Globalisierung, EU und die Preisgestaltung

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immie
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Re: Globalisierung, EU und die Preisgestaltung

Beitragvon immie » Sonntag 4. August 2013, 14:13

Also,

meine erste Gleitsichtbrille habe ich mir in China gekauft, als ich geschäftlich dort war. Hat gekostet 110 EUR (umgerechnet).
Kein Sehtest, mit dem Lineal vor den Augen gehalten die Abstände gemessen, lt. Fachgeschäft hier keine schlechte Qualiät der Gläser, Fassung war zwar Porsche Design, aber mit Sicherheit gefälscht. Lt. Optiker hier war aber ein Messwert komplett falsch gemessen (Zylinder rechts ??).

Jetzt beim Fachgeschäft in Deutschland kostet die neue Brille 500 EUR, dafür wurde komplett alles neu gemessen, mit diversen Messgeräten, was der Chinese natürlich nicht hatte. Service war super, gab Latte Machiatto für die Frau beim Warten.

Nun bin ich sehr gespannt, wie sie wird, die neue Brille.

Komischerweise wird für ein Handy jederzeit 400-600 EUR ausgegeben, obwohl da wirklich dicke Gewinne bei den Firmen eingefahren werden, aber für wirklich gute Qualitätsarbeit beim Fachmann will man nichts geben. Beratung war bei mir ca. 1 Stunde im Fachgeschäft von der Optikermeisterin. Wenn ich rechne, was eine reine Mechanikerstunde im Autohaus schon kostet, dann würde ich von der Brille schon mal 80 EUR abziehen für die Beratung, dann muss er ja noch einschleifen und einpassen, weis nicht wie lange das dauert, da bleibt fürs reine Material von der Brille (Gestell 130 EUR, eins sehr schönes) nicht viel Spielraum.

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Karoshi
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Re: Globalisierung, EU und die Preisgestaltung

Beitragvon Karoshi » Sonntag 4. August 2013, 15:24

immie hat geschrieben:...

Komischerweise wird für ein Handy jederzeit 400-600 EUR ausgegeben, obwohl da wirklich dicke Gewinne bei den Firmen eingefahren werden, aber für wirklich gute Qualitätsarbeit beim Fachmann will man nichts geben. Beratung war bei mir ca. 1 Stunde im Fachgeschäft von der Optikermeisterin. Wenn ich rechne, was eine reine Mechanikerstunde im Autohaus schon kostet, dann würde ich von der Brille schon mal 80 EUR abziehen für die Beratung, dann muss er ja noch einschleifen und einpassen, weis nicht wie lange das dauert, da bleibt fürs reine Material von der Brille (Gestell 130 EUR, eins sehr schönes) nicht viel Spielraum.


Danke, endlich mal einer der's verstanden hat.

Geiz ist nicht geil, Geiz tötet Arbeitsplätze und Innenstädte. Billig ist niemals preiswert.
Des Menschen Leben gleicht der Brille. Man macht viel durch. -- Heinz Erhardt
staatl. gepr. Augenoptiker und Augenoptikermeister FFA München 2011

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Distel
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Re: Globalisierung, EU und die Preisgestaltung

Beitragvon Distel » Sonntag 4. August 2013, 16:21

immie hat geschrieben:Komischerweise wird für ein Handy jederzeit 400-600 EUR ausgegeben, obwohl da wirklich dicke Gewinne bei den Firmen eingefahren werden, aber für wirklich gute Qualitätsarbeit beim Fachmann will man nichts geben. Beratung war bei mir ca. 1 Stunde im Fachgeschäft von der Optikermeisterin. Wenn ich rechne, was eine reine Mechanikerstunde im Autohaus schon kostet, dann würde ich von der Brille schon mal 80 EUR abziehen für die Beratung, dann muss er ja noch einschleifen und einpassen, weis nicht wie lange das dauert, da bleibt fürs reine Material von der Brille (Gestell 130 EUR, eins sehr schönes) nicht viel Spielraum.

Es ist richtig schön hier im Forum auf einen FT zu erleben, der die Zusammenhänge verstanden hat. :lol:
Ein fundierter Betrag vom dem sich Jornalisten "eine Scheibe abschneiden könnten". :mrgreen:
Danke!
Nemo me impune lacessit - Niemand reizt mich ungestraft

immie
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Re: Globalisierung, EU und die Preisgestaltung

Beitragvon immie » Freitag 16. August 2013, 01:05

So,

habe heute meine Brille bekommen, Kostenpunkt 550 EUR.... :?
Beim Aufsetzen schon gleich einen gewaltigen Unterschied bemerkt zu meiner billigen Chinabrille. Wesentlich schärfere Sicht, auch das breitere "Blickfeld" im unteren Bereich fürs Lesen macht sich sofort bemerkbar. Ein echtes Stück Lebensqualität mehr, hat sich also gelohnt.

Ganz Ehrlich, ich hatte echt ein ungutes Gefühl, ob sich die Investition lohnt. Saß mit meiner Frau nach dem ersten Preisaufruf des Optikers erst mal 15 Minuten vor dem Geschäft auf einer Bank und habe lange überlegt, ob ich da nochmal rein gehen soll oder bei der Kette das derzeitige Angebot anzunehmen. Heute bin ich mir sicher, dass dieses Angebot der Kette NIEMALS das gleiche Qualitätsniveau haben kann wie die Brille, die ich jetzt trage.

Und um nochmal auf das Thema hier einzugehen:

Da ich selber im Vertrieb tätig bin, kann ich das hier auch gut nachvollziehen. Ich habe 2-3 gleichwertige Wettbewerber in unserer Branche (Metall), die auch vom Preisgefüge her in etwa gleich liegen. Wer wesentlich drunter liegt, der verwendet halt eine minderwertige Edelstahllegierung für seine Produktion (z.B.). Sieht der Kunde nicht, merkt er aber, wenn er ein langlebiges Produkt will.

Jeder meint hier in Deutschland, er müsse mehr verdienen, aber die anderen sollen bitteschön alles für lau machen. Es gibt Produkte, die eigentlich relativ unwichtig sind, aber das Prestige heben (IPod, neuestes Handy, dickes Auto), die dürfen ruhig viel Geld kosten, das hebt mein Image. Andere Sachen, die wirklich wichtig sind, die sollen nix kosten, wie z.B. Brille & Co.

Fazit:
Top Beratung und Top Produkt erhalten, Preis/Leistung absolut Ok. :D

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DI Michael Ponstein
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Re: Globalisierung, EU und die Preisgestaltung

Beitragvon DI Michael Ponstein » Freitag 16. August 2013, 11:24

Und wenn der kunde zufrieden ist, so sind wir es auch, in diesem sinne viel freude mit deinem neuen sehen.
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