Brechungsindex 1,74 Nachteile?

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Blinder
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Brechungsindex 1,74 Nachteile?

Beitragvon Blinder » Donnerstag 18. Mai 2017, 14:56

Hallo,

habe verschiedene Meinungen nun gehört.
Zwei Optiker - zwei Meinungen. (:

Ich habe auf beiden Augen -6,25 und tendiere zu dieser Fassung:
https://www.idealo.de/preisvergleich/OffersOfProduct/5510727_-et17422-507-black-esprit.html#

Mit 51mm breiten Gläsern - die Fassung ist ca. 2mm dick am Rand.
Ein Optiker meinte, 1,67 reicht locker und der andere hat mir zu 1,74 geraten.

Bei der Recherche liest man oft, dass 1,74 anstregender für das Auge sei und scheinbar auch "dunkler" wirkt?
Mich würden daher noch ein paar Meinungen/Erfahrungen interessieren - so eine Brille kauft man ja doch nicht jeden Tag. :)

Danke,
Martin

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Distel
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Re: Brechungsindex 1,74 Nachteile?

Beitragvon Distel » Donnerstag 18. Mai 2017, 15:23

...ein immer wiederkehrendes Thema. :wink:

Distel hat geschrieben:Bei eigenen Brillengläsern ist mir wichtig, dass die Augenpartie freundlich erscheint.
Wegen der intensiven Eigenfarbe der 1,74 er würde ich sehr, sehr sorgfältig das Pro und Contra für diese Wahl abwägen.
Anbei ein paar Überlegungen....

Brillengläser

Auch farblose Kunststoffbrillengläser haben eine leichten "Champagnerton" .
Die Eigenfarbe ist gut sichtbar, wenn man die Brillengläser vorsichtig auf ein weißes Blatt Papier legt.
Kosmetisch sehe ich diese Eigenschaft des Glases als Vorteil, der Augenbereich erscheint weicher. :wink:

Die Eigenfarbe variiert, besonders bei höherbrechenden Gläsern nimmt die Intensität zu.
Als die 1,74 ganz neu bei unserem Hauptlieferanten ins Sortiment kamen, hatte ich sofort reagiert und bestellt.
Die dünnsten Gläser, die ich je hatte, aber ich sah nicht gesund aus. :shock:
....die Augenpartie erschein gut wahrnehmbar grünlich.
Bei der Aktualisierung der Randlosen gab es wieder 1,67 er Gläser.

Später habe ich diese Brille mit Index 1,74 als Muster für die Beratung verwendet. :lol:
So erhielt der Kunde die Information super dünn, aber auch mit intensiver Eigenfarbe und konnte sich entscheiden.
Es ist immer optimal mit Original Mustergläser zu arbeiten, da auch bei den einzelnen Lieferanten leichte Varianten nicht auszuschließen sind. :!:
Ein guter Platz die Farbe zu testen, ist die Unterarm-Unterseite, da dort im Sommer die Haut nicht so getönt wird.
Nemo me impune lacessit - Niemand reizt mich ungestraft

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Karoshi
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Re: Brechungsindex 1,74 Nachteile?

Beitragvon Karoshi » Donnerstag 18. Mai 2017, 17:11

Ich selber trage seit Jahren 1,74 und hatte noch nie Probleme damit, trotz einer hohen Sehleistung.
Diese Gläser sind immer leicht bräunlich/gelblich. Auf weißem Papier als Untergrund. Aber im Gesicht? Ich find`s total unproblematisch und hatte auch noch keinen Kunden der Probleme hatte.
Ob jetzt 1,67 oder 1,74 besser ist von der Dicke her kann dir jeder seriöse Optiker innerhalb von 5 Minuten auf 0,3mm genau ausrechnen und oft auch in 3D simulieren.
Wenn der Dickenunterschied nur einen halben Millimeter beträt, stellt sich die Frage nach 1,74 oft schon garnicht mehr.

Zur Fassung: Die ist schön leicht da aus TR90/Grilamid.
Für deine Stärken ist die meiner Meinung nach nicht besonders gut geeignet. Deine Gläser werden auf jeden Fall recht flach werden.
Dann gibt es 2 Möglichkeiten:
Entweder man baut die Gläser bündig zur Vorderfläche ein (die Brille wird platt und recht weit) oder behält die natürliche Krümmung der Brillenfassung bei, dann könnten die Gläser Ohrseitig und Nasenseitig aber noch vorne etwas überstehen.
Beides nicht so toll, denn dieses TR90 lässt sich sehr bescheiden nacharbeiten.
Des Menschen Leben gleicht der Brille. Man macht viel durch. -- Heinz Erhardt
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Re: Brechungsindex 1,74 Nachteile?

Beitragvon Brazzo » Donnerstag 18. Mai 2017, 19:19

Hi "Blinder",

ich habe ähnliche Werte wie du und greife auch wegen der Randdickenproblematik mittlerweile nur noch zu Kunststoffassungen, da nehme ich dann 1.67er, manchmal sogar 1.6er Gläser. Oder eine kleine rundliche Metallfassung, da hat man dann auch keine (großen) Überstände.

Wenn du dich aber in das genannte Modell verguckt hast, würde ich, wie dir ja auch schon geraten würde, vom Optiker die Randdicken berechnen lassen!

VG Brazzo

Blinder
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Re: Brechungsindex 1,74 Nachteile?

Beitragvon Blinder » Freitag 19. Mai 2017, 08:06

Hallo zusammen,

danke für eure Einschätzungen.

Der Optiker meinte, das es mit 1,67 ca. 5,5mm dick wird und mit 1,74 ca. 5,0mm.

@Karoshi: Würdest du von der Fassung abraten?
Es gibt leider so wenig matte Fassungen in dieser Optik. Das Glas ist mir eigentlich auch 2-3mm zu tief.

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Snipera
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Re: Brechungsindex 1,74 Nachteile?

Beitragvon Snipera » Freitag 19. Mai 2017, 12:43

Bin auf Urlaub, daher bin ich heute nicht für eine fachliche Antwort zu haben. Dafür aber eine Anregung:

Erkennt ein Laie, der dir gegenüber steht und in dein Gesicht sieht (also deine Bekannten, Freunde,etc.) den Unterschied zwischen 5,00 mm und 5,5 mm ???

Nur du wirst den Unterschied erkennen, wenn du die Fassung ohne Korrektur in deinen Fern-Brennpunkt (also ganz dich vor das Auge) hältst und vielleicht noch deine Partnerin, wenn sie so nah an dich rankommt. Nur ganz ehrlich, dann sollte bei der Nähe nicht die Brille im Mittelpunkt stehen, sondern ganz andere Dinge
:mrgreen:

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Re: Brechungsindex 1,74 Nachteile?

Beitragvon Blinder » Dienstag 23. Mai 2017, 08:52

@Karoshi: Würdest du von der Fassung abraten?
Es gibt leider so wenig matte Fassungen in dieser Optik. Das Glas ist mir eigentlich auch 2-3mm zu tief.

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Karoshi
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Re: Brechungsindex 1,74 Nachteile?

Beitragvon Karoshi » Dienstag 23. Mai 2017, 13:00

lass das den ausführenden Optiker entscheiden. Ich würde es nicht gerne machen.
Des Menschen Leben gleicht der Brille. Man macht viel durch. -- Heinz Erhardt
staatl. gepr. Augenoptiker und Augenoptikermeister FFA München 2011


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