Gleitsichbrille - Fernbereich

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Quent
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Gleitsichbrille - Fernbereich

Beitragvon Quent » Donnerstag 16. Februar 2017, 19:21

Guten Abend an das Forum,
ich bin ein wenig verzweifelt bzw. sehr unsicher. Ich habe vor gut 2 Wochen zum ersten Male eine Gleitsichtbrille bei einem Optiker gekauft, da ich im Nahbereich nicht mehr vernünftig fokussieren konnte und ich deshalb bei meinem Augenarzt war zum "Ausmessen". Insgesamt habe ich leider eine starke Kurzsichtigkeit (R und L beide ca. -8 -0,5 Cyl.). Es wurde mir bei der Beratung beim Optiker dann gesagt, dass es am Rand der Brille zu leichten Unschärfen kommen kann und die Brille selbst aus 3 unterschiedlichen Zonen bestehen würde. Größe der Gläser: Höhe 3,5cm, Breite 4,5cm.
Als es um die Gläser ging, wählte ich mineralische Gläser und aufgrund eines Brillenvertrages sollte ich die Besten Gläser erhalten (der Optiker hat 3 Typen im Sortiment: gute Qualität, sehr gute Qualität und sogenannte Spitzenqualität). Beim Tragen der Brille ist es jetzt so, dass im Nahbereich alles passt, im mittleren Bereich wird es im Randbereich langsam unscharf, was wohl normal sei.
Mein Problem: Im Fernbereich (Autofahren, Theaterstück, Vortrag anhören) ist es genau dann scharf, wenn ich geradeaus sehe. Bewege ich z.B. beim Autofahren den Kopf nur minimal, wird es schon unscharf (gerade bei elektronischen Verkehrszeichen merkt man es sofort) und dann immer unschärfer.
So hatte ich mir das nicht vorgestellt, an mir gezweifelt und dann ein wenig recherchiert (Kuratorium gutes Sehen). U.a. las ich dann dort, dass bei einfachen Gleitsichtgläsern im Fernbereich der Scharfsehbereich eingeschränkt ist und erst bei hochwertigen Gläsern der Fernbereich nahezu komplett scharf ist.
Meine Frage: Kann es normal sein, dass bei angeblich den besten Gläsern ich so schnell unscharf sehe. Bei den Gläsern handelt es sich wohl um Hoya-Gläser. Welche Qualität sie haben, kann ich nicht sagen, weshalb ich gerne wissen würde, ob (Bild der Verpackung eines Glases), ob es überhaupt hochwertige sind. Hier ein Bild davon:
Glas.jpg
Glas.jpg (137.7 KiB) 1276 mal betrachtet

Über Hilfe freue ich mich und möchte mich im Voraus herzlich bedanken.
Quent

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Eberhard Luckas
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Re: Gleitsichbrille - Fernbereich

Beitragvon Eberhard Luckas » Donnerstag 16. Februar 2017, 20:05

Moin,
bei hochwertigen Gleitsichtgläsern ist der Fernbereich deutlich breiter als Du hier erzählst. Also: hingehen und reklamieren.
Viele Grüße
Eberhard
Augenoptikermeister

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GodEmperor
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Re: Gleitsichbrille - Fernbereich

Beitragvon GodEmperor » Donnerstag 16. Februar 2017, 21:28

Moin!
Das Tütchen ist von einem Hoya Summit CD. Soweit ich weiss, das beste in Mineral von Hoya. In Kunststoff gäbe es von Hoya zwei bessere, das LifeStyle und das MyStyle. Das Summit wäre bei Kunststoff auf dem dritten Platz. Bei Glas auf dem ersten. Bei Hoya.
Quent hat geschrieben:[...]und die Brille selbst aus 3 unterschiedlichen Zonen bestehen würde.

Wo warst du? "Normaler" oder Großkette A oder f? Der Spruch kommt mir irgendwie bekannt vor.
Rechtschreibung und Zeichensetzung sind frei erfunden, Ähnlichkeiten mit der Realität sind purer Zufall.

sr71
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Re: Gleitsichbrille - Fernbereich

Beitragvon sr71 » Freitag 17. Februar 2017, 00:11

Hallo,
ich hab ein ähnliches Problem. Bei mir der Fernbereich auch recht eng und ist auch noch zu hoch.
Sprich ich sehe nur über der Horizontale scharf. War bei meiner bisherigen Gleitsichtbrille (von einer Kette) zumindest im Fernbereich
nicht so. Wenn man Premium bezahlt sollte man auch Premium bekommen. Was sagt der Optiker dazu? Wurde dir eine Verträglichkeitsgarantie angeboten?

Quent
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Re: Gleitsichbrille - Fernbereich

Beitragvon Quent » Freitag 17. Februar 2017, 17:51

Vielen Dank für die Antworten. Ich habe noch nicht reklamiert, weil ich mir unsicher war (Eingewöhnung etc.). Es handelt sich um eine familiengeführte Kette, Schwerpunkt Oberpfalz bei der ich schon seit Längerem bin und auch zufrieden war.
Ich wollte auch deshalb Mineralgläser, weil mein Augenarzt meinte, dass diese von der Qualität an sich (was das Material angeht: Belastbarkeit, Kratzer etc.) am langlebigsten sind und ich auch schon seit Jahren welche trage (mache keinen Sport mit Bruchgefahr, aber koche z.B. sehr viel -> Dampf etc.). Es stellen sich jetzt folgende Fragen:
*) Evtl. wären ja Gläser eines anderen Herstellers besser: Zeiss-Gläser?
*) Nutzung der Verträglichkeitsgarantie von 3 Monaten: ich könnte somit auch die Kunststoffgläser ausprobieren, wo es bei Hoya wohl zwei bessere gäbe *) Oder: ob ich nicht wieder eine "normale" Brille nehme (Einstärken), wie ich auch eine für meinen Arbeitsplatz habe (reduziert um eine Dioptrie), allerdings nicht reduziert. Müsste dann halt beim Lesen eine andere aufsetzen. Alles nicht ideal.
Somit bin ich jetzt in der Zwickmühle, was ich machen soll...
Grüße und Danke an die Unterstützer/Helfer
Quent

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DI Michael Ponstein
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Re: Gleitsichbrille - Fernbereich

Beitragvon DI Michael Ponstein » Freitag 17. Februar 2017, 19:18

Darf ich fragen, was die Gläser gekostet haben?
Refraktionieren mit Spaß!? moderne, mobile und individuelle Refraktions-Teste für´s Tablet von iPadMeikel - für Nah-, Fern-, LowVision, Arbeitsplatzprüfung.
Info hier! http://www.optik-freise.de/ipadmeikel.htm. OrCam zertifizierter Augenoptiker.

Quent
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Re: Gleitsichbrille - Fernbereich

Beitragvon Quent » Montag 20. Februar 2017, 18:51

Bzgl. des Preises war es zum einen eine 50% Gläser-Aktion kombiniert mit einer Art Versicherung (bei Änderung der Stärke gibt es kostenfreien Ersatz). Hierfür sind für die teuerste Gläserkategorie pro Jahr ca. 160 Euro zu zahlen. Bei mir waren es jetzt zwei Jahre -> 320€.

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Eberhard Luckas
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Re: Gleitsichbrille - Fernbereich

Beitragvon Eberhard Luckas » Montag 20. Februar 2017, 20:53

Moin,
320,00 Euro für beide Gläser kann niemals eine hohe Qualität ergeben. Und jede 50% Aktion sollte schon vor dem Kauf zu Denken geben.
Viele Grüße
Eberhard
Augenoptikermeister

Vielleser
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Re: Gleitsichbrille - Fernbereich

Beitragvon Vielleser » Dienstag 21. Februar 2017, 00:00

Ich habe das Ganze hier jetzt eine Weile mitgelesen und WUNDERE mich.

Wird nicht überall, gerade auch von den Glasherstellern und Optikern selbst, immer und immer und immer wieder mit den bekannten "Sanduhr"-Schemadarstellungen der Schärfen- und Unschärfenbereiche der unterschiedlichen Sehentfernungen erläutert und geworben?

Nahbereich unten - schmal, Randunschärfen, aber in der Praxis brauchbar
Zwischenbereich (jenseits des Nahbereichs, aber noch nicht Ferne) - noch schmaler, noch mehr Randunschärfen, Gewöhnungssache, Rest Qualitätsfrage
Fernbereich - eigentlich keine Randunschärfen, auf jeden Fall aber der mit Abstand BREITESTE nutzbare Sehbereich.

Also doch die "3 unterschiedlichen Zonen" - und dazu noch die Randunschärfenbereiche, öfters verschämt als "Orientierungszonen" bezeichnet
Und das ergibt zusammen dann diese Sanduhrbilder der Sehbereiche. Wie breit sie ausfallen, ist dann eine Qualitätsfrage,aber das Grundprinzip bleibt.

AUF JEDEN FALL aber soll der Fernbereich (oben) immer den mit weitem Abstand breitesten unschärfe-/verzerrungsfreien Sehbereich ergeben.

Wenn der Fragesteller also gerade in der Ferne so furchtbar schmale nutzbare Sehbereiche moniert, steht doch das ganze Prinzip der Gleitsichtbrille auf dem Kopf (wir reden doch nicht von einer Officebrille , oder?). Da kann doch was ganz kapital nicht stimmen! Ob bei einer Kette gekauft oder nicht ....

Quent
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Re: Gleitsichbrille - Fernbereich

Beitragvon Quent » Mittwoch 22. Februar 2017, 17:37

Ja, ich denke es stimmt etwas nicht. Ich war gestern wieder auf einem Kongress und aus einem Abstand von 20 m hat eine minimale Kopfbewegung dazu geführt, dass es sofort unscharf wird. Mir alles ein Rätsel und meine Sehqualität ist hinüber. Es ist gerade keine Office-Brille. Und laut "GodEmperor" vgl. oben, das Beste mineralische Hoya-Glas. Ich werde also reklamieren.
Frage noch zu Glas / Kunststoff: (vgl. GodEmperor): sind die besseren Kunststoffgläser signifikant besser als das mineralische?
Vielen Dank!

Vielleser
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Re: Gleitsichbrille - Fernbereich

Beitragvon Vielleser » Mittwoch 22. Februar 2017, 17:47

Quent hat geschrieben: ...und aus einem Abstand von 20 m hat eine minimale Kopfbewegung dazu geführt, dass es sofort unscharf wird.


Moment ...

Minimale KOPFbewegung, d.h. du hast den Kopf gedreht, dabei aber unverändert den GLEICHEN Punkt in der Ferne fixiert? Und damit an einer anderen Stelle etwas seitlich durch das Brillenglas geschaut? Und dort - etwas seitlich (seitlch versetzt zur Geradeaus-Blickrichtung, wie ich vermute) wird es unscharf?

Das darf bei einer Gleitsichtbrille aber gar nie nicht sein. Denn das ganze Konzept der Gleitsichtbrillen basiert doch darauf, dass der Fernbereich der von Verzerrungen am WENIGSTEN beeinträchtigte Sehentfernungsbereich ist (siehe die angesprochenen "Sanduhr"-Prinzipbilder der Sehbereiche einer Gleitsichtbrille - egal welcher Güte).

Quent
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Re: Gleitsichbrille - Fernbereich

Beitragvon Quent » Mittwoch 22. Februar 2017, 17:55

Ja, genau so ist es, wie Vielleser schreibt/frägt. Sehe somit faktisch nur in der Ferne bei genau geradeaus-Sehen scharf.

starry_night
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Re: Gleitsichbrille - Fernbereich

Beitragvon starry_night » Mittwoch 22. Februar 2017, 18:00

Kann es vielleicht sein, dass da die Zentrierung nicht ganz passt?
Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung.
Antoine de Saint-Exupery

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Eberhard Luckas
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Re: Gleitsichbrille - Fernbereich

Beitragvon Eberhard Luckas » Mittwoch 22. Februar 2017, 20:46

Leider ist es nicht immer "nur" falsche Zentrierung, sondern miese Gleitsichtglasqualität.
Wer in meinem Alter ist, kennt noch das Varilux 1, das 1. Gleitsichtglas, was viele Leute trugen. Das hatte in der Ferne einen so schmalen Sehbereich, wie Billiggläser heute in der Nähe haben. Trotzdem gab es eine Menge Leute, die diese Gläser getragen haben.
Heute muss man das nicht mehr vertragen, außer mit billigen Gleitsichtgläsern, die eine kaum bessere Qualität haben als diese Varlux 1.
Viele Grüße
Eberhard
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Karoshi
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Re: Gleitsichbrille - Fernbereich

Beitragvon Karoshi » Mittwoch 22. Februar 2017, 23:30

Laut Glastüte ein Hoya Summit CD in Mineral 1,8 entspiegelt.
Sicher nicht mehr up-to-date, aber ein gutes Standardglas. Der Fernbereich sollte gut und breit nutzbar sein.
Unbedingt überprüfen lassen.
Des Menschen Leben gleicht der Brille. Man macht viel durch. -- Heinz Erhardt
staatl. gepr. Augenoptiker und Augenoptikermeister FFA München 2011


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