DNEye-Messung und individualisierte Gläser

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DNEye-Messung und individualisierte Gläser

Beitragvon +minus » Sonntag 23. September 2018, 16:32

Hallo zusammen,

zu diesem hoffentlich letzten Thema würde ich mich gerne noch von euch beraten lassen, dann sollte mal Ruhe sein…
Nachdem sich meine neue Brille als zu schwach herausgestellt hat - siehe viewtopic.php?f=1&t=18215 - haben sich zwei Optionen herauskristallisiert: Entweder die stärkeren alten Werte mit, wie gehabt, einfachen Einstärkengläsern in die neue Brille einsetzen lassen. Oder Rodenstock individualisierte Gläser mit DNEye-Messung nehmen. Anders als anfangs, ziehe ich die zweite Option nun doch in Erwägung. Morgen muss ich dem Optiker schon meine Entscheidung sagen, aber es sind inzwischen noch einige Fragen aufgetaucht.

1 a) Die DNEye-Messung weicht nur um ca. 0,05 dpt. von den im Testraum ermittelten Stärken meiner neuen Brille ab. Dennoch sehe ich mit der alten Brille, die 0,5 dpt. kurzsichtiger ist, besser als mit der neuen Brille. Kann die subjektiv nötige Abweichung gegenüber den Messwerten bei der Anfertigung der „individualisierten“ Gläser berücksichtigt werden? Oder macht das Ganze dann keinen Sinn mehr?

Falls das Ganze dann keinen Sinn mehr macht, erübrigen sich die restlichen Fragen.

1 b) Gibt es einen Grund zur Annahme, dass die DNEye-Messung der übrigen Parameter - Fehler höherer Ordnung etc. - meinem subjektiven Bedarf besser entspricht, als es die Messung der normalen Stärken tut? Oder kann man der ganzen Geschichte nicht mehr vertrauen, da die DNEye-Messung der normalen Stärken nicht meinem tatsächlichen Bedarf entspricht?

2) Bei der Messung am DNEye gerät musste ich meinen Kopf schief drehen, weil das Gerät bei geradem Blick die Fehlermeldung anzeigte, dass ich zu weit weg wäre. Es kommt mir angesichts der nötigen Mess- und späteren Zentriergenauigkeit komisch vor, beim Messen einfach mal den Kopf schräg zu halten. Verfälscht das die Werte nicht?

3) Wie empfindlich reagiert eine Brille mit Individualgläsern auf Änderungen der Trageparameter? Reicht es zur Verschlechterung des Sehens schon aus, die Nasenpads ein wenig zu verstellen oder wenn die Brille etwas nach unten rutscht?

4) Ist es optimal, wenn die Zentrierung ausschließlich automatisch mit dem Rodenstockgerät durchgeführt wird, das ein Foto von vorne und eines von der Seite macht? Oder sollte eine manuelle Kontrolle folgen?

5) Der Optiker sagte mir, durch meine Fehler höherer Ordnung wäre ich prädestiniert für die Individualgläser. Im Forum habe ich allerdings häufiger von anderen Gründen gelesen, aus denen man zu Individualgläsern rät. Bei mir wären die Fehler höherer Ordnung der einzige Grund dafür. Ist das ein ausreichender Grund?
Im Dunkeln sehe ich an kleinen hellen LIchtquellen ein kleines "V" nach oben, das ich nicht unbedingt liebe, das mich aber auch nicht bei irgendwas behindert. Ich habe auf beiden Augen Koma in Höhe von ca. 0,65 und zusammen mit den zwei anderen Abbildungsfehlern, die laut Optiker für die erste Einschätzung entscheidend sind, ergibt sich ca. 0,85.

6) Ich habe im Internet etwas von DNEye und von DNEye Pro gelesen. Ich weiß nicht, was mein Optiker hat und was der Unterschied ist. Ist das DNEye schon veraltet und sollte man, wenn man das Ganze überhaupt macht, DNEye Pro nehmen?

Schönen Abend (und entschuldigt die vielen Wörter)!

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Qwerty
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Re: DNEye-Messung und individualisierte Gläser

Beitragvon Qwerty » Sonntag 23. September 2018, 17:57

Die 0.05dpt erübrigen sich. Du wirst es nicht merken.
Viel eher sollte Wert gelegt werden auf
•fundierte Brillenglasbestimmung
•Zentrierung
•geeignete Fassung
•evtl. chromatische Abberation durch leichtes Filterglas „braun“ oder gar eigene Nachtfahrbrille mit Kantenfilter „gelb“. Möglicherweise sollte man die Abweichung in der Nacht überprüfen.

Je nachdem ob dein Beschwerdebild den ganzen Tag anhält oder überwiegend nur nachts.

PS: Zentrierdaten die digital ermittelt wurden, sollten manuell überprüft werden.

Lg
Der Satz von Minkwitz, ob man‘s glaubt oder nicht, ist kein Witz :mrgreen:

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Re: DNEye-Messung und individualisierte Gläser

Beitragvon +minus » Montag 24. September 2018, 01:14

Vielen Dank für die Antwort, Qwerty!
Qwerty hat geschrieben:Viel eher sollte Wert gelegt werden auf
(...)
•geeignete Fassung
Was zeichnet eine hierfür geeignete Fassung aus? Ich habe diese https://www.eschenbach-eyewear.com/de/p ... 81030.html
Spricht etwas aus Deiner (oder Eurer) Sicht dagegen?

Qwerty hat geschrieben:Möglicherweise sollte man die Abweichung in der Nacht überprüfen.
Mit dem DNEye wurden auch die Werte bei großer Pupillenöffnung (ca. 7mm) gemessen. Die waren komischerweise fast exakt identisch mit denen bei enger Pupille. Oder meinst Du mit "in der Nacht" etwas anderes?

Dass 0,05 dpt. nichts ausmachen, war mir klar. Meine Frage (1a) bezieht sich darauf, dass die Sphärenwerte, die der DNEye ausspuckt, in meiner aktuellen neuen Brille ja schon drin sind, ich komme damit aber nicht zurecht. Das heißt, man müsste sie um ca. 0,5 dpt. in Richtung Minus verschieben - aber kann der Optiker an den DNEye-Daten überhaupt etwas nach meinem subjektiven Wunsch ändern, oder kann er die nur unverändert an Rodenstock übermitteln?
Wenn letzteres der Fall ist, wüsste ich jetzt schon, dass ich damit nicht gut sehen würde.

Dass die Sphärenmessung des DNEye - auch die bei großer Pupillenöffnung - wie gesagt nicht mit meinem Erleben im Alltag übereinstimmt, lässt mich irgendwie auch an der Messung der übrigen Parameter zweifeln. Denn wer garantiert denn dann, dass das Gerät nicht auch z.B. bei den Aberrationen höherer Ordnung irgendwelche Werte bestimmt, die nicht zur Wirklichkeit passen?

Dazu kommt noch die Geschichte mit dem Drehen des Kopfes bei der Messung. Sind bei seitlich gedrehtem Kopf ermittelte Werte wirklich brauchbar?

Und interessieren würde mich auch noch, ob meine Koma mit „0,65“ tatsächlich stark überdurchschnittlich ist? Liest hier noch jemand mit, der sagen kann, bei welchen Werten sich die Koma beim durchschnittlichen Optikerkunden zirka bewegt?


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