Netzhaut

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ronja
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Netzhaut

Beitragvon ronja » Dienstag 18. August 2015, 11:13

Hallo ihr,

Ich muss jetzt einmal auch mal zwei Fragen stellen bzgl. Netzhautuntersuchung.

Dass diese die Kasse in den seltensten Fällen zahlt ist ja bekannt. Aber das ist auch schon recht unglücklich ausgedrückt, dass diese in begründeten Fällen gezahlt wird.
Kann mir einer von euch evtl näher erläutern wann dies der Fall sein kann? Reicht eine höhere kurzsichtigkeit bereits aus?

Zweite Frage: keiner der hier praktizierenden augenärzte führen die Untersuchung ohne Tropfen durch. Da ich mich dabei doch immer sehr unwohl gefühlt habe danach, habe ich die schon lange nicht mehr machen lassen. Es hielt bei mir immer recht lange an bis die Augen wieder normal waren.
Es gibt hier ja noch "gegentropfen". Aber: wie ist das denn gesamtheitlich zu betrachten? Gibt es dadurch Gefahren? Der Doc sagt zwar Nein. Ich habe aber echt Bauchschmerzen dabei.
Eine Kollegin ließ vor kurzem die Untersuchung machen ohne gegentropfen. Bei ihr hat es 3 Tage gedauert bis sie wieder normal sehen konnte. Ist sicherlich bei jedem anders. Aber das geht schon dadurch nicht, da ich jeden Tag Auto fahren muss.

Und eigentlich widerstrebt es mir momentan total, diese Untersuchung machen zu lassen. Und Asche auf mein Haupt, die letzte ist schon mehrere Jahre her.

Vielleicht könnt ihr ein wenig richtungsweisend sein oder habt noch ein paar Tips auf Lager.

LG,
Ronja

Traumtänzerin
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Re: Netzhaut

Beitragvon Traumtänzerin » Dienstag 18. August 2015, 11:25

ronja hat geschrieben:Dass diese die Kasse in den seltensten Fällen zahlt ist ja bekannt. ...Reicht eine höhere kurzsichtigkeit bereits aus?

Ich habe die normale Funduskopie oder Untersuchung mit dem Kontaktglas noch nie selbst bezahlen müssen, nach meiner Erfahrung reicht also die höhere Kurzsichtigkeit aus.

ronja hat geschrieben:Zweite Frage: keiner der hier praktizierenden augenärzte führen die Untersuchung ohne Tropfen durch. Da ich mich dabei doch immer sehr unwohl gefühlt habe danach, habe ich die schon lange nicht mehr machen lassen. Es hielt bei mir immer recht lange an bis die Augen wieder normal waren.

Die Optomap-Untersuchung, bei der eine Kameraaufnahme des Augenhintergrunds gemacht wird, ist ohne Weittropfen möglich, muss allerdings auch selbst bezahlt werden - bei meinem AA sind es 35 Euro. Sie ersetzt die Funduskopie auch nicht komplett, alle paar Jahre sollte man sich also das Tropfen doch mal antun, wenn man ganz sicher gehen will. Und natürlich hat nicht jeder Augenarzt eine Funduskamera.

(Das sind nur meine Laienerfahrungen, die Fachleute mögen mich gern korrigieren)
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Re: Netzhaut

Beitragvon Eberhard Luckas » Dienstag 18. August 2015, 11:49

Moin,
die Untersuchung mit Kontaktglas wird eigentlich immer von der Kasse gezahlt. Zumindest war das auch bei mir so.
Die modernen Funduskameras kosten oft soviel, dass der Arzt um 100,00€ nehmen muss.
Viele Grüße
Eberhard
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Re: Netzhaut

Beitragvon benkhoff » Dienstag 18. August 2015, 15:54

Eberhard Luckas hat geschrieben:Die modernen Funduskameras kosten oft soviel, dass der Arzt um 100,00€ nehmen muss.

sind es aber wert, wenn dann nicht getropft werden muß. :wink:
@ronja: Vielen geht es so wie Ihnen. Ich finde, ein moderner Arzt kann das auch ohne! Können wir Optiker ja auch...
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Re: Netzhaut

Beitragvon ronja » Dienstag 18. August 2015, 16:03

Ja ich zahle auch gern dafür. Das wäre mir das wert, sofern es ohne Tropfen gemacht wird.
Mal sehen ob ich doch irgendwo einen Doc finde, der das macht. Beim letzten Doc war eine der ersten Fragen, ob ich diese US und den augeninnendruck haben möchte - aber die kosten dann extra. Also erstmal IGEL verkaufen.

Weil mit den Tropfen möchte ich das irgendwie nicht :?
Ich werde mich morgen mal an die strippe hängen. :roll:
Oder aber kennt von euch evtl einen Augenarzt rund um Bamberg? Ich habe schon mehrere mittlerweile durch. Und irgendwelche Macken haben die alle :roll:

LG,
Ronja

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Re: Netzhaut

Beitragvon LöweNRW » Dienstag 18. August 2015, 16:09

Hi ronja,

aufgrund erhöhten Augendrucks hatte ich auch eine Untersuchung Netzhaut/Sehnerv. und zwar mit dem Heidelberg Retina Tomograph (HRT). Musste ich auch selbst bezahlen - ca. 100 € - aber das war es mir wert. Das Ganze erfolgte aber ohne Tropfen - ich konnte ohne Probleme mit meinem Auto nach Hause fahren.

Viel Glück bei der Suche ! :)
Alle sagen: 'das geht nicht!' Dann kam einer, der wusste das nicht, und hat es einfach gemacht... ;)

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Re: Netzhaut

Beitragvon Traumtänzerin » Dienstag 18. August 2015, 16:35

Ich finde es etwas verniedlichend, das Ganze einzig und allein am Tropfen oder Nichttropfen festzumachen. Die Funduskamera hat ja außer dem Nicht-Tropfen-Müssen noch weitere Vorteile:

- Die Fotos ermöglichen eine Verlaufskontrolle über Jahre hinweg bzw. können bei einem Arztwechsel z.B. wegen Umzug dem neuen Arzt wichtige Informationen geben

- Als Patient hat man die Möglichkeit, selber einen Blick auf seinen Augenhintergrund zu werfen und kann sich das, was einem der Arzt schildert, viel besser vorstellen.

ABER: Ich habe schon von mehreren seriösen Augenärzten die Empfehlung bekommen, zumindest alle paar Jahre eine konventionelle Untersuchung einzuschieben, weil die ein ganz klein wenig gründlicher ist.

Trotzdem, für Menschen, die Probleme mit dem Tropfen haben, ist die Aufnahme des Augenhintergrunds mit der Funduskamera eine wunderbare Alternative, die auch bei alleiniger Anwendung eine hohe Sicherheit bietet, solange nicht gravierende Befunde die konventionelle Untersuchung dringend erforderlich machen.
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Re: Netzhaut

Beitragvon benkhoff » Dienstag 18. August 2015, 16:41

Traumtänzerin hat geschrieben:ABER: Ich habe schon von mehreren seriösen Augenärzten die Empfehlung bekommen, zumindest alle paar Jahre eine konventionelle Untersuchung einzuschieben, weil die ein ganz klein wenig gründlicher ist.

"gründlicher" is da nix... nur leichter für den AA den Fundus zu betrachten, thats all... dass das Auge betäubt, und dieser Zustand VÖLLIG unnatürlich ist, wurde schon oft erklärt. Verniedlicht wird hier nix! :mrgreen:
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Re: Netzhaut

Beitragvon Traumtänzerin » Dienstag 18. August 2015, 17:06

benkhoff hat geschrieben:
Traumtänzerin hat geschrieben:ABER: Ich habe schon von mehreren seriösen Augenärzten die Empfehlung bekommen, zumindest alle paar Jahre eine konventionelle Untersuchung einzuschieben, weil die ein ganz klein wenig gründlicher ist.

"gründlicher" is da nix... nur leichter für den AA den Fundus zu betrachten, thats all... dass das Auge betäubt, und dieser Zustand VÖLLIG unnatürlich ist, wurde schon oft erklärt. Verniedlicht wird hier nix! :mrgreen:


Na, das ist doch schön für ronja, dass sie da keine Befürchtungen haben muss. :D

Allerdings leuchtet mir als Laie nicht ein, wieso es leichter für den Augenarzt sein soll, mit "jetzt bitte nach links oben schauen" usw., also der Mitarbeit des Patienten, den Fundus mit der Lupe oder dem Kontaktglas zu betrachten, als sich einfach ein Foto anzusehen. :?

Für mich hört sich das an wie wenn ein Optiker sagen würde, eine subjektive Refraktionsbestimmung sei leichter durchzuführen als eine objektive mit dem Autorefraktometer. Und wieso sollte ein Augenarzt das sagen, wenn er sich doch eigentlich über jeden Patienten freut, der die Untersuchung aus eigener Tasche bezahlt und zur Finanzierung der Funduskamera beiträgt?
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Re: Netzhaut

Beitragvon benkhoff » Mittwoch 19. August 2015, 09:48

Traumtänzerin hat geschrieben:Allerdings leuchtet mir als Laie nicht ein, wieso es leichter für den Augenarzt sein soll, mit "jetzt bitte nach links oben schauen" usw., also der Mitarbeit des Patienten, den Fundus mit der Lupe oder dem Kontaktglas zu betrachten, als sich einfach ein Foto anzusehen. :?

Leichter: weil die Pupille unnatürlich stark geweitet ist. Billiger, weil: Funduskamera kostet einen Haufen Geld, BTM so gut wie nix. Die Belastung des Patienten ist nach wie vor "Nebensache"...

Traumtänzerin hat geschrieben:Für mich hört sich das an wie wenn ein Optiker sagen würde, eine subjektive Refraktionsbestimmung sei leichter durchzuführen als eine objektive mit dem Autorefraktometer. Und wieso sollte ein Augenarzt das sagen, wenn er sich doch eigentlich über jeden Patienten freut, der die Untersuchung aus eigener Tasche bezahlt und zur Finanzierung der Funduskamera beiträgt?

warum hört sich das so an (?), völliger Mumpitz, und: längst nicht jeder Patient zahlt für solch eine Untersuchung nochmal extra. Es bekommt auch schon längst nicht mehr jede Praxis einen Kredit. Es hat auch nicht jeder Optiker einen iProfiler :wink:
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Re: Netzhaut

Beitragvon Traumtänzerin » Samstag 17. Juni 2017, 14:51

Ich bitte um Nachsicht, dass ich hier einen alten Thread aus der Versenkung hole, aber da unter den Aktiven im Forum mittlerweile ein nach meinem Eindruck sehr kompetenter Augenarzt ist, möchte ich nun doch gern noch mal nachhaken:

Bei mir ist es mal wieder an der Zeit, einen Termin beim Augenarzt zu machen, und ich bin noch nicht ganz sicher, ob ich mich diesmal für die Funduskamera (wurde bei meiner letzten Untersuchung vor anderthalb Jahren so empfohlen) oder die herkömmliche Methode mit der Lupe entscheiden soll.

Nachdem mir damals in diesem Thread eindeutig gesagt wurde, dass an der konventionellen Methode nichts gründlicher sei als bei der Optomap-Variante, ich aber von Augenärzten damals eine andere Auskunft bekommen habe, würde ich gern noch mal eine fachkundige Meinung dazu hören, bevor ich mich entscheide.

Was mich außerdem interessiert - in der Praxis, wo ich Patientin bin, ist das Normale die Untersuchung mit der Lupe. Beim letzten Mal wurde es auf meinen Wunsch hin mit dem Kontaktglas gemacht, das ist die Methode, die ich von meinem früheren langjährigen Augenarzt kannte und subjektiv als gründlicher empfinde. Sind die beiden Methoden wirklich gleichwertig, wie es mir öfter gesagt wurde? Ich habe seit meinem Umzug nach Norddeutschland vor mehr als 25 Jahren ausschließlich Augenärzte erlebt, deren normale Untersuchungsmethode die mit der Lupe ist.
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Re: Netzhaut

Beitragvon Messbrille » Sonntag 18. Juni 2017, 15:14

Moin,

ich werde es kurz erklären:

die Gefahr von Netzhautlöchern in der äussersten Peripherie der Netzhaut steigt ab ca. -4 bis 5dpt. deutlich an; durch den hier längeren Augapfel gibt es ggf. "dünne Stellen" im Bereich des Äquators, der am Auge hochkant steht ; Vorstufen von Netzhautlöchern - sogenannte äquatoriale Degenerationen kann der Augenarzt zuverlässig erkennen und ggf. prophylaktisch mittels Laser koagulieren ("verschweissen") ;

die genaueste und zuverlässigste Untersuchungsmethode ist dabei die Kontaktglasuntersuchung bei weiter Pupille ; mittels Dreispiegel-Kontaktglas kann man so bei bester Vergrösserung die äusserste Peripherie der Netzhaut untersuchen ; eine ggf. nötige Laserkoagulation wird meist ebenfalls mit dem Dreispiegel-Kontaktglas durchgeführt ;

es gibt keine vergleichbar genaue Untersuchung: weder mit dem Optomap-Gerät noch mit Lupe und schon gar nicht bei enger Pupille ; ich mache das täglich und führe auch Laserkoagulationen der Netzhaut selber durch ; das ist einer der typischen Fälle , wo die Weitsstellung der Pupille mal wirklich nötig ist;
es ist zwar elegant, zunächst grob mit dem Optomap-Gerät (oder der Lupe) nachzuschauen - bei eindeutigem Befund kann das einem die Kontaktglasuntersuchung evtl. auch ersparen; sind jedoch verdächtige Veränderungen auffällig, muss doch noch weitgetropft werden und mit dem Kontaktglas nachgeschaut werden; nur mit dem Kontaktglas (und der Lupe) hat man ein dreidimensionales Bild und kann auch vitreoretinale Verwachsungen erkennen; so gesehen sollte man bei geplanter Netzhautuntersuchung immer auch das Weittropfen beim Augenarzt einplanen - oder es muss ein neuer Termin dafür vereinbart werden;

Augenärzte, die ein (teures) Optomap-Gerät haben, bieten das natürlich auch an - es ist halt etwas bequemer für alle Beteiligten; die Kontaktglasuntersuchung ist altmodischer, aber auch genauer und Voraussetzung für die Therapieentscheidung ; Optomap ermöglicht eine bequeme Untersuchung bei enger Pupille - auch durch Laien; das ist zukünftig vor allem für Nicht-Augenärzte und z.B. Telemedizinanwendungen interessant - ein Augenarzt braucht das Optomap-Gerät grundsätzlich eigentlich nicht;

wie sonst auch im Leben, steigt das Risiko kurzsichtiger Patienten für äquatoriale Degenerationen mit dem Alter langsam an ; man sollte es also mal kontrollieren lassen und abhängig vom Befund wird der Augenarzt eine Empfehlung für die Kontrollintervalle abgeben; wer trotz höherer Kurzsichtigkeit keinerlei Auffälligkeiten hat, muss nur alle paar Jahre mal kontrolliert werden - wer Auffälligkeiten hat, oder schonmal gelasert werden musste, ist entsprechend kurzfristiger zu kontrollieren ;

weitgetropft wird mit einem "Mix" aus Neosynephrin AT und Tropicamid AT, meist 2-3malige Gabe ; Menschen mit heller Augenfarbe reagieren stärker auf die AT, als Menschen mit stärker pigmentierter dunkler Iris ;
erfahrungsgemäß hält die Wirkung dann für 3-6 Stunden an ; man sollte bei erfahrungsgemäß starkem Ansprechen der AT ggf. die Arzthelferinnen fragen, was getropft wird und wie oft ; wenn man etwas Zeit mitbringt, kann man lieber einmal weniger tropfen lassen und die Wirkung abwarten ;

"Engtropfen" nach der Untersuchung ist nicht sehr verbreitet - es gibt aktuell kein zugelassenes Medikament dafür, es dauert auch länger als das Weittropfen und kann auch Probleme machen (überschiessender Effekt, zeitweise Sehstörung) ;


zu den Kosten:

die gesetzliche Krankenkasse bezahlt generell nur die Untersuchung und Behandlung von Beschwerden und Erkrankungen - keine Vorsorgen ; andersherum gesagt gehört der beschwerdefreie , symptomlose, Patient nicht zulasten der Krankenkasse untersucht und behandelt ; das Versorgungs- und Vergütungsniveau der gesetzlichen Krankenkassen ist in der Augenheilkunde leider auf dem Stand der 70/80er Jahre stehengebleiben (minus die Brillenversorgung - bekanntlich in 2004 gestrichen); daraus erklärt sich diese - patientenunfreundliche - Entwicklung der Kosten beim Augenarzt ;

aus diesem Grund wird von vielen Augenärzten die vorsorgliche Untersuchung der peripheren Netzhautdegenerationen als kostenpflichtige Wahlleistung angeboten; nur bei entsprechenden Symptomen oder auch, wenn schonmal Auffälligkeiten festgestellt wurden und/oder Behandlungen der peripheren Netzhaut notwendig waren ist es eine medizinisch notwendige Leistung, die von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt wird ;

es gibt auch Augenärzte, die generell routinemäßig häufiger weittropfen und dann diese Untersuchung ohne extra Kosten für den Patienten machen - so "wie früher" ; dies hängt auch davon ab, wie schlecht die Vergütung durch die gesetzliche Krankenkasse im jeweiligen Bundesland ist ;

Gruß
Augenarzt

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Re: Netzhaut

Beitragvon ronja » Sonntag 18. Juni 2017, 15:50

Hi Messbrille,

Danke für deine vielen Infos.

Kannst du mir denn eine Empfehlung für einen Augenarzt in Bamberg / Umgebung geben?
Beim letzten wo ich war, habe ich mich nicht gut aufgehoben gefühlt.
Kam mir immer so vor, wenn man keine Igelleistungen nimmt, dann war alles schnell schnell.
War nun auch länger nicht mehr, nur beim Optiker zum Sehtest und Co.

Viele Grüße
Ronja

Messbrille
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Re: Netzhaut

Beitragvon Messbrille » Sonntag 18. Juni 2017, 16:53

Ich kenne leider keinen Augenarzt in Bamberg - bin selber im Rhein-Main-Gebiet ansässig ;

der einzige Augenarzt im Raum Bamberg , den ich kenne und empfehlen kann , ist in Schlüsselfeld (Dr. Peter Heinz) ;

Gruß,
Augenarzt

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Re: Netzhaut

Beitragvon ronja » Sonntag 18. Juni 2017, 17:08

Danke dir trotzdem.
Ich überlege mir das mal. Schlüsselfeld ist nicht ums Eck, aber auch nicht so nah für einen Arzttermin.


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