Neue Brille - R+H Gläser

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KaiS
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Neue Brille - R+H Gläser

Beitragvon KaiS » Dienstag 17. Januar 2017, 10:30

Hallo liebe Nutzer des optiker.de Forums,

ich wende mich an euch um eine zweite und auch gerne dritte Meinung einzuholen.

Seit mehr als 20 Jahren bin ich kurzsichtig und trage dabei seit 15 Jahren hauptsächlich Kontaktlinsen, der Hauptgrund ist das für mich bessere Sehen. Mit den Linsen habe ich keine unscharfen Ränder, sondern kann überall gleich scharf sehen.

Die Werte meiner Kontaktlinsen sind:

L -8,5dpt

R -7,5dpt

Diese Werte wurde in einem lokalen Kontaktlinsensstudio gemessen. Eine Hornhautverkrümmung wurde dort nicht festgestellt und ich habe im Alltag mit den Kontaktlinsen keine Probleme. Ich arbeite pro Tag etwa 8-9 Stunden vor dem PC. Nach Feierabend trage ich meistens meine Brille.

Die Brille habe ich vor etwa 5 Jahren bei Fielmann gekauft. Zunächst waren es asphärische Gläser, da habe ich allerdings an den Rändern bunte Farben gesehen und das Sehen war insgesamt schwierig und nur in der Mitte bei ruhig gehaltenem Kopf scharf. Das wurde versucht zu korrigieren, aber im Endeffekt wurden 1,67er sphärische Gläser eingesetzt. Mit diesen Gläsern kann ich in dem mittleren Bereich scharf sehen, allerdings wird das Sehen zu den Rändern hin immer unschärfer. Die Werte waren bei der Brille etwa (den Brillenpass finde ich derzeit nicht):

L -9,5dpt

R -8,0dpt

Da ich mit dem Gestell nicht mehr wirklich zufrieden war, habe ich mich entschlossen eine neue Brille anzuschaffen. Auf Grund von mehreren Erfahrungsberichten habe ich mich für einen Familienbetrieb in der Umgebung entschieden. Dort fanden einige Messungen statt und die Werte lagen um einiges höher als bisher. Die Messung wurde durch ein Gerät durchgeführt, wo ich einen Ballon am Ende einer Straße fixieren musste. Es wurden Werte bei offener und geschlossener Pupille gemessen (stellvertretend für Tag und Nacht-Sicht?) und die Augenoberfläche wurde wohl auch vermessen.

Die gemessenen Werte waren:

L- 10,75 mit 1,25 Hornhautverkrümmung

R- 9,75 mit 1,25 Hornhautverkrümmung


Danach wurde manuell anhand der Scheiben geprüft. Während dieser Prüfung habe ich gesagt, dass ich mit den alten Werten mittig scharf sehen kann. Da ich mit den Linsen im Alltag auch gut zurechtkomme hat die Augenoptikerin empfohlen die neue Brille mit den Werten der alten Brille auszustatten, damit meine Augen sich bei dem Wechsel von Linsen auf die Brille nicht ständig umgewöhnen müssen.

Anschließend haben wir gemeinsam eine schöne Brille ausgesucht.



Als Gläser wurden mir dann 1,74er sphärisch von R+H empfohlen, die asphärischen würde die Optikerin mir nicht empfehlen, da die Vorteile nicht so stark seien und die Augen sich leichter an die sphärischen Gläser gewöhnen würden, zumal ich bisher auch sphärische Gläser hatte. Das klang für mich auch soweit einleuchtend. Die Randdicke wäre bei den sphärischen 8,8/8,0 und bei den asphärischen etwa 0,8mm weniger.

Etwas überrascht war ich dann über die Preise von 888€ für die asphärischen 1,74er und immernoch 565€ für die sphärischen Gläser, allerdings mit Härtung, Superentspiegelung und UB Schutz.

Mit dem Gestell würde ich dann bei 725€ liegen. Wenn das Ergebnis dann zufriedenstellend ist, wäre das kein Problem, aber ich frage mich jetzt doch ob für den Preis nicht etwas besseres möglich wäre? Ich habe im Freundeskreis Gutes über Individualgläser gehört, allerdings selber noch keine Erfahrung damit.

Bemerken möchte ich noch das der Optiker eine eigene Werkstatt hat in dem das Glas eingepasst wird, das ist sicherlich auch vorteilhaft für die Feinjustierung.



Jetzt habe ich so einen Roman geschrieben und möchte noch einmal kurz meine Fragen niederschreiben:

1) Ist es möglich das sich eine Hornhautverkrümmung von -1,25 im Alter von 32 Jahren noch entwickelt? Auch im Hinblick das ich im Alltag gut sehen kann ?

2) Was haltet Ihr davon die Brille mit den alten Werten auszustatten?

3) Bieten asphärische Gläser so erhebliche Vorteile das sich ein zweiter Versuch lohnt? Beispielsweise ein geringerer Verkleinerungseffekt? Ein größeres/breiteres Sichtfeld? Weniger Randunschärfe? Weniger "Ringe" am Außenrand des Brillenglases?

4) 565€ für "einfache" sphärische Gläser erscheinen mir viel, oder sind die R+H Gläser so gut das der Preis in Ordnung ist?


Schonmal vielen Dank an jeden der sich diesen langen Text durchgelesen hat und vielen Dank für eventuelle Meinung und Anmerkungen.


Generell möchte ich noch anmerken, dass ich mit dem Optiker bisher sehr zufrieden bin, aber trotzdem gerne noch eine oder mehrere zweite Meinungen hören würde.

Viele Grüße

Kai

ronja
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Re: Neue Brille - R+H Gläser

Beitragvon ronja » Dienstag 17. Januar 2017, 11:00

Hi Kai,

ich bin quasi "Mitleidende" mit ganz ähnlichen Werten :) und kann dir aus meinen Erfahrungen berichten.

Trägst du formstabile Linsen oder weiche?

Zu deinen Fragen:
1. ja durchaus. Ich vermute aber, dass die sich im Laufe der letzten Jahre entwickelt hat und du das nicht wahrgenommen hast. Ich vermute mal, dass du deine alte Brille auch relativ selten trägst aufgrund von KL. Zudem ist deine letzte Brille 5 Jahre alt.

2. nichts. Du willst doch auch mit Brille richtig sehen?

3. den Verkleinerungseffekt wirst du immer haben. Außenstehende nehmen diesen meißt gar nicht wahr. Zur Randunschärfe kann ich dir sagen, dass ich mit Gläsern mit Index 1,6 die wenigsten Schwierigkeiten habe. Ich bin auch hauptsächlich KL-Trägerin. Ist man hauptsächlich Brillenträger, nimmt man die Randunschärfen wohl nicht so extrem wahr bzw. kann sich eher daran gewöhnen.

4. Was sind denn "einfache" sphärische Gläser"? Du schreibst: 565€ für die sphärischen Gläser, allerdings mit Härtung, Superentspiegelung und UB Schutz.
--> Ich gehe auch von Index 1,74 aus für diesen Preis.
-->lasse dir ggf. den Preis von anderen Indexen durchrechnen.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob Index 1,74 der richtige ist für dich als hauptsächlichen Linsenträger.

Klar sind die Gläser bei 1,6 etwas dicker. Ich habe mir das durchrechnen lassen bei 2 verschiedenen Fassungen. Es handelte sich um 0,8 mm die das 1,74er Glas dünner gewesen wäre. Dafür aber fast das doppelte zu zahlen, halte ich nicht für lohnenswert, wenn man 80 % Linsenträger ist.
Zudem ragen die Gläser in diesen Stärken trotzdem aus der Fassung.
Meine letzten Gläser waren Index 1,6. Bezahlt habe ich (wenn man es einzeln betrachtet) 230 € - Ich sehe aber immer den Gesamtpreis. Bei mir damals 400 € für Refraktion, Beratung (alles in allem ca. 2 Stunden) und Brille.

LG,
Ronja

KaiS
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Re: Neue Brille - R+H Gläser

Beitragvon KaiS » Dienstag 17. Januar 2017, 11:54

Hallo Ronja,

vielen Dank für die schhnelle und ausführliche Antwort :)

Ich trage weiche Kontaktlinsen, die Biofinity von Coopervision, damit komme ich sehr gut klar.

Es stimmt, dass ich die Brille relativ wenig trage, meistens nur zu Hause. Wenn ich die Brille in größeren Räumen oder draußen trage empfinde
ich das Sehen als etwas eingeschränkt, nachts oder in begrenzten Räumen habe ich das Gefühl nicht, ist schwer zu erklären, vielleicht kannst du nachvollzuziehen was ich meine.

Den Index habe ich vergessen zu schreiben, es sind 1,74er Gläser. Die Randdicken wurden so berechnet:

Kunststoff 1,74 R: 8,1
L: 8,8

Kunststoff 1.67 R: 8,8
L: 10,6

Also schon fast 2mm Unterschied, und auf 1,6 dann zwangsläufig nochmal etwas mehr. Kleinere Gestelle sehen bei mir immer etwas verloren aus, weil mein Kopf eher größer ist.

Auf jeden Fall schonmal vielen Dank für die Denkanstösse :)

ronja
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Re: Neue Brille - R+H Gläser

Beitragvon ronja » Dienstag 17. Januar 2017, 12:26

Hallo Kai,

von den Fachleuten wird dir sicher auch noch jemand etwas schreiben.

Diese Randunschärfen werden mehr, je höher der Index wird.
Ich trage deshalb (eben auch weil KL-Trägerin) den Index 1,6 da ich hier eigentlich fast keine Randunschärfen zu merken sind. Erst sehr nahe zum Rand hin, wo die Gläser eben relativ dick werden.

Bzgl. der Einschränkung draußen bzw. in geschlossenen Räumen kann ich nachempfinden. Daheim nehme ich das auch als sehr viel weniger störend war.
Allerdings stört mich da mehr der Rahmen als irgendwas anderes. Randlos ist bei unseren Stärken eben nicht mehr möglich - zumindest was die schöne Optik betrifft - das sieht nicht schön aus.

Bzgl. den Randdicken und den 2 mm kann ich dir nicht ganz folgen.
Tatsächlich ist es aber so, dass wenn man Nicht-Brillenträger fragt, dass die solche Dinge gar nicht wahrnehmen. Und ob die Gläser dann 1 cm dick sind, oder nur 0,8 oder 0,9 mm - das erkennt niemand, schon gar nicht in einer schönen Kunststofffassung.
Ich ernte von anderen Leuten immer nur wenn ich mal eine Brille (ich habe mehrere) aufhabe: ist die neu? sieht schön aus. und das wars auch schon.

Du musst halt für dich abwägen:
Lieber richtig dünne Gläser, aber mit Einschränkungen - die du als KL-Träger noch mehr wahrnimmst als ein "richtiger" Brillenträger
Oder aber etwas dickere Gläser, aber weniger Einschränkungen.
Die Entscheidung hierfür liegt bei dir.

LG,
Ronja

Robin
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Re: Neue Brille - R+H Gläser

Beitragvon Robin » Dienstag 17. Januar 2017, 13:05

mal grundsätzlich:
...
Zuletzt geändert von Robin am Donnerstag 16. März 2017, 13:25, insgesamt 1-mal geändert.

KaiS
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Re: Neue Brille - R+H Gläser

Beitragvon KaiS » Montag 30. Januar 2017, 14:06

Hallo Robin,

ich war einige Zeit auf Dienstreise und konnte mich nicht bedanken.

Also auch Dir vielen Dank für deine Einschätzung. Ich werde die 1,74er Gläser tauschen lassen.

KaiS
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Re: Neue Brille - R+H Gläser

Beitragvon KaiS » Freitag 31. März 2017, 10:31

Hallo zusammen,

es ist schon eine Weile her, aber ich wollte nochmal eine Rückmeldung geben. Ich habe jetzt neue formstabile Kontaktlinsen mit denen ich gut sehe und die ich schon recht lang tragen kann, etwa 10-12h. Der Tragekomfort ist in Ordnung, ich nehme an mit der Zeit wird das noch besser.

Mit dem damaligen Optiker hatte ich noch einige negative Erfahrungen, mit der Brille war einfach kein gutes Sehen möglich, auch nach einem Gläsertausch. Es wurde nur gesagt ich müsse mich dran gewöhnen, bei der Abgabe wurde nichtmal der Sitz kontrolliert. Insgesamt sehr enttäuschend.
Die Werten von den letzten Gläsern waren (Randdicke fast 9mm):

L- 10,75 mit 1,25 Hornhautverkrümmung

R- 9,75 mit 1,25 Hornhautverkrümmung


Ich hab mir dann noch eine weitere Brille bei einem anderen Optiker ausgesucht und die Beratung war um Welten besser. Im Endeffekt ist es die Woodfellas Bogenhausen Brille mit den 45er Gläsern und 1,6er R+H Gläsern mit der Blaulichtveredelung geworden.

Die Werte waren (Randdicke unten links 5,5mm, sonst unter 5mm):

L- 9,75 mit 0,75 Hornhautverkrümmung

R- 7,75 mit 0,75 Hornhautverkrümmung

Die Gläser gucken nur links minimal aus dem Gestell heraus und auch das seitliche "einschieben" der Augen ist wegen den kleineneren Gläsern kaum zu sehen. Randunschärfen nehme ich nur ganz außen wahr und die stören überhaupt nicht.

Ich bin diesem Optiker wirklich sehr dankbar, zum ersten Mal habe ich eine Brille die mich nicht einschränkt, weder vom Sehen noch vom Aussehen. Seitdem ich diese Brille habe trage ich kaum noch Kontaktlinsen, ich bin von der Brille und der Arbeit von dem Optiker wirklich begeistert.

Jetzt wo die Sonne wieder stärker scheint werde mir noch eine Sonnenbrille oder eine Brille mit selbsttönenden Gläsern kaufen.

Einen ganz besonderen Dank and ronja wegen deiner Information zu den 1,6er Gläsern, das hat mich maßgeblich beeinflusst und war wichtig zm zu dem super Resultat zu kommen.

ronja
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Re: Neue Brille - R+H Gläser

Beitragvon ronja » Freitag 31. März 2017, 13:56

Hallo Kai,

danke für deine Rückmeldung!

Das hört sich richtig klasse an, Glückwunsch dass alles so gut geklappt hat!

Die Werte der neuen Brille unterscheiden sich ja doch um einiges von den alten Gläsern.

LG,
Ronja


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