1. Gleitsichtbrille

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luckyswiss
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1. Gleitsichtbrille

Beitragvon luckyswiss » Freitag 8. Dezember 2017, 15:26

Hallo Zusammen

ich ca. 50zig Brillenträger seit mehr als 40. Jahren, habe eine Keratokonus-Diagnose erhalten.
Leider habe ich noch keinen Plan wie der Verlauf dieser Krankheit bei mir ist/war, aber ich gehe davon aus, dass ich diese schon lange habe, aber erst seit 2 Wochen davon weiss.

Die Motivation was zu machen kam von Problemen beim Lesen

Die Korrektur ist laut Augenarzt ist:
-4.25 (-1.25 35°) Add +1.5
-3.75 (-1.5 140°) Add +1.5

Ich arbeite viel am PC, im Labor, lese Fachbücher und schreibe Berichte etc,
Sport Skifahren, Krafttraining,
Autofahrten 2h pro Tag im Sommer Ebike fahren statt mit dem Auto

Im Moment suche ich in diversen Geschäften die ideale Fassung (ich mag grosse Brillen nicht, ist ein Alptraum aus meiner Jugend)

Mit den Gläsern habe ich mich noch nicht gross beschäftigt, aber ich habe das Gefühl da tut sich eine riesen Baustelle auf.
Neben der Erkenntnis, dass es vermutlich mit einer Brille nicht getan ist, was kann ich bei den Gläsern falsch machen?
Macht es wirklich Sinn zuerst etwas billiges zu nehmen, was mir zu tiefst widerstreben würde?

Ich habe im Moment noch mineralische Gläser und bin mich am Überwinden auf Kunststoffgläser zu wechseln, tendiere dort zu den möglichst stark brechenden, oder ist das Übertrieben?

Wie kann als Kunde wissen was ich auf Gleitsichtgläser reagiere und die richtigen Inputs geben damit die Bereiche des Glases ideal gestaltet werden, was mir bei einer Brille so um die 1600.- schon noch wichtig ist?

Danke für Eure Einschätzungen

(un)luckyswiss

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Metzgermeister
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Re: 1. Gleitsichtbrille

Beitragvon Metzgermeister » Freitag 8. Dezember 2017, 15:53

Hallo luckyswiss,

zuerst mal, die Definition des Keratokonus:

Was ist nun ein Keratokonus?
Keratokonus ist eine nicht entzündliche Erkrankung der Hornhaut und als eigenständige Krankheit von der Schulmedizin seit über 200Jahren anerkannt.
Der Begriff Keratokonus setzt sich aus griechischen Worten
Keratos für "Horn" gleich „Hornhaut“ und
Konus für"kegelförmig"
zusammen.

Die Augenkrankheit bezeichnet eine veränderte Struktur des Hornhautgewebes, die eine fortschreitende Ausdünnung und kegelförmige Verformung der Hornhaut des Auges (Cornea) zur Folge hat. Die Krankheit beginnt meist einseitig, das Partnerauge ist in der Regel mittelfristig mit betroffen.
Die Erkrankung verläuft schubweise und betrifft in der Regel ausschließlich die zentrale Hornhaut. Die Partien am Rande der Hornhaut sind dabei nicht betroffen. Die Erkrankungshäufigkeit in der Gesamtbevölkerung beträgt ca. 1:2000, die Verteilung von Männern zu Frauen etwa2:1.

Mehr dazu auch hier: https://www.facebook.com/notes/nerlich- ... 545637730/

Nun zum Brillo:

Je nach dem, ob eine Keratokonus-Kontaktlinse indiziert ist oder nicht (wir kennen ja die Horhautradien, sowie den Visus nicht) würde ich entweder zu einem Gleiter über KL und oder ein Gleiter ohne KL empfehlen.
Bei den heutigen Glastechnologieen spielt die Größe des Glases fast keine Rolle mehr (zu klein sollte es aber nicht sein, um die Zonen des Glases auch in selbigem unterzubringen).

Kunststoffgläser kann ich nur empfehlen, da um Welten leichter und auch glastechnologisch fortgeschrittener (Breite der Zonen, Individualdesign, .....). Wenn sich deine Refraktionswerte nicht groß verändern dürfte ein 1.6er Index bei einer kleinen Fassung ausreichend sein (genaueres kann hier nur nach Vorliegen der Individualparameter und der Fassungsparameter gesagt werden). Ob die Brille dann mit Fassung 1.600€ oder 900€ oder 2.500 € kostet ist vorerst nicht relevant, da weder der Preis der Fassung noch der Preis der für dich idealen Gläser orakelt werden kann.

Kurzum: geh zum Opiker deines Vertrauens, der wird mit der Diagnose des AA und seiner Refraktion, HH-Radienmessung, etc. die richtige Lösung für dich finden.
Gottes schönste Gabe ist und bleibt der SCHWABE, denn Gullstrand ist kein BADeort :D

„Ash nazg durbatulûk, ash nazg gimbatul, ash nazg thrakatulûk agh burzum-ishi krimpatul“

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Re: 1. Gleitsichtbrille

Beitragvon Onkel Bob » Freitag 8. Dezember 2017, 15:55

moin lucky,

luckyswiss hat geschrieben:...macht es wirklich Sinn zuerst etwas billiges zu nehmen, was mir zu tiefst widerstreben würde?...


wer hat denn behauptet das sowas sinn macht :?: :shock: ...so höre auf dein gefühl und nehme das RICHTIGE produkt für DICH

luckyswiss hat geschrieben:...ich habe im Moment noch mineralische Gläser und bin mich am Überwinden auf Kunststoffgläser zu wechseln, tendiere dort zu den möglichst stark brechenden, oder ist das Übertrieben? ...


bitte, bitte nicht (mehr) diese ollen glasscherben... :? ...sind technisch völlig veraltet und für menschen mit 'dynamischer lebensführung' unbrauchbar -> lass dich hierzu bei (d)einem opticus deines vertrauens beraten.

luckyswiss hat geschrieben:...wie kann als Kunde wissen was ich auf Gleitsichtgläser reagiere und die richtigen Inputs geben damit die Bereiche des Glases ideal gestaltet werden...


das kannst du - als anfänger - nicht...daher wie oben schon geschrieben such dir einen fähigen opticus der dir ZUHÖRT und auf DEINE wünsche eingeht.

gutes gelingen wünscht
onkel bob

oops - tante edith sagt: der metzger war schneller... :wink:
...es ist nicht so wie du denkst...

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Re: 1. Gleitsichtbrille

Beitragvon luckyswiss » Freitag 8. Dezember 2017, 16:03

Danke für Eure Feedbacks

man liest ja viel im Internet und macht sich so seine Gedanken..
Den Optiker meines Vertrauens darf ich noch finden (in der Schweiz)
Meine Brille war mit 2 cm halt schön klein und mit Plastik habe ich nicht gute Erfahrungen gemacht (Dinosauriergehirn...)
Aber habe ja schon kapiert und arbeite an mir und werde nicht zu A oder F oder V oder wie sie alle heissen gehen..

Besten Dank für Eure tolle Dienstleistung

luckyswiss

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Re: 1. Gleitsichtbrille

Beitragvon Onkel Bob » Freitag 8. Dezember 2017, 16:13

luckyswiss hat geschrieben:...man liest ja viel im Internet und macht sich so seine Gedanken..


ach-ja...das liebe internet - man(n) kann weder mit noch ohne 'ihm' leben... :wink: ...aber du hast recht:

ich hab neulich auch was im internet gelesen... :wink: ...und zwar wurde jetzt das kennedy-attentat endlich in allen einzelheiten aufgeklärt -> kennedy hat nämlich zuerst geschossen... :twisted:

verstehste was ich meine :?:

also - mach dir keinen eidgenössischen kopp und auch in eurem winzigen bergland wird es fähige optikusse geben... :wink: ...das wird schon - ich bin da ganz zuversichtlich.

hoy sagt
onkel bob
...es ist nicht so wie du denkst...

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Re: 1. Gleitsichtbrille

Beitragvon Zoom » Freitag 8. Dezember 2017, 21:07

Hallo luckyswiss,

Metzgermeister hat dir ja schon sehr gut geantwortet!
Interessant wäre jetzt noch dein Visus ( Sehschärfe) rechts/links, und der Grat des Keratokonus!
Bei deiner Optikersuche empfehle ich Dir, zu fragen, ob mit einem Gerät namens Keratograph gearbeitet wird.
Mit diesem Gerät wird deine komplette Hornhaut vermessen, und der Status dokumentiert. Bei regelmäßigen Kontrolluntersuchungen können damit Veränderungen festgestellt werden.
Bei den sogenannten "Großen" wirst du dieses Gerät kaum finden, die arbeiten mit Geräten namens Keratometer, die nur die zentralen Hornhautradien messen.
Alles Gute
Zoom

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Re: 1. Gleitsichtbrille

Beitragvon Metzgermeister » Samstag 9. Dezember 2017, 10:39

Wobei ein Keratometer auch gute Dienste leistet, sofern der Kontaktlinsenanpasser damit umgehen kann :) Bis vor einem Jahr hatte ich auch keinen Keratographen, da brauchte eine Keratokonusanpassung halt ein bisschen länger. :) Aber mit ist es für den Kunden und für den Anpasser angenehmer, da man schneller und effizienter zum Ziel kommt.

Ob das Kind nun Keratograph, VX120, DNEye-Scanner oder sonst irgendwie heißt ist vorerst nicht von großem Belang. Wichtig ist, dass der Optikus eine sogenannte Hornhauttopographiemessung macht (das ist quasi die Messung die Keratograph & Co. machen).

Wichtig ist, wie Zoom bereits sagte, der Grad des Keratokonus sollte diagnostiziert werden, da bei einem Keratokonus die Krankenkasse nämlich etwas zu den Linsen und im Idealfall (je nach Kasse) auch zur Brille beisteuert. Auch wie erwähnt sind die regelmäßigen Nachkontrollen wichtig, um perfekten Sitz der Linse zu kontrollieren und ggf. Veränderungen der Hornhauttopographie zu erkennen.
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