Neue Fern- und Lesebrille machen Probleme

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Spittek
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Neue Fern- und Lesebrille machen Probleme

Beitragvon Spittek » Montag 6. März 2017, 20:27

Hallo zusammen,

ich bin 45 Jahre, m, und habe letzte Woche meine erste(n) Brille(n) bekommen. Da ich leider überhaupt nicht zufrieden bin, habe ich mir hier angemeldet und wollte die Experten um Rat fragen.

Ich habe meine Sehwerte überprüfen lassen, da ich schon seit einiger Zeit das Problem habe, dass ich mein Handy immer weiter weg halten muss und auch schlechter lesen kann. Klassische Altersweitsichtigkeit eben. In der Ferne kann ich eigentlich einwandfrei sehen (Ich gehe z.B. zum Schießen und treffe ohne Brille nahezu perfekt das Ziel), lediglich beim Autofahren hätte ich manchmal gerne eine leichte Unterstützung (Bei Regen, langen Fahrten, usw.). Im normalen Alltag habe ich bisher noch keine Brille vermisst.

Aus diesem Grund habe ich bei 2 Optikern (Einmal FM, einmal Einzelunternehmen vor Ort) einen Sehtest machen lassen. Mit dem Ergebnis, dass beide mit Abweichungen beim Cylinder (-1.0 zu -0.75) zum selben Ergebnis gekommen sind:

Lesebrille:
R: +1,5 Cyl -1.0 Achse: 143
L: +1,5 Cyl -1.0 Achse: 30

Fernbrille:
R: +0,5 Cyl -1.0 Achse: 143
L: +0,5 Cyl -1.0 Achse: 30

Mit diesen Werten hat mir der Optiker (FM) eine Fernbrille zum Autofahren und eine Lesebrille angefertigt. Wir haben lange diskutiert, ob eine Gleitsichtbrille, Raumcomfortbrille oder sonst was in Frage käme. Das Optimum für mich wäre wahrscheinlich eine Fernbrille und eine Arbeitsplatzbrille. Aber nun ist es eben eine Fernbrille und eine auf Tastatur/Schriftstück eingestellte Lesebrille geworden, beide mit dünnen Komfortgläsern.

Leider komme ich mit beiden Brillen überhaupt nicht klar, insbesondere mit der Lesebrille sehe ich alles Trapezförmig, die Perspektive ist verzerrt (senkrechte Linien stürzen nach außen) und ich bekomme Kopfschmerzen. Während ich diesen Text hier tippe, habe ich die Brille auf und es ist schrecklich.... Bei meinem Notebook ist der Bildschirm oben auf beiden Seiten breiter als unten, auch sonst ist meine Sicht so, als ob ich stark schielen würde. Die Schrift ist leicht kursiv und der Text wellig.

Bei der Fernbrille ist es ähnlich, aber nicht ganz so krass. Der Fernbereich ist super scharf (Fast schon unnatürlich scharf), aber im Nahbereich (um die 2-3m) tritt ein ähnlicher Effekt wie bei der Lesebrille auf. An Autofahren mit dieser Brille ist nicht zu denken, da ich das Gefühl habe, ich hätte was getrunken. Setze ich die Brillen nach längerer Tragezeit (ca. 1-2 Stunde) wieder ab, stürzen alle Linien genau in die entgegen gesetzte Richtung. Ich sehe also nach dem aufsetzen alles schief und nach dem absetzen ebenfalls. Zudem habe ich dann jedesmal Kopfschmerzen und mir ist schwindelig. Ich muss erst einige Zeit warten, bis ich wieder klar gucken kann.

Einige von euch werden jetzt sicherlich sagen, "Du musst die erst mal länger tragen und die Augen müssen sich daran gewöhnen..." Aber das kann nicht normal sein! Im Gespräch mit dem Optiker habe ich mehrfach darauf hingewiesen, dass ich die Brillen NICHT permanent tragen möchte, sondern nur bei Bedarf, eben beim Autofahren, im Kundengespräch oder am Computer. Die Fernbrille sollte im Handschuhfach liegen und die Lesebrille in meiner Jackentasche. Es gab auch keinerlei Einwände, dass das bei mir bzw. meinen Werten so nicht geht!

Ich weiß nicht, woran das liegt, dass ich nicht klar komme. Ich vermute aber, dass die Cylinder zu stark korrigiert werden. Denn ich habe eine Lesebrille (Fertigbrille vom Optiker) mit +1 Dioptrien, aber ohne Cylinder und mit dieser komme ich bisher ganz gut klar. Das Bild, das ich damit sehe, ist mit dem identisch, welches ich ohne Brille sehe, nur eben schärfer. Leider taugt die Brille nicht für längeres Lesen oder Arbeiten.

Komisch ist zudem, dass ich letztes Jahr bei meiner Augenärztin war. Und die hat ganz andere Werte für eine Lesebrille ermittelt: Während die Dioptrien mit +1.25 noch halbwegs zu den anderen passen, gab es aber starke Abweichungen beim Cylinder (je -0,5) und den Achsen (mehr als 10° Abweichung pro Auge). Der 2. Optiker, bei dem ich war, hatte -0,75 beim Cylinder ermittelt. Also habe ich jetzt 3 Werte, von -0,5, -0,75 und -1.0.

Aus diesem Grund habe ich in dieser Woche einen weiteren Termin beim Augenarzt, um nochmals meine Augen und Werte unabhängig überprüfen zu lassen.

Die beiden Brillen, für die ich knapp 500,- bezahlt habe, werde ich auf jeden Fall zurückgeben, falls nichts zufrieden stellendes heraus kommt.
Ich muss jetzt Schluss machen, denn ich muss die neue Lesebrille wieder absetzen, da mir nun nach nur 20 Minuten Text schreiben schwindelig ist, die Buchstaben tanzen und ich starke Kopfschmerzen bekomme.... Wie gesagt, mit der Fertigbrille halte ich einen ganzen Vormittag am Schreibtisch durch...!

Ich danke euch für Eure Ratschläge.

Lutz
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Re: Neue Fern- und Lesebrille machen Probleme

Beitragvon Lutz » Montag 6. März 2017, 20:51

Spittek hat geschrieben:Ratschläge


Zusammengefaßt:

- erste Brille "erst" im Alter von 45 Jahren
- Zylinderwerte zwischen 0,5 und 1,0 dpt
- "schiefe" Achsen (143° und 30°, nicht 0° oder 90°)

-> beschriebene Seheindrücke sind nachvollziehbar und physikalisch-optisch "normal"

=> Brille möglichst ständig tragen; das Gehirn muß die veränderte Wahrnehmung (aus der sich eine veränderte räumliche Wahrnehmung zwangsläufig ergibt) erst wieder mit der Wirklichkeit in Einklang bringen - das kann durchaus zwei bis vier Wochen dauern.

Gegen eine Kontrollmessung ist nichts einzuwenden, es könnte ja durchaus ein Fehler passiert sein. Wenn nicht, ein paar Wochen durchhalten, es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit besser.

Andere Möglichkeit, wenn Korrektionswerte eigentlich stimmen: "Zwischen"-Brille mit Teilkorrektion anfertigen lassen und die Gewöhnung dadurch schrittweise vollziehen. Kostet dann allerdings im Prinzip auch doppelt...

Im übrigen würde ich die Kontrollmessung zunächst bei dem Kollegen durchführen lassen, der die Brillen auch angefertigt hat, oder, wenn das Vertrauensverhältnis aus irgendeinem Grunde gestört sein sollte, einen anderen Optiker aufsuchen.

Ich persönlich finde es immer schöner, wenn mein Kunde mit seinen Problemen erstmal zu mir kommt, damit ich eine Chance habe, das Problem auch zu lösen...

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Roland A. Frank
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Re: Neue Fern- und Lesebrille machen Probleme

Beitragvon Roland A. Frank » Montag 6. März 2017, 21:11

Lutz hat geschrieben:
Spittek hat geschrieben:Ratschläge


Zusammengefaßt:

- erste Brille "erst" im Alter von 45 Jahren
- Zylinderwerte zwischen 0,5 und 1,0 dpt
- "schiefe" Achsen (143° und 30°, nicht 0° oder 90°)

...
Ich persönlich finde es immer schöner, wenn mein Kunde mit seinen Problemen erstmal zu mir kommt, damit ich eine Chance habe, das Problem auch zu lösen...


alles zusammen, Lutz hat es hervorragend dargestellt - ich würde dem nichts hinzufügen....

Spittek
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Re: Neue Fern- und Lesebrille machen Probleme

Beitragvon Spittek » Montag 6. März 2017, 21:17

Danke für Ihre Meinungen bzw. Ratschläge.

Da ergibt sich für mich allerdings ein Problem: Eigentlich war ich nur beim Augenarzt/Optiker, um mir eine Lese- oder Bildschirmarbeitsplatzbrille anfertigen zu lassen. Die Fernbrille war mein eigener Wunsch und auch kein Thema. Auch nicht beim Augenarzt letztes Jahr. +0,5 in der Ferne sind ja fast nix.

Wenn ich z.B. nur die Arbeitsplatz-Brille stundenweise zum Arbeiten aufsetze, kann ja nicht der Effekt sein, dass ich beim Aufsetzen und nach dem Absetzen alles schief sehe und Kopfschmerzen bekomme. In diesem Fall wäre es doch sinnvoller, auf die Cylinder weitestgehend zu verzichten und die Hornhautverkrümmung zu ignorieren. Und das eigentliche Bild nur schärfer wird, so wie mit meiner Fertigbrille.

Oder sehe ich das falsch? Die meisten Leute in meinem Umfeld haben nur Lesebrillen, aber von denen klagt keiner darüber, dass sie alles schief sehen.

In diesem Fall wäre ich ja mit einer Gleitsichtbrille + Lesebrille besser beraten gewesen, oder nicht?

Spittek
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Re: Neue Fern- und Lesebrille machen Probleme

Beitragvon Spittek » Montag 6. März 2017, 21:28

PS: Mir hat von beiden Optikern keiner gesagt, dass ich mit meinen Werten permanent eine Brille tragen MUSS. Jeder hat gesagt, dass ich eine Brille tragen KANN, wenn ich das möchte. Deshalb auch getrennte Fern- und Lese/Arbeitsbrille.

Die unerwünschten Nebeneffekte sind mir schon mit den Probegläsern aufgefallen und ich habe das auch kund getan, spätestens da hätten die Kollegen doch hellhörig werden müssen?

Lutz
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Re: Neue Fern- und Lesebrille machen Probleme

Beitragvon Lutz » Montag 6. März 2017, 22:02

Spittek hat geschrieben:Und das eigentliche Bild nur schärfer wird, so wie mit meiner Fertigbrille.

Wenn die Zylinderkorrektur eigentlich gebraucht wird, ist es ohne diese nicht genauso scharf. Als Augenoptiker ist man natürlich auch zunächst einmal bestrebt, für's volle Geld auch die volle Leistung ( = optimale Schärfe) zu liefern.

Nach "Faustregel" würde das Weglassen einer eigentlich nötigen Zylinderkorrektur von 1,0 dpt die maximal erreichbare Detailauflösung um ca. 50% verringern. Also von z.B. "Visus 1,5" (umgangssprachlich "150%") auf "Visus 0,75" (umgangssprachlich "75%"). Das wäre theoretisch sogar noch führerscheinsehtesttauglich. Aber Du kommst auch schneller in den kritischen Bereich: in der Dämmerung, Lesen bei schlechter Beleuchtung, Fahren bei Regen, trübes Wetter, Objekte mit schlechten Kontrasten usw.

Irgendwann aber - bedingt durch weiterhin fortschreitendes "Erwachsenwerden" :wink: - wird es wahrscheinlich nötig werden, die eigentlich vorhandenen Sehleistungsreserven tatsächlich auch zu nutzen, und dann stehst Du vor demselben Gewöhnungsprozess wie jetzt.

Ich habe meine erste (Fern-)Brille mit Anfang 40 bekommen; (R sph +0,50 L: sph +0,75 cyl -0,50, Achse 10°) und habe auch ca. zwei Wochen gebraucht, bis ich das Sehen angenehm fand. Wenn's bei Dir also deutlich länger dauert, kann ich das bestens nachvollziehen.

Die meisten Leute in meinem Umfeld haben nur Lesebrillen, aber von denen klagt keiner darüber, dass sie alles schief sehen.

Vielleicht haben sie keine Zylinderkorrektur, vielleicht haben sie eine, aber "geradere" Achslagen, oder ihr visuelles System ist nicht so empfindlich.

Abgesehen davon: mit Kontaktlinsen wäre eine Vollkorrektion inkl. Zylinder möglich, ohne daß es zu den geschilderten Nebenwirkungen kommt.

Spittek
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Re: Neue Fern- und Lesebrille machen Probleme

Beitragvon Spittek » Montag 6. März 2017, 23:27

Hallo Lutz,

vielen Dank zuerst einmal für Deine ausführlichen Antworten. Das hilft mir alles schon mal viel weiter und besser zu verstehen, wo das Problem liegt.

Die Probleme mit der Fernsicht, die Du ansprichst, sind bei mir teilweise vorhanden. Autofahren in der Dämmerung, dann noch bei Regen usw. ist nicht mehr so pralle. Deshalb mein "freiwilliger" Vorschlag einer Fernbrille zum Autofahren. Der Nachteil der Fernbrille liegt eigentlich nur im eingeschränkten Nahbereich. In Armlänge sehe ich mit der Fernbrille in etwa gleich als ohne, aber kontrastreicher. Für alles was näher ist, brauche ich eh eine Lesebrille.

Jetzt habe ich mich gerade mal gezwungen, den Montag-Abend-Film mit meiner neuen Fernbrille anzusehen. Eigentlich ganz schön! Auch scheinen meine Augen sehr zu entspannen, so dass ich in diesem Moment diesen Text tatsächlich ganz ohne Brille schreiben kann! Ich würde einfach mal behaupten, dass die Werte der Fernbrille schon ganz gut getroffen sind und auch der Perspektiven-Effekt ist bei weitem nicht so ausgeprägt, wie mit der Lesebrille. Ich denke schon, dass ich mich an diese gewöhnen könnte, wenn ich sie häufiger trage. Der Unterschied zwischen mit und ohne Brille ist auch nicht so gewaltig.

Und da kommen wir dann zum eigentlichen Problem: Meiner Altersweitsichtigkeit und der neuen Lesebrille. Diese passt im Gegensatz zur Fernbrille gar nicht! Der Perspektiven-Effekt ist hier so stark ausgeprägt, dass es keinen Spass macht, die Brille zu tragen. Auch ist der Schärfepunkt zu weit weg. Hier würde ich dann doch gerne nochmals den Kontakt zum Optiker suchen. Unabhängig davon nehme ich meinen Augenarzt-Termin aber trotzdem wahr, da ich eh zur Kontrolle mal wieder hin muss. Im Anschluss daran, besuche ich den Optiker.

Vielleicht besteht die Möglichkeit beide Brillen zu prüfen und ggf. die Gläser der Lesebrille gegen eine softe Raumkomfortbrille zu tauschen. Wäre in meinem Fall vielleicht nicht die schlechteste Idee. Ich fahre viel Auto und sitze aber auch viel im Büro, im Kundengespräch und am PC. Dann brauche ich die Brillen nur hin und wieder zu wechseln und nicht permanent.

Ich möchte noch kurz erwähnen, warum ich FM und nicht den einheimischen Optiker gewählt habe. Dieser hat zwar auch mehrere tolle Läden und tolle Angebote, auch der Sehtest durch eine Mitarbeiterin im eigenen Sehtest-Studio war sehr professionell. Leider war die Beratung durch den Kollegen, was die richtige Brille angeht, mangelhaft. Gelangweilt und Ideenlos... Es ist halt mit 45 meine erste Brille und das geht dann nicht mal eben zwischen Tür und Angel. Bei FM hat mich von Anfang an ein sehr geduldiger junger Mann bedient, der wie gesagt jung, aber sehr konzentriert und kompetent war, ein gutes Händchen und extrem viel Geduld mit einem "alten" nörgeligen Erst-Brillenträger hatte ;-) Deshalb bleibe ich bei meiner Reklamation auch freundlich und sachlich, schließlich hat er mich ja auch gebeten, wenn was nicht passt, soll ich wieder kommen.

PS: Das mit der Voll-Korrektion mittels Kontaktlinsen wusste ich nicht... aber frag mal meine Frau, wie ich mich anstelle, wenn ich mir ne Fluse aus dem Auge fummeln muss. Ich glaube, dass lassen wir erst mal und probieren erst die Brille.

Ich werde berichten, was die nächsten Tage ergeben!

Spittek
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Re: Neue Fern- und Lesebrille machen Probleme

Beitragvon Spittek » Dienstag 7. März 2017, 10:35

Sorry, ich muss noch mal was fragen. Ist mir heute morgen aufgefallen. Und zwar unterschiedliche Werte der Pupillendistanz.

Ich habe jetzt 3 (4) Ergebnisse:

Augenarzt:______R: 31,5___L:31,5
Optiker 1:______ R: 32,0___L:33,5
Optiker FM:_____R: 31,0___L:33,5___(Fern- und Lesebrille)

(Selbstversuch mit Lineal und Foto: R: 31,5___L: 31,5)

Wieso sind diese Werte so unterschiedlich bzw. weichen so stark von einander ab? Am größten ist die Abweichung bei FM, wonach auch meine Brillen gefertigt wurden. Kann das auch damit zu tun haben, dass ich insbesondere mit der Lesebrille schiele und teilweise z.B. die Buchstaben auf der Tastatur leicht doppelt sehe?

Viele Grüße und Danke!

ClaudiaS
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Re: Neue Fern- und Lesebrille machen Probleme

Beitragvon ClaudiaS » Dienstag 7. März 2017, 11:14

Lieber Spittek,
du hast eine neue Brille, die du eigentlich nicht tragen willst, aber irgendwie feststellst, schlecht ist es ja doch nicht (Fernbrille beim TV). Deine Einstellung sollte sein:
Ich benötige die Brillen, damit ich wieder entspannt sehen kann!
Was du bisher so beschreibst sind ganz normale Seheindrücke, die man mit einer neuen Brille haben kann. Meine Kollegen haben es dir schon sehr gut erklärt.
Gehe zum Kollegen zurück und lasse eine Kontrollmessung machen. Bedenke aber, das dein Auge ein Organ ist und leichte Abweichungen völlig normal sind.
Ich würde dir folgendes empfehlen: trage die Brillen doch einfach mal 2 Wochen und versuche nicht ständig darüber nach zu denken. Packe die Fertiglesebrille weg.
Und versuche nicht ohne Brille zu lesen sondern gebe deinen Augen mal die Möglichkeit sich einzustellen.
Ich gehe jetzt mal davon aus das die Werte ok sind (selbst wenn der Cyl bei 0,75 nur liegen sollte), dann müssen deine Augen erst mal lernen entspannt zu schauen.Im Moment müssen sie einen Sehfehler ständig korrigieren und das strengt die Augen an. Du nimmst es nur nicht mehr wahr, weil es für dich "normal" ist. Und wenn sich etwas entspannt, ist es auch nicht immer erst angenehm.

Du wirst denke ich sehr schnell merken, das sich die Bilder wieder normalisieren.

Viel Erfolg :D

lars56
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Re: Neue Fern- und Lesebrille machen Probleme

Beitragvon lars56 » Dienstag 7. März 2017, 11:21

Der Begriff Pupillendistanz

Korrekt muss es heißen: „Zentrierpunktabstand in Fassungsebene“. Für die richtige Zentrierung von Brillengläsern vor deinen Augen ist die Brillenfassung (genauer: der Sitz der Fassung vor deinen Augen) ebenso wichtig. Da Brillen unterschiedlich sitzen können, fallen auch die Maßangaben unterschiedlich aus. Ausserdem muss sichergestellt sein, dass zum Zeitpunkt der Messung die Augachsen parallel standen. Machst du ein Foto aus endlicher Entfernung, kann schon eine Konvergenz der Augachsen vorliegen.
Hab ich das richtig verstanden, Du hast Doppelbilder mit der Lesebrille?

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Re: Neue Fern- und Lesebrille machen Probleme

Beitragvon Spittek » Dienstag 7. März 2017, 13:19

Hab ich das richtig verstanden, Du hast Doppelbilder mit der Lesebrille?


Ja, hast Du. Wenn ich unten durch die Brille auf die Tastatur schaue, dann überlagern sich die Buchstaben.

Das selbe ist mir auch gerade mit meiner Fernbrille aufgefallen. Die Texte auf dem Navi sind alle leicht überlagernd. Ich sehe die Schrift mit und ohne Brille in etwa gleich scharf, nur ohne Brille überlagert sich diese nicht.

Also meiner Meinung nach stimmt irgendetwas nicht. Ich war jetzt 2 Stunden im Auto unterwegs, die Fernsicht ist gewöhnungsbedürftig, aber schärfer. Nur die mittlere Sicht bis Nahbereich geht gar nicht. Ähnliches Phänomen wie mit der Lesebrille.

Ich berichte euch morgen, was der Termin beim Augenarzt und der erneuter Besuch beim Optiker ergeben hat.

Spittek
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Re: Neue Fern- und Lesebrille machen Probleme

Beitragvon Spittek » Mittwoch 8. März 2017, 14:10

Hallo zusammen,

ich war heute beim Augenarzt und habe neben einer kostenpflichtigen Sehstärkebestimmung auch noch Vorsorgeuntersuchungen machen lassen. Meine Augen sind (bis auf die Sehschwäche) gesund und einwandfrei i.O.

Der Sehtest war zuerst elektronisch und dann manuell, mittels Scheiben, usw. Es würde die Nähe und Ferne überprüft. Die komplette Untersuchung hat knapp 45 Minuten gedauert.

Folgendes ist dabei raus gekommen:

Ferne:
R:__Sph: +0,25__Cyl: -0,50__Achse: 140
L:__Sph: +0,25___Cyl: -0,50__Achse: 15

Nähe:
R:__Sph: +1.5__Cyl: -0,50__Achse: 140
L:__Sph: +1,5__Cyl: -0,50__Achse: 15

PD: 65mm

Somit stimmen die neuen Werte NICHT mit denen vom Optiker überein, ähneln aber denen von meiner letzten Augenarzt-Kontrolle von vor 2 Jahren. Dass ich mit der Brille total "schiele" und mich unwohl fühle, liegt wohl an der falschen Achse auf dem linken Auge und den zu hohen Zylinderwerten.

Angeraten wurde mir nur eine Brille fürs Lesen, PC Arbeit usw. Eine Fernbrille sollte ich erst mal lassen und irgendwann bei Bedarf machen lassen.

Ich werde beide Brillen wieder zurück geben und lasse mir nur für die Arbeit eine qualitativ hochwertige Einstärken- oder PC/Raumkomfortbrille machen. Hier würde ich dann aber den selbständigen Optikermeister vorziehen.

Schade, dass meine Erfahrungen mit meiner ersten Brille(n) nicht so positiv waren, aber mit den beiden hier liegenden Brillen würde ich nie und nimmer glücklich werden. Zumal mir nach kurzer Zeit des Tragens die Augen tränen, ich Kopfschmerzen bekomme und nach dem absetzen total schwindelig werde.

Danke an alle hier für eure Erfahrungen, Ratschläge und Tips!

Spittek
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Re: Neue Fern- und Lesebrille machen Probleme

Beitragvon Spittek » Mittwoch 15. März 2017, 12:50

Moin,

so, abschließend möchte ich noch ein kurzes Fazit abgeben. Vielleicht hilft es denen, die mit Ihrer neuen Brille auch gar nicht klar kommen.

Ich habe gestern meine neuen Brillen abgeholt. Ich hatte ja die Ergebnisse vom Augenarzt mitgenommen (siehe Post vorher vom 08.03.). Die Augenoptiker-Meisterin hat sich die damals von Ihrem Kollegen ermittelten Werte und dann die neuen vom Augenarzt angesehen und gesagt: "Kein Wunder, dass sie das Gefühl haben, als hätten Sie schon was getrunken...!"

Sie hat dann eine Testbrille gebastelt und allerlei Tests mit mir durchgeführt. Am Ende hatte ich das Gefühl, ich hätte Adleraugen, kein Gefühl von Schwindel oder Druck mehr.

Mit dem überraschenden Resultat, dass die Werte nochmals knapp unter denen liegen, die der Augenarzt ermittelt hat. Wie folgt:

Ferne:
R:__Sph: +0,00__Cyl: -0,50__Achse: 140
L:__Sph: +0,00___Cyl: -0,50__Achse: 15

Add: 1.25 (für die Raumkomfort/PC-Brille)

Tja, was soll ich sagen: Brillen mit den neuen Gläsern aufgesetzt und direkt wohl gefühlt. Ich sehe direkt alles schärfer und die Eingewöhnung war bereits nach 5 Minuten verschwunden. Das visuelle Bild durch die Brillen ist nahezu das, was ich ohne sehe. Keine stürzenden Linien mehr und auch keine "Drogen"-Effekte...

Ich kann jedem nur raten, geht vorher zum Augenarzt, lasst die Augen und Sehstärke prüfen (kostet zwar etwas) und dann erst zum Optiker. So kann man sicher sein, dass die Augen ok sind und hat ein Vergleichsergebnis. Weicht diese stark ab, muss eben intensiv geprüft werden, woran es liegt. Und wenn anschließend was nicht passt, reklamieren!

Ich bin jetzt sehr zufrieden und verspüre Erleichterung statt Belastung. So soll es sein...

Viele Grüße!


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