Was soll ein Schüler ohne Brille lesen?

Haben Sie eine Frage an den Augenoptiker zu Ihrer Brille. Stellen Sie hier Ihre Frage. (Hinweis: Wir haben hier keine Redaktion. Die Beantwortung Ihrer Fragen werden von Augenoptikern auf freiwilliger Basis durchgeführt. Es besteht kein Anspruch auf eine Beantwortung)
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Lehrer Emil
Beiträge: 5
Registriert: Samstag 18. September 2004, 16:28
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Was soll ein Schüler ohne Brille lesen?

Beitrag von Lehrer Emil »

HALLO ZUSAMMEN
UND ZUNÄCHST MAL RECHT HERZLICHEN DANK, DASS ES EIN SOLCHES FORUM GIBT - MÖGE ES ZUR GESUNDHEIT BESONDERS AUF DIESEM SEKTOR BEITRAGEN.

GLEICH ZUM THEMA, DAS MEINE KOLLEGEN UND MICH AN EINER KLEINEN SONDERSCHULE IN DER EIFEL BRENNEND INTERESSIERT:

WARUM GIBT ES KEINE KOSTENLOSEN BRILLEN FÜR SCHÜLER?
- WAS FÜR EINE FRAGE!
- OPTISCHE PISASTUDIE NOTWENDIG?
- ODER WAS NÜTZEN KOSTENLOSE SCHULBÜCHER, OHNE.......

WER KANN UNS HELFEN AUF DIESE FRAGE EINE ANTWORT ZU FINDEN?

KÖNNEN AUGENÄRZTE KK´S ÜBERZEUGEN?

KÖNNEN SCHLIESSLICH EINZELNE OPTIKER UND OPTIKERKETTEN VOR ORT ERSTE HILFE LEISTEN - ÖFFENTLICHKEIT WACHRÜTTELN - POLITIKER MOBILISIEREN?

Nicht böse sein, wenn ich so laut schreibe, es ist doch für Kinder!
beste Grüße vom Pauker aus der Eifel
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Eberhard Luckas
Beiträge: 2977
Registriert: Sonntag 16. Mai 2004, 14:37
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Beitrag von Eberhard Luckas »

Hallo Emil,

warum kostenlos? Ich hoffe, Du meinst Bezahlung durch irgendwas im Bereich der öffentlichen Hand.
Wir Optiker werden nie kostenlos liefern können, es untergräbt die Wirtschaftlichkeit. Du erhälst für Deine Arbeit ja auch ein Gehalt.
Warum die Augenärzte stärker sind: Sie dürfen mit den Krankenkassen zusammen beraten, wir Augenoptiker stehen aussen vor.
Brillengläser werden ja noch von den Krankenkassen bezuschusst. Und die Augenoptiker müssen schauen, ob sie mit diesem Betrag auskommen. Damit ist für die Kinderbrille klar, dass meist nur die Fassung bezahlt werden muß.

Gruß
Eberhard
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lora
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Registriert: Sonntag 20. Juni 2004, 15:07
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Warum kostenlose Brillen für Schüler?

Beitrag von lora »

Hallo Lehrer Emil,
haben die Eltern noch nicht einmal Geld für eine Fassung? Vielleicht sollten wir dann eher die Frage in den Raum stellen:"Für was gebe ich als Elternteil mein Geld aus!" Ausserdem habe ich einmal an der Schule meines Mannes ( auch Lehrer ) in den 6.Klassen Computersehtests durchgeführt! Man glaubt gar nicht wie viele Kinder in der Schule sitzen und dem Unterricht definitiv nicht folgen können, weil sie schlichtweg nicht sehen was an der Tafel passiert! Eitelkeit oder mangelnde Fürsorge? Ich glaube nicht, dass es an einem Geldmangel der Eltern hapert! Ich gebe zu, dass es an einer Sonderschule evtl. nicht an mangelnder Fürsorge scheitert, aber die Krankenkassen zahlen ja noch die Brillengläser bei Kindern, also schauen wir doch mal warum die Kinder nicht sehen können!

Ausserdem müssen wir Augenoptiker auch Geld verdienen! Ist schon schwer genug nach der Gesundheitsreform ( jammer, schluchz )!
G
Gast

Beitrag von Gast »

Ja lora,
das ist alles ganz richtig gesehen:
Die Eltern könnten, wollen aber nicht und übersehen die Notwendigkeit so beiläufig.
An der Sonderschule noch mehr als an anderen.

Trotzdem, Fielmann stellt weiterhin mehrere kostenlose Brillengestelle zur Verfügung.
Kommt natürlich auf die Verkaufsstrategie an: Wenn ich denke, wer erst mal zu mir kommt, nimmt dann ja vielleicht doch ein teureres Gestell....?!

Die Erfahrung zeigt, gerade bei unseren Eltern, wer erst mal eine Brille kaufen will, springt auf das Billigprodukt an und sagt dann: "Nee, wenn unser Kind schon ne Brille braucht, dann ne richtige, da legt die Tante noch was drauf!"

Und wer erst mal eine Brille hat.....?!

Aber vielen Dank für dein Interesse,
hat mich sehr gefreut.
L
Lehrer Emil
Beiträge: 5
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Wohnort: RhPf 53518 Adenau

Beitrag von Lehrer Emil »

Entschuldige lora,
ich vergesse immer mich einzuloggen und erscheine dann als Gast.
Nein das habe schon ich geschrieben!
beste Grüße vom Pauker aus der Eifel
G
Gast

Beitrag von Gast »

Hallo Lora

Ich denke, du tust mit deinen Unterstellungen vielen Eltern Unrecht! Es soll doch tatsächlich Leute geben, die wirklich knapp kalkulieren müssen, um für ein Dach über dem Kopf und Essen auf dem Tisch zu sorgen! Ich bin selber alleinerziehende Mutter von 3 Kindern (und nicht eine der ärmsten!), jetzt wo ich 2-4 (die kleineren 2 Kinder werden Ende Woche getestet) Prismenbrillen beschaffen sollte weiss ich wirklich noch nicht, womit ich die bezahlen soll (die 200 CHF, die von der KK p. Jahr bei den Kindern daran bezahlt werden reichen nicht mal für die Gläser). Und was, wenn die Gläser vor Ablauf eines Jahres ersetzt werden müssen? Oder 1 Kind seine Brille verliert/ kapput geht? Schliesslich sind da ja auch noch Zahnarztrechnungen, Tagesschule,... die bezahlt sein wollen!

Ausserdem wird wohl bei vielen Kindern schlicht und einfach nicht entdeckt, dass sie eine Brille bräuchten - v.a. wenn es nicht extrem ist (sie denken sie würden eigentlich gut sehen, Kopfschmerzen/ Schwindel/ 'Flecken sehen'... werden vom Arzt als psychosomatisch oder 'normal' abgetan oder 'soll halt richtig frühstücken und genügend trinken', Schreib- und Leseprobleme führen - wenn nicht das Kind für faul gehalten wird - bestenfalls zu Legasthenietherapie, da wird betreffend Sehen auch nichts festgestellt, der Seh-Schnelltest, zu dem die Kinder zu Schulanfang geschickt werden stellt offenbar viele kleinere Defizite sowie Winkelfehlsichtigkeit auch nicht fest (Die WFS haben selbst 2 Augenärzte nicht festgestellt!)...

Die Tatsache, dass die von Ihnen genannten Kinder erst in der 6. Klasse als sehschwach identifiziert wurden spricht ja ausserdem auch nicht gerade für die Lehrer und allenfalls involvierten Therapeuten (Logopäden, Ergotherapeuten, Schulpsychologen, Kinderärzte...)!
Da alles den Eltern aunzulasten scheint mir schon etwas zu einfach!
G
Gast

Beitrag von Gast »

Vielen dank Gast, oder besser "Gästin"!

Es ist sehr mutig, als Betroffene so detailliert zu schreiben.

Das trifft´s genau.

Ich betreibe an unserer Schule gerade diese Studien weiter
und habe ganz oberflächlich gesehen schon mal festgestellt, dass ca. 80% einer Klasse unabgeschlossene Untersuchungen bei Augenärzten und Optiker hatten, wovon höchstens 20% eine Sehhilfe tragen.

Es kann mir immer doch kein Optiker erzählen, es wäre uninteressant, diese Dunkelziffer von 60% mit einer ersten, "kostenlosen" Brille auzustatten - das bleibt ja nicht die Letzte.

Wenn davon nur die Hälfte weiter eine Brille trägt, verzeichnet er einen Zuwachs an Klienten, die etwa 30 % der Schüler seines Umfeldes darstellen.
l
lora
Beiträge: 11
Registriert: Sonntag 20. Juni 2004, 15:07
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Beitrag von lora »

Hallo Gast!
Ich wollte mit meiner Antwort niemandem etwas unterstellen, ich wollte lediglich ( zugegeben etwas provokant..) die andere Seite darstellen! Wir müssen nunmal z.Zt. alle sparen, davon bin ich nicht ausgeschlossen! Natürlich gibt es Ausnahmesituationen, die aber auch in dieser schlechten Zeit nicht die Regel sind! Natürlich gibt es Ärzte die eine Diagnose übersehen und natürlich sollten Lehrer auch besser beachten woher evtl. die Probleme bei den Schülern kommen! Aber wir alle wissen, dass die Lehrer bei 30 Schülern in der Klasse nicht ein Augenmerk auf alle haben kann, um festzustellen ob derjenige nicht richtig sieht! Hier macht es sich der " Gast" mit seiner Aussage etwas zu einfach! Aber ich entschuldige mich dafür, wenn ich mit meiner "Mail" zu grob war! Das wollte ich nicht, aber trotzdem gibt es auch immer zwei Seiten! Die sind für jeden zu beachten!!!
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