Frage zu Gleitsichtbrille

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optikgutachter
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Re: Frage zu Gleitsichtbrille

Beitragvon optikgutachter » Freitag 13. Oktober 2017, 09:35

Ist der Nahzusatz zu hoch gewählt wird der
Sehbereich in der Nähe unnötig stark einschränkt.
Es bleibt i.d.R. nur ein schmaler Kanal übrig.

Deswegen wird (hoffentlich immer) die persönliche
Einstellfähigkeit des Trägers gemessen und bei der Wahl
des Nahzusatzes ( der sog. Addition) berücksichtigt.

Gruß OG
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Vielleser
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Re: Frage zu Gleitsichtbrille

Beitragvon Vielleser » Freitag 13. Oktober 2017, 09:51

Das ist mir klar und auch das kann ich nachvolziehen.

Meine Frage bezog sich mehr auf die Abwägung zwischen "so knappe Addition, dass man sich von Anfang an anstrengen muss" (was ja auch nicht das Wahre sein kann) und "so hohe Addition, dass es schon zu bequem fürs Auge wird" (siehe Post von E.Luckas). D.h. es ist doch aber trotzdem so, dass selbst dann, wenn jemand eine "eigentlich" zu hohe Addition erhalten hat und das Auge dann "faul" werden könnte, er dann trotzdem nicht später bei einer höheren Addition als z.B. +2,5 für 40 cm Leseabstand (wenn gar nicht mehr akkommodiert wird) landen kann?

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Eberhard Luckas
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Re: Frage zu Gleitsichtbrille

Beitragvon Eberhard Luckas » Freitag 13. Oktober 2017, 09:58

Moin,

das führt so langsam zu Haarspalterei. ;) Bei augengesunden alten Menschen über 80 reicht für 40cm eine Add. von 2,5 und für 33 cm eine Add. von 3,0. DAs gilt auch für jüngere Menschen nach Cataract-OP mit normalen Fernkorrektionen.
Wenn aber Erkrankungen vorliegen, wie z.B. AMD oder diabetische Retinopathie ist eine Vergrößerung der Buchstaben nötig. Also entweder nehme ich dann Großdruck-Bücher oder ich wähle eine Add. deutlich stärker als 3,0 und genieße damit eine Vergrößerung durch Annäherung des Lesegutes. Das ist bei Gleitsichtgläsern allerdings kaum noch gut zu machen, höchstens 4,0 Add sind bei manchen Firmen möglich.
Reine Lesebrillen mit Überadditionen und prismatischer Konvergenzunterstützung sind dabei die beste Wahl, bevor es nötig wird mit Systemvergrößerungen oder elekronischen Lupen zu arbeiten.
Viele Grüße
Eberhard
Augenoptikermeister

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Re: Frage zu Gleitsichtbrille

Beitragvon Vielleser » Freitag 13. Oktober 2017, 10:05

Ebenfalls Moin,

ich meine natürlich nur den "normalen" Verlauf ohne krankheitsbedingte Besonderheiten (denn nur dann ist doch ein Verglech möglich).
Es ist also, wenn ich das richtig verstehe, tatsächlich so, dass selbst bei anfangs "zu hoher" Nahaddition die höheren Additionswerte nur früher erreicht werden, es dann aber mit dem Anstieg der Addition bei den (auf den Leseabstand bezogenen) gleichen Werten aufhört?
Nur das wollte ich zum besseren Verständnis nochmal nachgefragt und vom Fachmann bestätigt haben - ganz ohne Haarspalterei. Danke schön! :wink:

Stefan333555
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Re: Frage zu Gleitsichtbrille

Beitragvon Stefan333555 » Freitag 13. Oktober 2017, 10:49

Hallo alle zusammen, wollte nicht, dass das Thema so ausartet. Mein Problem liegt ganz woanders. Am Tag habe ich ja keine Probleme beim lesen. Meines liegt darin, dass ich viele Vorführungen am Abend haben und ich gewisses Kleingedrucktes einfach nicht lesen kann. 1
Und nur das ist der Grund, dass es mir egal wäre, wenn ADD höher als beim Altersdurchschnitt liegt. Danke.
LG. Stefan

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optikgutachter
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Re: Frage zu Gleitsichtbrille

Beitragvon optikgutachter » Freitag 13. Oktober 2017, 19:09

Liegt das evtl. an nicht ausreichendem Licht (verhältnissen) ?

Ggf. ist auch zu berücksichtigen, dass bei grosser Pupille ("nachts") eine andere Nah-Stärke -sprich: höhere Addition-
(mglw. auch in der Ferne) erforderlich ist als tagsüber.

Klären kann man das aber nur per Messung. Nicht über das Internet......

Gruss OG
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