geschrieben:Vielleicht gibt es ja in deiner Gegend mal eine Infoveranstaltung, wo du diese Brille in natura erleben, vielleicht auch selbst ein Exemplar biegen kannst.


Ich habe einige Jahre im Werkzeug- und Sondermaschinenbau gearbeitet und viele Teile und Federn aus Federstahl Draht und Band selbst gewickelt und gebogen, sonst würde ich das Material gar nicht erst so stark in Erwägung ziehen. Hat seine Tücken aber wenn man es richtig behandelt ein wunderbarer Werkstoff.

Traumtänzerin hat geschrieben:Viel Spaß und Erfolg bei deinem Vorhaben!


Danke! Finde es aber noch leicht schade das zu den Themen die mich am meisten interessieren - Ergonomie, nicht Werkstoffe - noch quasi kein Tipp gekommen ist.

Für meinen Fachbereich kenne ich die üblichen (guten und schlechten) Fachbücher - Sowas kennt der Optiker doch hoffentlich auch?

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tangata_whenua
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Re: Fragen zum Selbstbau einer Brillenfassung

Beitragvon tangata_whenua » Samstag 9. Dezember 2017, 20:56

bun hat geschrieben:Ich dachte nicht an Draht, sondern an ein Flachband. Etwa 1x50x500mm roh, aus dem würde ich die gesamte Brillenform mit einem Hartmetallfräser per ausfräsen (damit habe ich gute Erfahrungen gemacht) und dann dort wo die Schaniere sitzen einfach eine Biegung mit +/-90 Grad anbringen.

Für diese Biegungen bräuchte man eindeutig bereits eine kleine Biegevorrichtung, da die Materialstärke die mir vorschwebt versehentliches Verbiegen definitiv verhindern soll.


Flachband mit 0,5mm Dicke tut es auch, wenn es ein hochwertiger Federstahl ist. Die Fassung soll ja nicht nur haltbar, sondern auch flexibel und leicht sein.
Ausfräsen geht. Um genau zu arbeiten - ich erlaube bei Fassungen aus meiner eigenen Fertigung maximal 2/10mm Toleranz zwischen rechter und linker Seite- ist es mehr als hilfreich entweder eine Formscheibe der gewünschten Glasform oder 2 Mustergläser zu haben, um beim Bearbeiten immer wieder kontrollieren zu können.
Der Winkel am Bügelaufschlag sollte 100º betragen und die Bügel müssen so gewölbt werden, dass sie der Anatomie Deines Kopfes folgen.
Eine Biegevorrichtung macht Sinn, es geht aber auch mit einem kleinen Hammer, über Stahlblock und dem richtgen Geschick.
Der Fassungsvorneigungswinkel ist auch sehr wichtig. Das ist der Winkel von Bügel zu Fassung von der Seite betrachtet. Den nennen wir Optiker auch pantoskopischen Winkel. Der ist abhängig von Scheibenhöhe, Sitz der Fassung auf dem Nasenrücken und der Position der Ohren. 6º-8º Vorneigung sollten da schon sein, wenn die Brille auf der Nase sitzt.
Ausserdem muss die Front eine gewisse Wölbung ausfweisen. Erstens sind die Gläser gewölbt, dem muss der Fassungsrand folgen, zweitens ist der Schädel eines Menschen auch nicht flach. Also ist da eine entsprechende Durchbiegung notwendig, um der Anatomie des Trägers gerecht zu werden.

Für die Nasenpads würde ich entweder kleine Laschen stehen lassen, diese selektiv weichglühen und dort dann kleine Aufnahmeblöckchen anlöten, oder gleich relativ großzügig einen Kunststoffblock drum herum gießen und passend zurechtarbeiten.


Entweder "Laschen" stehen lassen und die dann umbiegen, dann Silikonschlauch drauf - als wie bei ic-Berlin Fassungen oder Stegstützen auflöten. Seitenstege gibt es z.B. für Befestigung mit Schrauben und dafür gibt es die passenden Stegstützen

Warum diese Ängste mit mineralischem Glas und Federstahl?
Was mir aufgefallen ist, die Gläser erscheinen mir "unüblich" bearbeitet:


Bei Verwendung von Flachband muss das Glas mit einer Rille versehen werden, das es ja sonst nicht in der Fassung hält und da Du ohne Schliessblock arbeiten möchtest ist es eigentlich unmöglich die Fassung auch so zu verglasen, dass einerseits das Glas gut reingeht -ohne es zu zerstören- und andererseits auch so gut sitzt, dass es nicht wackelt oder herausfällt.
Selbst mit einer etwas tieferen Rille und eingelegtem Silikonring würde ich mir das nicht zutrauen.

Danke! Finde es aber noch leicht schade das zu den Themen die mich am meisten interessieren - Ergonomie, nicht Werkstoffe - noch quasi kein Tipp gekommen ist.

Für meinen Fachbereich kenne ich die üblichen (guten und schlechten) Fachbücher - Sowas kennt der Optiker doch hoffentlich auch?


So wirklich Fachbücher dazu kenn ich nicht. Ich hab das alles noch in meiner Ausbildung gelernt und dann später bei der Anfertigung eigener Fassungen dazu gelernt.

Aus Flachband kann das dann z.B. so aussehen:
Bild

Achtung! Verglasung dieser Brille ist mit Kunststoffgläsern in MR8, mit Silikonring in der Rille. Und um ganz ehrlich zu sein, wenn ich diese Fassung nochmal anfertige, dann nur MIT Schliessblock.


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